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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Nicht ganz stimmig

House of the Beast
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"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ...

"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ihrer Mutter ein einsames, einfaches Leben. Sie ist einsam, wird aber sehr geliebt. Als ihre Mutter schwer erkrankt wendet sich Alma an ihren Vater, der ein Gefäß der Schreckensbestie ist und ein Vorstand des Hauses Avera.
Alma muss ein Opfer, ihren eigenen Arm, bringen und wird von niemanden anerkannt, auch auf diesem Anwesen ist sie allein.
Als ihre Mutter dann trotzdem stirbt, schwört sie Rache und stürzt sich in ihre Ausbildung, um stark und mächtig zu werden.
An ihrer Sete ist ein Gott, den sie sich selber als Kind ausgemalt hat und den niemand weiter sieht, der ihr seine Existenz aber beweisen kann.
Die Geschichte selbst ist etwas zerrissen, mal Fantasy, mal Liebesgeschichte, Götter, Dämonen und reelle Gefahren.
Auch, wenn man es geschafft hat, hier abzutauchen, fehlt mir hier die Spannung, ich habe immer wieder zu tun, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Mir war es letztlich zu flach, zu wenig Weltenbau und Charakterstudie, zuviel Romance und Nebensächlichkeiten. Nicht einmal die Entwicklung von Alma konnte ich nachvollziehen und habe mehr als einmal den Kopf geschüttelt über ihre Reaktionen.
Ansätze rund um das Schattenreich und die Götter, die Kämpfe waren gut, aber der Fokus lag eben nicht darauf.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Blieb mir fremd

Die Spur der Vertrauten
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"Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos ist schon ein Buch, welches mir länger im Kopf bleiben wird. Vor allem die Hauptfigur, Claire, hat bei mir Eindruck hinterlassen.
Claire ist eine Jugendliche, ...

"Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos ist schon ein Buch, welches mir länger im Kopf bleiben wird. Vor allem die Hauptfigur, Claire, hat bei mir Eindruck hinterlassen.
Claire ist eine Jugendliche, die anders ist und das unbedingt verbergen muss. Es geht dabei um viel. Die Welt ist anders aufgebaut, sie ist in Sektoren eingeteilt und die Menschen nach ihren Instinkten. Das ist sowas wie eine Berufung, teilweise sehr zwanghaft.
Es gibt die Tugendhaften, mehrfache Lebensretter, die viel regeln und reglementieren.
Claire bemerkt, dass Schüler verschwinden und auch Goliath, ein Lebensretter steht ihr zur Seite. Beide sind sehr verschieden, arbeiten aber irgendwie zusammen und werden Freunde.
Die Geschichte geht um Gemeinschaft und Individualität, den Willer aller gegen Einzelschicksale, es geht um Entwicklung und den Einfluss darauf.
Das Worldbuilding empfand ich als sehr spannend, leider blieb hier vieles noch offen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren.
Die Protagonisten lernt man schon besser kennen, ihre Gedanken und Gefühle, auch wenn sie mir oft unverständlich bleiben.
Ich mag Dystopien, aber hier habe ich mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, weil ich nicht ganz verstand, wo die Geschichte hin möchte.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Zwischen den Fronten

A Dance of Lies
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A Dance of Lies von Brittney Arena präsentiert sich als äußerlich wunderbares Buch, das mit einem vielversprechenden Klappentext aufwarten kann. Dort wird eine Intrige zwischen Königreichen, Spionage und ...

A Dance of Lies von Brittney Arena präsentiert sich als äußerlich wunderbares Buch, das mit einem vielversprechenden Klappentext aufwarten kann. Dort wird eine Intrige zwischen Königreichen, Spionage und Verrat angedeutet, und genau dieser Funke zieht viele Leserinnen und Leser an. Im Fokus steht Vasalie, eine Tänzerin am Hof von König Illian, die als Favoritin und Kleinod gilt. Die Vorstellung, dass sie sich bis zur Unfreiheit manipulieren lässt und schließlich beinahe seelisch und körperlich zerbricht, erzeugt eine starke Spannung. Wenn Illian ihr Freiheit verspricht, entsteht der Eindruck eines Premierenbildes von Loyalität kontra Unterdrückung, das Potenzial für eine vielschichtige Charakterentwicklung andeutet.

Doch der Text bleibt hinter diesem Potenzial zurück. Die Protagonistin wirkt oft oberflächlich: Ihre Gedanken- und Gefühlswelt bleibt unausgeformt, wodurch nachvollziehbare Motivationen schwer fassbar bleiben. Nach den einschneidenden Erfahrungen müsste man erwarten, dass Vasalie andere Prioritäten entwickelt und schwerere, strategischere Ziele verfolgt. Stattdessen gerät sie gelegentlich in ein verwobenes Liebesdreieck, in dem politische und persönliche Entscheidungen miteinander konkurrieren. Die story bleibt dadurch zwischen Romantik und Fantasy eher unausgeglichen; der Fantasy-Anteil wirkt teils zu impulsiv in den Hintergrund gedrängt.

