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Veröffentlicht am 10.09.2025

Für Kölner*innen und/oder Liebhaber*innen von historischen Stoffen ein Muss

Tödlicher Aschermittwoch (Gustav Zabel ermittelt 2)
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Inhalt: Köln am Aschermittwoch 1823. Nahe der Elendskirche wird die verkohlte Leiche eines Mannes entdeckt. Auch, wenn die Leiche nicht mehr identifizierbar ist, ist Kommissar Gustav Zabel sich sicher, ...

Inhalt: Köln am Aschermittwoch 1823. Nahe der Elendskirche wird die verkohlte Leiche eines Mannes entdeckt. Auch, wenn die Leiche nicht mehr identifizierbar ist, ist Kommissar Gustav Zabel sich sicher, dass es sich um einen seiner früheren Widersacher handelt, der vor zwei Jahren die Stadt verlassen hatte. Doch: Warum kehrte er zurück? Weshalb wurde er kurz nach seiner Ankunft effektvoll beseitigt? Zabels Ermittlungen führen ihn in die bürgerliche Oberschicht Kölns - und damit in die Reihen seiner eigenen Freunde…

Persönliche Meinung: “Tödlicher Aschermittwoch” ist ein historischer Kriminalroman von Lorenz Stassen. Es ist der zweite Köln-Krimi um den preußischen Kommissar Gustav Zabel. Die Handlung ist in sich abgeschlossen, sodass man den Krimi auch ohne Kenntnis des Vorgängers “Rosenmontag” lesen kann. Wichtige Handlungsmomente des ersten Bandes werden allerdings in “Tödlicher Aschermittwoch” benannt, sodass man sich bei einem nicht-chronologischen Lesen spoilert. Erzählt wird die Handlung des Krimis aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven, wobei aber die personale Perspektive von Gustav Zabel überwiegt. Zabel, den im ersten Band Identitätsprobleme plagten, hat sich nun in Köln eingelebt und scheint angekommen zu sein. Für Konflikte sorgt jetzt allerdings die Rückkehr einer Person aus der Vergangenheit, die Zabel mehr und mehr an seiner aktuellen Lebenssituation zweifeln lässt. Die Handlung selbst ist spannend: Mehrfach werden falsche Fährten gelegt, sodass die Identität der Täterfigur überraschend bleibt; auch die Motive für den Mord entfalten sich in einem schönen Tempo. Eingebettet ist die Handlung in den historischen Hintergrund der französischen Herrschaft am Rhein, während der viele Kunstgüter nach Paris geschafft wurden (die später, nach dem Fall Napoleons, im besten Fall wieder zurückkehrten). Daneben findet sich - wie bereits im ersten Band - eine schöne Portion Lokalkolorit: Erneut durchstreift man das neuzeitliche Köln, wieder lernt man die - auch eigensinnige - Kölner Oberschicht kennen. Karneval spielt im Vergleich zum ersten Band eher eine Nebenrolle, in den Fokus rückt der Kölner Klüngel, der Zabel bei der Aufklärung des Falles Kopfzerbrechen bringt. Insgesamt ist “Tödlicher Aschermittwoch” ein spannender, abwechslungsreicher Kriminalroman, der unterschiedliche Themen berührt - für Kölnerinnen und/oder Liebhaberinnen von historischen Stoffen ein Muss.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Eine schön aufgemachte Jugendbuchausgabe des modernen Klassikers

Der Da Vinci Code
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Inhalt: Robert Langdon wird von der Polizei in den Louvre gerufen - wo ihn die blutige Leiche des Museumsdirektors erwartet. Dieser hatte in seinen letzten Minuten eine rätselhafte Botschaft hinterlassen, ...

