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Veröffentlicht am 13.01.2026

Humorvolles Abenteuer mit Fokus auf einem starken Zusammenhalt

Aru gegen die Götter, Band 1 - Die Wächter des Himmelspalasts
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Aru Shah lebt im Museum für altindische Kunst und Kultur, in dem sich eine unscheinbare Öllampe befindet. Ihre Mutter, die Leiterin des Museums, hat ihr strengstens verboten, diese anzuzünden, da sie verflucht ...

Aru Shah lebt im Museum für altindische Kunst und Kultur, in dem sich eine unscheinbare Öllampe befindet. Ihre Mutter, die Leiterin des Museums, hat ihr strengstens verboten, diese anzuzünden, da sie verflucht ist. Doch Arus Mitschüler forden sie heraus, und sie muss sich vor ihnen beweisen. Sie zündet sie Lampe an und weckt damit den Schläfer. Nun liegt es an Aru, die Welt vor ihrer Zerstörung zu bewahren. Doch diesen Weg beschreitet sie nicht allein...


Da ich mich vor dem Lesen noch nicht mit der indischen Mythologie auseinandergesetzt hatte, war ich zunächst unsicher, wie gut ich dem Inhalt folgen können würde. Umso überraschender war es, wie einfach mir der Einstieg in die Geschichte gelang. Vor allem der einfache und gut verständliche Schreibstil der Autorin half dabei, komplexe mythologische Inhalte nachvollziehen zu können. Zudem beschreibt die Autorin die Geschehnisse detailreich und anschaulich, sodass ich mir als Leser die Handlung wunderbar bildlich vorstellen konnte. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig, und ich konnte dieser jederzeit problemlos folgen.

Teilweise bin ich beim Lesen über viele ungewohnte Namen gestolpert. Jedoch war das Glossar am Ende des Buches, in dem die Namen erklärt werden und Hinweise zur richtigen Aussprache gegeben werden, sehr hilfreich. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass kurze Erklärungen oder Aussprachehilfen direkt auf der jeweiligen Seite zu finden wären, da das Hin- und Herblättern den Lesefluss stellenweise beeinträchtigte.

Außerdem empfand ich die humorvollen Stellen des Buches besonders gelungen und amüsant, sie lockerten die Geschichte immer wieder auf und sorgten für ein kurzweiliges Leseerlebnis. Auch die Entwicklung der Protagonistin Aru sehe ich sehr positiv. Anfangs war sie mir oft etwas unsympathisch, da sie häufig log und dadurch oft unzuverlässig wirkte. Im Laufe des Buches wächst sie allerdings über sich hinaus, lernt, dass es besser ist, die Wahrheit zu sagen und setzt ihre seltener gewordenen Lügen gezielter und sinnvoller ein, was sie als Figur reifer und sympathischer erscheinen lässt.

Die Spannung war von Anfang an vorhanden, doch im Mittelteil des Buches flachte sie ab. Durch einige eher nebensächliche Handlungen wirkte das Buch dann doch stellenweise etwas langatmig. Zum Glück nahm die Spannung am Ende wieder deutlich zu.


Insgesamt tragen die humorvollen Szenen und die gut ausgearbeiteten Charaktere dazu bei, dass das Buch trotz kleiner Längen sowohl Leser, die sich bereits mit der Hindu-Mythologie auskennen, als auch Leser, die noch keinerlei Berührungspunkte damit hatten, gut unterhält.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Interessante Mischung aus geschichtlichem Hintergrund und literarischer Feinfühligkeit

Der brennende Garten
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Die junge Tamilin Sashi wächst in Mitten einer liebenden, behüteten Umgebung in Jaffna, Sri Lanka auf, als sich kurz vor ihrem Abschluss die Spannungen zwischen den beiden vorherrschenden Ethnien Sri Lankas ...

