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ColleenF

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Bewegend!

Ministerium der Träume
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Der Tod der Schwester, welcher in Nas viel mehr als nur Trauer auslöst. In Hengameh Yaghoobifarahs Roman „Das Ministerium der Träume“ versucht Nas zwischen Trauer, Wut und vielen offenen Fragen, sich um ...

Der Tod der Schwester, welcher in Nas viel mehr als nur Trauer auslöst. In Hengameh Yaghoobifarahs Roman „Das Ministerium der Träume“ versucht Nas zwischen Trauer, Wut und vielen offenen Fragen, sich um die Tochter ihrer Schwester zu kümmern.

Doch was ist überhaupt passiert? Urplötzlich steht die Polizei vor Nas Tür und behauptet, dass ihre Schwester Nushin bei einem tragischen Autounfall gestorben sei. Jedoch glaubt Nas nicht, dass dies ein Unfall war. Wie im Nachlass gewollt, kommt Nushins Tochter zu Nas. Nas kümmert sich sich nun um Erziehung, Elternabende und ein pubertierendes Kind, während sie versucht, den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten. Als in Nas immer mehr Zweifel aufkommen, tauchen viele Erinnerungen auf und sie versucht, die Nacht des Unfalls zu rekonstruieren.

Das Buch hat mir wirklich unfassbar gut gefallen! Die Idee, Migrationserfahrung, Familiengeschichte und Traumata auf diese phantastische-surreale Art und Weise umzusetzen, ist so gut gelungen. Die Geschichte ist schmerzhaft und wütend, zeigt, wie Deutschland mit Menschen mit Migrationserfahrung umgeht. Die Figuren waren authentisch und echt, der Stil hat es so perfekt getroffen.

Unglaublich große Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Wow!

Beste Zeiten
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Happy Release an die deutsche Übersetzung „Beste Zeiten“ von Jenny Mustard, übersetzt von Lisa Kögeböhn. Ich habe mich wirklich unfassbar auf dieses Buch gefreut, nachdem ich „Okaye Tage“ so geliebt habe ...

Happy Release an die deutsche Übersetzung „Beste Zeiten“ von Jenny Mustard, übersetzt von Lisa Kögeböhn. Ich habe mich wirklich unfassbar auf dieses Buch gefreut, nachdem ich „Okaye Tage“ so geliebt habe und wurde definitiv nicht enttäuscht!

Darum geht es: Sickan, geprägt von ihrer schwierigen Schulzeit, zieht nach Stockholm und studiert dort. Nach einer Weile lernt sie Hanna kennen, über die sie zwar zunächst nicht viele nette Worte findet, sich jedoch dann eine Freundinnenschaft zwischen den beiden entwickelt. Doch neben Hanna macht Sickan noch viel mehr neue ‚Bekanntschaften‘, sodass sie sich sogar in einen Mann namens Albe verliebt. Allerdings bleiben die Narben ihrer Vergangenheit nicht unentdeckt und immer mehr Zweifel und Angst kommen in Sickan auf.

Das Buch hat mich wirklich umgehauen! Es ist eine - für mich - so realistische Betrachtung eines jungen Lebens einer Frau, die geprägt von Zweifel, Angst, Frage nach dem Selbst und Träumen ist. Sickan hat eine schwierige Beziehung zu ihren Eltern, die im Buch unfassbar tief beschrieben wird. Auch wenn sie selbst manchmal fragwürdige Entscheidungen trifft, merkt man, dass sie auch einfach menschlich ist. Der Schreibstil ist wirklich toll und die Übersetzung hat ganz super getroffen! Eine große Empfehlung!

Veröffentlicht am 07.09.2025

Wunderbar!

Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer
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Waschbär Willi Wunderquatsch: eine Alliteration, die die Abenteuer des frechen Waschbären gut veranschaulicht!
In sieben kleinen Kapiteln und Abenteuern begleiten wir den Waschbären Willi, der ...

Waschbär Willi Wunderquatsch: eine Alliteration, die die Abenteuer des frechen Waschbären gut veranschaulicht!
In sieben kleinen Kapiteln und Abenteuern begleiten wir den Waschbären Willi, der mit seinen vielen Freunden und Freund*innen in einem schönen Park wohnt. Da wären zum Beispiel Eichhörnchen Alice, Eule Uwe und Fuchs Doris, denen Willi oft begegnet!

