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Veröffentlicht am 20.09.2017

#teamchaos

Chaosliebe (Die Chaos-Reihe 3)
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Starker, realistischer Abschluss einer genialen Reihe! Liebe, Freundschaft, verrückte Götter, magische Wesen, Sarkasmus und ganz viel Chaos - nur der finale Endkampf hätte etwas dramatischer und umfangreicher ...

Starker, realistischer Abschluss einer genialen Reihe! Liebe, Freundschaft, verrückte Götter, magische Wesen, Sarkasmus und ganz viel Chaos - nur der finale Endkampf hätte etwas dramatischer und umfangreicher sein können.

Eeeeeeeeendlich! Die Geschichte von May, Seth und all den anderen verrückten, genialen und liebgewonnenen Übernatürlichen geht weiter. Beziehungsweise: Leider endet sie vorläufig :(

Und was für ein Ende! Mit Paukenschlag, Überraschungen und grandiosen Entscheidungen seitens der Autorin und May... aber beginnen wir von vorne ;)

Wieder schaffte es Teresa Sporrer, mich von der ersten Seite an zu fesseln und mit Mays unverbesserlichem Sarkasmus zu unterhalten. Ernsthaft, ich liebe dieses Mädel - immer einen frechen Spruch oder zynischen Kommentar auf den Lippen, chaotisch und unverbesserlich, gleichzeitig liebenswert tollpatschig und bereit, für ihre Liebsten alles zu tun. Jetzt wurde es nur Zeit für sie, als Hexe erwachsen zu werden, ihre vollen Kräfte zu erhalten... und uuuuh, ihre Veränderung ist GENIAL!!! Ich fand May vorher schon klasse, aber jetzt, als personifiziertes Chaos und wandelndes Böse mit Emotionen...

Aber auch die anderen Charaktere hatten ihre starken Auftritte und Szenen, sei es die kampfeslustige Ingrid, die turtelnden Eltern, May Großmutter und wie sie Seth zusammenstaucht, Harmonys medizinische Faszination oder die drei neuen Freundinnen von Mays Mutter... herrlich! Überhaupt, nicht nur die Übernatürlichen aus Mays College, sondern gerade die Götterverschnitte nach Riordan- Manier lösten bei mir regelrechte Fangirlattacken aus. Götter anderer Kulturen und Kontinente haben zwar ihre Gastauftritte und bereichern die Geschichte, verschieben aber nicht den Fokus - und der liegt ganz klar auf Ägypten, Chaos und Mays Coven.

Neben dem angenehmen Schreibstil, der von Humor, aber auch actiongeladenen Szenen geprägt ist, möchte ich positiv hervorheben, wie realistisch die Geschichte ist. Nein, nicht die Götter und Übernatürlichen, das Buch ist natürlich Fantasy. Was ich meine, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und Emotionen. May geht nicht einfach davon aus, für immer mit Noah zusammen zu sein, wie das sonst in solchen Büchern der Fall ist husttwilight , auch wenn sie sich das momentan wünscht - sie lebt erstmal im Jetzt und um die Ewigkeit kümmert sie sich später. Und auch das Thema Sex wurde von der Autorin viel realistischer (als sonst in Jugenbüchern) umgesetzt - für May ist das nicht von Anfang an perfekt, sondern sie zweifelt, fühlt sich unwohl, denkt viel nach... Fand ich klasse! Und auch, dass am Ende nicht alle ihren achso perfekten Partner gefunden haben, mit dem sie die Ewigkeit verbringen wollen, macht die Geschichte glaubwürdig.

Das Ende ist der Autorin ebenfalls fantastisch gelungen - gerade weil nach Kampf und vielen Überraschungen dennoch nicht alle Fragen geklärt und einige Handlungsfäden nicht zu Ende geführt sind. Eben einer Chaosprinzessin gebührend verrückt und un-perfekt! Ich hoffe ja auf ein Spin-off... Ein Wiedersehen mit Re, Isis und Anubis UUUUUUND mehr über Seth und Destiny. #mankannjaträumen

Ich habe nur einen kleineren Kritikpunkt an diesem starken und begeisterndem Reihenabschluss: Mir war der Endkampf mit Horus "zu einfach". Seine Verrücktheit sorgte dafür, dass er in meinen Augen May kein würdiger Gegner war, nachdem sie ihre vollen Chaoskräfte entfaltet hatte. Dadurch war der Kampf mir dann auch zu kurz - dafür, dass drei Bände darauf hinarbeiten...

