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Veröffentlicht am 12.10.2025

Nicht ihr Bestes

Elefanten vergessen nie
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Auf einem Literatentreffen wird Schriftstellerin Ariandne Oliver von einer ihr fremden Dame angesprochen, die Auskünfte zum gewaltsamen Tod der Eltern eines ihrer Patenkinder erhofft. Ariadne ist sichtlich ...

Auf einem Literatentreffen wird Schriftstellerin Ariandne Oliver von einer ihr fremden Dame angesprochen, die Auskünfte zum gewaltsamen Tod der Eltern eines ihrer Patenkinder erhofft. Ariadne ist sichtlich irritiert, versteht sie doch nicht, woher das plötzliche Interesse nach all den Jahren kommt. Die Angelegenheit lässt ihr allerdings keine Ruhe und so bespricht sie den Vorfall mit ihrem guten Freund Hercule Poirot.

In "Elefanten vergessen nie" beschreibt Agatha Christie die Ermittlungen zu einem Fall, der in der Vergangenheit liegt und nie zufriedenstellend aufgeklärt werden konnte. Heute würde man das als Cold Case bezeichnen und während ein solcher Fall heute, in Zeiten modernster Ermittlungsmethoden, durchaus gute Aussicht auf Aufklärung hat, klingt das Unterfangen im Buch ziemlich aussichtslos.

AC lässt hier Ariadne Oliver und Hercule Poirot gemeinsam ermitteln, jeden der beiden auf seine besondere Art. Poirot gewohnt sehr systematisch und auf äußerst verschlungenen Pfaden, Ariadne eher unkonventionell und chaotisch. Der Ansatz, den Beide verfolgen ist, die Ereignisse durch die Befragung von damals beteiligten Personen zu beleuchten und so eventuell neue Erkenntnisse zu bekommen. Daraus leitet sich auch der Titel des Buches ab, denn die Beiden gehen davon aus, dass die Personen oft ein erstaunliches Gedächtnis haben und sich meist noch gut an vergangene Ereignisse, unwichtige Details, oder Begebenheiten erinnern können, gleich wie Elefanten, denen man ja nachsagt, sie würden nie Vergessen.

Ein Poirot ist oft keine leichte Lektüre, die Gedankengänge seiner kleinen grauen Zellen oft nur schwer nachvollziehen. In diesem Buch, das eines der letzten der Autorin gewesen ist, fällt es dem Leser aber noch schwerer als sonst. Die Geschichte ist wirr, die Befragungen der damaligen Zeugen oft langatmig und wenig erhellend, die gesammelten Informationen ungeordnet, zahlreich und undurchschaubar für den Leser. Die vielen beteiligten Personen erschweren es ebenso durchzublicken, wie die schwierigen Beziehungen, die untereinander bestehen. Ein wirkliches "mitkriminalisieren" ist eigentlich überhaupt nicht möglich. Die Grundzüge der tat erahnt man trotzdem schon recht früh, die Details dazu sind dann aber doch wieder überraschend und leider auch etwas unbefriedigend, weil einiges unbeantwortet bleibt. Eigentlich ist dies gar nicht ACˋs Art, allerdings soll sie bei der Arbeit an diesem Buch schon an Demenz gelitten haben und das würde natürlich das Chaos in der Geschichte erklären.

Es gibt deutlich bessere Bücher der Autorin, obwohl ich sagen muss, dass mir ihre Figur der Ariadne Oliver hier fast ein wenig besser gefallen hat, als in anderen Fällen, war sie hier doch nicht ganz so hibbelig und überdreht wie in anderen Büchern.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Epische Reise

Der Aufstieg Thions
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Der Krieger Thion ist mit seinen Mannen unterwegs, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Männer und Pferde sind am Ende ihrer Kräfte und auch das Wetter macht der Truppe arg zu schaffen. Unter großen ...

Der Krieger Thion ist mit seinen Mannen unterwegs, um eine wichtige Botschaft zu überbringen. Männer und Pferde sind am Ende ihrer Kräfte und auch das Wetter macht der Truppe arg zu schaffen. Unter großen Mühen erreichen sie die Küste, nur um hier zu erfahren, dass der Kapitän des letzten Schiffes nicht gewillt ist die gefährliche Überfahrt anzutreten. Thion lässt sich allerdings nicht von seiner Aufgabe abbringen, das Schiff sticht am nächsten Tag, gegen jeden Widerstand in See und es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung, einer Begegnung, die Thions Leben für immer verändern wird.

