Spannender Kriminalroman aus dem hohen Norden, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet
NordOstWut (Flensburg-Krimi)In ihrem zehnten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren dritten Fall, der mich ...
In ihrem zehnten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren dritten Fall, der mich wieder einmal gut und spannend unterhalten konnte.
Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Diesmal bekommen es Anne und Hendryk mit dem Mord an dem Leiter des Flensburger Shanty-Chors „De lustigen Mannslüüd“ zu tun, der erschlagen aufgefunden wird. Handelt es sich hier um einen Raubmord oder wurde Kurt „Kuddl“ Möller gezielt ermordet ? Doch wer sollte ein Interesse daran haben, das bekannte und beliebte Flensburger Urgestein zu töten ? Bei ihren Ermittlungen merken Anne und Hendryk schnell, dass der Ruf des Opfers besser war als es die Realität hergibt. Und so mangelt es auch nicht an Motiven und Verdächtigen.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Hauptermittler, die inzwischen zu einem sehr guten Team zusammengewachsen sind, ist absolut gelungen. Aber auch Swantje Meier, die bislang eher im Hintergrund agiert hat, bekommt diesmal deutlich mehr Raum zur Entfaltung, den sie auch gut zu nutzen weiß. Und an der schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es ebenfalls nichts zu meckern.
Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden steht, wird hier gut bedient und unterhalten.