Veröffentlicht am 16.09.2017

Zirkusabenteuer für alle Altersgruppen

Circus Baldoretti und der verborgene Schatz
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Wundervolles Zirkusabenteuer für jede Altersgruppe, voller Sägestaub, Löwengebrüll und Zeltakrobatik! Nur für die vielen (sparsam erklärten) Fachbegriffe gibt es einen kleinen Abzug.

Zirkus war schon ...

Wundervolles Zirkusabenteuer für jede Altersgruppe, voller Sägestaub, Löwengebrüll und Zeltakrobatik! Nur für die vielen (sparsam erklärten) Fachbegriffe gibt es einen kleinen Abzug.

Zirkus war schon immer etwas, das mich faszinieren konnte. Umso begeisterter bin ich, dass dieses Thema in Büchern in letzter Zeit an Popularität gewinnt! Und wie konnte ich einem Zirkusabenteuer widerstehen - auch wenn es für Kinder geschrieben wurde? Genau, gar nicht :D An der Stelle ein herzliches Dankeschön an den Autor für das Rezensionsexemplar (samt tollem Poster -) und die Leserunde auf LovelyBooks!

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, zumal mir die Protagonisten sympathisch waren - Loiza mit ihrer quirligen Art und Henri(k) trotz und wegen seiner anfänglichen Unsicherheit. Aber auch den Dritten im Bunde, Pepe, konnte ich gut leiden. Die drei ergeben ein spritziges, mutiges und unterhaltsames Trio, denen wohl noch einige Abenteuer bevorstehen und die eine gelungene Mischung aus Heldenmut, akrobatischem Talent und "normaler" Kindlichkeit sind.

Wie ich gelernt habe, werden Nicht-Zirkus-Angehörige in Zirkuskreisen als "Private" bezeichnet. Als solche kenne ich mich im Zirkus nicht aus und fand daher die Einblicke in das Alltagsleben im Zirkus klasse, allerdings kamen mir eindeutig zu viele Fachbegriffe vor - im ersten Abschnitt musste/konnte/wollte ich gefühlt auf jeder Seite ein Wort nachschlagen ^^ Im nächsten Band wird es dann wohl aber ein Glossar geben und auch so habe ich eine Menge über das Zirkusleben gelernt und mir gerade ein Buch über Frauen im Zirkus gekauft.

Trotz einiger schwieriger Vokabeln ist der Schreibstil des Autors gelungen - meiner Meinung nach für Kinder absolut verständlich und angenehm lesbar und gleichzeitig für Ältere weder zu vorhersehbar° noch auffällig simpel. Daher kann ich alle Zirkusinteressierten dieses Buch empfehlen, egal welchen Alters!

Was mir an diesem ersten Abenteuer der drei Freunde ebenfalls gefällt, ist dass die Geschichte zwar in sich geschlossen ist, der Zirkus vorerst gerettet und dennoch Raum für weitere Erlebnisse, Gefahren und Aufgaben ist - laut des Autors wird es wohl vier (?) Bände geben, über die die Protagonisten auch Jahr für Jahr älter werden. Gerade Henri hat in diesem ersten Buch bereits charakterliche Veränderungen durchlebt, umso gespannter bin ich, wie sich alle drei, die angedeutete Beziehung von Henris Mutter und der Zirkus weiterentwickeln. Und ein paar offene Handlungsfäden gibt es ja noch... die Vergangenheit des Dompteurs, das Buch aus dem Souvenirladen...



°Als Vielleserin außerhalb der eigentlichen Altersempfehlung waren natürlich einige Passagen für mich weniger überraschend, als für ein Kind, allerdings konnte mich das Buch dennoch unterhalten, fesseln und teilweise überraschen. Und die ganzen Kletterszenen zum Ende hin waren atemberaubend!

Veröffentlicht am 03.09.2025

Solider Reihenauftakt

Yara's Hearts
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Seemannsgarn but make it female - Setting und Spannungsbogen dieser Geschichte waren gelungen, Figuren, Liebesgeschichte und Überraschungsfaktor noch ausbaufähig.



Piratin? Sirene? Fluch der Karibik ...

Seemannsgarn but make it female - Setting und Spannungsbogen dieser Geschichte waren gelungen, Figuren, Liebesgeschichte und Überraschungsfaktor noch ausbaufähig.



Piratin? Sirene? Fluch der Karibik vibes aber mit queerer Repräsentation?! Call me in!