Die junge Tamilin Sashi wächst in Mitten einer liebenden, behüteten Umgebung in Jaffna, Sri Lanka auf, als sich kurz vor ihrem Abschluss die Spannungen zwischen den beiden vorherrschenden Ethnien Sri Lankas immer weiter verschärfen. Immer wieder wird Sashi Zeugin von unmenschlichen, markerschütternden Taten der Tamilen und Singhalesen, welche 1983 schließlich in einem Bürgerkrieg gipfeln. Während die junge Frau versucht, ihren Weg zur praktizierenden Ärztin weiter zu verfolgen, dringen die Konsequenzen des Krieges bis zu ihr nach Hause. Während ihre Familie gespalten wird und Freunde verschwinden, muss auch Sashi sich positionieren...

"Der brennende Garten" war mein erster Kontakt mir sri lankischer Geschichte. Ich muss zugeben, dass ich vor diesem Roman kaum Wissen über den doch recht aktuellen Bürgerkrieg in diesem für uns so fernen Land parat hatte. Und doch erwartete ich während der ersten Seiten dieses Buches zunächst nicht, tiefergehende Einblicke in die Geschichte des gespaltenen Landes zu erhalten.
Denn auf diesen ersten Seiten wird man als Leser ein wenig in die Irre geleitet, erwartet eine vor sich hin plätschernde Liebesgeschichte in einer ruhigen, heilen Welt. Neben dem Setting wähnt einen hier auch der Schreibstil der Autorin zunächst in Sicherheit. Er wirkt sanft und beschreibend, ein wenig distanziert und vergleichbar faktisch. Er lässt sich insgesamt Zeit zum Entfalten, gibt dem Leser Raum, sich in all den fremden Namen, Begriffen und Eindrücken zurechtzufinden - bis schließlich ein einschneidendes Erlebnis alles verändert. Ab diesem Punkt eröffnet sich dem Leser der gesamte Horror des Bürgerkrieges, immer wieder werden hier dessen Ereignisse und Konsequenzen geschichtlich recht akkurat aufgezeigt.

Dies geschieht in einer Art autobiografischer Darstellung, die es zulässt, Sashis Gedankenwelt und Werdegang intensiv kennenzulernen. Dabei wirkt Sashis Geschichte durch und durch rund. Kleine Details lassen ohne weiteres Hintergrundwissen kaum erahnen, dass Sashi lediglich ein fiktiver Charakter ist. Und doch bleibt trotz der Authentizität ihrer Darstellung eine gewisse Distanz zu ihr bestehen. Obgleich der Leser hin und wieder persönlich angesprochen wird, habe ich mich wie ein außen vorstehender Beobachter gefühlt. Und vielleicht war dieses Gefühl gar nicht verkehrt. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass diese Distanz dabei hilft, den Roman und die Taten beider Parteien des Krieges, welche mich sprachlos zurückgelassen haben, besser verinnerlichen und verarbeiten zu können.

Insgesamt empfehle ich dieses Buch allen, die sich in geschichtlicher und gesellschaftspolitischer Hinsicht ein wenig weiterbilden möchten, dabei jedoch nicht auf literarische Feinfühligkeit verzichten wollen. Wer sich auf einen etwas holprigen Start einlassen möchte und sich zumutet, fremde Namen und Begriffe selbst und ohne Glossar erkunden zu können, sollte sich "Der brennende Garten" unbedingt näher ansehen.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Aufgeweckt, witzig und schräg - muss man mögen

School of Beastly Island - Band 2 - Gerettet
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Auf der Insel "Beastly Island" hat es das Leben wirklich in sich: Jeder Mitschüler von Tapio und Aina kann mit ganz besonderen, kaum fassbaren Fähigkeiten überzeugen - abgesehen von dem dort gestrandeten ...

Auf der Insel "Beastly Island" hat es das Leben wirklich in sich: Jeder Mitschüler von Tapio und Aina kann mit ganz besonderen, kaum fassbaren Fähigkeiten überzeugen - abgesehen von dem dort gestrandeten Tapio. Dieser ist immerhin voll und ganz mit seinem Logbuch beschäftigt, bis die Schüler abermals eine Menge Ärger und Action erwartet. Denn diesmal hat es ein fieser Troll auf die Inselbewohner abgesehen. Und plötzlich verschwinden auch noch Lehrer! Wie soll Tapio dieses Abenteuer nur überstehen?

