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Veröffentlicht am 01.09.2025

Zwischen Dunkelheit und Moral – meine Gedanken zu Nachteule

Nachteule
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Ein Buch, das mich gleichzeitig begeistert, irritiert und ein klein wenig ratlos zurückgelassen hat – und genau das macht es so spannend. Nachteule ist kein klassischer Thriller, kein lupenreines Jugendbuch, ...

Ein Buch, das mich gleichzeitig begeistert, irritiert und ein klein wenig ratlos zurückgelassen hat – und genau das macht es so spannend. Nachteule ist kein klassischer Thriller, kein lupenreines Jugendbuch, aber auch kein gemütlicher Familienroman. Ingrid Noll mixt hier ein Cocktailglas voller dunkler Spannung, Teenagerdrama und moralischer Grauzonen. Serviert wird das Ganze mit ihrer typischen Leichtigkeit, die dafür sorgt, dass man zwischen all den düsteren Momenten doch immer wieder schmunzeln muss.

Luisa, die Heldin, ist 15, adoptiert und hat diese ziemlich abgefahrene Fähigkeit: Sie kann im Dunkeln sehen. Klingt erstmal wie Superheldenstoff, ist aber cleverer eingebaut – nicht als Marvel-Glitzer-Skill, sondern als stille Gabe, die ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes in andere Bahnen lenkt. Als sie den obdachlosen Tim trifft, entwickelt sich eine seltsame Mischung aus Zuneigung, Fürsorge und Mitwisserschaft. Ich schwankte beim Lesen ständig zwischen "Wie süß!" und "Mädel, renn so schnell du kannst!"

Was mich fasziniert hat: Noll schafft es, diese jugendliche Naivität mit einer unheilvollen Atmosphäre zu verweben. Das Netz aus Lügen, in das Luisa immer tiefer hineinschlittert, wird spürbar enger – so eng, dass ich teilweise selbst die Luft angehalten habe. Gleichzeitig gibt es aber auch Szenen, in denen man denkt: Okay, das Ganze ist irgendwie absurd – aber so absurd, dass es wieder funktioniert.

Warum nur vier Sterne? Weil ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe in der Beziehung zwischen Luisa und Tim gewünscht hätte. Da blieb mir manches zu oberflächlich, als würde ich durchs Schlüsselloch spitzen, ohne den ganzen Raum sehen zu dürfen. Aber unterm Strich ist Nachteule ein typischer Noll: ungewöhnlich, spannend, manchmal schräg, immer lesenswert.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

KI, Rätsel, Lebensgefahr: Willkommen zurück in der Hölle

Erebos 3
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Wer glaubt, nach zwei Runden Erebos schon alles gesehen zu haben, der hat das Spiel noch nicht wirklich verstanden. Dieses Biest schläft nur, um dann mit doppelter Wucht zurückzukehren – und genau so knallt ...

Wer glaubt, nach zwei Runden Erebos schon alles gesehen zu haben, der hat das Spiel noch nicht wirklich verstanden. Dieses Biest schläft nur, um dann mit doppelter Wucht zurückzukehren – und genau so knallt Ursula Poznanski uns „Erebos 3“ vor den Latz. Spannung, Sog und Spieltrieb: alles auf Maximum. Da saß ich mit schwitzigen Händen am Buch, als wäre ich selbst der Dunkelelf Sarius, der jede falsche Entscheidung bitter bezahlt.

Der Clou: Man weiß nie, ob man gerade noch auf dem sicheren Sofa sitzt oder ob man gleich selbst in den Abgrund gezogen wird. Dieses perfide Wechselspiel zwischen Realität und Game hat mich komplett zerschossen. Poznanski spielt mit den Nerven, als wären wir alle nur Figuren auf ihrem Schachbrett – und genau das macht’s genial.

Humor? Kaum. Dafür Nervenkitzel, der den Puls hochschraubt wie ein Bosskampf kurz vorm Game Over. Nick Dunmore wirkt reifer, aber auch verletzlicher, was ihn noch glaubwürdiger macht. Und während man denkt, die Regeln des Spiels endlich zu checken, haut Erebos die nächste Wendung raus, die einem den Atem raubt.