Bereits die Leseprobe hatte mich fesseln können und so versank ich schnell in der Geschichte und atmete sie förmlich weg - dank kurzer Kapitel und wechselnder Perspektiven blieb das Tempo schnell und die Spannung hoch; auch wenn der große Plottwist für mich nicht vollkommen überraschend kam.
Während das Setting und die Atmosphäre mich überzeugen konnten, tat ich mich mit den Charakteren bzw. ihren Beziehungen schwerer; die Liebesgeschichte fand ich überstürzt und unglaubwürdig. Gerade die Piratin Mary blieb für mich auch leider blass; gerne hätte ich sie besser kennengelernt. Für Yara hingegen konnte ich zunehmend Sympathie entwickeln und gerade die entstehende Freundschaft zu Anne gefiel mir. Dass die meisten wichtigen Charaktere Frauen sind und das Buch im allgemeinen von starken Frauen lebt, war mein Hauptlesegrund und wurde erfüllt.

Mit den blutigen Szenen hatte ich trotz Thematik und Buchtitel nicht gerechnet und finde sie bezüglich der Zielgruppe problematisch - durch Cover und Klappentext richtet sich das Buch ja an Jugendliche; die Protagonistinnen sind aber erwachsene Frauen, also doch eher an Erwachsene?! Es gibt jedoch content warnings seitens der Autorin.

Ich liebs, wie viel Seemannsgarn die Autorin in ihrer Geschichte verwoben hat; von Sirenen über Monsterkraken zu Voodoo und Flüchen. Und auch wenn das Buch definitiv mehr Fantasy als historischer Roman war, hat sie auch den karibischen Kontext mit spanischem Erbfolgekrieg, Piraterieverfolgung und Sklaverei thematisiert.

Die letzten Kapitel fand ich überstürzt und glaubte bis zu letzt nicht, dass das wirklich das Ende sein würde, weshalb es mich emotional nicht erreichen konnte. Ich denke, die Fortsetzung(en?) werde ich lesen, da ich schon neugierig bin, wie es nun weitergeht und was es mit der Meerhexe auf sich hat; einige Fragen sind ja doch offen geblieben und unsere Sirene noch nicht am Ende ihrer Geschichte angekommen. Gefühlt wird das aber ein kompletter Neuanfang; viel Personal des ersten Bandes ist ja nicht mehr verfügbar...

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Das Patriarchat der Erzählungen

Witches, Bitches, It-Girls
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Ein buntes Sammelsurium, in dem mir der rote Faden fehlte, inhaltlich aber viel zu bieten hatte und zu eigener Recherche und Diskussionen anregt.



Bei feministischen (Sach-)Büchern bin ich immer am Start ...

Ein buntes Sammelsurium, in dem mir der rote Faden fehlte, inhaltlich aber viel zu bieten hatte und zu eigener Recherche und Diskussionen anregt.



Bei feministischen (Sach-)Büchern bin ich immer am Start - und da ich Das Patriarchat der Dinge geliebt habe war ich voller Vorfreude auf Endlers neues Werk.

Leider setzte schon schnell Ernüchterung ein: Mir fehlte der rote Faden, denn ja, dieses Buch ist anekdotisch. Da ich schon viel über Feminismus, Patriarchat und Kapitalismus gelesen habe, waren mir die Kernaussagen nicht neu, auch wenn die einzelnen Beispiele, Menschen und Ereignisse mir oftmals nicht bekannt waren und auf Internet-Sidequests schickten.

Ich hätte mir jedoch eine klarere Struktur gewünscht; gefühlt hat sich die Autorin hier die (berechtigte!) Wut und Enttäuschung vom Leib geschrieben - für einen Essay dieser Art ist das Buch aber zu umfangreich und was mich auch irritierte, waren die Fußnoten. Die schiere Menge und dass zwei Systeme verwendet wurden, tendenziell aber bei beiden Text (oftmals auch ausgesprochen interessante Anmerkungen!) war; ich also immer hin- und herspringen musste und manchmal lediglich Quellenangaben vorfand und andere Male einen längeren Einschub. Das machte das Lesen anstrengend und nervte mich oftmals.

Gefühlt wurde hier zu viel gewollt - große gesellschaftliche Analysen, detaillierte Einzelfälle, persönliche Anmerkungen, Kritik am Status Quo und zaghafte Utopie. Und während ich jeden Aspekt einzeln interessant fand und natürlich voller Zustimmung bin, war mir der Mix zu konfus und sprunghaft.

