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Veröffentlicht am 05.09.2025

"Ein Blick auf das Unsichtbare in unserer Heimat."

Facetten der Armut
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Ein erschütterndes, aber zugleich unglaublich wichtiges Buch, das mich tief bewegt hat. "Facetten der Armut" von Franz Pietruska zeigt mit schonungsloser Ehrlichkeit, wie vielfältig Armut in unserer Gesellschaft, ...

Ein erschütterndes, aber zugleich unglaublich wichtiges Buch, das mich tief bewegt hat. "Facetten der Armut" von Franz Pietruska zeigt mit schonungsloser Ehrlichkeit, wie vielfältig Armut in unserer Gesellschaft, ganz speziell in Regensburg, ist – und wie nah sie uns allen eigentlich kommt. Für mich ein absolutes Must-Read, das noch lange nachhallt. Denn obwohl ich das Buch schon vor etwas längerer Zeit gelesen habe, hat es mich nachhaltig berührt, sodass ich erst einmal gebraucht habe, um meine Rezension in Worte zu fassen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Franz Pietruska für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Die Armut in unserer Heimat wächst – leise, schleichend, stetig. Während die Welt über Klima, politische Ereignisse und Digitalisierung spricht, gibt es eine Realität, die kaum Beachtung findet. Die Zahl der „Unsichtbaren“ steigt – Menschen, die kaum noch mit dem Nötigsten auskommen, die durch das Raster des Systems fallen, und deren Würde im Alltag auf der Strecke bleibt. Dieses Buch gibt ihnen eine Stimme, erzählt ihre Geschichten ungeschönt, nah und ehrlich. Dies ist eine Einladung: hinzuschauen, statt wegzusehen. Eine Gesellschaft beginnt bei dir.

Franz Pietruska wählt die 1. Person, um die Geschichten zu erzählen. Dieser Blick von außen schafft Distanz und ermöglicht es gleichzeitig, die Schicksale in ihrer ganzen Wucht wirken zu lassen. Gerade durch diese Perspektive entsteht das Gefühl, dass hier nicht nur einzelne Biografien erzählt werden, sondern dass sie exemplarisch für viele ähnliche Schicksale stehen. So wirken die einzelnen Geschichten nicht isoliert, sondern wie Puzzleteile eines größeren gesellschaftlichen Bildes.

Die Protagonisten dieses Buches sind Menschen, die sonst kaum Gehör finden: Obdachlose, ältere Menschen, die mit viel zu kleinen Renten überleben müssen, und jene, die trotz Arbeit nicht über die Runden kommen. Pietruska stellt sie nicht als „Fälle“ dar, sondern als Individuen mit Vergangenheit, Träumen und Würde. Besonders berührt haben mich die Geschichten von den Menschen, die trotz aller Rückschläge nicht aufhören, Hoffnung zu haben – kleine Gesten, ein Lächeln oder eine Erinnerung an bessere Zeiten werden hier zu Ankern im Sturm.

Neben den Betroffenen selbst kommen auch Helfer und Unterstützer zu Wort – Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder in sozialen Projekten arbeiten. Ihre Empathie und ihr Durchhaltevermögen strahlen eine Wärme aus, die fast spürbar ist. Diese Figuren geben dem Buch eine hoffnungsvolle Dimension, ohne das Leid zu beschönigen.

Die Schauplätze sind unsere Straßen, unsere Stadt Regensburg, unsere Gesellschaft. Das Setting ist dadurch erschreckend nah – es sind Orte, an denen wir täglich vorbeigehen, ohne genauer hinzusehen. Verstärkt wird die Atmosphäre durch die Schwarzweiß-Fotografien, die den Kapiteln eine zusätzliche Tiefe verleihen. Sie dokumentieren nicht nur, sondern transportieren Emotionen, die mit Worten allein schwer greifbar wären. Durch diese Kombination entsteht ein fast dokumentarischer Charakter, der jedoch immer berührend und respektvoll bleibt.