Besonders gefeiert habe ich die Art, wie aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz und digitale Abhängigkeit in die Handlung eingewoben werden, ohne dass es belehrend wirkt. Hier wird nicht trocken erklärt, hier wird gezeigt, was passiert, wenn ein Spiel schlauer ist als seine Spieler. Gruselig realistisch.

Am Ende stand ich da, durchgenudelt wie nach einer 12-Stunden-Gaming-Session, völlig begeistert, aber auch mit dem Gefühl, dass man sich selbst mal wieder fragen sollte: „Wer spielt hier eigentlich wen?“ Fazit: Dieser dritte Teil ist kein unnötiges Add-On, sondern ein würdiger, cleverer und richtig packender Höhepunkt.

5 Sterne, keine Diskussion.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Schleim, Spaß und Staunen – ein Buch voller Überraschungen

WAS IST WAS Schleim. Eklig? Nein, genial!
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Schleim ist ja so eine Sache. Entweder man findet ihn faszinierend oder man zieht angewidert die Nase kraus. Bei mir war es eher Letzteres – bis dieses Buch ins Haus flatterte und meinen Neffen förmlich ...

Schleim ist ja so eine Sache. Entweder man findet ihn faszinierend oder man zieht angewidert die Nase kraus. Bei mir war es eher Letzteres – bis dieses Buch ins Haus flatterte und meinen Neffen förmlich magisch in den Bann zog. Er saß da, Augen groß wie Untertassen, und wollte Seite für Seite verschlingen. Und was soll ich sagen? Ich habe mitgelesen. Plötzlich wurde aus „igitt“ ein ziemlich überzeugendes „wow“!

Der Autor schafft es, ein Thema, das man sonst eher mit nassen Regenwürmern oder der glitschigen Seite von Steinen verbindet, so spannend und witzig rüberzubringen, dass man glatt selbst Lust bekommt, Schleim anzurühren. Wir haben tatsächlich ein kleines Experiment nachgemacht – das Wohnzimmer sah kurzzeitig aus wie eine Alien-Schleim-Werkstatt. Mein Neffe fand’s genial, ich fand’s anstrengend… aber insgeheim auch ziemlich cool.

Besonders gelungen finde ich, wie vielseitig Schleim in der Natur dargestellt wird: vom Überlebenstrick der Tiere bis hin zu möglichen Zukunftstechnologien. Der Mix aus verblüffenden Fakten, schrägen Details und richtig guten Illustrationen ist genau das, was Kinder ab 8 Jahren (und Erwachsene, die jung im Kopf geblieben sind) brauchen.

Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit Begeisterung über Schleim spreche. Aber dieses Buch hat meinen Horizont erweitert und meinen Neffen zum kleinen Wissenschaftler mutieren lassen. Und wer weiß – vielleicht klebt eines Tages ein Superkleber nach Schleim-Vorbild in unserer Werkzeugkiste. Bis dahin bleibt dieses Buch ein absoluter Volltreffer für neugierige Kids mit Spaß am Staunen.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Zuckerwatte, Zeitreisen und Zoff – unser Jahrmarkt-Abenteuer

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Mitten auf dem Jahrmarkt, zwischen Zuckerwatte-Koma und Karussell-Schwindel, haben wir dieses Buch verschlungen. Eigentlich wollten wir nur „kurz reinlesen“ – und plötzlich waren wir im Tunnel der Liebe, ...

Mitten auf dem Jahrmarkt, zwischen Zuckerwatte-Koma und Karussell-Schwindel, haben wir dieses Buch verschlungen. Eigentlich wollten wir nur „kurz reinlesen“ – und plötzlich waren wir im Tunnel der Liebe, im Waggon 8, quer durch die Zeit gerauscht. Meine Tochter grinst immer noch breit, wenn sie an die Szene denkt, in der Liv diesem Hosenträger-Typen auf die Schliche kommt. Ich schwöre, wir haben uns gegenseitig fast die Popcorntüte aus der Hand gerissen, so sehr wollten wir wissen, was als Nächstes passiert.

