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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2025

Packender und temporeicher Thriller, der Lust auf mehr macht

Die Todesfalle - Ein Fall für Skalla und Krampe
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In diesem packenden und atmosphärisch dichten Thriller schickt der Autor Volker Gerling, der seine Werke früher unter dem Pseudonym V. S. Gerling veröffentlicht hat, seine Hauptfiguren in eine packende ...

In diesem packenden und atmosphärisch dichten Thriller schickt der Autor Volker Gerling, der seine Werke früher unter dem Pseudonym V. S. Gerling veröffentlicht hat, seine Hauptfiguren in eine packende und temporeiche Jagd auf einen perfiden Serienmörder. Das Buch ist zugleich der Auftakt einer neuen Reihe und macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Gerade als ihre aktuellen Recherchen zu illegalen Medikamententests kurz vor dem Scheitern stehen, lernt die Investigativjournalistin Rachel Skalla auf einer Party Mark Kreutzer kennen, der ihrer Geschichte durch seine Kontakte doch noch zum Durchbruch verhilft. Im Gegenzug will Rachel Mark helfen, die Unschuld seines Vaters zu beweisen, der vor Jahren wegen des Mordes an einer Prostituierten verurteilt wurde. Als Rachel entdeckt, dass hier offenbar ein perfider Serienmörder am Werk ist, der Unschuldige für seine Taten büßen lässt, zieht sie ihren Bekannten Daniel Krampe, der als Fallanalytiker für das BKA arbeitet, hinzu. Doch da ist der Mörder längst auf seine Verfolger aufmerksam geworden und nimmt sie nun selbst ins Visier.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und vielen kurzen Kapiteln, die mit ständigen Orts- und Perspektivwechseln aufwarten und so für ein hohes Erzähltempo sorgen, legt der Autor hier einen rasanten Thriller vor, der einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die auch durchaus reichlich Potential für weitere Auftritte aufweisen. Dass hier die Identität des Täters doch recht früh enthüllt wird, nimmt der Geschichte nichts von ihrer Spannung, ganz im Gegenteil. Und auch wenn der Autor ab und an dazu neigt, etwas dick aufzutragen, bietet das Buch insgesamt doch beste Thrillerunterhaltung.

Ein gelungener Thriller voller Action und Dramatik, der die Messlatte für die weiteren Bände gleich ziemlich hoch hängt.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Packender Grusel-Thriller um ein altes Herrenhaus und sein dunkles Geheimnis

Die Toten von St.James
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Bei ihrem Debüt gelingt der Autorin Julia Herne gleich ein packender Grusel-Thriller, der mich zwar nicht komplett überzeugen, aber dennoch sehr gut unterhalten konnte.

Als Jared Marcus seinen Posten ...

Bei ihrem Debüt gelingt der Autorin Julia Herne gleich ein packender Grusel-Thriller, der mich zwar nicht komplett überzeugen, aber dennoch sehr gut unterhalten konnte.

Als Jared Marcus seinen Posten als neuer Sheriff der scheinbar so beschaulichen Kleinstadt St. James in West Virginia antritt, will er in erster Linie die Hektik seiner letzten Arbeitsstelle hinter sich lassen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kauft er sich ein altes und seit langem leerstehendes Herrenhaus, um sich in St. James endgültig eine neue Heimat zu schaffen. Doch schnell wird er mit der dunklen Geschichte dieses Hauses konfrontiert und muss dessen Geheimnis aufdecken, das auch für ihn schnell zu einer echten Bedrohung wird.

Mit einem packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sich zu Beginn viel Zeit, um Land und Leute ausführlich vorzustellen. Doch schnell zieht auch eine zunächst unterschwellige Bedrohungslage in die Geschichte ein, die dann einen immer größeren Raum einnimmt und schlussendlich in einem krachenden Showdown mündet, der keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die aber vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Tiefe hätten vertragen können.

Abgerundet wird das Buch am Ende durch einige kurze Bonuskapitel, die die weiteren Geschehnisse nach dem Prolog aus dem Jahr 1902 noch einmal vertiefen. Diese Kapitel hätte man durchaus auch als eingestreute Rückblenden in die Hauptgeschichte einbauen können, sie funktionieren aber auch so.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Grusel-Thriller steht, wird hier insgesamt gut und spannend bedient.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Spannender Kriminalroman aus dem hohen Norden, der mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern aufwartet

NordOstWut (Flensburg-Krimi)
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In ihrem zehnten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren dritten Fall, der mich ...