"Facetten der Armut" ist mehr als ein Buch – es ist ein Appell an uns alle, nicht länger wegzusehen. Franz Pietruska gelingt es, die Unsichtbaren sichtbar zu machen, ohne ihre Würde zu verletzen. Für mich ist dieses Werk ein Herzensbuch, das ich uneingeschränkt weiterempfehle. Wer bereit ist, hinzuschauen, wird durch diese Lektüre nicht nur nachdenklicher, sondern auch ein Stück empathischer in den Alltag zurückkehren.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen!


Zitat: Franz Pietruska: Facetten der Armut, Cover

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Veröffentlicht am 30.08.2025

"'Was machen wir jetzt?' - 'Brotzeit. Wenn ich Hunger hab, kann ich ned denken.'"

Kommissar Aiwanger - Prost, du Sack
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Martin Ehrensberger hat mit „Kommissar Aiwanger – Prost du Sack“ einen Regionalkrimi geschaffen, der gleichermaßen spannend, urkomisch und absolut charmant ist. Schrullige Figuren, ein unverwechselbares ...

Martin Ehrensberger hat mit „Kommissar Aiwanger – Prost du Sack“ einen Regionalkrimi geschaffen, der gleichermaßen spannend, urkomisch und absolut charmant ist. Schrullige Figuren, ein unverwechselbares bayerisches Lebensgefühl und ein Ermittler, der sich sofort ins Herz der Leser katapultiert – für mich ein echtes Regionalkrimi-Highlight! Leseempfehlung!

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Martin für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Als auf einem Volksfest im Altmühltal ein Mann tot zusammenbricht, geht man schnell von einer natürlichen Ursache aus. Doch Kriminalhauptkommissar Hubert Aiwanger – schwer, schrullig, scharfsinnig – hat ein verdächtiges Jucken hinter dem Ohr. Und das bedeutet nichts Gutes. Zusammen mit der ehrgeizigen Frida Karlsson-Konrad, frisch importiert aus dem hohen Norden, stößt Aiwanger auf eine Reihe mysteriöser Todesfälle – alle auf Volksfesten, alle ältere Männer, alle „unauffällig“. Zwischen Saukopf-Drohungen, zünftigen Wirtshausszenen und eigenwilligen Dorfbewohnern beginnt ein aberwitziger Kriminalfall. Doch eines ist sicher: In der Oberpfalz stirbt man nicht einfach so. Nicht ohne Grund. Nicht ohne Aiwanger.

Die Geschichte wird überwiegend aus der Er-Perspektive von Kommissar Aiwanger erzählt, wodurch man tief in seine Gedankenwelt eintaucht und seine unvergleichlich eigenwillige Art hautnah erlebt. Ergänzend dazu gibt es immer wieder Kapitel einer zunächst unbekannten Figur. Diese Einschübe erhöhen die Spannung spürbar, da man Stück für Stück erfährt, wer diese Person ist und welche Rolle sie in den Todesfällen spielt. Dieser Wechsel zwischen humorvollem Ermittler-Alltag und geheimnisvoller Fremdperspektive macht den Roman nicht nur abwechslungsreich, sondern auch richtig fesselnd.

Hubert Aiwanger ist eine Figur, die man einfach nicht so schnell vergisst. Schwer, grantig, mit einem trockenen Humor ausgestattet und dennoch hochintelligent – genau diese Mischung macht ihn so liebenswert. Er hat Ecken und Kanten, ist nicht der typische aalglatte Kommissar, sondern einer, der mit Bauchgefühl, einer Prise Bauernschläue und unerschütterlicher Hartnäckigkeit den Dingen auf den Grund geht - seinem juckenden Ohrwaschal sei Dank! :)
An seiner Seite steht Frida Karlsson-Konrad - von Aiwanger liebevoll "FKK" genannt -, die als „Zugereiste“ aus dem hohen Norden einen großartigen Kontrast zu Aiwanger bildet. Sie ist ambitioniert, manchmal ein wenig zu korrekt und dennoch genau die richtige Partnerin für den schrulligen Oberpfälzer. Ihre Dialoge sind pointiert, voller Reibung – und gerade deshalb ein Genuss.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Geschichte der zunächst, wie oben erwähnt, unbekannten Person, die man nach und nach besser kennenlernt. Stücke davon haben mich irgendwie an den Werdegang von Christiane F. u. ihre Zeit in Berlin erinnert, zum Glück aber nur stellenweise.

