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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Schaurige Geistergeschichte für alle mit starken Nerven

Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister
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Wir haben bereits einige Geistergeschichten gelesen, doch die meisten waren nicht wirklich gruselig. Ganz anders jedoch unser letztes Buch: "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl.
Bodhi ...

Wir haben bereits einige Geistergeschichten gelesen, doch die meisten waren nicht wirklich gruselig. Ganz anders jedoch unser letztes Buch: "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl.
Bodhi möchte eigentlich nur noch ein paar letzte Dinge in seinem Heimatdorf erledigen, bevor es komplett wegen des Tagebaus abgerissen wird: Ameisen umsiedeln, Treppenstufen zählen, das Grab seines verstorbenen Katers verlegen, seine Hütte im Wald abreißen - solche Dinge eben. Er rechnet nicht mit dem, was ihn dort erwartet: Geister, die ihr Unwesen treiben, und Joe, die sich zum Ziel gesetzt hat, ihnen zu helfen.
Bodhi und Joe sind beide ganz besondere Charaktere, die auf ihre eigene Art sympathisch sind und interessante Hintergrundgeschichten haben. Bodhi ist eher ein Einzelgänger mit ausgefallenen Interessen. Joe ist eine richtige Geister-Expertin. Ihre Methoden sind etwas gewöhnungsbedürftig und von Horrorfilmen inspiriert. Dafür sind sie effektiv und das ist auch dringend notwendig.
Denn die Geister in Nebelheim sind gefährlich und sehen nicht nur gruselig aus. Sabrina Schmohl gelingt es mit ihrem ausgezeichneten Schreibstil, mit nur wenigen Sätzen Gänsehautstimmung zu erzeugen. Ja, wir haben mitgezittert, und das Buch ist definitiv nichts für Leute mit schwachen Nerven.
Jedoch werden diese unheimlichen Szenen immer wieder abgemildert - durch einige sehr kreative Ideen zur Geisterberuhigung, die uns zum Schmunzeln gebracht haben. Die Mischung aus unheimlichen und humorvollen Szenen ist wirklich sehr gelungen.
Dabei werden gleichzeitig auch noch wichtige Themen angesprochen. So geht neben dem Thema Freundschaft zum Beispiel auch um die Bedeutung des Zuhauses: nicht nur für Bodhi, auch für Joe und sogar die Geister. Alle suchen nach einem "sicheren Hafen". Das kommt in der Geschichte sehr gut heraus, auch wenn man sich dafür erst einmal ordentlich gruseln muss.
Wer also beim (Vor-)Lesen so richtig Gänsehaut bekommen und mitzittern möchte, sollte sich "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl unbedingt merken. Die Altersempfehlung von 9 Jahren ist hier gut gewählt. Jüngeren Kindern sollte man das Buch nur vorlesen, wenn diese gut mit unheimlichen Szenen und den Themen Tod, Geister und Friedhof umgehen können.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Wunderschön winterlich, geheimnisvoll und berührend

Fjolla, Hüterin der Schneelande
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Lust auf eine bewegende Wintergeschichte für Kinder, die mal nichts mit Weihnachten zu tun hat und trotzdem ein ganz wohliges Gefühl hinterlässt? "Fjolla - Hüterin der Schneelande" von Kristina Scharmacher-Schreiber ...

