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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Kurzweilig, dennoch sehr spannend

Weich fällt der Schnee
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Dieses Buch enthalt 16 amüsant-kriminelle bis mysteriös-gruselige Geschichten, die alle in irgendeiner Weise einen Bezug zu Weihnachten haben. Die meisten spielen in Island und in manchen kommen auch Charaktere ...

Dieses Buch enthalt 16 amüsant-kriminelle bis mysteriös-gruselige Geschichten, die alle in irgendeiner Weise einen Bezug zu Weihnachten haben. Die meisten spielen in Island und in manchen kommen auch Charaktere aus Jónassons Krimis vor.

Manche Kurzgeschichten wirken als wäre sie Einstiege in längere Bücher, dann aber verworfen worden. Man kann sich also im Kopf zurechtspinnen, wie es weitergehen hätte können.

Die 182 Seiten sind durch die kurzen Abschnitte schnell vorbei und das Buch eignet sich damit auch für Lesemuffel als schönes Weihnachtsgeschenk. Man kann jederzeit nach einer Episode stoppen, ohne aus dem Rhythmus zu kommen.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Traurige Handlung, wunderbare Atmosphäre

Die Farbe des Schattens
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Die Stärke dieses Krimis liegt in seinem Mix aus Geradlinigkeit und richtigem Maß an “Nebengeräuschen”. “Die Farbe des Schattens” ist Band 2 um Kriminalhauptkommissar Arno Groth, man vermisst jedoch nichts, ...

Die Stärke dieses Krimis liegt in seinem Mix aus Geradlinigkeit und richtigem Maß an “Nebengeräuschen”. “Die Farbe des Schattens” ist Band 2 um Kriminalhauptkommissar Arno Groth, man vermisst jedoch nichts, wenn man Teil 1 (“Das Schweigen des Wassers) nicht kennt. Man kann allem gut folgen und auch die Andeutungen sind nie übertrieben.

Groth, gebürtig aus Wechtershagen, hat lange in Hamburg gelebt und ermittelt nun wieder in der Heimat. Die Handlung spielt 1992, die Wende ist noch relativ frisch und diese Dinge spielen immer unbewusst mit, Wessis und Ossis, davor und danach.

All das beleuchtet Autorin Susanne Tägder im Detail oder sich darin allzu sehr zu verlieren. Die Atmosphäre wird dadurch gerade stark genug gezeichnet, aber nicht überzeichnet. Man erfährt auch Dinge über Groth und die anderen Charaktere, aber immer genau in der richtigen Dosis.

Groths Fall dreht sich um einen verschwundenen Jungen. Während der Ermittlungen, die meiner Meinungen nach recht authentisch dargestellt werden (kein Handy, Internet, Datenbankenzugriff überall etc.), erfahren wir unter anderem, warum gerade so ein Fall Groth richtig nahegeht.

Die einzelnen Kapitel sind chronologisch geordnet und nur mit Zahlen markiert. Es gibt viele kurze und das macht die rund 310 Seiten zu einem recht flüssigen Lesevergnügen. Sehr stark in Erinnerung bleiben mir die speziellen Metaphern, die nicht nur einfach sprachlicher Bilder sind, sondern auch in die damalige Zeit passen - beispielsweise “Der Himmel war weiß wie in die Innenseite eines Topfdeckels”.

Veröffentlicht am 07.09.2025

Verschiedene Begebenheiten perfekt ineinander verwoben

BLUT
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Verrückte Actionszenen oder spritzendes Blut (auch wenn der Titel so lautet), sucht man bei Yrsa Sigurðardóttir vergeblich. Die Isländische Autorin ist eine Meisterin, wenn es darum geht, tief verwobene, ...

Verrückte Actionszenen oder spritzendes Blut (auch wenn der Titel so lautet), sucht man bei Yrsa Sigurðardóttir vergeblich. Die Isländische Autorin ist eine Meisterin, wenn es darum geht, tief verwobene, psychologisch packende Thriller/Krimis zu schreiben.

Nacht “Nacht” und “Rauch” ist “Blut” der dritte Band rund um die Reihen mit Karólína, Týr und Iðunn. Karó und Týr sind Kollegen bei der Polizei in Reykjavík, Iðunn ist Rechtsmedizinerin und arbeitet immer wieder eng mit der Polizei zusammen.

Natur und Wetter spielen in den Krimis von Sigurðardóttir sehr oft eine große Rolle. So auch diesmal, als wir die Köchin Gunndís begleiten. Sie bekommt die Chance, auf einem Schiff zu arbeiten und Köchin während einer Loddentour zu sein.

Parallel dazu sollen Karó und Týr für Kollegen einspringen. Es geht um einen Einsatz im Ort Grindavík, wo es in einer kleinen Straße zu etwas härteren Nachbarschaftsstreitigkeiten gekommen sein soll. Der fast unspektakuläre Start wandelt sich schon bald in eine fesselnde, undurchsichtige Geschichte, während derer genug Zeit bleibt, um nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die speziellen Nebencharaktere ausführlich zur Geltung kommen zu lassen. Das trägt dazu bei, die Erzählung lebendig und abwechslungsreich zu halten.

