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SaintGermain

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Der burgenländische Columbo 2 - Wein und Cluj

Uhudler-Verschwörung
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Gruppeninspektor Sifkovits kommt zufällig beim Uhudler-Erzeuger Stipsits vorbei, der tot in seinem Keller aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Gärgasunfall aus, doch der Ermittler glaubt nicht daran. ...

Gruppeninspektor Sifkovits kommt zufällig beim Uhudler-Erzeuger Stipsits vorbei, der tot in seinem Keller aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Gärgasunfall aus, doch der Ermittler glaubt nicht daran. Sein Vorgesetzter teilt seine Meinung nicht und so übernimmt er die Ermittlungen im Geheimen - unterstützt von seiner Mutter und der restlichen "Kopftuchmafia", die ihn mit Informationen versorgen.

Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker und auch passend, da es bei einem Heurigen in Stinatz aufgenommen wurde.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte werden bildhaft dargestellt; bei den Charakteren nur die neuen, die den Fall betreffen. Es ist eben der 2. Fall vom Gruppeninspektor; für mich war es allerdings der erste gelesene.

Der Autor, den ich als Kabarettist und Schauspieler schätze, beweist hier seine Vielfältigkeit. Denn auch das Schreiben scheint ihm sehr zu liegen. Er schreibt über seine Heimat im burgenländisch-steirischen Grenzgebiet und hat mit Sifkovits einen Ermittler, der sehr an Columbo (den der Autor auch mag) erinnert. So wird auch über seine Frau immer nur geredet und er kehrt immer wieder um: "Noch eine Frage". Und seine Getränkvorliebe ist speziell: Käsepappeltee, wo er immer einen Beutel mithat.

Der Fall ist interessant und spannend auch zum Miträtseln; die Spannung ist hoch und auch der Humor ist deutlich zu spüren.

Das Lokalkolorit, das der Autor natürlich bestens kennt, ist auch mir nicht ganz unbekannt, da ich die Umgebung familienbedingt auch kenne.

Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, was sich auch zeigte, indem ich das Buch an einem Tag gelesen habe (naja die Nacht war dazwischen). Und bald schon kommt der nächste Teil dran.

Fazit: witzig und spannend mit gutem Lokalkolorit. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2025

Kalkbrenner 5 - Hänsel und Gretel

Märchenwald
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Der 10-jährige Max wird zusammen mit seiner 4-jährigen Schwester Ellie geweckt und in den Wandschrank gesperrt. Ihre letzten Worte: Geht... zu Opa...auf...Fall! Da sie keine Spur ihrer Mutter finden, machen ...

Der 10-jährige Max wird zusammen mit seiner 4-jährigen Schwester Ellie geweckt und in den Wandschrank gesperrt. Ihre letzten Worte: Geht... zu Opa...auf...Fall! Da sie keine Spur ihrer Mutter finden, machen sie sich auf den weg zu ihrem Großvater. Währenddessen bekommt es Kommissar Paul Kalkbrenner in Berlin mit gleich 2 Fällen zu tun: Einerseits wird ein Einbruch bei einem Friseur verübt, bei dem ein Einbrecher durch einen Unfall stirbt und der andere spurlos verschwunden ist. Zum anderen wird ein älterer Mann tot aufgefunden - ein Herzinfarkt. Doch tauchen in seiner Tiefkühltruhe Dinge auf, die eine Ermittlung nach sich ziehen. Zoe wacht währenddessen auf der Straße auf und kann sich an nichts erinnern.

Das Buch ist unter verschiedenen Covers erschienen - ich habe das weiße mit den Bäumen. Es ist wunderbar gemacht ist, passt zum Titel des Buches aber ist auch ein wenig nichtssagend. Nichtsdestotrotz lässt es einem das Buch in die Hand nehmen.

Der Schreibstil des Autors - es handelt sich um Marcel Feiges Pseudonym - ist hervorragend. Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite auf maximal hohem Niveau, ohne jemals abzusinken. Überraschende Wendungen sind zuhauf vorhanden und der Plot ist hervorragend konstruiert. Ebenso die Protagonisten, allen voran natürlich Kommissar Paul Kalkbrenner, der mich schmunzeln ließ, weil es ja auch einen DJ mit gleichem Namen gibt.