Lust auf eine bewegende Wintergeschichte für Kinder, die mal nichts mit Weihnachten zu tun hat und trotzdem ein ganz wohliges Gefühl hinterlässt? "Fjolla - Hüterin der Schneelande" von Kristina Scharmacher-Schreiber ist dann genau das passende Buch.
Fjolla lebt zusammen mit ihrem Opa und einer Schneefüchsin in einer kleinen Stadt hoch im Norden. Es ist eisig dort und dunkel, aber Fjolla liebt es, draußen zu sein und genießt die Kälte. Doch als ein Eisbär ganz in der Nähe der Stadt auftaucht und immer wieder Eisstürme die Stadt heimsuchen, ändert sich viel für Fjolla. Gemeinsam mit ihrem Freund Yuki und dem neuen Jungen Aubin erfährt sie mehr über diese mysteriösen Vorkommnisse. Dabei kommen sie auch einigen Familiengeheimnissen auf die Spur, die Fjollas, Yukis und Aubins Leben für immer ändern.
Der Schreibstil von Kristina Scharmacher-Schreiber ist sehr berührend, denn die Gefühle der drei Kinder werden beim Lesen ganz deutlich. Auch die winterliche Atmosphäre ist mit jeder Zeile spürbar. Es wird eisig, stürmisch und gefährlich. Aber gleichzeitig steckt in der Geschichte sehr viel Wärme, denn es geht um Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. Dabei gibt es jedoch auch traurige Momente und Verluste, die sehr bewegend sind.
Die Magie, die in der Geschichte verborgen ist, ist eindrucksvoll und einzigartig. Es sind die Verbindungen der Kinder zu Tieren und der Natur, die eine außergewöhnliche Atmosphäre in dieser kargen Schneelandschaft schaffen. Und so entstehen trotz des Eises warme Momente voller Hoffnung und Freundschaft, die von den liebevollen Illustrationen von Mareike Ammersken begleitet werden.
Durch die großen Geheimnisse, die regelrecht zum Miträtseln einladen, kommt beim Lesen eine angenehme Spannung auf, sodass man das Buch gar nicht beiseitelegen möchte. Ab 10 Jahren können Kinder dieses fast schon märchenhafte Winterbuch problemlos selbst lesen. Jüngeren Kindern ab dem Grundschulalter kann man "Fjolla - Hüterin der Schneelande" aber auch wunderbar in eine Decke gekuschelt vorlesen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

"Nur noch ein Kapitel, BITTE!" - Musikmagie, die verzaubert

Fay Melody – Die magische Musikakademie
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"Nur noch ein Kapitel, BITTE!" - wenn ich diesen Satz von meinen Söhnen beim Vorlesen höre, weiß ich, dass es ein richtig gutes Buch ist. Anastasia Braun hat es geschafft, uns mit "Fay Melody - Die magische ...

"Nur noch ein Kapitel, BITTE!" - wenn ich diesen Satz von meinen Söhnen beim Vorlesen höre, weiß ich, dass es ein richtig gutes Buch ist. Anastasia Braun hat es geschafft, uns mit "Fay Melody - Die magische Musikakademie" von der ersten Seite an zu verzaubern.
Für uns passte hier einfach alles: ein fantastisches Setting mit der magischen Musikakademie Clef Hall, voller wunderbarer Zauber und Geheimnisse; interessante Charaktere angeführt von der Hauptfigur Fay Melody, die ganz unerwartet in diese magische Welt gerät; und nicht zuletzt ein spannender Plot mit einigen gelungenen Wendungen (wir haben sie erahnt, aber lieben sie trotzdem) und einem grandiosen Finale.
Musik ist das Hauptthema dieses Buches - ihre Macht, ihre Magie und ihre Einzigartigkeit. Sie verbindet Menschen, gibt ihnen Kraft und kann in dieser Welt so viel Wunderbares bewirken. Doch Fay Melody steht der Musik anfangs mehr als skeptisch gegenüber, denn jede Melodie führt bei ihr zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und mehr. So ist es für sie ein Wunder, plötzlich von einer geheimnisvollen Melodie in eine ganz andere Welt gelockt zu werden und in Clef Hall einen ganz neuen Bezug zur Musik aufbauen zu können.
Fay zweifelt im Laufe der Geschichte immer wieder an sich selbst. Genau das hat sie uns ganz nah gebracht. Doch Fay ist glücklicherweise nicht allein. Sie trifft auf Jazz, eine ganz besondere, junge Musikmagierin, die Fay so akzeptiert, wie sie ist. Die Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, hat uns sehr gefallen und ist eines der vielen kleinen Highlights der Geschichte. Dazu kommen noch viele kreative Ideen (Wolkenbetten!!!), die wir so in noch keinem anderen Buch über Magie gefunden haben.
Durch den angenehmen Schreibstil von Anastasia Braun machte mir das Vorlesen besonders viel Spaß. Es sind kleine Wortspiele wie der Ausruf "Holla Vivaldi!" oder "Großes Notenschlüssel-Ehrenwort", die es zu einem ganz besonderen Leseerlebnis machen. Auch das Spannungslevel ist genau richtig gewählt. Es gibt Geheimnisse, bei denen man das ganze Buch über miträtseln kann und Gefahren, die im Hintergrund schwelen.
Uns hat "Fay Melody - Die magische Musikakademie" nicht mehr losgelassen. Es ist das perfekte Buch für alle, die Magie und Musik lieben und eine Geschichte über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt lesen möchten. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren ist zum Selberlesen sehr gut gewählt. Beim Vorlesen hat aber auch schon mein 8-jähriger Sohn sehr gerne zugehört. Das Buch ist daher auch für jüngere Zuhörerinnen und Zuhörer, die komplexere Geschichten zum Mitfiebern mögen, geeignet.
Wir hoffen nun sehr, dass es bald einen 2. Band geben wird, denn wir wollen unbedingt noch einmal zurück nach Clef Hall reisen und wieder beim Lesen die Musikmagie spüren.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Meisterdiebe mit Herz - packende Rückkehr einer starken Bande

Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung
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Oh, wie haben meine Jungs auf diesen vierten Band, "Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung", von J. J. Arcanjo hingefiebert. Immer wieder haben sie die ersten drei Bände als Hörbuch gehört, aber ...

Oh, wie haben meine Jungs auf diesen vierten Band, "Schule der Meisterdiebe 4: Die schwarze Festung", von J. J. Arcanjo hingefiebert. Immer wieder haben sie die ersten drei Bände als Hörbuch gehört, aber sie wollten unbedingt wissen, wie es mit Gabriel, seiner Bande und der berüchtigten Untergrundorganisation, den Namenlosen, weitergeht.
Gabriel kehrt auch in diesem vierten Jahr nach Crookhaven zurück. Mit seiner Bande an seiner Seite stellt er sich den Aufgaben, die das neue Schuljahr für ihn bereithält. Ein neuer, schwieriger Einbruch in eine uneinnehmbare Festung muss geplant werden - mit dem Ziel, eine wertvolle Kette zu entwenden. Aber auch die Namenlosen bereiten Gabriel immer wieder Kopfzerbrechen und sorgen für einige Gefahren. Es wird immer brenzliger, und die Situation zwischen den bösesten Verbrechern der Welt und Gabriel und seiner Bande spitzt sich zu.
Für meine Jungs und mich war es ein kleines bisschen wie nach Hause kommen, denn wir mögen Crookhaven, die Schule für Meisterdiebe, so gerne. Nicht unbedingt wegen der Location - die ist zwar cool, aber für uns nicht ausschlaggebend. Für uns sind es die Menschen, die diese Buchwelt beleben und die die Geschichte zu so etwas Besonderem machen.
Es ist schon ein erstaunliches Team, das sich dort in der Gaunerschule zusammengetan hat: Gabriel, Amira, Penelope, Vilette, Ade und Ede. Jede Figur hat ihre eigene Hintergrundgeschichte, besondere Stärken, Ideen, die die Gruppe weiterbringen, aber auch Schwächen, die sie nur gemeinsam überwinden können. Und obwohl Gabriel so etwas wie der Kopf der Bande ist, sind alle sechs gleichberechtigt und auf ihre Art wichtig für das Gelingen ihrer Pläne.
Für uns steht die Buchreihe "Schule der Meisterdiebe" für Freundschaft, Gerechtigkeit, Vertrauen und Zusammenhalt. Natürlich geht es auch weiterhin um das Erlernen der Gaunerkunst, und die finstere Untergrundorganisation sorgt für ordentlich Spannung und einige unerwartete Wendungen. Aber die Story zeigt immer wieder, wie wichtig Teamgeist ist.
Deshalb lieben wir diese Reihe sehr. Den vierten Band können wir uneingeschränkt allen Kindern ab etwa 10 Jahren empfehlen, die Bücher lieben, die sie nicht mehr aus der Hand legen können, weil es so spannend ist. Natürlich sollte man dazu die ersten drei Bände gelesen haben, aber versprochen: Es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Für alle, die mehr wissen wollen (ohne gleich ein Physikstudium zu beginnen)

