Eine tragische Familiengeschichte, die mich zutiefst berührt hat
Die verschwundenen JahreIn ihrem neuesten Roman ,, Die verschwundenen Jahre " erzählt Astrid Töpfner in zwei sehr spannenden Zeitsträngen die tragische Lebensgeschichte von Clara.
Ihre 40jährige Enkelin Marina arbeitet ...
In ihrem neuesten Roman ,, Die verschwundenen Jahre " erzählt Astrid Töpfner in zwei sehr spannenden Zeitsträngen die tragische Lebensgeschichte von Clara.
Ihre 40jährige Enkelin Marina arbeitet beim Fernsehen und wird über die Exhumierung von Francisco Franco in einer Reportage berichten. Da ihre 102 jährige geliebte Großmutter yaya Clara die Zeiten des Spanischen Bürgerkrieges und die anschließende Regierungszeit ( 18476 -1975) des Diktators hautnah miterlebt hat, bittet Marina sie , ihr von diesen Jahren und ihren Erlebnissen zu erzählen. Trotz ihres fortgeschritten Alters und der Anstrengung beginnt sie ihre ergreifende Lebens -und Liebesgeschichte zu erzählen. Es kommen Geheimnisse zum Vorschein, von denen Marina nie etwas geahnt hat. Eine glückliche Jugend mit ihren Freunden Fernando und Daniel hat Clara in Salamanca erlebt, sich verliebt und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Wie ihr Vater wollte Marina Jura studieren. Doch als 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbricht, der in der Diktatur Francos mündet, werden alle Träume zunichte gemacht. Familien werden zerstört, man ist entweder für seine Ideologie , Mitglied der Falange oder hat mit dramatischen Folgen zu rechnen. Unzählige Menschen wurden getötet und die Angehörigen der,, Roten " mit Repressalien gedemütigt. Während Clara immer tiefer in ihre Erinnerungen eintaucht, wird Marina bewusst, warum ihre Familie so ist wie sie ist. Die politischen und persönlichen Geschehnisse haben ihre Großmutter, ihren Vater und seine Geschwister so sehr geprägt und damit deren ganzes Leben beeinflusst, bis in die Gegenwart.
In den zwei Zeitsträngen, Gegenwart und die Jahre ab 1936, taucht der Leser tief in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten ein. Meisterhaft und äußerst gefühlvoll werden die Zeitstränge miteinander verwoben, so daß daraus ein Ganzes wird.
Aus den abwechselnden Perspektiven von Clara, Daniel, Fernando und Alejandro wird die Vergangenheit eindrucksvoll lebendig,. Aus den grandios bildhaften Beschreibungen werden Bilder vor meinen Augen , als wäre ich selbst mittendrin. Der Schreibstil ist großartig, wunderbar lebendig und authentisch. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt, mich in den Bann gezogen, so daß ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bevor die letzte Seite beendet war.
Über diese dunklen und dramatischen Jahre der Diktatur unter Franco war mir nicht viel bekannt. Die tragischen Geschehnisse haben Auswirkungen bis in die heutige Zeit,. Das Leben so vieler Menschen wurde geprägt und dies hat Auswirkungen bis heute.
Claras tragische Lebensgeschichte hat mich tief berührt, zu Tränen gerührt und ist mir unter die Haut gegangen. Zu gerne hätte ich sie und ihre Enkelin Marina in den Arm genommen und ihnen Halt und Trost gegeben.
Astrid Töpfner hat mich in diese packende und feinfühlig erzählte Lebens-und Liebesgeschichte hinein gezogen und mich nicht wieder los gelassen. Sie hallt noch lange in mir nach.
Von ganzem Herzen empfehle ich diese emotionale Erzählung, ein Stück lebendig gewordene Geschichte.