Dieser Mix aus Magie, Abenteuer und Herzklopfen hat uns komplett abgeholt. Ein Kristall, der die ganze Welt des Jahrmarkts zusammenhält? Klingt vielleicht kitschig, aber im Buch wirkt das richtig genial. Und Liv! So eine mutige, sture, clevere Heldin – meine Tochter meinte sofort: „Papa, die ist wie ich, nur mit mehr Zuckerwatte im Bauch.“ Na ja, ganz unrecht hat sie nicht.

Am meisten Spaß hat uns gemacht, wie man beim Lesen wirklich das Gefühl hat, mitten auf dem Rummel zu stehen: Lichter blinken, Menschen lachen, Zuckerwatte klebt an den Fingern und irgendwo dudelt diese eine Orgelmusik, die nie aufhört. Ich hab fast den Geruch von gebrannten Mandeln in der Nase gehabt – und das ganz ohne Eintrittskarte.

Und dann dieser Junge mit Schiebermütze… wir waren uns erst nicht einig: Verdächtig? Charmant? Beides? Am Ende haben wir beim Lesen halbe Detektivarbeit geleistet. Meine Tochter hat dauernd „Ich wusste es!“ gerufen – meistens lag sie daneben.

Kurz gesagt: Ein wilder, fantasievoller Ritt durch Zeit, Herz und Zuckerwatte. Perfekt zum gemeinsamen Lesen, perfekt zum Abtauchen. Und wir? Wir wollen bitte sofort den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Wie Jane Austen mich in die Graphic Novel-Falle gelockt hat

Verstand und Gefühl - die Graphic Novel nach Jane Austen
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Manchmal frage ich mich echt, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, Klassiker als Graphic Novel zu lesen. Da denkste, Jane Austen, das ist bestimmt staubtrocken, und dann knallt dir dieses ...

Manchmal frage ich mich echt, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, Klassiker als Graphic Novel zu lesen. Da denkste, Jane Austen, das ist bestimmt staubtrocken, und dann knallt dir dieses Buch eine Welle aus Emotionen, scharfen Dialogen und Bildern um die Ohren, die fast so dramatisch sind wie ein überkochender Topf Nudeln, den man vergessen hat.

Elinor, die Vernünftige, und Marianne, die Gefühlsrakete – ich schwöre, die beiden könnten meine Schwestern sein. Die eine mit „erstmal tief durchatmen und nachdenken“ und die andere im Modus „volle Pulle ins Chaos, wird schon irgendwie klappen“. Genau dieses Spannungsfeld macht die Story so herrlich modern. Und ja, klar, es ist England, historische Kleidung, Kutschen und viel Seufzen bei Kerzenlicht, aber trotzdem fühlt sich das Ganze so nah an wie mein letzter WhatsApp-Drama-Chat.

Was die Illustrationen betrifft: Stella Langecker hat hier wirklich Zauberei betrieben. Jede Seite ist wie ein kleines Kunstwerk, das man sich am liebsten ins Wohnzimmer hängen würde – wenn man nicht wüsste, dass es komisch wirkt, wenn die Besucher plötzlich vor Elinors ernster Miene oder Mariannes Tränchen stehen bleiben. Das Ding hat Atmosphäre, Stimmung und gleichzeitig diese gewisse Leichtigkeit, die dich durch die Seiten fliegen lässt.

Und die Neuinterpretation von Anna Opel? Hammer! Sie schafft es, den Austen-Geist zu bewahren und trotzdem die Sprache so frisch zu machen, dass ich mehrmals lachen musste. Es gibt halt nichts Besseres, als wenn ein Klassiker nicht nach Schulpflichtlektüre riecht, sondern nach einem echten Abenteuer für Herz und Kopf.

Kurz gesagt: Wer denkt, Austen sei nur was für Leute mit Spitzendeckchen und Kamillentee, sollte sich mal dieses Buch reinziehen. Danach bist du Team Vernunft oder Team Gefühl – oder, wie in meinem Fall, Team „ein bisschen beides, Hauptsache Drama“.

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