Auch der Spannungsbogen zeigt Schwächen. Der Mittelteil enthält Längen, die den Lesefluss stören und die Wahrnehmung der Weltrahmen verwässern. Die romantischen Elemente dominieren die Erzählung zu stark, wodurch sich der Eindruck verfestigt, dass strategische Pläne und Machtspiele nur am Rande eine Rolle spielen. Für Leserinnen und Leser, die sich eine klarere Trennung oder eine stärkere Fokussierung auf Spionage- und Intrigenstrukturen wünschen, kann dies enttäuschend sein. Wer jedoch eher eine atmosphärisch dichte Hofwelt mit deutlicheren Bezügen zu Loyalität, Verrat und innerem Konflikt sucht, könnte hier dennoch passende Momente finden.

Insgesamt bleibt A Dance of Lies eine vielversprechende Idee mit gelungenen Ansätzen, aber der Text bedarf stärkerer Figurenzeichnung, konsequenterer Spannungsführung und einer ausgewogeneren Balance zwischen Romantik und Fantasy, um dauerhaft zu überzeugen. Die Eindrücke schwanken zwischen faszinierender Kulisse und erzählerischer Oberflächlichkeit, weshalb sich der Lesekreis jenseits der ersten Fassung, der an romantischer Spannung interessiert ist, eher schwerer tut, die tieferen Ebenen der Geschichte zu greifen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Erwartungen zu hoch

Katabasis
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Auf "Katabasis" von R.F. Kuang habe ich mich so sehr gefreut, weil ich "Babel" von der Autorin so geliebt habe. Vielleicht waren meine Erwartungen dieses Mal einfach zu hoch, denn dieses Werk lässt mich ...

Auf "Katabasis" von R.F. Kuang habe ich mich so sehr gefreut, weil ich "Babel" von der Autorin so geliebt habe. Vielleicht waren meine Erwartungen dieses Mal einfach zu hoch, denn dieses Werk lässt mich leicht enttäuscht zurück.
Nein, es ist kein schlechtes Buch, es ist nur nicht das Buch, welches ich gerne gelesen hätte. Der Klappentext war so interessant zu lesen. Zwei Doktoranden in der Magie, in Cambridge, reisen gemeinsam in die Hölle, um Professor Jacob Grimes, der nach einem Unfall dort gelandet ist, zurückzuholen.
Die beiden, Alice Law und Peter Murdoch, sind nicht unbedingt di besten Freunde und man braucht eine ganze Weile, um ihre Beziehung untereinander zu verstehen.
Allerdings versteht man sehr schnell, warum Grimes in der Hölle gelandet ist und dort auch hingehört.
Der Aufbau der Hölle nach Dantes Modell mit den Kreisen ist gut vorstellbar, es gibt im Buch sogar Skizzen dazu. Ich hätte mir da wirklich spannende Abschnitte gewünscht, die allerdings sehr oft in philosophischen und mathematischen Abhandlungen fast untergehen.
Auch die Protagonistin, Alice, ist mir nicht sonderlich sympathisch, wobei das absolut in Ordnung ist, in vielen Rückblicken wird sie langsam etwas verständlicher und auch menschlicher für mich. Peter mochte ich auf Anhieb, aber auch über ihn erfahren wir erst nach und nach in Rückblicken mehr und verstehen seine Gründe.
Das Universitätsleben wird hier irgendwie auf beiden Seiten gezeigt, im Hier und im Jenseits, das hätte ich mir, gerade in der Hölle, anders gewünscht.
Im Buch werden viele echte und wichtige Themen angesprochen und verarbeitet, sei es der Feminismus oder der Machtmissbrauch, Manipulation von Abhängigkeiten.
Dem Buch fehlte die Spannung, dafür gab es viele interessante Denkansätze, wahrscheinlich werde ich es auch noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Anderes erwartet

Atmosphere
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„Atmosphere“ von Taylor Jenkins Reid war mein erstes Buch der Autorin und eine wahre Wohlfühllektüre.
Joan Goodwin ist fasziniert von den Sternen und träumt seit langem vom Weltraum. Obwohl Frauen der ...

„Atmosphere“ von Taylor Jenkins Reid war mein erstes Buch der Autorin und eine wahre Wohlfühllektüre.
Joan Goodwin ist fasziniert von den Sternen und träumt seit langem vom Weltraum. Obwohl Frauen der Weg ins All schwerfällt, schafft sie es ins NASA-Space-Shuttle-Programm, eine bahnbrechende Chance.
Trotz ihrer engen Bindung zu ihrer Nichte Frances hat Joan ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Schwester – ein Thema, das die Stimmung des Buches prägt.
Vanessa Ford, eine weitere Pionierin des Programms, wird Joans Freundin, doch beide müssen mit Einschränkungen leben.
Besonders gefielen mir die detaillierten Schilderungen der Sternbilder, Raumschiffe und NASA-Ausbildung sowie die packenden Schilderungen der Weltraumflüge.
Joans Entwicklung wird durch Rückblicke gut nachvollziehbar, während andere Figuren etwas blass bleiben – hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Insgesamt ist es eine fesselnde Geschichte starker, kluger Frauen, die für ihre Träume kämpfen. Der Mittelteil war mir etwas zu liebeslastig, doch das ist Geschmackssache.

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