Das Setting in der Oberpfalz ist ein wahrer Genuss - wenn auch ein gefährliches Pflaster im Buch. Ehrensberger schafft es, die Volksfeste, das bayrische Flair samt Bierzelte so plastisch zu beschreiben, dass man beinahe den Duft von Bratwürsten in der Nase und das Klirren der Maßkrüge im Ohr hat. So entsteht ein authentisches, detailreiches Bild, das man als Leser sofort vor Augen hat. Die Kulisse ist nicht nur Hintergrund, sondern fast ein eigenständiger Charakter des Buches.

„Kommissar Aiwanger – Prost du Sack“ ist für mich ein Regionalkrimi, der alles mitbringt: Spannung, Witz, schrullige Figuren und ein unverwechselbares bayerisches Lebensgefühl. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und bin mir sicher, dass Aiwanger noch viele Fans gewinnen wird. Für mich ein klares 5-Sterne-Buch und eine unbedingte Leseempfehlung – nicht nur für Krimifans, sondern für alle, die Lust auf eine charmant-bayerische Krimiwelt haben.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen!


Zitat: Martin Ehrensberger: Kommissar Aiwanger - Prost, du Sack!, S. 56

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Veröffentlicht am 30.08.2025

"Diese Frau ist nicht mein Match, sondern vermutlich mein Untergang … aber dann werde ich erhobenen Hauptes gehen."

The summer that broke us (Lifeguard 1)
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Lucia Sterling entführt mit "The summer that broke us" nach Malibu, wo Sonne, Wellen und Sommerflirts zunächst wie eine unbeschwerte Kulisse wirken – doch darunter brodeln Geheimnisse, Gefühle und Abgründe, ...

Lucia Sterling entführt mit "The summer that broke us" nach Malibu, wo Sonne, Wellen und Sommerflirts zunächst wie eine unbeschwerte Kulisse wirken – doch darunter brodeln Geheimnisse, Gefühle und Abgründe, die mich beim Lesen nicht mehr losgelassen haben. Ein Sommerroman, der viel mehr ist als eine Liebesgeschichte am Strand, und der mit einem Cliffhanger endet, der mich völlig atemlos zurückgelassen hat. Klare Leseempfehlung!

Herzlichen Dank an Netgalley.de und den Forever-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Als Sutton für ihren dritten Sommer als Lifeguard nach Malibu zurückkehrt, ist alles anders. Nicht nur ist ihre beste Freundin Layla dieses Jahr ebenfalls unter den Elite-Rettungsschwimmern, Sutton hat auch ein düsteres Geheimnis, das sie zwischen Strandflirts, wilden Partys und hartem Training vergessen will. Doch ein Wasserrohrbruch zwingt die beiden Freundinnen aus ihrer Unterkunft.
Sutton bleibt nur eine Möglichkeit:
Sie muss in das Strandhaus des Lifeguards Ben ziehen. Ausgerechnet der Ben, den sie verachtet, weil er Layla das Herz gebrochen hat, und der fest mit Suttons Geheimnis verwoben ist. Niemals darf er die Wahrheit erfahren. Trotzdem kommen die beiden sich gefährlich nahe. Bis es an den Klippen Malibus zu einer Tragödie kommt, die nur eine Frage offenlässt: War es ein Unfall? Oder Mord?

