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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Oder auch kein Happy End?

Happy End
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„Happy End“ von Sarah Bestgen
Mark und Isa leben mit ihrem vier Monate alten Sohn Ben in Köln, ein ruhiges und harmonisches Leben. Doch dann verschwindet Ben plötzlich aus dem Haus der Familie. Für die ...

„Happy End“ von Sarah Bestgen
Mark und Isa leben mit ihrem vier Monate alten Sohn Ben in Köln, ein ruhiges und harmonisches Leben. Doch dann verschwindet Ben plötzlich aus dem Haus der Familie. Für die Eltern beginnt ein Alptraum. Nach mehr als acht Monaten, als schon niemand mehr damit rechnet, taucht Ben plötzlich wieder auf. Die Eltern sind überglücklich. Doch schon bald kommen Isa Zweifel, ihre Gefühle ihrem Sohn gegenüber sind nicht mehr die gleichen wie vor der Entführung. Verzweifelt versucht sie die Kontrolle über sich und ihre Gefühle zurückzubekommen. Oder kann sie ihrer Intuition doch trauen? Auch die Polizei tappt völlig im Dunkeln, denn weder das Motiv noch der Täter sind gefunden.
Wow, war das spannend! Mal wieder ein richtig guter Thriller mit Sogwirkung. Ich habe so richtig mitgelitten mit der verzweifelten Isa. Bis zum Schluss lag auch für mich das Motiv völlig im Dunkeln. Mögliche Täter gab es einige und kaum einer war auszuschließen. Irgendwann war ich völlig verwirrt, wem hier überhaupt noch zu glauben ist, genau wie die arme Isa. Eine richtig gut aufgebaute Story, mit vielen Wendungen, Sogwirkung und mega Spannungsbogen. Für alle die noch einen guten Herbst-Thriller suchen: Merkt euch den hier!

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Vergessene Kinder

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Hardy ist drei Jahre alt, als er auf der Flucht aus dem Osten 1945 seine Familie verliert. Er landet in einem von Nonnen geführten Kinderheim und muss dort absolut grausames erfahren. In dieser Hölle lernt ...

Hardy ist drei Jahre alt, als er auf der Flucht aus dem Osten 1945 seine Familie verliert. Er landet in einem von Nonnen geführten Kinderheim und muss dort absolut grausames erfahren. In dieser Hölle lernt er die sechs Jahre ältere Margret kennen. Sie ist sein Rettungsanker und beschützt ihn. Doch auch die junge Margret muss viel Elend und Grausamkeit erfahren. In einer zweiten Zeitebene begegnen wir den beiden als Ehepaar wieder, die sich rührend um ihre Urenkelin Emily kümmern. Doch schon bald merkt man, dass in dieser Familie viel Sprachlosigkeit und Ruhelosigkeit herrscht. Susanne Abel führt die beiden Zeitebenen immer weiter zusammen und die Lücke füllt sich mit Geschichte, die wirklich unfassbar ist. Ich war beim Lesen immer wieder fassungslos. Sowohl über die Unverfrorenheit mit der in den 50er-70er Jahren, Gesellschaft, Kirche, Ärzte aber auch Pharmaunternehmen mit Kindern umgegangen sind, als auch über die heutige Gesellschaft wie sie mit den Folgen und dem Generationstrauma umgeht. Bei mir sind oft die Tränen geflossen, aus Mitleid, Wut aber auch Erkenntnis. Dieses Buch kann verstörend wirken, aber es sollte eher aufrütteln. Gerade in einer Zeit in der Machthungrige und Größenwahnsinnige mit Krieg liebäugeln, sollte unser Augenmerk darauf liegen die Traumata des letzten Krieges zu heilen, anstatt sie von Generation zu Generation weiterzuschleppen. Susanne Abel hat einen ganz wunderbaren, ruhigen und eher sachlichen Schreibstil. Gerade dieses klar benennen der Geschehnisse, ohne sie weiter zu dramatisieren machen sie so lebensecht, dass ich Gänsehaut bekam. Der Leser muss sich hier auf einiges gefasst machen. Und dennoch trägt es zur Heilung bei, weil es sagt, was unbedingt gesagt werden muss. Unglaublich berührend!

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Spannung trifft Witz

Über die Toten nur Gutes
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Mads ist Trauerredner in Glücksburg, ganz im Norden Deutschlands. Doch ruhig und beschaulich ist es leider auch dort nicht. Besonders als sein alter Freund Patrick ums Leben kommt und dies leider nicht ...

