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Veröffentlicht am 30.08.2025

Inselleben auf zwei Zeitebenen

Death at Morning House
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Als ich das Cover von „Death at Morning House” gesehen habe, wusste ich, dass ich diesen Jugendthriller von Maureen Johnson lesen wollte. Morning House ist ein Anwesen auf Ralston Island, die eine von ...

Als ich das Cover von „Death at Morning House” gesehen habe, wusste ich, dass ich diesen Jugendthriller von Maureen Johnson lesen wollte. Morning House ist ein Anwesen auf Ralston Island, die eine von vielen Inseln im Thousand Islands Archipel im Saint Lawrence Strom zwischen den USA und Kanada ist. Allein das Setting fand ich schon sehr ungewöhnlich und interessant. Dazu kommt die raffinierte Erzählweise auf zwei Zeitebenen – 1932 und die Jetztzeit -, sowie Charaktere, an die man sich länger erinnert.

Marlowe Wexler nimmt einen Ferienjob auf Ralston Island an, nachdem durch ihr Verschulden eine Kerze zu einem Hausbrand in ihrer Stadt geführt hat. Auf der Insel hat früher ein Arzt mit seiner Frau, seiner Schwester, seinen Kindern sowie Personal gewohnt. Nach einer Tragödie war das Anwesen länger verlassen, bis Marlowe zusammen mit anderen Teenagern Führungen durch Morning House durchführt. Schnell merkt Marlowe, dass es Spannungen innerhalb der Gruppe gibt, die auf vergangene Ereignisse zurückzuführen sind.

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und konnte es schwer aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, was 1932 passiert ist, und verfolgte an Marlowes Seite die aktuellen Ereignisse auf der Insel. Jugendbuch, Krimi und Thriller – alle meine Lieblingsgenres kommen hier zusammen. Marlowe und auch Clara aus der Vergangenheit sind Charaktere, die mir länger im Gedächtnis bleiben werden, ebenso wie dieses Zitat: „Tyrannen und Menschen, die tyrannischen Überzeugungen anhängen, sind im Herzen immer schwach, weil ihre Welt auf Furcht gebaut ist.“ (S. 378)

„Death at Morning House“ ist ein gelungener Jugendroman mit viel Spannung, Diversität und klassischen Krimielementen, der mich hervorragend unterhalten hat. Wohlverdiente 5 von 5 Inselabenteuern.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

So macht Wahlkampf Spaß!

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Renate Bergmann verschlägt es für eine längere Zeit von Berlin nach Spreeweide, als Neffe Stefan nach einem Unfall seiner Schwiegermutter Hilfe bei den Kindern braucht. Da trifft es sich gut, dass Frau ...

Renate Bergmann verschlägt es für eine längere Zeit von Berlin nach Spreeweide, als Neffe Stefan nach einem Unfall seiner Schwiegermutter Hilfe bei den Kindern braucht. Da trifft es sich gut, dass Frau Bergmann vor Ort eine kleine Zweitwohnung hat. Als sie feststellt, dass es mit der Sauberkeit im Dorf nicht zum Besten steht, schaut sie nicht weg, sondern spricht die Angelegenheit im Gemeindebüro an. Doch Bürgermeister Bernhard Brummer zeigt keinerlei Interesse an der Beschwerde und meint sogar: „Es sind ja bald Wahlen. Dann kandidieren Sie doch und werden selbst Bürgermeisterin!“ (S. 37) Frau Bergmann weiß, dass das Bürgermeisteramt zu viel für sie wäre, aber als Gemeinderätin könnte sie auch so einiges bewirken.

Ich wurde wieder sehr gut unterhalten. Es ist, als würde man Frau Bergmann bei Kaffee und Kuchen gegenübersitzen und ihren Abenteuern rund um den Wahlkampf lauschen. Ich musste viel schmunzeln und öfters nicken, weil ich einer Meinung mit ihr war. Auf den letzten Seiten wurde es dann beim Wahlausgang noch spannend, und eine Wendung ganz am Schluss hatte ich gar nicht erwartet. Hier hoffe ich eine baldige Fortsetzung, die von den Geschehnissen in Spreeweide und Frau Bergmanns sicherlich beherzten Eingreifen handelt.

Von mir gibt es für Torsten Rohde aka Renate Bergmann und ihren unterhaltsamen Wahlkampf verdiente 5 von 5 Wahlplakaten und eine absolute Leseempfehlung für jeden, der humorvolle Bücher aus der Perspektive eines älteren Berliner Originals schätzt.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Die Zwillingsschwestern Christie und Agatha ermitteln

Detektivagentur Christie & Agatha – Ein Beweisstück verschwindet
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Die Zwillingsschwestern Christie und Agatha sehen sich zwar sehr ähnlich, haben aber unterschiedliche Interessen. Agatha macht sich gerne über alles Notizen, was nützlich für ihren Traum sein könnte, Autorin ...

Die Zwillingsschwestern Christie und Agatha sehen sich zwar sehr ähnlich, haben aber unterschiedliche Interessen. Agatha macht sich gerne über alles Notizen, was nützlich für ihren Traum sein könnte, Autorin zu werden. Christie hingegen interessiert sich vor allem für Technik und nimmt es mit Verboten nicht allzu genau. Dennoch sind die Schwestern ein tolles Team, als es darum geht, die verschwundene Entdeckung des Mediziners Alexander Fleming wiederzufinden.

