Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, was eindeutig für das Buch spricht. Spannend und abwechslungsreich geschrieben. Überzeugende Charaktere. Und dass man sie am Ende der Reihe erst kennenlernt, ...
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, was eindeutig für das Buch spricht. Spannend und abwechslungsreich geschrieben. Überzeugende Charaktere. Und dass man sie am Ende der Reihe erst kennenlernt, ist quasi eine Schande. Aber ehrlich, Sir Francis Drake, der eigentlich nur ein Pirat war, Freibeuter, wie es so schöngefärbt formuliert wird, dermaßen hoch zu loben? Nationalheld? Man tut sich damit schwer. Und alles vor dem fragwürdigen Hintergrund, bevorstehender Wahlen. Da kommt ein äußerst ungutes Gefühl auf. Schön am Ende der Wahr-Oder- Unwahr Abschnitt. Wer schreibt jetzt eigentlich alle diese Geschichtsbücher um, wonach der Bleisarg von Francis Drake in der Portobello Bay bzw. vor der Insel Pinos versenkt worden sein soll? Und wer überzeugt die ganzen Schatz- und sonstigen Sucher, dass sie ihre Suche einstellen können?
Eine Geschichte um eine völlig verwahrloste Person, die jeglichen zwischenmenschlichen Kontakt meidet und sich ausschließlich um ihre auf dem Dachgarten gezogenen, gehegten und gepflegten und meist illegal ...
Eine Geschichte um eine völlig verwahrloste Person, die jeglichen zwischenmenschlichen Kontakt meidet und sich ausschließlich um ihre auf dem Dachgarten gezogenen, gehegten und gepflegten und meist illegal verschafften, höchst giftigen Pflanzen kümmert. Der Verlust ihrer großen Liebe vor zwanzig Jahren, der Tod des Vaters vor einem und ein Vorfall, der ihr den Job kostete, hat Professorin Eustacia Amelia Rose zu einer Außenseiterin und unsozialen Person gemacht. Eine Voyeurin, die plötzlich in einen vermeintlichen Entführungsfall hinein gezogen wird und sie weit zurück in ihre Vergangenheit führt. Eine Geschichte, die aus Andeutungen besteht, aus teils verwirrenden Vermutungen von Eustacia, aus einer Anhäufung von Personen, die allesamt falsch spielen und nicht die sind, die sie vorgeben zu sein. Der Klappentext verspricht einen Krimi, der anders als die Norm ist. Stimmt. Sehr eindringlich geschrieben, sehr detailliert die mannigfaltigen Störungen der Eustacia beschreibend, ein versöhnliches Ende offerierend.
Eine witzig, gemütliche Cosy Crime Reihe, in der ein ehemaliger LKA-Beamter zum Aushilfs-Postauslieferer in einem kleinen, heimeligen, luxemburgischen Ort mutiert und dabei ständig mit Leichen konfrontiert ...
Eine witzig, gemütliche Cosy Crime Reihe, in der ein ehemaliger LKA-Beamter zum Aushilfs-Postauslieferer in einem kleinen, heimeligen, luxemburgischen Ort mutiert und dabei ständig mit Leichen konfrontiert wird. Man mutmaßt im Ort schon, er ziehe die Leichen förmlich an. Und natürlich kann er auch nicht aus seiner Haut, sondern ermittelt fleißig mit. Zunächst zum großen Missfallen von Polizistin Claire Bofferding.
Im Einzelnen:
Der Mörder ohne Adresse
Er stolpert nicht nur förmlich über eine Leiche, er wird auch direkt in die Ermittlungen hineingezogen, der ehemalige Analyst beim LKA Wiesbaden Sully, jetzt Aushilfsbriefträger in einem kleinen luxemburgischen Örtchen. Ruhig und gemütlich erzählt, mit netten Abstechern in die luxemburgische Sprache, nimmt dieser Cosy Crime die Leser mit in ein beschauliches Umfeld, in dem zwar einige weitere Anschläge ausgeführt werden, aber niemand mehr zu Tode kommt. Mithilfe seiner Freunde und einer Falle, kann Sully den Täter dingfest machen. Und die Grundlage für den nächsten Fall ist gelegt.