"School of Beastly Island - Gerettet" ist der zweite Teil der Buchreihe rund um Tapio und die geheimnisvolle Insel. Ich kannte den ersten Band zuvor noch nicht, hatte aber dank einer coolen Figurenübersicht sowie einer kurzen Zusammenfassung der Geschehnisse rund um den ersten Teil bis auf einige irrelevante Details nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

In diesem zweiten Band erleben der Protagonist Tapio und seine Freunde zahlreiche Abenteuer auf besagter Insel. Dabei war sich der Autor augenscheinlich für nichts zu schade. Denn die Erlebnisse sind quirlig, chaotisch, turbulent und schräg, inkludieren unter anderem auch sprechende Pflanzen. Dadurch wird im Buch ein ganz eigener Humor entwickelt, der sicherlich nichts für jeden ist, für die Zielgruppe möglicherweise aber genau dadurch so ansprechend wird.

Die Geschichte wird durchweg immer wieder um einige dynamische Mangazeichnungen in schwarz-weiß ergänzt, welche teils ganze Seiten einnehmen, teils auch nur am Rande auftauchen. In Kombination mit einem recht lebendigen Schreibstil, der zahlreiche wörtliche Reden beinhaltet, wird so der aufgeweckte Teil der Geschichte verstärkt, findet in dem dazu kontrastierenden Tapio allerdings doch wieder ihren Anker und erfährt eine gewisse Erdung.

Wer sich sonst mit Kinderbüchern schwertut und auf der Suche nach etwas anderem ist, sollte sich diese Buchreihe näher ansehen. Sie wird mit Sicherheit nicht bei jedem Leser Anklang finden, bestimmt aber einige Lesemuffel mit ihrer dynamischen Herangehensweise überzeugen können.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Schwieriges Thema gut und einfühlsam aufbereitet

Something happened to Ally
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Seit einer Ewigkeit schwärmt Ally für Sean Nessel. Sean Nessel, der wohl der beliebteste Junge ihrer Schule ist, ein Star in der Fußballmannschaft und absoluter Mädchenschwarm. Und Sean Nessel, der Ally ...

Seit einer Ewigkeit schwärmt Ally für Sean Nessel. Sean Nessel, der wohl der beliebteste Junge ihrer Schule ist, ein Star in der Fußballmannschaft und absoluter Mädchenschwarm. Und Sean Nessel, der Ally auf einer Hausparty endlich näher kommt - und dann ihr Nein ignoriert. Um zu verhindern, dass dieses Ereignis Seans Ruf beeinträchtigt, beauftragt dieser schließlich Blythe damit, die Sache "wieder in Ordnung zu bringen" und zu verhindern, dass Ally ihn anzeigt...

"Something happened to Ally" ist ein Jugendbuch, welches ein unheimlich schwieriges Thema in den Fokus rückt. Immer wieder beschäftigt es sich mit den Nachwirkungen von Seans Tat, mit Allys Gefühlswelt während des "Danachs". Dabei wird einfühlsam geschildert, mit welcher Wut, Scham, Unsicherheit und - gerade nach Blythes Manipulationsversuchen - vielleicht auch Schuld diese zu kämpfen hat, welchen Ekel sie empfindet. Allys Geschichte wird in einem sanften Ton geschildert, die Intensität der Situation wird durch einen jugendlich-leichten Schreibstil ebenso wie ein typisches, filmreifes amerikanisches Highschool-Setting abgemildert. Und doch werden ihre Erfahrungen keineswegs verharmlost, Allys Geschichte ausreichend eindringlich und aufweckend dargestellt, während trotz all des Schmerzes eine Perspektive geboten und mittelbar Mut gemacht wird. So bin ich mir sicher, dass auch junge Leser sich vorsichtig an diese Thematik herantrauen können.

