Tatort: Gotteshaus -- Wo: Bardolino sul Garda
Salute - Das letzte GebetErst ROT... dann GRÜN...nun BLAU
Die Salute- Serie von Friedrich Kalpenstein besticht schon äußerlich durch kräftige Farben, passenden Motiven mit Titeln die ahnen lassen, wo das Böse jeweils zugeschlagen ...
Erst ROT... dann GRÜN...nun BLAU
Die Salute- Serie von Friedrich Kalpenstein besticht schon äußerlich durch kräftige Farben, passenden Motiven mit Titeln die ahnen lassen, wo das Böse jeweils zugeschlagen hat. "Salute- Das letzte Gebet" weist darauf hin, dass diesmal sogar im Gotteshaus Schreckliches passiert ist.
Nach wenigen Seiten war ich tief in die Geschichte versunken. Dabei habe ich mich gefreut viele bekannte Personen, die mir schon aus den ersten beiden Bänden bekannt sind, wieder zu begegnen. So wie auch jeder Vorgängerband ist auch dieser Krimi in sich abgeschlossen. Die Geschichte ist rundum schlüssig, und Kenntnisse aus Band eins und zwei sind nicht zwingend nötig. Ich empfinde es aber als sehr schön von Anfang an in Bardolino dabei zu sein. Sehr schnell wird dieser quirlige Ort mit den vielen " Charakter-Köpfen " zu einem vertrauten Ort in den man immer wieder, dank Friedrich Kalpensteins Literatur , gerne zurückkommt. Ich liebe das Flair und " La Dolce Vita " sehr, gewinne ich doch mit jedem neuen Fall interessante Neuigkeiten hinzu. Ich mag es sehr, dass der Autor immer wieder italienische Wörter oder kleine Sätze in den Text einfließen lässt. Dies macht seine flüssige Schreibweise sehr authentisch. Mit seinen spannenden Metaphern malt er in meinem Kopf Bilder, die richtig lebendig werden. Er konzentriert sich nicht alleinig auf den Kriminalfall bis ins kleinste Detail, sondern setzt den Lokalkolorit passend genau dazu in Szene. So lernt die Leserschaft in jedem Band neue Örtlichkeiten, auch über die Grenzen Bardolinos hinaus, kennen.
Vom eigentlichen Mordfall möchte ich nicht viel verraten, denn den Tathergang sollte jeder selber lesen und versuchen, den Täter durch gutes Kombinieren dingfest zu machen. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass dies bei Kalpensteins Geschichten schwer gelingt, denn der Autor hat die große Gabe, punktgenau eine Wendung in dem Fortgang der Geschichte einzuleiten, die der Tätersuche eine ganz neue Richtung vorgibt. Gerade diese Fähigkeit Kalpensteins fasziniert mich, neben so vielen anderen klugen Details, immer wieder. Zudem sind seine erzählten Beobachtungen und daraus konsultierenden Schlussfolgerungen absolut logisch und nachvollziehbar.
Ich schätze es zudem sehr, dass auch neben diesem Mordfall ein aktuelles Thema eine große Rolle spielt. Liest man hier von einer bestimmten Innovation, so ist dieses Umweltthema nicht vollends fern ab der Realität. Mit etwas Fantasie erinnert es mich an die bekannte Fernsehserie " Höhle der Löwen ". in der die möglichen Investoren schon mal darauf hingewiesen haben, dass die Konkurrenz nicht schläft. Letztendlich hat mir diese Erkenntnis in dem vorliegendem Mordfall aber nicht geholfen, einen Täter ins Visier zu nehmen.
Friedrich Kalpenstein hat hier wieder ein Glanzstück auf den großen Krimimarkt gebracht, das bei mir keine Wünsche offen lässt. Wieder gefällt es mir sehr, dass Friedrich Kalpenstein nach Aufklärung der Tat nicht sofort die Geschichte enden lässt. Durch lockere Plaudereien und Situationskomik lässt er die Geschichte langsam ausklingen. Damit erzeugt er ganz nebenbei schon Vorfreude auf den nächsten Fall, denn nach dem Mord ist vor dem Mord. Nach BLAU folgt GELB im nächsten Jahr. Dann geht es wieder an den schönen Gardasee nach Bardolino. Vorher wartet aber Brunngries auf Ermittlungshelfer aus Nah und Fern, denn dort wird auch fleißig gemordet.
Im Genre Regionalkrimis steht Kalpenstein seit Jahren bei mir an erster Stelle, und ich sehe nicht, wer ihm diesen Spitzenplatz jemals streitig machen könnte. SALUTE ! ---- PROST !
Selbstverständlich vergebe ich 5 Sterne und "Cioccolatini ripieni di crema al pistacchio" dazu. Buon appetito