Inhalt: Robert Langdon wird von der Polizei in den Louvre gerufen - wo ihn die blutige Leiche des Museumsdirektors erwartet. Dieser hatte in seinen letzten Minuten eine rätselhafte Botschaft hinterlassen, die der Symbol-Professor Langdon dem Anschein nach entschlüsseln soll. Doch schnell wird klar: Die Polizei sieht in Langdon den Hauptverdächtigen und hofft durch die Hinführung zum Tatort mit einem Geständnis. Mithilfe der Kryptologin Sophie Neveu gelingt Langdon allerdings die Flucht aus dem Louvre - was gleichzeitig der Beginn der Lösung eines jahrhundertealten Rätsels ist…

Persönliche Meinung: “Der Da Vinci Code” ist die Jugendbuchausgabe von Dan Browns “Sakrileg”. Zuerst erschien die Ausgabe 2017, nun ist sie in neuer Aufmachung wieder aufgelegt worden. Zur Handlung von “Der Da Vinci Code”/”Sakrileg” möchte ich gar nicht zu viel sagen, da sie vermutlich hinlänglich bekannt ist. Es handelt sich um einen flüssig zu lesenden Verschwörungsthriller, der aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, Kirchengeschichte sowie Kunst aufgreift, mit pseudowissenschaftlichen Theorien würzt und der Struktur einer Schnitzeljagd, in der mehrere Rätsel gelöst werden müssen, folgt. Dadurch entsteht eine spannende Handlungskurve, die auch mit der ein oder anderen Wendung aufwartet.
Was unterscheidet nun die Jugendbuchausgabe von der Originalausgabe? Zunächst die Aufmachung: Das Cover sowie der stimmige Buchschnitt richten sich eher an eine jugendliche Leserschaft. Sehr gut hat mir die Innengestaltung des Umschlags gefallen: Hier finden sich Bilder der Handlungsorte (z. B. vom Louvre), im Roman thematisierte Gemälde (z. B. die “Mona Lisa”) und Codeentschlüsselungen. Dadurch werden die z.T. komplizierten Themen des Thrillers nahbarer - und man erspart sich ggf. das Bemühen von Google, um sich die Bilder nochmal vor Augen zu führen (Diese Innengestaltung mit Bildern zu relevanten Dingen würde ich mir generell für (historische) Romane unabhängig der intendierten Leserschaft wünschen, weil sie das Lesen unmittelbarer/leichter macht). Daneben finden sich - für die Handlung des Romans durchaus angemessen - Triggerwarnungen. Sprachlich habe ich nach stichprobenartigen Abgleichen mit der Leseprobe der “Erwachsenenausgabe” keine Unterschiede gefunden. Der inhaltlich gewichtigste Unterschied sind die gekürzten ca. 140 Seiten. Prinzipiell ist die Handlung auch ohne diese Seiten rund; man kann ihr auch sehr gut folgen. Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass die erzählerischen Schnitte zwischen einzelnen Kapiteln zu schnell waren. Ob das an den gekürzten Seiten liegt, kann ich aber nur mutmaßen, da ich die Originalausgabe nicht gelesen habe. Die Frage, inwiefern eine gekürzte Jugendbuchausgabe sinnvoll ist, muss jeder - in Abhängigkeit für die konkreten intendierten Leserinnen - für sich entscheiden. Einerseits kann ein gekürztes Buch - zumal in dieser schönen Aufmachung - zum Lesen animieren. Andererseits kann man meiner Meinung nach aber durchaus überlegen, ob man jungen Lesenden, wenn sie sich schon für einen Roman wie “Sakrileg” interessieren, nicht auch zutrauen kann, die Originalausgabe zu lesen. Insgesamt ist “Der Da Vinci Code” eine schön aufgemachte Jugendbuchausgabe eines Weltbestsellers.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Die kleine Schwester von "Herz der Finsternis"

Jugend. Erzählung
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“Jugend” ist eine Kurzgeschichte von Joseph Conrad. Aufgeteilt ist sie in eine Rahmen- und eine Binnenerzählung: In dem nur wenige Seiten umfassenden Rahmen führt ein namenloser Ich-Erzähler in ein Treffen ...