Don't get me wrong - das klingt jetzt ausgesprochen negativ, dabei ist das Buch ausgesprochen gut recherchiert, inhaltlich und in den Aussagen stark (ich hätte ganz oft laut JA! rufen können) und zugleich im Tonfall dennoch humorvoll - da gibt es ja ganz andere Sachbücher, die viel zu kompliziert und akademisch geschrieben sind. Ich habe mir auch viele Lesezeichen gesetzt und Aussagen markiert, insbesondere bei ihren Ausführungen zu "Normalität" und Spaltungen im Feminismus und hatte auch einige aha!-Momente - das Buch ist also durchaus lesens- und lohnenswert. Nach Das Patriarchat der Dinge, das ein klares Thema, ein Leitmotiv hatte, war mir Witches, Bitches, It-Girls einfach zu ausschweifend. Ja, es könnte im Prinzip Das Patriarchat der Erzählungen heißen, springt aber zwischen Ereignissen, Ideen und Zeiten wild hin und her.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Merklich du Mauriers Debüt

Die Frauen von Cornwall
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Merklich du Mauriers Debüt: Erzählkunst war schon da und die Rahmenkonzeption war im Nachhinein auch klasse, dazwischen aber doch einige Längen und Schwächen, gerade bei den Figuren.




Von Daphne du ...

Merklich du Mauriers Debüt: Erzählkunst war schon da und die Rahmenkonzeption war im Nachhinein auch klasse, dazwischen aber doch einige Längen und Schwächen, gerade bei den Figuren.




Von Daphne du Maurier habe ich ja schon einige Bücher gelesen und vor allem Rebecca geliebt; als bei LovelyBooks eine Leserunde zu ihrem neu-übersetzten Debüt angekündigt wurde, musste ich einfach mein Glück versuchen - und die Losfee war mir hold :)

Das Buch gliedert sich in vier natürliche Abschnitte - ideal für eine Leserunde! Anders als der Titel es vermuten lässt, geht es in diesem Roman nämlich nicht hauptsächlich um Frauen, sondern zwei der vier Hauptfiguren sind Männer. Das hat mich enttäuscht und ich wurde tatsächlich auch mit den Männern bedeutend weniger warm, als mit den Frauen. Aber von Anfang.

Während ich Janet prinzipiell mochte, war die Mutter-Sohn-Beziehung doch merkwürdig eng, beinahe liebespaarähnlich und die schwülstige Sprache zu Beginn machte mir den Einstieg auch schwerer, als bei anderen Büchern du Mauriers. Dann packte mich aber ihr foreshadowing; ihre Art, Vorahnungen zu wecken.

Ihren Sohn Joseph wollte ich so gerne mögen, gerade wegen unseres geteilten Meerbezuges und hatte mich auf die Seefahrt gefreut. Davon gab es dann weniger, als erhofft und mit seinem rücksichtslosen Verhalten, vor allem Frauen gegenüber, war Joseph mir ausgesprochen unsympathisch - stellenweise konnte ich zwar sehen, woher das rührte; entschuldigt ist sein Gebahren dadurch jedoch nicht! Und auch wenn mir der Schreibkontext bewusst ist: Spätere Frauen schrieb du Maurier deutlich facettenreicher und die Typen weniger bärbeißig. Bereits in ihren jungen Jahren konnte sie jedoch beeindruckend schreiben und das hielt mich bei Stange; ganz dichter Schreibstil, voller Bilder und Vergleiche... Ich liebe ja besonders, wie sie es schafft, zu zeigen, was hätte sein können und dadurch alles so viel tragischer macht, weil glücklichere Umstände möglich gewesen wären.

In der englischen Ausgabe gibt es einen Stammbaum - den hätte ich mir hier auch gewünscht, da ich spätestens bei Christopher begann, den Überblick über die Coombe-Familie zu verlieren; es waren einfach zu viele Cousins, Vettern und Neffen geworden. Ihn fand ich auch den schwächsten Charakter des Buches und sein Leben relativ langweilig; Arbeit und Familie. Überhaupt fehlte mir den Großteil des Buches der Konflikt - die schwelende Missgunst und die familieninternen Reibereien waren mir nicht Handlung genug. Und auch von den Frauen war mir zu wenig zu hören und zu lesen, die meisten spielten eine untergeordnete Rolle und kamen nur am Rande vor. Spannung kam erst mit der Seenotrettungsszene auf, die hat du Maurier auch gewohnt nervenaufreibend geschrieben.

Jennifers Abschnitt versöhnte mich dann mit der Geschichte - ich bin begeistert von dem Kreis, den der Roman geschlossen hat (vor allem mit der Galionsfigur), von Jennifers genialer "Rache", ihrer süßen Liebesgeschichte und auch der ganzen Dramatik am Ende; da kamen fast schon Rebecca-vibes bei mir auf ^^

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