Die Begegnung, von der hier die Rede ist kann der Leser bereits anhand des Covers des Buches erahnen, allerdings um ein vielfaches extremer, als es das Cover zeigt. Es handelt sich dabei um eine Schlüsselszene des Buches und letztlich der gesamten Saga, von der uns hier der erste Band vorliegt. Das Autoren-Duo aus Vater und Sohn hat hier eine epische Welt geschaffen, bevölkert mit mutigen Kämpfern, diversen Göttern, Hexen, Magieren, Bestien, Ungeheuern und mythischen Wesen aller Art, eine Welt im stetigen Kampf von Gut gegen Böse, in dem einfache Menschen zum Spielball höherer Mächte werden. Das Universum, das hier geschaffen wurde wird in Einschüben immer wieder kurz erklärt, ein wirklich intensives Eintauchen in diese komplexe Welt wird allerdings nur möglich, wenn man sich mit dem umfangreichen Zusatzmaterial auseinandersetzt, das die Autoren im sogenannten Codex zusammengestellt haben. Immer wieder wird im Text durch Fußnoten auf diesen hingewiesen. An sich finde ich diese Hintergrundinformationen durchaus gut, allerdings wirklich nur als Ergänzung, um nach der Lektüre noch etwas tiefer einzutauchen. Das ich wärend ich Thions Geschichte lese immer wieder hier nachschlagen muss, wie in einem Lexikon, um Informationen zu Personen zu erhalten, oder Geschehnisse besser zu verstehen, fand ich ehrlicherweise etwas mühselig. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit, die hinter diesem Projekt steckt, hätte mir aber gewünscht, dass bestimmte Dinge direkt aus der Geschichte hervorgehen. Wenn zB Figuren, die recht kurz eingeführt wurden später überraschend auftauchen und übermenschliches leisten, dann möchte ich eigentlich schon wissen, warum sie dazu fähig sind.

Der Autor selbst hat in der Leserunde, an der ich teilnehmen durfte, erklärt, dass viele dieser Informationen in einer ersten Fassung direkt im Buch zu finden waren und aufgrund des immensen Umfangs des Buches dann entfernt und separat im Codex zusammengestellt wurden. Ich kann diesen Entscheidungen durchaus nachvollziehen, viele Leser scheuen 1000seitige Wälzer, allerdings ist für mich hier der Spagat zwischen, das muss zwingend drin bleiben um der Story Substanz und Tiefe zu geben und, das kann raus, nicht gut gelungen. Für mich persönlich gibt es bei den vorliegenden 500 Seiten einiges, dass ich nicht gebraucht hätte. Vieles davon ist dem sehr opulenten Schreibstil des Autoren geschuldet, der sehr auf das epische Erzählen abzielt, dabei, wie ich finde, oft abschweift und sich im Kleinteiligen und unglaublich vielen Wiederholungen verliert.

Der Schreibstil war es dann auch hauptsächlich, der mich zu Beginn lange mit dem Buch hadern ließ. Ich habe länger gebraucht um in die Geschichte reinzukommen und auch im weiteren Verlauf gab es immer wieder Abschnitte, in denen ich mit der Art des Erzählens nicht zurecht gekommen bin. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich mehrfach kurz davor war das Buch abzubrechen, um kurz darauf plötzlich wieder total gefesselt von den Ereignissen zu sein. Dieses Auf und Ab des Buches, in Verbindung mit dem speziellen Wortbuilding und den zu detaillierten, fast sekundengenauen Situationsbeschreibungen habe ich als sehr anstrengend empfunden und das kenne ich in dieser Form auch nicht unbedingt aus anderen High Fantasy Romanen.

Die Geschichte und die Welt Thions ist unglaublich komplex und das Wort episch beschreibt es schon ganz gut. Leider hat mich die Story nur in Teilen begeistern können, vieles fand ich zu kurz erzählt, während anderes zu viel Raum bekommen hat. Wer sich im Fantasygenre auskennt wird natürlich Anklänge an andere große Werke erkennen, in wie weit dies vom Autor beabsichtigt ist, kann ich nicht sagen. Thion als Hauptfigur ist mir seltsam fremd geblieben und konnte nur wenig Emotionen bei mir wecken, wohingegen Nebenfiguren wie Fanyr mir in der Kürze ihres Erscheinens ans Herz gewachsen sind.

