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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Eine Reise durch Mut, Liebe und Hoffnung

Zeit der Mutigen
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Dimitré Dinev hat mit „Zeit der Mutigen“ einen Roman geschaffen, der mich wirklich berührt hat. Beim Lesen spürt man die Spannung zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung, zwischen ...

Dimitré Dinev hat mit „Zeit der Mutigen“ einen Roman geschaffen, der mich wirklich berührt hat. Beim Lesen spürt man die Spannung zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung, zwischen Angst und Mut. Schon der Einstieg – Eva, die am Vorabend des Ersten Weltkriegs in die Donau springen will – ist zugleich erschütternd und hoffnungsvoll. Was folgt, ist eine große Erzählung über Entscheidungen, die Leben verändern, über Menschen, die trotz widrigster Umstände Kraft, Hoffnung und Liebe bewahren.
Die Figuren sind außergewöhnlich lebendig. Dinev lässt sie nicht nur durch die Ereignisse der Geschichte gehen, sondern auch durch ihre inneren Konflikte. Man fühlt ihre Ängste, ihren Mut, ihre Zweifel. Besonders interessant fand ich, wie selbst junge Frauen in der Geschichte selbstbestimmt handeln, ihren Weg gehen und für ihre Überzeugungen einstehen – ein Mut, der mich beim Lesen mitgerissen hat, ohne dass es aufgesetzt wirkte.
Die Sprache ist flüssig und bildhaft, die Abschnitte haben klare Titel, die sowohl Bezug zum Inhalt als auch eine gewisse Tiefe haben. So wird das Buch zu einem zusammenhängenden Ganzen, das die Zeitgeschichte Europas greifbar macht, ohne den persönlichen Blick zu verlieren. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil die Szenen so lebendig waren, dass ich fast das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein.
„Zeit der Mutigen“ ist für mich nicht nur ein Buch über Vergangenheit, Krieg und Unterdrückung, sondern über die zeitlosen Fragen des Menschseins: Wie übersteht man Gewalt und Ungerechtigkeit? Wie bewahrt man Hoffnung und Liebe? Dieser Roman ging mir auch nach dem Zuklappen nicht aus dem Sinn. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Zwischen Sehnsucht und Verpflichtung

Die Töchter von Usedom - Das Geheimnis in den Dünen
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Jessica Weber entführt auch dieses Mal wieder nach Swinemünde im Sommer des Jahres 1892. Als zweiter Teil ihrer Ostseefamilien-Saga knüpft dieses Buch wunderbar an die bereits bekannte Welt der ersten ...

