Wenn Legenden zu neuem Leben erwachen
A Forgery of FateEs ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten ...
Es ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten legendärer Klassiker auf, wirkt dabei aber niemals fantasielos.
Vermarktet wird sie als eine Art „Die Schöne und das Biest“ mit Drachen. Das trifft einen zentralen Kern, doch unterscheidet sich die Erzählung in einem bedeutenden Punkt: Tru wird von Elang nicht in ein aussichtsloses Ultimatum gezwungen. Weder ihr Vater noch sie selbst werden eingesperrt. Elang wirkt zwar nicht gänzlich freundlich, aber eine Stockholm-Syndrom-Story ist dies nicht – im Gegenteil.
Darüber hinaus verweben sich Elemente aus Die kleine Meerjungfrau, Rumpelstilzchen, Pinocchio, Das Bildnis des Dorian Gray und Der Zauberpinsel. Doch all dies fügt sich stets innovativ und eigenständig zu einem eigenen Märchenuniversum. Neben Drachen begegnet man Nixen, Dämonen und sogar sprechenden Schildkröten – letztere habe ich besonders warmherzig aufgenommen, da ich diese Tiere sehr liebe.
Das Worldbuilding ist detailliert durchdacht, voller Hintergrundgeschichten, und auch die Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Tru ist eine junge Frau, die niemals aufgibt, allen Gefahren trotzt und trotzdem eine zweifelnde, gefühlvolle Seite verbirgt. Für ihre Schwestern zeigt sie sich oft stärker, als sie eigentlich ist. Elang wiederum hat eine harte Schale – was man von Anfang an spürt – und gerade deshalb fesselt er sofort. Auch die Nebencharaktere sind farbenreich. Besonders Trus Schwestern und die Dämonin Shani haben mich begeistert.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Drachenkönig wirkt etwas klischeehaft böse. Doch in diesem märchenhaften Setting passt selbst das stimmig hinein. Der größte Wermutstropfen bleibt daher nur, dass die Geschichte irgendwann endet – weshalb ich sie wohl bald noch einmal lesen „muss“, um erneut in diese Welt einzutauchen.
Fazit:
Wer fantasievolle, bildgewaltige Geschichten liebt und zugleich eine kluge, gut durchdachte Handlung schätzt, sollte unbedingt zu "A Forgery of Fate" greifen. Die Romantik entwickelt sich langsam, nicht toxisch und stets auf Augenhöhe. Respect is key.