Das Geheimnis der Rosengärtnerin
Auch im zweiten Fall wird Aushilfspostbote Sully mit einem mehrschichtigen Ereignis konfrontiert, das sehr an ein perfektes Verbrechen erinnert, aber sich am Schluss der Ermittlungen als etwas ganz anderes entpuppt. Tragisch und von vielschichtigen Missverständnissen geprägt. Ruhig und emotionslos erzählt, verführt die Lektüre dennoch die Leser mit Sully bis zur Auflösung zu radeln. Sympathische Charaktere und ein gelungener Cosy Crime Stil.
Tod an einem stillen Ort
500 Jahre Flammangsches Anwesen. Das will gefeiert werden. Da reist auch die Tochter aus Norwegen an, nur um in Mordverdacht zu geraten. Denn auf dem stillen Örtchen findet sie einen alten Feind, der ihr vor Jahrzehnten übel mitgespielt hat und nun tot ist. Klar, dass Aushilfsbriefträger und radelnder Detektiv Sully ermittelt, zumal die Beschuldigte ehemals eine alte Flamme von ihm war. Gemütlich erzählt, bildhaft den kleinen Ort Grendall und liebevoll die Charaktere darstellend. Eine Lektüre für gemütliche Sommerabende. Wie die ganze Serie.
Lovis will sich gerne mal wieder um die Apfelernte drücken. Da kommt ihm der Anruf des ehemaligen Dorfschullehrers gerade recht. Der braucht Hilfe, denn er wird des Mordes an seinem Vater verdächtigt. ...
Lovis will sich gerne mal wieder um die Apfelernte drücken. Da kommt ihm der Anruf des ehemaligen Dorfschullehrers gerade recht. Der braucht Hilfe, denn er wird des Mordes an seinem Vater verdächtigt. Durch unsensible Reaktion ist er den potenziellen Fall aber gleich wieder los. Und ausgerechnet der Konkurrent um die Detektiv-Konzession zieht ihn da wieder herein. Von da an geht es heftig ab mit Anfeindungen, Verdächtigungen, Eifersuchtsdramen, Naivität ohne Ende - Lovis in Reinkultur. Locker, leicht, mit vielen Anspielungen auf aktuelle Probleme, aber ohne Polemik erzählte Südtiroler Geschichte, bei der man sich gerne mal ein Gläschen Weißwein gönnt, mit versöhnlichem Ende.
Auch im zweiten Band um KHK Groth geht es noch sehr um unaufbereitete jüngste Vergangenheit zur Zeit der Wende und die ungeheure Wut, die man in den ostdeutschen Bundesländern allseits spüren kann. Diese ...
Auch im zweiten Band um KHK Groth geht es noch sehr um unaufbereitete jüngste Vergangenheit zur Zeit der Wende und die ungeheure Wut, die man in den ostdeutschen Bundesländern allseits spüren kann. Diese stellt sich auch in diesem Fall um einen verschwundenen Jungen den Ermittlern nicht selten in den Weg. Besonders Groth muss feststellen, dass man ihm, einem Bauchgefühl folgend, dass dieser Fall mit einem sechs Jahre zurückliegenden in Zusammenhang stehen könnte, falsche Ermittlungsansätze unterstellt und dass er diesen Fall nicht konsequent verfolgt. Der Titel des Buches trifft diese düstere Geschichte sehr genau. Auch der zwischenzeitlich der Gruppe zugeordnete Name „Nachtschatten“. Diese Schatten ziehen sich in Wort und bildreicher Beschreibung durch die gesamte Geschichte hindurch, die wieder sehr erzählerisch, literarisch dargestellt ist und mit schönen Wortbilden und Vergleichen arbeitet. Auch hier ein flacher Spannungsbogen. Man fliegt aber dennoch durch diese Geschichte hindurch.