Das wunderbare Cover und die charmanten Illustrationen von Roberta Tedeschi im Stil der 1920er tragen zum besonderen Zauber dieses Kinderbuches für Erstleser bei. Kinder fühlen sich dank der einfachen Sprache und großen Schriftgröße nicht überfordert, wenn sie zusammen mit den Schwestern ermitteln, wer für das Verschwinden des Sandwiches mit dem Schimmelsaft verantwortlich ist. Ganz nebenbei erfahren sie interessante Fakten über Alexander Fleming und dessen Assistent Merlin Pryce sowie über den Kriminalschriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer von Sherlock Holmes.

Mir haben die Geschichte und vor allem die Charaktere sehr gut gefallen, die Pip Murphy zum Leben erweckt hat. In dem Zusammenhang muss ich nochmal die gelungenen Illustrationen erwähnen, die Kinder bestimmt ebenso in ihren Bann ziehen werden. Von mir gibt es 5 von 5 gestohlenen Sandwiches.

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Veröffentlicht am 18.03.2022

Monatliche Impulse für mehr Achtsamkeit und Persönlichkeitsentwicklung

Stille
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Bodo Janssen ist zweifelsohne eine interessante Persönlichkeit mit einem ungewöhnlichen Lebensweg. Aus seinem Erfahrungshintergrund heraus rät er den Leserinnen zur Stille und Meditation, um ihr Denken, ...

Bodo Janssen ist zweifelsohne eine interessante Persönlichkeit mit einem ungewöhnlichen Lebensweg. Aus seinem Erfahrungshintergrund heraus rät er den Leserinnen zur Stille und Meditation, um ihr Denken, Fühlen und Handeln auf ihre persönliche Entwicklung auszurichten. Dabei gibt er monatliche Impulse, um sich bestimmter Themen bewusst zu werden. Im einzelnen sind das: Januar – Sinn erfüllen, Februar – Bescheidenheit üben, März – Hoffnung bewahren, April – Leid verwandeln, Mai – Vertrauen stärken, Juni – Demut begreifen, Juli – Verbundenheit fördern, August – Freiheit atmen, September – Dankbarkeit leben, Oktober – Angst überwinden, November – Den Tod wahrnehmen und Dezember – Liebe spüren.

Ich konnte jedem seiner Impulse etwas abgewinnen und werde das kleine Handbuch jeden Monat wieder zur Hand nehmen. Selbst wenn ich nicht jede vorgeschlagene Aufgabe aus dem Anhang angehen werde, finde ich genug Material zum Nachdenken und auch für angeregte Gespräche mit Freunden.

„Jeder Tag ist gut für einen neuen Anfang.“ (S. 29) Eines vermittelt das Büchlein auf jeden Fall – eine positive Lebenseinstellung und Hoffnung. „Hoffnung ist die Voraussetzung, um das Leben zu spüren.“ (S. 19) Bodo Janssen bringt seine Vorschläge für ein besseres, sinnerfülltes Leben kurz und knapp auf den Punkt – und gerade das hat mir sehr gut gefallen. Es bedarf keiner leeren Worthülsen und „viel Blabla,“ um bei den Leser
innen das Bewusstsein für wichtige Ereignisse im eigenen Leben zu wecken. Das spiegelt auch das schwarzweiße Cover mit einem Bild des in sich ruhenden Bodo Janssen wider. Nur der Titel des Buches in der Farbe orange sticht hervor und zeigt zugleich das Hauptmotto des Ratgebers: „Stille: Weil nur in ihr Veränderung entsteht.“ Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen und lege dieses Büchlein jedem ans Herz, der sich weiterentwickeln möchte.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wird man hier wirklich happy?

Happy Head
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Der 17-jährige Seb erhofft sich Führung und mehr Zielorientiertheit für sein Leben, als er der Einladung folgt, sich mit 99 weiteren Jugendlichen dem HappyHead Programm zu stellen. Schnell merkt er, dass ...

Der 17-jährige Seb erhofft sich Führung und mehr Zielorientiertheit für sein Leben, als er der Einladung folgt, sich mit 99 weiteren Jugendlichen dem HappyHead Programm zu stellen. Schnell merkt er, dass die Aufgaben, die er meistern muss, zunehmend anspruchsvoller und gefährlicher werden, ganz zu schweigen davon, dass ihm ein Chip unter die Haut eingepflanzt wird. Gemeinsam mit dem rebellischen Finn versucht er, den Dingen auf den Grund zu gehen und findet Ungeheuerliches heraus.

Josh Silver hat einen dystopischen Jugendthriller geschrieben, der mich fasziniert hat. Ich konnte die Szenen bildhaft vor mir sehen und habe mit Seb mitgefiebert, als er sich einerseits den Herausforderungen stellt, andererseits aber auch mehr über das System herausfinden möchte. Ein paar Szenen könnten tatsächlich triggernd wirken; mir persönlich setzte der Trigger „Gewalt an einem Huhn“ zu.

Seb als queerer Charakter wird mir sicherlich eine Weile in Erinnerung bleiben, weil er sehr menschlich und sympathisch gezeichnet ist. Das Buch hat ein offenes Ende, wird aber mit Dead Happy im Herbst 2026 weitergeführt. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Prüfungen.

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