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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2026

Solide und schnell

Keine Zeit? Kein Problem!
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Da bin ich mal wieder mit einer Bewertung zu einem Buch von Matthias Riedl. So langsam weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr, das wievielte es inzwischen ist , weil ich schon so viele habe.

Dieses Buch ...

Da bin ich mal wieder mit einer Bewertung zu einem Buch von Matthias Riedl. So langsam weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr, das wievielte es inzwischen ist , weil ich schon so viele habe.

Dieses Buch enthält 85 Rezepte, davon fünf Frühstücksideen. Die restlichen Rezepte sind Hauptgerichte: Salate, Suppen, Pasta und andere schnelle Alltagsküche. Die Rezepte erfinden das Rad nicht neu und sind auch deutlich weniger anspruchsvoll als die aus der Medical Cuisine-Reihe. Dafür sind sie genau das, was sie versprechen: schnell, simpel und mit wenigen Zutaten umsetzbar. Einige Rezepte ähneln sich untereinander enorm, es gibt beispielsweise 1) Pasta mit Spinat und Pinienkernen und dann noch 2) Pasta mit Zucchini und Pinienkernen. Insgesamt ist es also eher ein kleineres Repertoire und damit spitze für die einfache Küche.

Im Buch wird das Schnelligkeitsversprechen eingehalten. Nichts besonders Aufregendes, nichts Experimentelles, aber solide, unkomplizierte Küche von einem Ernährungsmediziner. Für alle, die wenig Zeit haben und trotzdem halbwegs vernünftig essen wollen, funktioniert das gut.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Kein wirklicher Durchblick

Durchblick Künstliche Intelligenz
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Das Buch soll eigentlich einen Durchblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz geben, doch das gelingt leider nur bedingt. Ich hatte mir erhofft, nach der Lektüre wenigstens ein Grundverständnis davon ...

Das Buch soll eigentlich einen Durchblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz geben, doch das gelingt leider nur bedingt. Ich hatte mir erhofft, nach der Lektüre wenigstens ein Grundverständnis davon zu haben, wie KI funktioniert, das war aber nicht der Fall. Die Erklärungen sind zwar einfach gehalten, aber nicht wirklich verständlich. Vieles bleibt vage und kratzt nur an der Oberfläche.

Der Aufbau ist recht schlicht: Auf jeder Seite findet man eine Frage mit einer kurzen Antwort und viel Illustration. Dadurch wirkt das Buch leicht und modern, aber inhaltlich bleibt kaum etwas hängen. Von den rund 160 Seiten geht gefühlt die Hälfte für Bilder drauf. Diese sehen zwar schön aus, können den fehlenden Tiefgang aber nicht auffangen.

Clegg schafft es nicht, komplexe Sachverhalte greifbar zu machen. Statt echte Erklärungen zu liefern, stellt er immer neue Fragen, die man sich beim Lesen gar nicht unbedingt stellt. Die Kürze der Texte lässt außerdem keine wirkliche Tiefe zu.

Insgesamt: wirklich hübsch gestaltet, schnell gelesen, aber ohne tiefgehenden Erkenntnisgewinn. Wer wirklich verstehen will, was hinter KI steckt, wird hier enttäuscht.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Gesellschaftskritik ohne Richtung

Hustle
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Schon die ersten Seiten haben mich sofort in Leonies Situation hineingezogen: München als Stadt, in der das Gehalt nicht für die Miete reicht, wo Einsamkeit, Überforderung und ständige Geldsorgen den Alltag ...

Schon die ersten Seiten haben mich sofort in Leonies Situation hineingezogen: München als Stadt, in der das Gehalt nicht für die Miete reicht, wo Einsamkeit, Überforderung und ständige Geldsorgen den Alltag bestimmen. Diese Verzweiflung wird durch den kurzen, prägnanten Schreibstil sehr eindringlich transportiert. Die Sprache ist knapp, voller schwarzem Humor, manchmal fast schneidend. Ich habe beim Lesen mehrfach geschmunzelt, obwohl die Lage selbst oft trostlos ist.