Wie oft bei Sigurðardóttir, haben (fast) alle Beteiligten in irgendeiner Weise ihr Päckchen zu tragen und diese Hintergründe nach und nach zu entdecken, macht genauso viel Freude, wie zu überlegen, wer denn nun der Täter ist. Zudem hängt dann doch irgendwie alles mit allem zusammen.

Fans nordischer Krimis sollten sich diese gedankliche Abkühlung in einem möglicherweise heißen Herbst nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 20.06.2025

Was zuvor geschah

HULDA
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Da ich die “Hulda”-Trilogie begeistert verschlungen habe, konnte ich beim Titel dieses Thrillers natürlich nicht widerstehen. Gibt es noch ein viertes Buch? Ja und nein.

“HULDA” ist als Prequel zur Trilogie ...

Da ich die “Hulda”-Trilogie begeistert verschlungen habe, konnte ich beim Titel dieses Thrillers natürlich nicht widerstehen. Gibt es noch ein viertes Buch? Ja und nein.

“HULDA” ist als Prequel zur Trilogie angelegt. Ragnar Jónasson schrieb diesen Fall für die junge Hulda Hermannsdóttir, als die Trilogie in einer Fernsehserie verfilmt wurde (The Darkness). Wir erleben Hulda, als ihre Tochter Dimma gerade in die Schule geht und sie und Jón noch nicht umgezogen waren.

Dass sie noch eine junge Mutter ist, ist für den Fall von Bedeutung, da er ihr dadurch näher geht. Sie ermittelt in einem cold case, den die Polizei wieder aufrollen kann, da ein wichtiges Beweisstück von vor 20 Jahren plötzlich gefunden wird. Es beginnt eine unruhige Zeit für Hulda, die noch nie so viel Verantwortung hatte, von ihrem Chef aber ermutigt wird.

Zu den Ermittlungen kommt noch hinzu, dass sie für eine junge Kollegin verantworlich ist, die sie unterstützen soll. Dass ein Teil der Ermittlungen weit entfernt von Reykjavík stattfindet und Hulda daher mehrere Tage von ihrer Familie getrennt ist, setzt ihr ebenso deutlich zu.

Der Buchtitel ist also Programm - es gibt eine wirklich sehr gute Krimi-/Thrillergeschichte, die einen die 270 Seiten schnell lesen lässt, aber es geht auch sehr viel um unsere Ermittlerin und ihre privaten Gedanken und Gefühle.

Wer so etwas nicht mag, könnte von diesem Thriller schnell genervt sein. Warum Hulda aber so ist und so denkt, erklärt sich durch die Bände der Trilogie. Sie vorher gelesen zu haben, ist meine Empfehlung. Die Trilogie in sich hat auch eine Besonderheit: Sie erzählt Huldas Geschichte rückwärts, startet also, als sie am Ende ihrer Laufbahn angekommen ist. (DUNKEL, INSEL, NEBEL)

Veröffentlicht am 08.06.2025

Spannende kulinarische Sommerlektüre

Schatten über Sømarken
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In den vergangenen Jahren tendierte ich oft dazu, Reihen immer möglichst komplett und durchgehend zu lesen, doch hier machte ich zum Glück eine Ausnahme.

Michael Kobr ist natürlich kein Unbekannter. ...

In den vergangenen Jahren tendierte ich oft dazu, Reihen immer möglichst komplett und durchgehend zu lesen, doch hier machte ich zum Glück eine Ausnahme.

Michael Kobr ist natürlich kein Unbekannter. Von seinen Büchern gemeinsam mit Volker Klüpfel (vor allem die “Kluftinger-Krimis”) hat wohl fast jeder gehört. Seine Bornholm-Reihe ist dagegen noch eher neu, auch wenn “Schatten über Sømarken” der dritte Band ist.

Ich war gespannt, wie ich in den Krimi rund um den örtlichen Kripoleiter Lennart Ipsen hineinfinden würde. Natürlich gab es manchmal Anspielungen auf die früheren Fälle, aus denen auch Charaktere wieder auftreten durften. Aber es gab für mich nichts Störendes oder komplett Unverständliches in der Geschichte.

Die Krimihandlung und das Allermeiste drumherum versteht man also auch sehr gut, wenn man nur diesen Band gelesen hat. Ipsen (halb Däne, halb Deutscher) und seine Mitarbeiterinnen Britta und Tao wachsen dem Leser schnell ans Herz und die Lust auf einen Dänemark-Urlaub wächst definitiv.

Zudem dreht sich im Krimi auch viel ums Essen, da Lennarts Lebensgefährtin Köchin ist. Da darf auch ein Mord im kulinarischen Setting nicht fehlen.

Mit beschwingt-leichtem Stil führt der Autor den Leser durch die knapp 400 Seiten Spannung und streut sowohl ernste als auch leichtere Kost ein. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn am Ende folgen auch noch einige Rezepte zum Nachkochen.