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Veröffentlicht am 08.09.2025

Angelsächsische Geschichte, episch und spannend!

Rabenthron
7

Wir befinden uns in England im Herbst 1013. Das Land wird von dänischen Wikingern attackiert und leidet schwer darunter, auch weil sein schwacher König Ethelred den Nordmännern nichts dagegen zu setzen ...

Wir befinden uns in England im Herbst 1013. Das Land wird von dänischen Wikingern attackiert und leidet schwer darunter, auch weil sein schwacher König Ethelred den Nordmännern nichts dagegen zu setzen hat und sich als beratungsresistent erweist. Seine von ihm ungeliebt Gemahlin Emma, die nur dazu da ist ihm genügend Kinder zu gebären, weiß davon ein trauriges Lied zu singen und sie hofft und betet, dass sich doch eine Lösung ergibt. Da sie ihrem Gatten nur aufrichte Verachtung entgegenbringen kann, versteckt natürlich, ist es ihr auch nicht möglich ihren Söhnen Edward und Alfred, sowie ihrer Tochter Godgifu herzliche Mutterliebe entgegenzubringen.

Auf Gut Helmsby weitab vom Hof des Königs lebt Aelfric mit seinem Sohn Penda. Seinem Vater gehörte das Gut, doch nach seinem Tod ist es im Besitz seines Onkels und seines Neffen, die mit harter und erbarmungsloser Hand das Gut führen und ebenso mit dem gefangenen Dänen umgehen, den sie bei einem der unzähligen Wikingerüberfälle gefangen nehmen konnten. Aelfric hat einen sehr starken Gerechtigkeitssinn und flieht mit seinem Sohn und dem dänischen Gefangenen Hakon um ihn an Ethelreds Hof abzugeben. Auf dem Weg begegnen sie dem eigenwilligen Mönch Eilmer und zwischen den Männern, besonders zwischen Aelfric und Hakon, die eigentlich Feinde sind und bleiben wollen, entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft, die auch bestehen bleibt, nachdem sie getrennt und auf verschiedenen Seiten stehen.

Die drei Gefährten werden in den engsten Beraterkreis von Königin Emma aufgenommen, die mit ihren Kindern in ihre Heimat Normandie fliehen muss und die kluge und machtbewusste Königin weiß ihren Einfluss geschickt einzusetzen. Nach Ethelreds Tod und dem Tod des dänischen Königs Sven steht sein Sohn Knud vor den Toren Englands und begehrt nicht nur das Land, sondern auch die noch junge und schöne Königin Emma. Sie wird Knuds zweite Gemahlin und gebiert ihm noch einige Kinder, doch seine erste Frau Aelfgifu ist nicht bereit ihre Macht aufzugeben, und so entbrennt über viele Jahre ein Streit über den möglichen Thronfolger, an dem sich auch einige intrigante Adlige mit großem Eifer und Lust beteiligen und der Leser wird in eine Welt der Intrigen und des Verrats am königlichen Hof mit hineingenommen....

Rebecca Gable ist mal wieder ein unglaublich genialer historischer Roman gelungen, der es von der ersten Seite an versteht, den Leser in den Bann zu ziehen und hinein in diese Zeit zu tauchen. Dabei versteht sie es auch reale Geschichte mit Fiktion so gut zu verbinden, dass es auf keiner Seite langweilig wird. Ihre Charaktere sind so klar und bildhaft geschildert, sie entwickeln sich über die Zeit und es sind sowohl die Guten, wie Aelfric, seine Familie und seine Freunde wie auch die Bösen, wie Offa und Godwin, die den Leser einfach mitfiebern lassen. Sehr spannend fand ich auch die Schilderung von Königin Emma, von der ich vorher noch nichts gelesen habe und auch die Entwicklung von Edward ihrem Sohn, von dem wir in den Büchern "Das zweite Königreich" und "Hiobs Brüder" lesen können, die ich schon vor einigen Jahren genießen durfte. Ein genialer historischer Roman, der dem Leser auch noch wirkliche Werte vermittelt. Ich habe das Buch genossen und konnte es nicht zur Seite legen.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen.

Mit 50 Euro um die Welt
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Christopher Schacht erfüllt sich nach seinem Abitur einen großen Traum, er will um die ganze Welt reisen. Nicht das ein solcher Traum für junge Menschen ungewöhnlich wäre, ich kenne kaum einen, den nach ...