Mads ist Trauerredner in Glücksburg, ganz im Norden Deutschlands. Doch ruhig und beschaulich ist es leider auch dort nicht. Besonders als sein alter Freund Patrick ums Leben kommt und dies leider nicht nach einem Unfall aussieht. Mads beschließt seinen Freund nicht nur mit einer Rede zu ehren, sondern auch herauszufinden, wer schuld an seinem Tod ist. Doch dabei gerät er sehr schnell selbst in Gefahr. Neben Mads tauchen in der Geschichte noch weitere charismatische Protagonisten auf. Besonders sein exzentrischer Vater Fridtjof hat es mir sofort angetan. Denn der sorgt für skurrile Situationen und lustige Begebenheiten. Auch ihr kleiner Familienhund Bobby ist immer mitten dabei und bringt viel Schwung in die Story. Neben dem spannenden Kriminalfall und den humoristischen Einlagen, erklingen jedoch auch immer wieder ernste Töne in Andreas Izquierdos neuem Buch. Dies sorgt dafür das die Story mehr Tiefe erhält. Ein wirklich sehr gelungener Auftakt dieser neuen Krimireihe. Ich freue mich sehr über diese Neuentdeckung und bin sehr gespannt auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Vergessenes Land

Die Verlorene
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Die beiden Zwillingsmädchen Luise und Änne wachsen in Schlesien auf. Trotz Krieg, abgeschieden und gut behütet auf einem großen Hof. Doch die Schrecken des Dritten Reiches machen auch hier nicht halt. ...

Die beiden Zwillingsmädchen Luise und Änne wachsen in Schlesien auf. Trotz Krieg, abgeschieden und gut behütet auf einem großen Hof. Doch die Schrecken des Dritten Reiches machen auch hier nicht halt. Änne leidet an Fallsucht, einer meldepflichtigen Krankheit, die im Erbgut der deutschen Rasse, gemäß der Nazis nichts zu suchen hat. Um sie zu retten, beschließt die Familie sie zu verstecken. Doch die Isolation und ihr Wahn, dass ihre Schwester Luise nur ihr gehören darf, werden sowohl Änne als auch der ganzen Familie zum Verhängnis.
Diese Geschichte hat eine extreme Intensität. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist wunderschön geschrieben und zeigt zum einen das Grauen und Unglück jener Zeit, als auch die Abgründe der menschlichen Natur, die leider zeitlos sind. Änne hat mich zum Teil richtig wütend gemacht. Und doch war sie die, die stark gelitten hat. Die Darstellung ihrer sehr zwiespältigen Person ist großartig. Für mich war das Buch ein Lesehighlight und ich kann es nur voll empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Katastrophenalarm

Lieber den Spatz in der Hand als gar keinen Vogel
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Kiras Schwester Jasmin ist hochschwanger und will in ein paar Wochen heiraten. Wie es Kiras Art ist, stellt sie sich hinten an und hilft tatkräftig bei der Organisation. Dafür lässt sie den Neuseelandurlaub ...

Kiras Schwester Jasmin ist hochschwanger und will in ein paar Wochen heiraten. Wie es Kiras Art ist, stellt sie sich hinten an und hilft tatkräftig bei der Organisation. Dafür lässt sie den Neuseelandurlaub mit ihrer besten Freundin und ihrem Verlobten sausen. Ein folgenschwerer Fehler wie sich herausstellt, oder etwa doch nicht? Eine Katastrophe jagt die nächste und Kira weiß schon bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Besonders nachdem sie in größter Hektik ihrem Exfreund Marc in die Arme gelaufen ist. Denn der taucht immer wieder auf und sorgt für mächtig Wirbel.
Was für eine turbulente und zuckersüße Geschichte. Kira ist extrem sympathisch und ich habe ganz arg mit ihr mitgelitten. Zudem passieren ihr andauernd schräge Dinge und von ihrer Familie wird sie nicht gerade wertschätzend behandelt. Ihre Tage sind gefüllt mit reichlich Arbeit, Stress und Terminen. Und sie gerät von einer Katastrophe in die nächste aus der sie sich jedoch immer mit ganz viel unkonventionellen Ideen herauslaviert. Ich musste ein ums andere Mal wirklich lachen und war begeistert, wie sie das wieder hingebogen hat. Die Liebesgeschichte war ganz nach meinem Geschmack. Nicht zu ausufernd oder überromantisiert. Einfach nur leicht und herzerwärmend. Sehr gut hat mir auch die Gestaltung des Buches gefallen. Auflockernde Chatnachrichten mit der besten Freundin und an jedem neuen Tag die ToDo Zettel und der kleine dicke Spatz. Ein wirklich schöner Sommerliebesroman. Hat mir sehr gut gefallen.

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