Mit "Der Aufstieg Thions" hat der Autor den Beginn einer Saga vorgelegt, die mit Sicherheit ihre Leserschaft finden wird. Ich muss leider sagen, dass ich hier nicht dazugehöre. Von mir bekommt das Buch in der vorliegenden Form 2,5 Sterne, die ich aufgrund der immensen Arbeit die sich der Autor gemacht hat, auf 3 Sterne aufgerundet habe. Vielleicht hätte mir das Buch in der Ursprungsfassung besser gefallen, aber das kann man nicht wissen.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Erster Band der Reihe

Deep Space Band 1
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Wir schreiben das Jahr 2731, die Menschen haben den Weltraum erobert und natürlich herrscht dabei nicht die Einigkeit, wie wir sie zum Beispiel aus dem Star Trek Universum kennen, im Gegenteil. Die Menschheit ...

Wir schreiben das Jahr 2731, die Menschen haben den Weltraum erobert und natürlich herrscht dabei nicht die Einigkeit, wie wir sie zum Beispiel aus dem Star Trek Universum kennen, im Gegenteil. Die Menschheit teilt sich auf in das hochfortschrittliche Deep-Space-Konsortium und die traditionellere Föderation. Wärend die Einen in allen Bereichen voll auf den Einsatz von KI setzen, kolonisieren die anderen ihre Planeten noch mühsam durch herkömmliches Terraforming. Auf einem Planeten der Föderation scheint das Terraforming nun zu ungewöhnlichen Anomalien geführt zu haben und die dortige wissenschaftliche Leiterin bittet ihren Kollegen Dr. Brunner aus dem Konsortium um Hilfe.

Mit Band 1 - Die verlorene Station - führt der Autor Jonas Simmons den Leser in die Grundlagen seines Universums ein und stellt die Hauptfiguren der Geschichte vor. Diese bestehen aus Dr. Brunner, dem Leiter der kleinen Expedition, seinem Assistenten Mark und der Offiziersanwärterin Alice, die zur Besatzung des Schiffes gehört, später lernen wir auch noch Sally, eine KI kennen. Gerade Mark und Alice tragen einen Großteil der Story, leider ist es mir aber das ganze Buch über nicht wirklich gelungen eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Alice ist noch ganz okay, aber Mark hat es mir mit seiner Art wirklich schwer gemacht ihn auch nur ansatzweise zu mögen, eigentlich bin ich eher genervt von ihm und seinem Verhalten in bestimmten Situationen. Er als Wissenschaftler, der eigentlich für mich den Part des unermüdlich neugierigen Forschers hätte übernehmen sollen, ist ständig am zaudern und nörgeln und erweist sich mehr als einmal als Hemmschuh der Geschichte, wärend Alice, ganz gegen ihre Ausbildung beim Militär absolut offen ist und sich direkt auf neue Situationen einstellt, ohne diese zu hinterfragen und erst recht, ohne direkt gleich jedes Mal nach der Waffe zu greifen. Natürlich wäre es absolut Klischee gewesen, wenn die Figuren agiert hätten, wie von mir erwartet, aber hier muss ich sagen, wäre mir ein bisschen mehr Klischee ganz Recht gewesen.

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, obwohl mich der Plot total angesprochen hat. Die Story beginnt sehr ruhig und nimmt erst langsam Fahrt auf. Stellenweise schreibt der Autor zu detailliert, was gerade in Actionszenen einfach die Spannung rausnimmt. Im Mittelteil wird es dann richtig spannend, hier vermischt der Autor Element, die SciFi Fans wahrscheinlich bekannt vorkommen. So bin ich hier an die verschiedensten Klassiker des Genres erinnert worden, da war von "Alien" über "Das Ding aus einer anderen Welt" bis hin zu "Lost in Space" alles dabei. Aber natürlich kann ich mich irren, hier muss wohl jeder Leser selbst schauen.

Generell ist das Buch ein recht ordentlicher Einstieg in die angestrebte Reihe, für mich als absoluter SciFi Fan aber ein bisschen dünn. Ich denke Neulinge im Genre könnten hier wesentlich eher Zugang zur Geschichte und den Figuren finden, einfach, weil sie eben nicht schon so vieles Andere gelesen und gesehen haben, mit dem sie das Buch dann vergleichen. Für mich gibt es für die Folgebände noch Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Geheimnisse

Das Nest
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Fran betreibt seit einigen Jahren einen Wohnwagenpark und kommt mit Mann und Sohn so ganz gut über die Runden. Ihre große Leidenschaft sind die Seevögel, die sie in jeder freien Minute beobachtet. Sohn ...