Thematisch greift das Buch wahnsinnig aktuelle Fragen auf: Wohnungsnot, soziale Isolation, Kapitalismus und die Ausbrüche, die daraus folgen können. Gerade dieser Ansatz hat mich zu Beginn begeistert. Ich hatte das Gefühl, hier könnte eine radikale, schonungslose Gesellschaftskritik erzählt werden, die mich noch lange beschäftigen würde. Doch dieser Eindruck verläuft sich leider. Die großen Themen bleiben im Hintergrund, es gibt kaum Reflexionen oder tiefergehende Gedanken dazu, und so werden sie zwar angerissen, aber nicht zu Ende geführt.

Stattdessen verlagert sich die Handlung auf Leonies unkonventionelle Wege, sich über Wasser zu halten – von Racheaktionen für andere bis hin zu einem sozialen Aufstieg in eine Clique von Frauen, die eigentlich einer ganz anderen Schicht angehören. Dass sie am Ende keine Geldsorgen mehr hat und sich angekommen fühlt, wirkte auf mich zu plötzlich, fast wie ein Sprung. Ob das eine wirklich positive Entwicklung ist, bleibt für mich fraglich. Entgegen des groß beworbenen Zitats auf dem Cover hatte ich nicht das Gefühl, motiviert zu sein, selbst „Banden zu bilden“, sondern eher, dass die Geschichte offen und unfertig zurückbleibt.

Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das stark beginnt, mit einem tollen Schreibstil und einer sehr eindringlichen Protagonistin, dann aber zu sehr ins Offene läuft. Vieles, was am Anfang spannend und kritisch eingeführt wird, verpufft, ohne weitergedacht zu werden. Für mich macht es das Buch zwar lesenswert, aber am Ende nicht ganz so radikal, gesellschaftskritisch oder prägend, wie es hätte sein können.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Kleine Impulse

Slow Weekends
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Der Aufbau ist wirklich gelungen: sortiert nach Bergen, Gewässern, Städten, Land und sogar Zugreisen, mit Übersichtskarten am Kapitelanfang. Auch die großformatigen Fotos sind wunderschön und machen direkt ...

Der Aufbau ist wirklich gelungen: sortiert nach Bergen, Gewässern, Städten, Land und sogar Zugreisen, mit Übersichtskarten am Kapitelanfang. Auch die großformatigen Fotos sind wunderschön und machen direkt Lust, die Tasche zu packen.

Inhaltlich bleibt es allerdings eher bei einer knappen Inspiration. Pro Ziel gibt es meist nur ein paar Absätze, die zum Träumen anregen, aber wenig konkrete Tipps liefern. Vereinzelt werden Restaurants, Hotels oder Aktivitäten genannt, die meiste Zeit bleibt es bei einer kurzen Beschreibung der Region.

Für echte Reiseplanung ist das Buch zu oberflächlich, für Ideen und Stimmungsbilder aber schön gemacht. Ein netter Einstieg ins Thema „Slow Travel“, auch wenn der Preis von 25 € dafür etwas hoch angesetzt ist.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Wahr?

Protokoll eines Verschwindens
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Das Cover hat mir sofort gefallen und auch das True-Crime-Thema hat mich direkt angesprochen. Als langjährige Hörerin von True-Crime-Podcasts war meine Neugier sofort geweckt.

Man merkt dem Buch an, dass ...

Das Cover hat mir sofort gefallen und auch das True-Crime-Thema hat mich direkt angesprochen. Als langjährige Hörerin von True-Crime-Podcasts war meine Neugier sofort geweckt.

Man merkt dem Buch an, dass der Autor sehr gründlich recherchiert hat – Interviews, Quellen, dazu eigene Ausschmückungen. Das funktioniert insgesamt gut, auch wenn ich mich beim Lesen immer wieder gefragt habe, wie wohl die Betroffenen über diese Mischung aus Fakt und Fiktion denken. Der Reiz von True Crime liegt ja oft darin, möglichst nah an realen Ereignissen zu sein. Hier bewegt sich die Erzählung irgendwo dazwischen: teils Akte, teils zusammengereimte Geschichte. Dadurch entsteht zwar ein spannender Roman, aber eben nicht der ganz klassische True-Crime-Effekt.

Die verschiedene POVs, Einschübe aus Sicht des Autors und Auszüge gehören im Genre zwar dazu, haben mich hier aber manchmal aus dem Lesefluss gebracht.

Trotzdem: Insgesamt ein spannendes Buch, das man gut lesen kann. Gerade, wenn man Lust auf True Crime mit literarischer Note hat, ist es definitiv einen Blick wert.

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