Christopher Schacht erfüllt sich nach seinem Abitur einen großen Traum, er will um die ganze Welt reisen. Nicht das ein solcher Traum für junge Menschen ungewöhnlich wäre, ich kenne kaum einen, den nach dem Abitur nicht das Reisefieber packt, doch Christopher reist auf eine ganz besondere Art und Weise, mit nur 50 Euro in der Tasche, seinem Rucksack und dem festen Willen, nicht mit dem Flugzeug zu fliegen, macht er sich auf den Weg. Da würden schon einmal einige junge Menschen den Rückzieher machen. Doch wer sich die gutgelaunte Frohnatur auf dem Cover anschaut, gewinnt schon vor dem Lesen den Eindruck, bei dem könnte es klappen, der lässt sich nicht so schnell von seinem Vorhaben abbringen.

Christopher nimmt uns mit und schreibt während der ganzen Reise Tagebuch, frisch von der Leber weg, was ihn bewegt und berührt und das fast immer positiv und humorvoll. Dennoch ist es kein Easy-going, er macht sehr viele gute Erfahrungen auf seiner Reise, durchaus auch mal negative, die ihn jedoch keinesfalls dazu bewegen, die Reise abzubrechen. Es gelingt ihm diese Erfahrungen hinter sich zu lassen und einfach weiter zu gehen in dem festen Vertrauen, es wird sich ein Weg zu seinem nächsten Ziel öffnen.

Während der Reise lernt er auch immer mehr auf Gott zu vertrauen und das fließt in seine Tagebucheinträge mit ein und der Leser kann auch erkennen, dass Christopher in diesen vier Jahren, in denen er von seiner Familie getrennt war, zu einem erwachsenen Menschen gereift ist. Interessant war, dass er sich immer einen offenen und freundlichen Blick auf die Menschen, die ihm begegneten, bewahrt hat und vielfach auch wirklich Bewahrung erlebte. Er war sich auch nicht zu schade, alle möglichen Arbeiten zu erledigen um seine Reisekasse aufzubessern und hat in etliche Berufsgruppen hineingeschnuppert. So ist er mit dem Segelboot, zu Fuß, mit der Bahn, dem Bus (häufig völlig überfüllt und leicht marode), irgendwelchen Lastwagen etc. gereist.

Auf dieser Reise hatte er auch schriftlichen Kontakt mit einer jungen Frau aufgenommen und sie haben sich auf diese Weise so gut kennengelernt und füreinander Gefühle entwickelt, dass sie sich schlussendlich trafen und beschlossen zusammen weiter durch das Leben zu reisen. Mir hat dieser Reisebericht sehr gut gefallen, oftmals habe ich es aus Sicht einer Mutter gelesen und dachte, oh, das musste jetzt auch noch sein;):), doch es lohnt auf jeden Fall auf Reisen zu gehen und wenn es wie bei mir oft literarisch ist.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Für jeden Menschen eine Wille und die Schönheit der Quallen

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, ...

Toja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, auch die originell hergestellten Gefährten, die den Garten auf eine außergewöhnliche Art und Weise bereichern. Toja ist Illustratorin für Buchumschläge und setzt ihre Ideen sehr gerne in der Stille ihres Gartens um. So gelingt es ihr ihre Gedanken in Bilder umzuwandeln und auszudrücken und genau das Richtige für das jeweilige Buch zu finden. In diesem Haus und und in diesem Garten hat Toja nach einer Lebenskrise wieder zu sich gefunden. Den Anstoß dazu verdankt sie Wille mit ihrem dröhnenden Lachen und deren Liebe zu der Schönheit von Quallen, was das miteinander zu tun hat, darf erlesen werden:) Neben Toja lebt auch Bär mit im Haus und bereichert es mit Musik und gesunden kulinarischen Genüssen. Bär sieht nicht aus wie ein Bär, doch er durfte auch viel von den Quallen lernen....