Jessica Weber entführt auch dieses Mal wieder nach Swinemünde im Sommer des Jahres 1892. Als zweiter Teil ihrer Ostseefamilien-Saga knüpft dieses Buch wunderbar an die bereits bekannte Welt der ersten Geschichten an. Ich habe das Buch mit wachsender Spannung gelesen, weil ich sofort gemerkt habe, wie gut die Autorin die Charaktere versteht – ihre Sorgen und Gedanken fühlten sich beim Lesen realistisch an.
Besonders beeindruckt hat mich Lore, deren Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben als Modezeichnerin in Berlin die Schwierigkeit verdeutlicht, Familie und eigene Träume in Einklang zu bringen. Ihre inneren Kämpfe habe ich beim Lesen fast körperlich gespürt, und ich konnte nachvollziehen, wie schwer diese Entscheidung für sie ist. Paul, ihr jüngerer Bruder, bringt mit seinen Ideen für die Pension zusätzliche Spannung, besonders weil er selbst ein Geheimnis hütet, das den familiären Frieden bedroht.
Die junge Rosalie, die mit der reisenden Zirkustruppe in die Stadt kommt, bereichert die Geschichte auf besondere Weise. Ihre Vergangenheit auf der Straße und die Sehnsucht nach einem echten Zuhause verleihen der Handlung Tiefe. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Wege der Figuren sich kreuzen und wie sie einander beeinflussen – alles wirkte dabei ganz natürlich.
Die familiären Spannungen und aufkommenden Geheimnisse habe ich beim Lesen intensiv wahrgenommen, während die salzige Meeresluft, die Sommerhitze und das Gewicht der Entscheidungen der Figuren förmlich spürbar wurden. Gleichzeitig webt die Autorin immer wieder Momente der Hoffnung, Zuneigung und leiser Freude ein, die das Herz erwärmen, ohne die Ernsthaftigkeit der Situationen zu verlieren.
Für mich war „Die Töchter von Usedom“ ein Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte. Es ist kein klassischer Krimi oder reißerischer Familienskandal, sondern eine sensible, mitreißende Geschichte über Entscheidungen, Verantwortung und das Streben nach Freiheit – eingebettet in die kleine, pulsierende Welt einer Pension am Meer. Als zweiter Teil der Ostseefamilien-Saga ergänzt es die Vorgeschichte perfekt, und ich freue mich schon sehr auf Band 3, der am 1. Dezember 2025 erscheinen soll. Ich habe die Figuren beim Wachsen begleitet und ihre Freuden und Sorgen miterlebt, was das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht hat.
Ich gebe dem Buch volle 5 Sterne, weil es mich von der ersten Seite an gefesselt hat und die Figuren so lebendig wirken.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Das Schelmenstück in Mayerhofen

Der große UFA-Bluff
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„Der große UFA-Bluff“ von Anton Leiss-Huber ist ein sorgfältig recherchierter Roman, der Fiktion und historische Realität überzeugend miteinander verbindet. Die Hauptfiguren Luis und Lisa sind fiktiv, ...

„Der große UFA-Bluff“ von Anton Leiss-Huber ist ein sorgfältig recherchierter Roman, der Fiktion und historische Realität überzeugend miteinander verbindet. Die Hauptfiguren Luis und Lisa sind fiktiv, könnten jedoch genauso in der Filmwelt des Jahres 1945 existiert haben. Ihre Geschichten bieten einen plausiblen Einblick in die Karrieren und persönlichen Herausforderungen von Filmschaffenden am Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der Roman beleuchtet die Strukturen der UFA, politische Einflüsse auf das Filmgeschäft und die wirtschaftlichen Zwänge jener Zeit. Die Handlung zeigt, wie Machtspiele und Intrigen hinter den Kulissen das Leben der Beteiligten bestimmten. Besonders interessant ist die Episode um das Schelmenstück in Mayerhofen, das exemplarisch die Herausforderungen und strategischen Manöver innerhalb der Filmindustrie dieser Epoche aufzeigt.
Luis’ und Lisas Figurenentwicklung ist nachvollziehbar gestaltet. Ihre Entscheidungen, Konflikte und Ambitionen wirken authentisch und spiegeln die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen von 1945 wider. Die Handlung ist klar strukturiert: Spannungsmomente entstehen nicht durch übertriebene Dramatik, sondern durch die realistische Darstellung von Chancen, Risiken und Machtverhältnissen in der Filmwelt jener Zeit.
Die Sprache des Romans ist sachlich, klar und zugleich atmosphärisch. Szenenbeschreibungen der Studios, Drehorte und gesellschaftlichen Zusammenhänge vermitteln ein plastisches Bild der Epoche, ohne den Lesefluss zu stören. Historische Hintergründe, wirtschaftliche Zwänge und gesellschaftliche Entwicklungen werden integriert, sodass ein realistisches Gesamtbild entsteht.
Insgesamt ist „Der große UFA-Bluff“ ein realistischer, gut erzählter Roman, der Geschichte, Fiktion und die Episode des Schelmenstücks in Mayerhofen in einer ausgewogenen Mischung präsentiert und ein eindrucksvolles Bild der Filmwelt in den letzten Monaten des Jahres 1945 vermittelt. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Eine Familiengeschichte, die tief ins Herz geht

Wer wir geworden sind
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„Wer wir geworden sind“ von Gabi Kreslehner ist eine Familiengeschichte, die sich langsam, aber eindringlich entfaltet. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein. ...