Trotz dieses beschriebenen, gelungenen Balanceakts und des passenden Schreibstils fehlte es mir gerade zur Mitte hin an neuen Informationen, Gefühlen oder Ereignissen. Denn die Handlung kommt in meinen Augen irgendwann zum Stocken, kreist immer weiter um Blythe und zieht sich für einige Kapitel in die Länge. Möglicherweise dient dies dazu, Allys Emotionen und Situation zu unterstreichen. Ich persönlich musste mich allerdings ein wenig durch den Mittelteil kämpfen.

Abgesehen davon empfehle ich das Buch gerne an junge Leser weiter, die Interesse daran haben, sich an ein solch schwieriges Thema, welches gut und einfühlsam aufbereitet wurde, heranzutasten. Ich kann mir diesen Roman auch sehr gut als Schullektüre vorstellen, welche anschließend zur weiteren Diskussion anregen soll.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Inspirierende Message inmitten magischer Lesestunden

Die Bestimmung der Mondsteinkinder
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"Den Mondstein in der Hand, von Schärfe und Verstand, Schwarz auf dem Haupt, einer Chance beraubt, die Haut rein und zart, das Herz stark und hart."

Eigentlich passt die Prophezeiung zur bevorstehenden ...

"Den Mondstein in der Hand, von Schärfe und Verstand, Schwarz auf dem Haupt, einer Chance beraubt, die Haut rein und zart, das Herz stark und hart."

Eigentlich passt die Prophezeiung zur bevorstehenden Königslese so gar nicht zum jungen Meelo, einem Perlentaucher mit panischer Angst vor dem Wasser. Und doch bricht er gemeinsam mit einem Steppenkrieger auf, um die bevorstehende Königswahl, in welcher ein Kind des Reiches zum neuen König gekrönt wird, hautnah mitzuerleben. Auf seiner Reise lernt Meelo die Flügelpferd-Hüterin Ria kennen - und erfährt schon bald von einem finsteren Geheimnis, was alles zu verändern vermag...

Wer vom magischen, ein wenig düsterem und dennoch fantastischem Cover zu "Die Bestimmung der Mondsteinkinder" ebenso hin und weg war wie ich, wird sich freuen, sobald er einen Blick in das Innere des Buches wirft: Die Buchdeckel werden geziert von einer hübschen, umfassenden Landkarte und jedes Kapitel weist eine im selben Stil gehaltene Vignette auf.

Doch nicht nur die Gestaltung des Buches vermag es, zu überzeugen. Binnen kürzester Zeit lernt der Leser die einzelnen Figuren der Geschichte gut kennen, welche zuvor in einer kurzen Personenübersicht auf einen Blick vorgestellt werden. Schon bald erkennt man, wie einzigartig jeder Charakter - zumindest in Bezug auf Kinder, denn Erwachsene wirken hier eher wie Requisiten oder schmückendes Beiwerk - gezeichnet ist. Besonders positiv aufgefallen ist mir an dieser Stelle Protagonist Meelo, welcher durch seine sanftmütige Art besticht und mit Fleisch und Blut für die inspirierende Message des Buches einsteht: Du kannst alles schaffen, wenn du nur fest genug daran glaubst, ganz egal, was andere denken!

Die Geschichte und das Worldbuilding unterstreichen diese Botschaft angemessen. Hier und da wird mit einer ordentlichen Prise Magie und Fantasie gearbeitet - und spätestens die geflügelten Pferde dürften jedes Kinderherz höher schlagen lassen! Schade nur, dass das Buch immer mal wieder ein paar Längen aufweist. Aber hier muss man wohl einfach kurz durch, um dann den Rest des Buches umso besser genießen zu können.

Wer Lust auf eine von Kindern beherrschte, magische Welt hat und einem spannenden Abenteuer nicht abgeneigt ist, sollte sich dieses Buch näher ansehen. Ich bin mir sicher, dass es Kinderaugen zum Strahlen bringen wird.
4/5 Sterne

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