Der Einstieg in "The summer that broke us" fiel mir durch den lockeren, lebendigen Schreibstil der Autorin sehr leicht.
Die Geschichte wird abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Sutton und Ben erzählt, was einen sehr tiefen Einblick in ihre Gedanken, Ängste und Gefühle erlaubt. Besonders spannend fand ich die zusätzlichen Tagebuchausschnitte einer unbekannten Person. Diese Kapitel sind wie kleine Puzzlestücke, die nach und nach ein Bild ergeben – düster, geheimnisvoll und voller Andeutungen. Dadurch entsteht eine unterschwellige Spannung, die die gesamte Handlung trägt.

Sutton ist eine Figur, die mich sofort gepackt hat. Ihre innere Zerrissenheit, der Druck, den sie durch ihr Geheimnis mit sich herumträgt, und gleichzeitig ihr Wunsch nach einem „normalen“ Sommer machen sie unglaublich nahbar. Ich habe mit ihr gelitten, gehofft und gebangt.
Ben dagegen ist die Art von Charakter, die man anfangs hassen will – arrogant, distanziert und mit einem schlechten Ruf. Doch je mehr man ihn kennenlernt, desto mehr zeigt er seine verletzliche Seite, die Schichten unter der Fassade. Zwischen ihm und Sutton knistert es gewaltig, und genau diese Ambivalenz zwischen Nähe und Abwehr, dieses Wechselspiel aus Abneigung, Anziehung und unausgesprochenen Wahrheiten, haben die Dynamik so fesselnd gemacht.

Layla, Suttons beste Freundin, bringt Leichtigkeit in die Geschichte, aber auch Konfliktpotenzial. Sie ist loyal und herzlich, doch durch ihre Vergangenheit mit Ben sorgt sie für zusätzliche Spannungen. Gerade ihre Rolle zeigt, wie brüchig Freundschaften werden können, wenn Liebe, Vertrauen und Geheimnisse dazwischenfunken.

Malibu ist nicht nur Kulisse, sondern fast ein eigener Charakter im Buch. Die heißen Tage am Strand, die brandenden Wellen, die gefährlichen Strömungen – alles wirkt lebendig und greifbar. Gleichzeitig haben die Klippen und das offene Meer etwas Bedrohliches, das perfekt zur düsteren Grundstimmung passt. Diese Mischung aus Sommer-Idylle und unterschwelliger Gefahr hat für mich den besonderen Reiz des Romans ausgemacht.

"The summer that broke us" ist mehr als eine sommerliche Liebesgeschichte. Es ist ein emotional intensiver, spannungsgeladener Roman über Freundschaft, Vertrauen, Geheimnisse und die Frage, wie viel Wahrheit eine Liebe aushalten kann. Der Titel ist Programm, denn das Ende hat mich gebrochen – im besten Sinne – und ich kann es kaum erwarten, wie es weitergeht. Absolute Leseempfehlung für alle, die Sommerromane mit Tiefgang lieben. Absolute Leseempfehlung!

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen!


Zitat: Lucia Sterling: The Summer that Broke us, Pos. 2185

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Veröffentlicht am 15.08.2025

„Ihr Selbstbewusstsein war so verlockend wie die Sommersprossen auf ihrer Nase.“

Indigo Ridge | Die Edens 1 |
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Mit „Indigo Ridge“ ist Devney Perry ein fesselnder Mix aus Romance, Spannung und Kleinstadt-Vibes gelungen. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt, die Chemie zwischen den Protagonisten ...

Mit „Indigo Ridge“ ist Devney Perry ein fesselnder Mix aus Romance, Spannung und Kleinstadt-Vibes gelungen. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt, die Chemie zwischen den Protagonisten sprüht Funken – und der unterschwellige Thrill macht das Ganze zu einem echten Pageturner. Für mich ein absolutes Lesehighlight 2025!

