Seriös, aber oberflächlich
Die unheimliche StilleDer Physiker und bekannte Popularisierer von Wissenschaft Harald Lesch nimmt sich diesmal, gemeinsam mit Co-Autor Harald Zaun, des Themas Außerirdische an. Das beweist einen gewissen Mut, scheint dieses ...
Der Physiker und bekannte Popularisierer von Wissenschaft Harald Lesch nimmt sich diesmal, gemeinsam mit Co-Autor Harald Zaun, des Themas Außerirdische an. Das beweist einen gewissen Mut, scheint dieses doch unter seriösen Wissenschaftlern eher verpönt zu sein. Teilweise zu Unrecht, wie vor allem die erste Hälfte des Buches zeigt.
Die Autoren beschreiben, welche Versuche bisher unternommen wurden, um Hinweise auf außerirdische Intelligenzen zu entdecken oder selbst Signale an diese zu senden und wie kontrovers vor allem letzteres immer wieder diskutiert wurde. Dabei werden diverse Aspekte beleuchtet, wie das (aus Sicht der Autoren zu Unrecht so genannte) Fermi-Paradoxon oder ein mögliches Klassifikationsschema für außerirdische Zivilisationen. Die Darstellung wirkt fundiert, ist aber stellenweise trocken.
Der Rest des Buches ist dann spekulativer. Diverse potentielle Gründe für das „Schweigen“ der Anderen werden präsentiert und erläutert. Dies geschieht auf etwas flottere, teilweise humorvolle Weise. Die Erklärungsansätze werden jedoch ohne roten Faden aneinander gereiht und sind oft nicht gut voneinander abgegrenzt bzw werden eigentlich unterschiedliche Grundgedanken vermischt. Insgesamt liegt der Schwerpunkt eher auf negativen Szenarien in dem Sinn, dass das Universum ein gefährlicher Ort und es besser sei, nicht die Aufmerksamkeit von potentiell angriffslustigen Aliens zu erregen.
Alles in allem ist das Buch interessant, bleibt aber sehr an der Oberfläche. Mir hat vor allem eine Auseinandersetzung mit der Frage gefehlt, ob und unter welchen Voraussetzungen es die angeblichen Superzivilisationen (oder Leben als solches) im Universum überhaupt geben kann. Vielleicht besteht die Ursache der unheimlichen Stille ja schlicht darin, dass es niemanden gibt, der technisch weit genug fortgeschritten wäre, um sie zu brechen. Diese Möglichkeit wird kaum in Betracht gezogen. Außerdem ist der Inhalt schlecht strukturiert, beispielsweise sind die Gründe für das Schweigen wahllos auf drei Kapital verteilt.
Immerhin sind die Ausführungen leicht lesbar und streckenweise unterhaltsam. Es gibt aber bessere Bücher zu dem Thema.