„Wer wir geworden sind“ von Gabi Kreslehner ist eine Familiengeschichte, die sich langsam, aber eindringlich entfaltet. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein. Ihr Leben, geprägt von Hoffnungen, Verlusten und Neubeginnen, hat mich berührt, ohne dass die Autorin jemals ins Pathetische verfällt.
Die Handlung beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts, als Juli und August auf dem Berg leben und sich nach einem Kind sehnen. Später wird ihre Tochter Anna geboren, die wiederum ihren Weg gehen muss – mit all den Hoffnungen, Verlusten und Entscheidungen, die ein Leben prägen. Über drei Generationen hinweg zieht sich dieser Roman weiter, bis hin zu Annas Tochter Joanna, die kurz vor der Jahrtausendwende in Amerika ein Foto entdeckt, das alte Fragen neu aufwirft.
Gerade dieses Weiterspinnen von Schicksalen über Jahrzehnte hinweg hat mich tief beeindruckt. Es macht deutlich, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten sind und wie Erinnerungen und Geheimnisse nicht nur eine Familie, sondern auch einzelne Lebenswege prägen.
Ich habe beim Lesen gespürt, wie stark die Themen Familie, Zusammenhalt und das Ringen um ein gutes Leben im Mittelpunkt stehen. Es geht nicht darum, große Dramen laut auszuspielen, sondern um die leisen Töne, die sich ins Herz schleichen. Manche Szenen sind so still, dass sie gerade deshalb nachhallen.
Besonders eindrucksvoll fand ich, wie die Autorin das Weitergeben von Erinnerungen einfängt – das Suchen nach Antworten, das Schweigen über Vergangenes und den Mut, irgendwann doch zu erzählen. Das Foto des kleinen Jungen, das Joanna findet, wirkt wie ein Schlüssel: Es öffnet Türen zu Geschichten, die lange verborgen waren.
Für mich war dieses Buch eine bewegende und tief ins Herz gehende Lektüre. Es hat mich nachdenklich zurückgelassen und mich noch lange beschäftigt. 5 klare Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein Roman, den man so schnell nicht vergisst

Der Italiener
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„Der Italiener“ von Arturo Pérez-Reverte hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt der Roman von den geheimen Operationen italienischer Kampfschwimmer im Hafen ...

„Der Italiener“ von Arturo Pérez-Reverte hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt der Roman von den geheimen Operationen italienischer Kampfschwimmer im Hafen von Gibraltar während des Zweiten Weltkriegs. Eine dieser Figuren, verletzt und erschöpft, wird an einem andalusischen Strand entdeckt – eine Begegnung, die das Schicksal zweier Menschen unwiderruflich verändert.
Genau hier setzt das Buch seinen stärksten Akzent: auf der Spannung zwischen einer riskanten Mission und dem persönlichen Dilemma, das daraus entsteht. Mich hat beeindruckt, wie real und greifbar die Situation beschrieben wird – das Meer, die Bedrohung, die ständige Gefahr der Entdeckung. Gleichzeitig entwickelt sich eine stille, sehr intensive Beziehung zwischen der Frau, die helfen will, und dem Mann, der eigentlich ein Feind ist.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst am Strand zu stehen, das Rauschen der Wellen im Ohr und die Anspannung in jeder Geste spürbar. Der Roman ist voller unerwarteter Wendungen, doch nie reißerisch – vielmehr fein nuanciert, atmosphärisch dicht und durchzogen von einer Ernsthaftigkeit, die mich nachdenklich zurückgelassen hat.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es Spannung, Geschichte und Menschlichkeit auf so überzeugende Weise verbindet. Für mich ist „Der Italiener“ ein fesselnder und bewegender Roman, der weit über die reine Handlung hinaus wirkt. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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