In ihrem zehnten Küstenkrimi schickt die Autorin Nele Bruun ihre gut aufeinander abgestimmten Ermittler Anne Anders und Hendryk Larsson von der Kriminalpolizei Flensburg in ihren dritten Fall, der mich wieder einmal gut und spannend unterhalten konnte.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommen es Anne und Hendryk mit dem Mord an dem Leiter des Flensburger Shanty-Chors „De lustigen Mannslüüd“ zu tun, der erschlagen aufgefunden wird. Handelt es sich hier um einen Raubmord oder wurde Kurt „Kuddl“ Möller gezielt ermordet ? Doch wer sollte ein Interesse daran haben, das bekannte und beliebte Flensburger Urgestein zu töten ? Bei ihren Ermittlungen merken Anne und Hendryk schnell, dass der Ruf des Opfers besser war als es die Realität hergibt. Und so mangelt es auch nicht an Motiven und Verdächtigen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Hauptermittler, die inzwischen zu einem sehr guten Team zusammengewachsen sind, ist absolut gelungen. Aber auch Swantje Meier, die bislang eher im Hintergrund agiert hat, bekommt diesmal deutlich mehr Raum zur Entfaltung, den sie auch gut zu nutzen weiß. Und an der schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es ebenfalls nichts zu meckern.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Packender und atmosphärisch dichter Polit-Thriller mit aktuellen Bezügen zum Krieg in der Ukraine

Der Wortschatz des Todes
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Nach mehrenden historischen Thrillern legt der Autor Martin von Arndt hier nun einen zeitgenössischen Thriller vor, der nicht nur spannend, sondern auch hochaktuell ist. Zugleich ist das Buch der Auftakt ...

Nach mehrenden historischen Thrillern legt der Autor Martin von Arndt hier nun einen zeitgenössischen Thriller vor, der nicht nur spannend, sondern auch hochaktuell ist. Zugleich ist das Buch der Auftakt einer neuen Reihe um die ehemalige BKA-Ermittlerin Irina Starilenko, die hier einen vielversprechenden Start hinlegt und dabei die Messlatte für die weiteren Bände sofort ziemlich hoch hängt.

Nachdem die russischstämmige Irina Starilenko aus persönlichen Gründen beim BKA ausgeschieden ist, muss sie noch eine Karenzzeit überstehen, bis sie ihre neue Stelle als Wirtschaftsdetektivin für ein Versicherungsunternehmen antreten kann. Als ihr Bruder Konstantin sie bittet, seinem Freund Oleksandr zu helfen, dem vorgeworfen wird, einen polnischen Geschäftsmann ermordet zu haben, lässt sie sich daher dazu überreden, den Pflichtverteidiger des Ukrainers, der vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflüchtet ist, zu unterstützen. Sie ahnt allerdings nicht, in welches Wespennest sie bei ihren Ermittlungen sticht.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und baut dabei einige aktuelle Bezüge zum Krieg in der Ukraine in die Geschichte ein. Mit einer bildhaften Sprache, die das Kopfkino beim Lesen mächtig ankurbelt, und der äußerst gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, die durchgehend ausgesprochen vielschichtig angelegt sind, entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die mit jeder Seite eine immer größere Sogwirkung entwickelt. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt ganz hervorragend. Einige Andeutungen zur Geschichte und persönlichen Situation der Hauptfigur deuten zudem schon reichlich Potential für die weiteren Bände der Reihe an.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Thriller mit aktuellen Bezügen steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Gelungener Abschluss der Reihe um das Odyssee-Bergungsteam

Das Grab des Piraten
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In diesem Archäologie- Thriller schickt der Autor Gerhard Wegner das Bergungsteam der ODYSSEE um Michel "Mitch" Thromberg in ihr fünftes und leider auch letztes Abenteuer, das wieder eine gut aufeinander ...

In diesem Archäologie- Thriller schickt der Autor Gerhard Wegner das Bergungsteam der ODYSSEE um Michel "Mitch" Thromberg in ihr fünftes und leider auch letztes Abenteuer, das wieder eine gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Action und Geheimnissen bietet.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten vier Abenteuern, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Zudem bieten auch die ersten vier Bände packende Unterhaltung und sind absolut zu empfehlen.

Nach ihrem letzten Abenteuer wollten sich Mitch und sein Team eigentlich bereits zur Ruhe setzen, aber wenn das englische Königshaus um Hilfe bittet, kann man diese Bitte natürlich nicht abschlagen. Und so macht sich das Team der ODYSSEE auf die Suche nach dem Grab des legendären Seefahrers Sir Francis Drake, um seine sterblichen Überreste nach über 400 Jahren endlich nach England zurückzuholen. Dabei bekommen sie es mit Terrorristen, der kolumbianischen Mafia und dem indigenen Volk der Kunas zu tun und müssen zahlreiche Geheimnisse aufdecken, um zum Ziel zu kommen.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei zahlreiche Spannungsmomente, die einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lassen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch wenn der Autor am Ende an einigen Stellen vielleicht etwas zu dick aufträgt, bietet das Buch doch einen mehr als würdigen Abschluss der Reihe, so dass ich das Buch am Ende mit ein wenig Wehmut zugeklappt habe, da mir das Team inzwischen ziemlich ans Herz gewachsen ist.

Hervorragend abgerundet wird das Buch am Ende durch ein Nachwort in Form eines Frage- und Antwort-Spiels, das Auskunft darüber gibt, was hier Dichtung und was Wahrheit ist. Dabei zeigt sich, dass sich der Autor doch ziemlich eng an die Fakten und die gängigen Mythen rund um den berühmten Piraten hält und sich diese nur geringfügig im Sinne seiner Geschichte zurechtbiegt.

Wer auf spannende und actionreiche Abenteuer mit mysteriösen Geheimnissen steht, wird hier noch einmal bestens bedient und unterhalten.

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