Eines Tages entdeckt Toja, während sie in der Stille des Gartens kreativ arbeitet, ein junges Mädchen, dass sie über den Zaun hinweg beobachtet. Das zarte Mädchen heißt Vica, eigentlich Viktoria, und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die sie miteinander teilen. Denn in Vica erkennt sich Toja wieder, sie wird an die Schatten ihrer Vergangenheit erinnert und an dieses einengende Gefühl des "Nichtrichtigseins". Sowohl Toja als auch Vica sind leise Menschen, teilweise sehr leise Menschen, die einen anderen Zugang zur Welt und anderen Menschen haben, ein besonderes Einfühlungsvermögen besitzen und wesentlich mehr wahrnehmen als sie verarbeiten können. Darum die Stille, zum Sortieren, zum Erden, zum Klarwerden um wieder hören zu können, um wieder Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und den eigenen Weg zu finden.

Toja und Vica erleben diesen verwunschenen Garten jeder auf seine Art und Weise, Vica beginnt aufzublühen und ihren Garten zu finden und zu bepflanzen, Toja und auch Bär genießen den Garten und die schönen und auch traurigen Erinnerungen an Wille, diesen besonderen Menschen, der bis zuletzt Leben und Freude verströmt hat. Doch auch für Vicas Vater wird dieser Garten mit seinen leisen und kraftvollen Bewohnern eine Bereicherung und ein Türöffner für ein neues Leben.

Patricia Koelle-Wolken hat einen ganz wunderbar leisen und doch kraftvollen Roman über die leisen Weltveränderer geschrieben und mich hat so vieles an dieser feinen Geschichte berührt, bewegt und bestätigt, dass ich sie einfach nur weiterempfehlen kann, denn sie öffnet den Blick und die Sinne für die leisen Menschen und auch für die lauten Menschen, die das Leise in eine Ecke geschoben haben und mit dieser Geschichte eine Chance bekommen, mal auf das Leise zu hören und zu schauen. Aber wer das nicht mag, der gehe doch einfach mal in den Zoo und schaue den Quallen zu, vielleicht mit diesem Buch in der Tasche und ein wenig Zeit die Stille zu genießen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Es ist nichts wie es scheint....

Zorniges Herz
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"Wenn ein Mensclh seinen Glauben verliert, verliert er ein Stück seiner Menschlichkeit."

Wieder mal nimmt uns Linda Castillo mit in die Welt der Amish-People und wir dürfen mit meiner Lieblingsermittlerin ...

"Wenn ein Mensclh seinen Glauben verliert, verliert er ein Stück seiner Menschlichkeit."

Wieder mal nimmt uns Linda Castillo mit in die Welt der Amish-People und wir dürfen mit meiner Lieblingsermittlerin und Polizeichefin Kate Burkholder wieder auf Verbrecherjagd gehen. Dabei hätte Kate jetzt echt mal Zeit für sich und ihren geliebten Tomasetti gebraucht, denn die beiden planen zu heiraten. Wie es mal wieder kommt, werden beide von schwierigen Fällen, die sie auch mit ihrer Vergangenheit konfrontieren, beschäftigt und wie sie nun mal so sind, geben sie wieder alles um diese Fälle zu lösen. Wie gut, dass Kate nach langem Hin- und Her solch einen Rückhalt in ihrer Familie gefunden hat und diese alles geben um eine wunderschöne Hochzeit vorzubereiten.

Doch vorher ist noch einiges zu lösen und dieses ungewöhnliche und brutale Verbrechen verlangt mal wieder alles von Kate. Diesmal ist ein junger Mann das Opfer, Aden Karn, der sich gerade in der Rumspringa befand und der als sehr sympathisch und hilfsbereit geschildert wurde. Da Adens Familie am Boden zerstört ist, will Kate alles daran setzen diesen Fall aufzuklären. Doch nach und nach zeigt sich, dass nichts so ist wie es scheint und Kate kommt, zwar am Anfang etwas zäh, doch dann kommt es langsam in Fahrt, dem Geheimnis immer näher und bringt sich selbst mal wieder in große Gefahr....und das alles vor ihrer Hochzeit;)

Ich liebe die Krimis von Linda Castillo mit meiner Lieblingsermittlerin Kate Burkholder und finde es mal wieder sehr spannend einen weiteren Einblick in das Leben der Amish-People zu bekommen und zu sehen wie Kate mit ihrer Vergangenheit umgeht und wie sie damit auch den Opfern helfen kann und vor allem natürlich, dass die beiden endlich heiraten. Nun freue ich mich einfach auf den nächsten Band:)

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Die Geschichte hinter der Zeitungsannonce

Suche liebevollen Menschen
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Auf dem Cover lacht mich eine Familie an, Vater, Mutter und Kind. Ob sie auf diesem Foto schon ahnen, was ihnen bevorsteht und wo ihre Lebensreise hingeht? Der Vater ahnt es vielleicht, den Ausdruck der ...