Das Buch stellt die Figuren zunächst vor und leitet dann in die Geschichte ein. Der Text ist dabei sehr witzig und niedlich geschrieben, sodass beim Vorlesen oder Selbstlesen alles verstanden und viel gelacht werden kann!

Auch die Illustrationen sind ganz toll gelungen. Text und Bild sind gut ausgewogen, passen zueinander und total liebevoll gestaltet. Insgesamt ist das Buch total witzig und quatschig, eine Empfehlung für Groß und Klein, für Tierfreunde und Freundinnen!

Veröffentlicht am 27.08.2025

Große Empfehlung!

Die schönste Version
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Ihr wisst nicht, wie sauer ich bin, dass ich dieses Buch nicht schon viel früher gelesen habe. Ehrlich gesagt, hatte ich sogar etwas Angst, da auf Bookstagram wirklich viel viel Positives über „Die schönste ...

Ihr wisst nicht, wie sauer ich bin, dass ich dieses Buch nicht schon viel früher gelesen habe. Ehrlich gesagt, hatte ich sogar etwas Angst, da auf Bookstagram wirklich viel viel Positives über „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas geschrieben wird - aber ich werde hier auch nur Positives schreiben!

Der Roman dreht sich um Jella und ihre Beziehung zu ihrer eigentlich „großen Liebe“ Yannick. Warum eigentlich? Yannick hat sie gewürgt und geschlagen. Angekommen im Haus ihres Vaters beginnt Jella, ihre Beziehung zu Yannick und ihr weibliches Aufwachsen im Patriarchat zu hinterfragen. Wir lesen von ihrer besten Freundin Shelly, ihrem ersten Crush, von ihrem ersten Mal, von Übergriffigkeit, von Schmerz, von all dem, was sicher vielen Flinta*-Personen selbst bekannt ist.

Was mich besonders bewegt hat, ist die Vielschichtigkeit von Jella. Sie war total nahbar und echt, womöglich ist dieses Buch deswegen auch viel intensiver. Es zeigt so viele Emotionen auf, die in weiblicher Perspektive oft unterdrückt werden: Wut, Angst, Zweifel, doch auch Liebe und Freude. Können all diese Gefühle gleichzeitig in Jella existieren? Ja, können sie!

„Die schönste Version“ ist kein leichtes Buch, doch das macht es umso wichtiger. Ruth-Maria Thomas schafft es, durch ihr Schreiben das eigene Leben und Aufwachsen zu betrachten, Situationen, in denen man selbst Jella war. Das Buch gehört nun definitiv zu meinen Lesehighlights. Große Empfehlung - trotzdem möchte ich eine Triggerwarnung festhalten!

Insgesamt: 5 von 5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.08.2025

WOW!

Der Report der Magd
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Ich weiß nicht, ob es jemals ein Buch geben wird, was so viel ausdrücken kann, wie „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood (deutsche Übersetzung von Helga Pfetsch).

Im Roman geht es um die Geschichte ...

Ich weiß nicht, ob es jemals ein Buch geben wird, was so viel ausdrücken kann, wie „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood (deutsche Übersetzung von Helga Pfetsch).

Im Roman geht es um die Geschichte einer Frau, die im totalitären Staat „Gilead“ als Magd dient. Die Mägde sind dazu da, um Haushalten Kinder zu gebären, da nach einer Atomkrise der Großteil der Frauen unfruchtbar geworden ist. Desfred, so der neue Name der Frau, dient dem Haus der Waterford - ein hochangesehenes Ehepaar Gileads. Wir begeben uns in Desfreds Alltag, in ihre Gedanken, wir lernen über ihre Vergangenheit und wie sich in so kurzer Zeit alles änderte.

Das Buch ist hart, durch seinen Inhalt und durch seinen Stil. Atwood schafft es, die Figuren extrem vielschichtig zu gestalten und vor allem die Gedanken und Gefühle der Protagonistin so intensiv darzustellen. Das Buch ist eine Warnung, noch eine Dystopie, aber für jede Flinta*-Person eine Zeichnung der Ängste, die Realität werden können.

Natürlich muss für dieses Buch eine große Triggerwarnung für sexuellen Missbrauch, Homophobie, Suizid, Mord und noch viel mehr ausgesprochen werden.
Trotzdem spreche ich gleichzeitig eine ganz große Empfehlung für dieses Buch aus - denn es ist, nicht grundlos, ein Klassiker. Ein extrem wichtiger.

Insgesamt: 5 von 5⭐️