Kuriose Geisterwelt als Paralleluniversum mit moralischem Plot, einigen Stärken aber auch Schwächen
Die Toten von nebenanDer Roman handelt von einer ausgefallenen Interpretation des Jenseits als physikalisch mögliche Parallelwelt. Doch plötzlich taucht eine Bedrohung in Menschengestalt auf, die die idyllische Totenwelt stört ...
Der Roman handelt von einer ausgefallenen Interpretation des Jenseits als physikalisch mögliche Parallelwelt. Doch plötzlich taucht eine Bedrohung in Menschengestalt auf, die die idyllische Totenwelt stört und das harmonische Zusammenleben entzweit.
Die Idee, dass wir nach dem Tod in einem höherdimensionalen Paralleluniversium landen, finde ich faszinierend. Ebenso dass im Roman physikalische Fakten und Studien einbezogen werden, gefällt mir und macht das Geschehen realistischer. Zeitweise herrscht eine ruhige, entschleunigende Stimmung im Buch. Wer Adrenalin und Spannung sucht, ist hier also nicht ganz richtig.
Anfangs hatte ich aufgrund des für mich ungewöhnlichen Schreibstils etwas Startschwierigkeiten und musste mich erst in die Story einfinden. Durch die ruhige Erzählweise dauert es zeitweise, bis wirklich etwas Prägnantes passiert und Spannung aufgebaut wird. Auch zwischendrin sind immer mal ein paar Längen entstanden und der Spannungsbogen ist wieder abgeflacht.
Die kurzen Kapitel und die jeweiligen Sichtwechsel tragen allerdings gut zum Lesefluss bei und sind passend, um von jedem Charakter die Gedankengänge nachvollziehen zu können. Bei den Charakteren und in deren Dialogen hat mir manchmal etwas Tiefe gefehlt genauso wie bei den Beziehungen der Protagonisten untereinander. Der Plot hat moralischen Charakter, der mir aber leider teils auch etwas zu flach blieb.
Grundlegend ist es definitiv kein schlechtes Buch aber wahrscheinlich nicht für Jedermann. Für mich war der Schreibstil manchmal gewöhnungsbedürftig und ich hätte mir von der Story noch etwas mehr erhofft. Aber das ist nur meine persönliche Meinung 🙃
Zitate:
"Was hilft es denn, wenn sie an uns denken? Da werden sie nur traurig, und das wirft sie zurück."
"Was ist Treue wert, wenn man sie vom Erfolg abhängig macht?"
"Das Böse nährt sich vom Bösen."