Herzlichen Dank an Saga Egmont u. Lovelybooks.de für die Rezensionsexemplare! (E-Book, Hörbuch)

Klappentext:
Als Winslow in die Kleinstadt Quincy in Montana kommt, hat sie nur ein Ziel: Die Vergangenheit hinter sich lassen und allen beweisen, dass sie den Job als neue Polizeichefin verdient hat. Dumm nur, dass sie gleich am ersten Abend ihren Ruf aufs Spiel setzt.
Der One-Night-Stand mit Griffin Eden war ein Fehler. Ein attraktiver Fehler … Aber das ändert nichts an dem Problem. Denn die Edens haben in Quincy das Sagen und damit auch Winslows Karriere in der Hand. Daher versucht sie, die Nacht zu vergessen und sich auf ihren Job zu konzentrieren.
Doch als auf dem Grundstück der Edens eine Frau tot aufgefunden wird, können die beiden einander nicht mehr ignorieren. Und Griffin merkt, dass er Winslow unterschätzt hat. Sie ist eigenwillig, clever, und sie ist unwiderstehlich. Für Griffin – und den Killer.

Ich habe Buch u. Hörbuch zu „Indigo Ridge“ parallel gelesen u. gehört. Die Tension zwischen den Protagonisten, die man zwischen den Zeilen lesen bzw. spüren kann, wurde entsprechend fantastisch von den beiden Sprechern Dagmae Bittner u. Louis Friedemann Thiele umgesetzt. Selbst beim Lesen hatte ich dann dauernd die beiden Sprecher-Stimmen im Kopf u. hab mich damit gleich doppelt in die Geschichte verliebt! Allein dafür gibt‘s schon eine Empfehlung!

Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Winslow und Griffin erzählt. Dieser Perspektivwechsel verleiht der Handlung nicht nur Tiefe, sondern ermöglicht es auch, die Emotionen beider Figuren hautnah zu erleben. Besonders gut gefallen hat mir, wie intensiv man so an Winslows innerem Zwiespalt und Griffins Entwicklung teilhaben konnte.

Winslow ist eine Protagonistin, wie ich sie liebe: stark, klug, unabhängig – und dabei nicht unfehlbar. Ihre innere Stärke, ihr Wunsch, sich in einer männerdominierten Position zu beweisen, und gleichzeitig ihre verletzliche Seite machen sie unglaublich greifbar und sympathisch.
Griffin ist der klassische „Broody Hero“, der sich emotional abgekapselt hat – aber unter der rauen Schale verbirgt sich ein loyaler, beschützender Mann mit Herz. Die Dynamik zwischen den beiden ist elektrisierend, ihre Dialoge voller Spannung und Gefühl. Achterbahnfahrten vorprogrammiert!

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Griffins Schwester Eloise, die mit ihrer offenen und einfühlsamen Art einen wunderbaren Kontrast zu den eher verschlossenen Eden-Männern bildet. Auch Winslows Großvater, der in Rückblicken und Gedanken eine wichtige Rolle spielt, verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und zeigt, woher Winslow ihre innere Stärke hat. Und erwähnenswert, weil gleichzeitig auch emotional erschütternd, ist ebenso Griffs Onkel, der an Demenz leidet. Diese Krankheit hat die Autorin absolut realistisch u. nachvollziehbar geschildert.

Das Setting in der Kleinstadt Quincy ist absolut gelungen. Devney Perry fängt das ländliche Montana mit seinen Weiten, der dichten Natur und der verschworenen Kleinstadt-Gemeinschaft so atmosphärisch ein, dass man beim Lesen das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu gehen oder mit Griffin durch die Berge zu reiten. Der Ort ist mehr als nur Kulisse – er ist fast eine eigene Figur im Buch.


„Indigo Ridge“ hat mich rundum überzeugt – ein echtes Herzensbuch, das gekonnt Romance mit Krimi-Elementen verbindet, starke Charaktere bietet und eine Story erzählt, die unter die Haut geht. Wer emotionale Tiefe, prickelnde Spannung und ein Setting mit echtem Wohlfühlfaktor sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Absolute Leseempfehlung!

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen!


Zitat: Devney Perry: Indigo Ridge, S. 100

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Veröffentlicht am 11.06.2025

"Ich brauchte nicht geheilt zu werden. Ich musste nur daran erinnert werden, dass ich ein lebender Mensch war."