Fran betreibt seit einigen Jahren einen Wohnwagenpark und kommt mit Mann und Sohn so ganz gut über die Runden. Ihre große Leidenschaft sind die Seevögel, die sie in jeder freien Minute beobachtet. Sohn Bruno bleibt da oft sich selbst überlassen und verbringt die Zeit mit seiner Cousine Sadie, die mit ihren Eltern in einem von Frans Mobilheimen untergekommen ist. Als Brunos Lehrerin verschwindet gerät Frans Alltag immer mehr aus den Fugen.

Wenn man das Cover von Sophie Morton-Thomas Buch sieht denkt man nicht direkt an eine Art Krimi und so wird das Buch ja auch nicht klassifiziert, obwohl der Klappentext dies vermuten lässt. "Vorstadt-Noir" ist dort zu lesen, was immer das bedeuten soll. Dunkel wird es in der Geschichte allerdings schon, melancholisch, fast schwermütig könnte man die Stimmung beschreiben, beim Lesen hat man manchmal das Gefühl festzustecken, nicht vorwärts zu kommen in dieser dichten und zähen Geschichte. Dieses Gefühl wird auch dadurch verstärkt, dass man eben so gar nicht weiß wo es hingeht, es wird sovieles angedeutet, aber eben nicht konkret ausgesprochen, dass man als Leser die verschiedensten Szenarien im Kopf hat, die sich alle am Ende als falsch herausstellen sollen. Ein Ende, das überrascht, sprachlos macht, unvorhersehbar war (für mich) und auch irgendwie nicht wirklich logisch und überzeugend ist. Leider.

Der Schreibstil der Autorin ist im Grunde sehr leichtgängig, daran liegt es also nicht, wenn man etwas Probleme mit dem Buch hat. Es sind eher die Figuren, die es dem Leser schwer machen, allen voran Fran, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und Tad, der Älteste einer Romagruppe, die auf dem Nachbargrundstück der Familie ihr Lager aufschlagen und der ebenfalls mit seinen Gedanken zur Geschichte beiträgt. Beide sind recht unzuverlässige und subjektive Erzähler, die einen natürlich nur an bestimmten Dingen teilhaben lassen und so ein eher einseitiges Bild der Ereignisse liefern. Sympatisch sind Beide nur bedingt, dafür aber recht undurchschaubar. Auch sonst liefert die Story wenig sympathische Figuren, am ehesten ist da noch der kleine Bruno, den der Leser ein wenig bemitleidet und um den er Angst hat.

Die Geschichte wird sehr bruchstückhaft und bedingt durch die Erzählform, einseitig erzählt. Von Beginn an ist eine eher dunkle, bedrückende Grundstimmung zu spüren. Selbst wenn im Buch die Sonne scheint, wird einem beim Lesen nicht warm, eigentlich sollte man Mitgefühl für die Figuren entwickeln, kann dies aber nicht wirklich.

Das Nest ist definitiv kein Mainstream Buch, man muss sich auf die Geschichte und die besondere Erzählweise einlassen. Eigentlich waren wir uns in der Leserunde alle einig, dass man dieses Buch eher in der dunklen Jahreszeit lesen sollte, gut eingemummelt mit einer Tasse Tee. Sommerlektüre ist diese triste Familiengeschichte, in der es um Geheimnisse, Missverständnisse, aber vor allem ums Schweigen nämlich geht so gar nicht.

Ich habe das Buch trotz allem recht schnell gelesen, war, wie schon erwähnt die ganze Zeit am Szenarien spinnen. Am Ende war ich ungläubig frustriert und auch ein wenig enttäuscht, denn nicht nur hätte ich dieses Ende nicht erwartet, es ergibt für mich schlichtweg keinen wirklichen Sinn, obwohl ich die Intention dahinter durchaus verstehe. Ich glaube der Autorin ist ein Buch gelungen, das polarisiert, Viele werden es mögen, genauso viele ihm aber eher mit Unverständnis begegnen. Hier muss sich wohl jeder selbst ein Bild machen.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Brutale Verbrechen

Alex Brandt
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Alexander Brandt ist Chefermittler bei der Polizei in Frankfurt und macht es seinen Vorgesetzten mit seiner Art nicht immer leicht, die Mitglieder seines Teams allerdings vertrauen auf seinen Instinkt. ...