Kalkbrenner ist authentisch und hat mit seinem Privatleben auch einige Baustellen, die in diesem Fall auch eine wichtige Rolle einnehmen. Zum einen will seine schwangere Tochter in Paris studieren, zum anderen kämpft seine demente Mutter nach einem Schlaganfall um ihr Leben. Seine Ex-Frau, die ihn in keinster Weise versteht, ist da auch nicht wirklich eine Hilfe. Er ist eher ein Einzelgänger, hat aber eine Partnerin und ein Team um sich.

Natürlich kann man als Leser erahnen, was Max´ Mutter wirklich meint, aber für Kinder ist es nachvollziehbar. Und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie der Autor die 2 Fälle von Kalkbrenner und die Geschichten um Zoe und Max unter einen Hut bringt, was dem Autor aber auf logische Art gelingt. Zudem gelingt es dem Autor auch einige Nebenhandlungen einzubauen, das dem Leser auch nur bedingt zu Luft kommen lässt.

Ja, am Ende gibt es für den Leser die eine oder andere ungelöste Frage, die man vielleicht noch einbauen hätte können, weil am Ende einfach alles schnell geht. Aber dies ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Genauso muss ein Thriller sein.

Für mich war es der 1. Band um Kalkbrenner, aber sicher nicht der letzte. Man kann das Buch aber definitiv auch für sich lesen.

Fazit: spannend, überraschend, authentisch - und eklig. 5 von 5 Sternen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2025

Der Verführer

Die Toten von nebenan
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Nadja Löffler hat einen Fahrradunfall. Als Sie nach Hause zurückkehrt, sieht sie viele verstorbene Personen aus dem Häuserblock, auch ihre Großmutter, Frau Hermann. Die Lebenden, wie ihre Mutter nehmen ...

Nadja Löffler hat einen Fahrradunfall. Als Sie nach Hause zurückkehrt, sieht sie viele verstorbene Personen aus dem Häuserblock, auch ihre Großmutter, Frau Hermann. Die Lebenden, wie ihre Mutter nehmen sie nicht wahr. Alle gehen ihren gewohnten Tätigkeiten in ihrer gewohnten Umgebung nach, nur manchmal stören die Nachmieter bei einzelnen Personen den Frieden. Als Herr Tober im Viertel auftaucht, will er ihnenn nicht nur damit helfen - und schon bald regieren Neid, Hass, Eifersucht und andere negativen Emotionen unter den verstorbenen Bewohnern. Während sich einige Herrn Tober anschließen, sehen einige andere das Böse in ihm.

Das Cover des Buches ist zwiespältig für mich - einerseits etwas nichtssagend und ausdruckslos, auf der anderen Seite aber, ist es doch sehr passend und macht auch Lust auf das Buch.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt gut; auch wenn die Charaktere nicht immer ganz bildhaft dargestellt werden und eben fast nur mit Nachnamen genannt werden - wodurch sie einem nicht wirklich sehr nahe kamen. Die Orte werden allerdings ausgezeichnet dargestellt und die Personen wenn man vom allgemeinen Aussehen absieht, auch sehr gut. Es ist aber auch passend, da die Charaktere ja auch ihr Alter und Aussehen im Laufe des Buches verändern und dies dann auch hervorragend beschrieben ist.

Wie von der Autorin gewohnt geht es auch in diesem Buch um das Sterben und den Tod.

Der Plot/die Geschichte ist wunderbar gewählt und erzählt; Spannung und Unterhaltsamkeit jederzeit gegeben. Dazu regt das Buch auch zum Nachdenken an - so wie "Faust" oder "Farm der Tiere" und würde durch seine philosophische Art auch gut in den Unterricht passen. Denn auch hier kann sich der Leser fragen, wie er in den verschiedenen Situationen reagieren oder handeln würde.

Am Ende kommt es dann doch auch noch zu einer (für mich) überraschenden Wende.

Klar ist manchmal einiges überspitzt und kafkaesk dargestellt oder formuliert, aber das wichtigste ist hier eben auch die Gesellschaftskritik, die das Buch wundervoll widergibt.

Fazit: Hervorragende Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Tara Kronberg 1 - Die roten Schuhe

Signalrot
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Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg hat sich aufgrund privater Ereignisse eine Auszeit genommen. Die 2 Jahre verbrachte sie in einem japanischen Kloster. Doch das Innenministerium bittet sie um Hilfe: ...

Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg hat sich aufgrund privater Ereignisse eine Auszeit genommen. Die 2 Jahre verbrachte sie in einem japanischen Kloster. Doch das Innenministerium bittet sie um Hilfe: Sie soll das neu geschaffene Dezernat 47 beim LKA in Sachsen übernehmen, dabei die Ermittlungen koordinieren und verbessern, aber eben nicht selbst ermitteln. Doch es folgt gleich die Ernüchterung denn das Dezernat besteht nur aus ihr und Gabriel, der schon mehrfach strafversetzt wurde und keinen Außendienst macht und ihrer Chefin, die auch nicht gerade ein Fan von Tara und dem Dezernat ist. Doch der erste Fall, den sie übernimmt, gibt ihr kaum Zeit darüber nachzudenken, denn ein Sadist quält junge Frauen indem er sie tanzen lässt, foltert, verstümmelt und tötet. Außerdem scheint der Täter irgendeine Verbindung zu Tara zu haben. Und der Leiter der Kriminalpolizei Brenner versucht ihr ebenfalls das Leben schwer zu machen.

Das Cover gefällt mir sehr gut und ist hervorragend gemacht, auch wenn z.B. rote Schuhe besser zumindest dazu gepasst hätten.

Der Schreibstil des Autors ist gewohnt gut; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Die Spannung ist von der ersten Seite an da und steigt bis zum Ende kontinuierlich an. Der Plot ist ausgezeichnet und die Wendungen, sind einfach phänomenal. Sie sind so zahlreich und trotzdem wirkt hier nichts überkonstruiert, sondern logisch und gut nachvollziehbar.

Dazu gibt es mit Tara und Gabriel ein sehr vielversprechendes Team, das definitiv selbst noch einige Geheimnisse hat und daher hoffentlich eine ganze Reihe von Fällen - also Büchern - bekommen wird.

Dazu habe ich - wie ich es bei Büchern liebe - auch wieder einiges gelernt, denn auch hier gibt es sozusagen etwas Wahres im Fall eines doch eher unbekannten Märchens von Hans Christian Andersen.

Ich konnte das Buch tatsächlich nur schwer aus der Hand legen und habe diese knapp 500 Seiten in 3 Tagen verschlungen - obwohl ich natürlich dazwischen auch arbeiten musste z.B.

Ich habe schon ein paar Bücher des Autors gelesen und war eigentlich immer fasziniert über seine Einfälle. Dieses Buch findet aber auch innerhalb einen Spitzenplatz.

Fazit: Toller Plot, tolle Ermittler und Spannung pur. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Die Beamtentante und die Sternenguckerin

Wenn der Himmel das Meer berührt (Liebesroman)
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Emma, die beim Jugendamt in Bremen arbeitet, trifft auf die 9-jährige Alina, die von ihrer Mutter vernachlässigt wird. Emma findet Alinas einzigen Verwandten, ihren Onkel Max, der an der Nordsee lebt. ...

Emma, die beim Jugendamt in Bremen arbeitet, trifft auf die 9-jährige Alina, die von ihrer Mutter vernachlässigt wird. Emma findet Alinas einzigen Verwandten, ihren Onkel Max, der an der Nordsee lebt. Weil Alina Emma an ihren Kinderfreund Sebastian erinnert, bricht sie die Regeln und bringt das Kind, das sich gerne mit Sternen beschäftigt, nicht nur zu ihrem Onkel nach Dansen an die Nordsee, sondern bleibt auch gleich dort. Zwischen Max und Emma entwickeln sich bald Gefühle, aber beide wollen es sich nicht eingestehen bzw. es zulassen und Max will auch Alina nur vorübergehend ihrer annehmen. Als Emma herausfindet warum, bricht nicht nur eine Welt für sie zusammen, sondern sie probiert auch alles um es zu ändern.

Das Cover passt nicht nur hervorragend zu den Büchern der Autorin, sondern auch zu diesem Buch und ist ein echter Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt ausgezeichnet; Orte und Personen werden bildhaft (manchmal schon etwas zu viel) beschrieben.

Der Plot ist wie bei allen Büchern der Autorin wieder ausgezeichnet, denn wie immer handelt es sich um viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es handelt sich wieder um eine Story, die zum Nachdenken anregt und starke Emotionen beim Leser hervorruft.

Auch nichts Neues ist, dass die Geschichten der Autorin zwar spannend sind, aber im Großteil auch sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch immer die eine oder andere kleine Überraschung bzw. Wendung und man kann - vor allem aufgrund der Gefühle beim Lesen - das Buch kaum aus der Hand legen.

Bisher konnten mich alle Bücher von Josefine Weiss so mitnehmen, dieses aber ganz besonders - und daher ist es für mich das bisherige Highlight der Autorin.

Fazit: Zwar vorhersehbar - aber sehr emotional. 5 von 5 Sternen

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