Seven Years From Now
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"Seven Years from Now" von Ashley Poston hat mich direkt von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Das Buch ist eine magische, warmherzige u. zugleich bittersüße Liebesgeschichte, die mich vollkommen ...

"Seven Years from Now" von Ashley Poston hat mich direkt von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Das Buch ist eine magische, warmherzige u. zugleich bittersüße Liebesgeschichte, die mich vollkommen verzaubert hat. Ashley Poston kombiniert Zeitreisen mit emotionaler Tiefe, charmantem Humor u. einer leisen Melancholie – ein echtes Herzensbuch, das noch lange nachhallt. Klare Leseempfehlung!

Herzlichen Dank an dieser Stelle an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Klappentext:

Als Clementine die Wohnung ihrer Tante erbt, ist ihr bereits klar, dass es sich um einen ganz besonderen Ort handelt. Und das nicht nur, weil Analea einer der exzentrischsten Menschen war, die Clementine kannte. Denn die Wohnung ist verzaubert und bringt ihre Bewohnerin ohne Vorwarnung sieben Jahre in die Vergangenheit. Daher weiß Clementine sofort, dass sie nicht in der falschen Wohnung, sondern in der falschen Zeit gelandet ist, als in ihrer Küche plötzlich ein Mann steht. Ein Mann mit einer Vorliebe für Zitronenkuchen und umwerfenden Augen. Das klingt gar nicht so schlecht? Ist es aber – denn Tante Analeas wichtigste Regel lautete immer: Verliebe dich niemals in dieser Wohnung!


Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Clementine erzählt, was besonders gut zu dieser sehr persönlichen, gefühlvollen Handlung passt. Ihre Gedanken, Erinnerungen u. Gefühle werden dadurch greifbar u. intensiv – man spürt Clementines Zweifel, ihre Trauer, ihre Sehnsucht. Der Schreibstil ist dabei poetisch u. leicht zugleich, was den magischen Ton der Geschichte perfekt unterstreicht.


Clementine ist eine wunderbar gezeichnete Hauptfigur, die sich in ihrer Trauer um ihre Tante u. ihrem inneren Rückzug wieder selbst finden muss. Ihre Verletzlichkeit macht sie nahbar, ihre leise Stärke bewundernswert. Besonders schön fand ich, wie sie sich im Laufe der Geschichte öffnet – für das Leben, für die Liebe und vor allem für sich selbst.

Iwan ist charmant, tiefgründig u. hat eine ganz besondere Ruhe an sich. Seine Liebe zu Zitronenkuchen, seine Geduld und seine Ehrlichkeit machen ihn zu einem absolut liebenswürdigen Charakter, der Clementine genau das gibt, was sie braucht – auch wenn die Zeit manchmal gegen sie arbeitet.


Tante Analea ist zwar nicht mehr am Leben, aber sie ist dennoch eine der stärksten Figuren im Buch. Durch Rückblenden, Erinnerungen und ihre liebevoll-chaotische Wohnung lebt sie regelrecht weiter. Sie wirkt wie eine geheimnisvolle Mentorin, deren Präsenz alles durchzieht.

Die Wohnung ist das Herzstück dieses Romans – eine Art Zwischenraum zwischen Vergangenheit u. Gegenwart, voller Magie u. Melancholie. Sie ist verwunschen, gemütlich u. detailreich beschrieben, fast wie ein eigenes Wesen. Auch die Stadt drumherum, mit ihren kleinen Cafés, dem Alltag u. der Hektik des Lebens, steht im Kontrast zu dieser stillen, magischen Welt hinter Clementines Tür. Dieses Setting hat mich komplett in seinen Bann gezogen.


"Seven Years from Now" ist eine außergewöhnliche, tiefgehende Liebesgeschichte mit einem Hauch Magie und ganz viel Herz. Wer Bücher mit poetischem Schreibstil, Zeitreise-Elementen und echten Gefühlen liebt, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen.

Für mich war es ein absolutes Herzensbuch u. bekommt deshalb eine große Leseempfehlung!


Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen!




Zitat: Ashley Poston: Seven Years from now, S. 114

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