Alexander Brandt ist Chefermittler bei der Polizei in Frankfurt und macht es seinen Vorgesetzten mit seiner Art nicht immer leicht, die Mitglieder seines Teams allerdings vertrauen auf seinen Instinkt. Als es zu einer blutigen Mordserie kommt, stehen alle vor einem Rätsel, den Opfern wurde brutal das Herz entfernt und trotzdem liegt auf ihrem Gesicht ein seliges Lächeln.

Ich bin ja bekennender Fan von schwierigen Ermittlerfiguren und so eine ist Alex Brandt definitiv. Hart und kompromisslos was seine Arbeit betrifft, ebenso hart und kompromisslos, wenn eine Person in seinem Umfeld nicht loyal ist, oder seine Arbeit vernachlässigt. Direkt und oft hart an der Grenze in seiner Kommunikation, fordernd seinem Team gegenüber und sich selbst. Eine wirklich starke Figur, die mich als Leser aber eher abgeschreckt und selbst in den emotionaleren Momenten nur wenig berührt hat. Rein vom Lesen her ist Alex ein Mensch, mit dem ich persönlich so überhaupt nicht zusammenarbeiten könnte, wenig bis gar nicht empathisch, egozentrisch, aufbrausend, draufgängerisch, ungeduldig, unnachgiebig, stur und, und, und. Natürlich ist er loyal seinem Team gegenüber, aber trotzdem alles andere als ein Teamplayer. Eine absolut besondere Figur, durchaus dafür geschaffen Kult zu werden, aber wohl leider nicht bei mir.

Der Fall ist von Beginn an spannend inszeniert und liefert durch die Umstände auch direkt eine gehörige Portion Mystik, was ich sehr mag. Ich liebe ja solche Szenarien, bei denen sich eine eher unreale Situation aus der völligen Normalität heraus aufbaut. Hier läuft die Geschichte, bis auf wenige Ungereimtheiten erstmal in Richtung Thriller und ich hätte sie dem Autor auch so absolut abgenommen. Als dann das Mystische dazu kommt, ist auch das für mich erstmal total spannend und interessant, es kommt für mich aber keine richtige Verbindung zur restlichen Geschichte zustande. Beide Elemente für sich genommen, klasse, als Ganzes aber irgendwie unrund, da gibt es zu viele Punkte, an denen die Geschichte hakt. Leider ist es schwierig hier ins Detail zu gehen, ohne zu spoilern, aber es gibt einige Situationen im Bezug auf das Verhalten des Täters, in denen mir beim Lesen die Fragezeichen im Kopf geleuchtet haben.

Das Buch lässt sich gut lesen, allerdings war mir der Schreibstil in Teilen doch sehr opulent, fast theatralisch, etwas das zu Mystik und Fantasy super passt, für einen Thriller aber eben eher weniger. Schon der erste Satz - "Die Zeit war gekommen, endlich jene Qualen auf Papier festzuhalten, die Alex tief in seiner Seele versengten." - lässt erahnen, wie es weitergeht. Das Ganze hat für mich etwas von einer Inszenierung, die aber eben nicht ganz in den Rahmen passt. Vielleicht hätte ich mich noch eher damit angefreundet, wenn die Story irgendwo in Amerika angesiedelt gewesen wäre, oder in einer Metropole in Asien, aber Frankfurt Am Main, puh, das bekomme ich im Kopf leider nicht richtig zusammen.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich hier nicht das Skript für den nächsten Sonntagabend-Tatort vorliegen habe, aber es gibt noch mehrere Punkte, die es mir schwer machen, Handlung und Handlungsort miteinander zu verbinden, da ist zum einen die Art und Weise der Ermittlungsarbeit, die doch mehr von CSI hat, als von Kripo in Deutschland und zu einem ganz großen Teil auch der Umgangston innerhalb des Teams. Hier musste ich manchmal schon schlucken, fand es oft etwas unter der Gürtellinie und ich bin echt nicht empfindlich.

Meine Erwartungen an das Buch konnten nicht ganz erfüllt werden, es bildet den Auftakt zu einer Reihe und das Ende liefert eine spannende Wendung für die weitere Geschichte, allerdings weiss ich noch nicht, ob ich dann wieder dabei sein werde.

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