“Jugend” ist eine Kurzgeschichte von Joseph Conrad. Aufgeteilt ist sie in eine Rahmen- und eine Binnenerzählung: In dem nur wenige Seiten umfassenden Rahmen führt ein namenloser Ich-Erzähler in ein Treffen zwischen ehemaligen Seefahrern ein. Einer dieser Seefahrer ist Kapitän Marlow, der in mehreren Erzählungen von Joseph Conrad auftaucht (u.a. “Herz der Finsternis”). Marlow berichtet in der Binnenerzählung von seinen Abenteuern auf der “Judea”, einem Handelsschiff, das ursprünglich von London nach Bangkok reisen sollte. Geschildert werden hier - mit retardierenden Momenten sowie kleineren und größeren Höhepunkten - die Gefahren der Seefahrt. Dies geschieht auch in plastischer und atmosphärischer Weise. Allerdings war es für mich etwas zu langatmig: Trotz aller Abenteuer plätscherte die Handlung für mich eher ziellos dahin, sodass ich mich etwas zwingen musste, am Ball zu bleiben. Vielleicht lag es daran, dass man Ähnliches auch in “Herz der Finsternis” findet, vielleicht war es auch dem Umstand geschuldet, dass Schifffahrten, Nautik und die Meere der Welt nicht zu meinen Steckenpferden gehören - ich kann es nicht genau festmachen, da die Geschichte handwerklich durchaus gelungen ist. Abgerundet wird die Ausgabe des Reclam Verlags durch ein kurzes Nachwort, das in Leben und Werk Joseph Conrads einführt, der als Polnischstämmiger erst relativ spät Englisch lernte und zeitlebens mit dem Finden passender englischer Worte haderte. Daneben wird die wiederholt auftretende Figur “Marlow” in den verschiedenen Werken Conrads beleuchtet. Insgesamt ist “Jugend” eine atmosphärische kleine Schwester von “Herz der Finsternis”, die sich besonders für Liebhaber*innen von nautischen Geschichten eignet.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Spannend erzählt, teilweise aber etwas zu konstruiert

Der Selbstmordklub. Eine unheimliche Geschichte
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Inhalt: Prinz Florizel von Böhmen und sein Oberst Geraldine erleben in London inkognito einige Abenteuer - bis in einer Gastwirtschaft ein Cremetörtchen verschenkter junger Mann ihre Aufmerksamkeit auf ...

Inhalt: Prinz Florizel von Böhmen und sein Oberst Geraldine erleben in London inkognito einige Abenteuer - bis in einer Gastwirtschaft ein Cremetörtchen verschenkter junger Mann ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Interessiert erkundigt sich Florizel nach dem Grund für diese Aktion, woraufhin der junge Mann offenbart, des Lebens überdrüssig zu sein; er wolle noch etwas Ausgefallenes tun, ehe er sich dem Selbstmordklub anschließt. Aus Neugierde nehmen Florizel und Geraldine an der nächsten Sitzung des Klubs teil - mit schwerwiegenden Konsequenzen…