Cosmix
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Ich muss gestehen, dass ich "Cosmix" von Laurent Schafer zunächst für meinen 13-jährigen, wissenschaftsbegeisterten Sohn besorgt habe. Die Mischung aus Wissenschaft und Graphic Novel kommt bei ihm immer ...

Ich muss gestehen, dass ich "Cosmix" von Laurent Schafer zunächst für meinen 13-jährigen, wissenschaftsbegeisterten Sohn besorgt habe. Die Mischung aus Wissenschaft und Graphic Novel kommt bei ihm immer sehr gut an. Aber auch mir selbst hat das Buch sehr gut gefallen.
Worum es bei diesem Wissens-Comic geht? Um zwei Wissenschaftlerinnen und einen Wissenschaftler, die ihren Freunden und der Familie alles "Vom Urknall bis zum Menschen" erklären. Das Ziel ist also auch Menschen, die bisher keine Ahnung von Themen wie Quantenphysik, Entropie oder der DNA haben, den heutigen Stand der Wissenschaft näher zu bringen.
Natürlich wird an dieser Stelle nicht alles bis auf das kleinste Detail hin erklärt, aber die Grundlagen wissenschaftlicher Theorien werden verständlich aufgezeigt. Dabei geht es um Fragen wie: Wie ist das Universum entstanden und wie das Leben auf der Erde? Was sind Photonen? Was sind Quarks? Und wie hängt das alles miteinander zusammen? Der Schmetterlingseffekt kommt dabei gleich zweimal vor.
Was mir an dieser Graphic Novel besonders gut gefallen hat, ist, dass das Wissen immer auch mit humorvollen Szenen verknüpft wird. So reisen die Figuren virtuell durch die Zeit und erleben dabei die Entstehung der Erde am Ort ihres eigenen zu Hauses. Sie begeben sich aber auch auf Quantenebene, was für ein wenig Übelkeit sorgt oder beobachten, wie sich die Entropie im Cocktail auswirkt.
Ich habe mich dabei oft wie die Figuren gefühlt, denen das alles erklärt wird, denn es wird durchaus komplex und anspruchsvoll. Die Comic-Illustrationen helfen aber dabei, auch schwierige Sachverhalte zu veranschaulichen und begreiflich zu erklären.
Nein, ich habe mit Sicherheit nicht alles verstanden, aber das war auch gar nicht mein Ziel. Dafür habe ich viele Denkanstöße bekommen, weiß ein bisschen mehr über unser Universum und darüber, dass es auch heute noch Grenzen der Wissenschaft gibt, sodass nicht jedes Phänomen erklärt werden kann.
Wer Quantenphysik studiert hat, wird hier wenig Neues finden. Für alle anderen, die sich für unser Universum, die Erde und die Entstehung des Lebens interessieren und denen die Hürde, wissenschaftliche Artikel darüber zu lesen, zu groß ist, ist diese Graphic Novel perfekt. Hier wird der aktuelle Wissensstand anschaulich erklärt, mit witzigen Szenen vermischt und so auch für ein breiteres Publikum ansprechend. Auch mein 13-jähriger Sohn hat schon interessiert in "Cosmix" gelesen. Es ist also durchaus auch für jüngere, wissenschaftsbegeisterte Menschen geeignet.
Das Buch hat mir gezeigt, wie faszinierend Wissenschaft sein kann - selbst wenn man nicht alles gleich versteht. "Cosmix" regt zum Nachdenken an, macht neugierig und bringt gleichzeitig Spaß beim Lesen.

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