Auf dem Cover lacht mich eine Familie an, Vater, Mutter und Kind. Ob sie auf diesem Foto schon ahnen, was ihnen bevorsteht und wo ihre Lebensreise hingeht? Der Vater ahnt es vielleicht, den Ausdruck der Mutter kann ich nicht deuten, doch der Junge lacht in die Kamera, wie Kinder in diesem Alter einfach lachen, nichtsahnend was sich in der Welt über ihnen zusammenbraut.

Julian Borger, erfolgreicher Journalist der Tageszeitung "The Guardian" und der BBC, macht sich nach dem Suizid seines Vaters Robert auf eine ganz außergewöhnliche Recherchenreise, die ihn zu den Wurzeln und ganz besonders zu der Entwurzelung seiner Familie führt und sein Leben auf eine ganz besondere Weise erschüttert und nachhaltig beeinflusst.

Robert Borger ist der kleine Junge auf dem Cover, der so fröhlich in die Kamera lacht, nichtsahnend, dass sich sein Leben bald völlig verändern wird und dass er diese Entwurzelung niemals wirklich verkraften wird. Das Verhältnis des Autors Julian Borger zu seinem Vater war immer etwas kompliziert, doch er verstand immer mehr das Warum dahinter, je mehr er während seiner Recherche herausfand.

Der Autor nimmt uns mit nach Wien im Jahr 1938 und versteht seine persönliche Familiengeschichte dank seiner journalistischen Gabe mit genügend politischen Informationen auszuschmücken, so dass dem Leser das Grauen, dem die jüdischen Menschen und ganz besonders die Familien, die sich aufgrund der gefährlichen Situation trennen mussten, sehr deutlich vor Augen geführt wird. Nach dem Anschluss im Jahr 1938 verschärft sich die Lage in Österreich für Juden und viele jüdische Familien sehen nur einen Ausweg ihre Kinder vor dem kommenden Wahnsinn zu retten. Sie setzen eine Kleinanzeige in den "Manchester Guardian" um ihren Kindern ein Überleben zu sichern. Dort preisen sie ihre Kinder mit Worten an, die jedem Leser, der Kinder hat einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Der junge Robert wird als "intelligenter Elfjähriger aus guter Wiener Familie" angepriesen, in der Hoffnung eine Familie zu finden, die ihm ein rettendes Exil bieten kann, bis die Eltern in der Lage sind, ihren Kinder nachzureisen. Wir wissen aus der Geschichte, dass es vielen Eltern nicht mehr gelungen ist zu flüchten. Roberts Eltern gelang es nach England zu kommen, doch es hatte das Leben der Familie für immer verändert und Robert ist dieses Trauma sein Leben lang nicht mehr losgeworden.

Dies passierte alles vor den sogenannten Kindertransporten und diese Kleinanzeigen waren für viele jüdische Eltern die einzige Hoffnung wenigstens ihre Kinder vor dem beginnenden Sturm zu bewahren. Julian Borger machte sich auf und fand die Anzeige seines Vaters seinerzeit und je mehr er forschte, umso näher kam er dem verstorbenen Vater und entwickelte ein neues Verständnis für ihn und wie er sein Leben geführt hat. Doch er blieb nicht bei seinem Vater stehen, sondern forschte auch nach den anderen Kindern, die durch diese Kleinanzeigen über den ganzen Globus verstreut wurden. Ob sie in England blieben, oder in kriegsgeplagten Shanghai landeten, ob sie durch die Wälder Deutschlands im Jahr 1945 irrten, im Konzentrationslager landeten oder im französischen Widerstand. Julian Borger gibt diesen Kindern ein Gesicht, ihrer Geschichte einen Raum und zeigt auf eine sehr deutliche Weise auf, welche traumatischen und unvorhersehbare Folgen Krieg auf Familien hat und wie sich dieses Trauma fortsetzt in den nachfolgenden Generationen fortsetzt.

Ein absolut lesenswertes und wertvolles Buch!

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