Persönliche Meinung: “Der Selbstmordklub” ist eine Erzählung von Robert Louis Stevenson. Das Spannende an dieser Erzählung ist, dass sie sich aus drei Teilen zusammensetzt, die (zunächst) unabhängig voneinander scheinen. Der erste Teil “Die Geschichte von dem jungen Mann mit den Cremetörtchen”, den ich oben umrissen habe, bildet den Ausgangspunkt. Zu den beiden folgenden Teilen “Der Arzt und der Reisekoffer” und “Das öde Haus” möchte ich zwecks Spoilergefahr inhaltlich nicht weiter eingehen. Spannung entsteht innerhalb “Der Selbstmordklub” durch unterschiedliche Erzählperspektiven: Jede Erzählung wird von einem anderen personalen Erzähler erzählt, der zuvor in keinem vorherigen Teil aufgetreten ist. So entsteht bei Beginn jeden Teils ein schöner Irritationsmoment. Da der jeweilige personale Erzähler - anders als die Lesenden - die Figuren aus dem vorherigen Teil, die zudem häufig inkognito unterwegs sind, nicht kennt, entsteht ein spannendes Spiel mit den Lesenden, die unweigerlich mit der Suche nach bekannten Figuren beginnen. Hierbei gibt es natürlich den ein oder anderen Aha-Moment. So sehr ich dieses analytische Erzählen mochte: Zum Teil wirkt es zu konstruiert, einzelne Haken, die (insbesondere im dritten Teil) erzählerisch geschlagen werden, sind zu bemüht und besitzen kaum einen sinnigen Mehrwert für die Handlung. Sprachlich wird eher ein gehobener, hypotaktischer Stil mit vielen Erzählpassagen und wenigen Dialogen genutzt. Abgerundet wird die Ausgabe des Reclam Verlags durch eine Nachbemerkung, in der “Der Selbstmordklub” punktuell mit “Die Schatzinsel” verglichen wird. Insgesamt ist “Der Selbstmordklub” eine durchdachte, spannende Erzählung, die leider manchmal etwas zu viel will.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Für Kölner, Karnevalisten und/oder Liebhaber von historischen Stoffen ein Muss

Rosenmontag
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Inhalt: Köln 1823. Namhafte Kölner Bürger möchten den Karneval reformieren: Zum ersten Mal soll es einen Rosenmontagszug geben, dem ein Prinz Carneval vorsteht. Ein Umstand, der den preußischen Machthabern ...

Inhalt: Köln 1823. Namhafte Kölner Bürger möchten den Karneval reformieren: Zum ersten Mal soll es einen Rosenmontagszug geben, dem ein Prinz Carneval vorsteht. Ein Umstand, der den preußischen Machthabern ein Dorn im Auge ist. Kriminalkommissar Gustav Zabel, der jüngst aus Berlin nach Köln versetzt worden ist, steht dabei zwischen den Fronten: Einerseits möchte er sich - seiner Frau zuliebe - in die Kölner Bürgerschaft integrieren, engagiert sich dementsprechend im Festkomitee, andererseits darf er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, um nicht den Groll seiner preußischen Vorgesetzten auf sich zu ziehen. Kurz vor Rosenmontag wird zudem die Leiche eines Mannes gefunden - und plötzlich steht die Reform des Karnevals mehr auf der Kippe denn je…

Persönliche Meinung: “Rosenmontag” ist ein historischer Kriminalroman von Lorenz Stassen. Es handelt sich um den ersten Band mit der Ermittlerfigur Gustav Zabel, aus deren personaler Perspektive die Handlung über weite Strecken erzählt wird. Zabel ist mit seinem Identitätskonflikt - ein preußischer Beamter, der sich in Köln integrieren möchte, ohne völlig seine Herkunft zu verlieren - sehr lebendig und vielschichtig dargestellt. Der Mordfall, der sich um einen windigen, erpresserischen Textilhändler dreht, der mehrere namhafte Kölner auf seiner Liste hat, hat mir besonders aufgrund des überraschenden Endes gefallen.
Neben der Aufklärung des Mordfalls spielt auch der historische Hintergrund des ersten Rosenmontagszugs 1823 eine große Rolle innerhalb der Handlung. Hier finden wir uns mehrfach bei Planungsgesprächen im Weinhäuschen an St. Ursula wieder, in denen der Kölner Karneval so ausgeschärft wird, wie wir ihn heute kennen. Gewürzt ist der Roman mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit: Man besucht den (noch nicht fertigen) Dom, spaziert durch (z. T. düstere) Gassen der Altstadt, lernt historische Persönlichkeiten kennen, die auch mal Kölsch schwaade, und trifft auf den berühmten Kölner Klüngel. Insgesamt ist “Rosenmontag” ein spannender, abwechslungsreicher Kriminalroman, der unterschiedliche Themen berührt - für Kölnerinnen, Karnevalistinnen und/oder Liebhaber*innen von historischen Stoffen ein Muss.

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