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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2025

Magie, Liebe und Selbstfindung in New Orleans

Whispered Words
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Schon der erste Satz zieht einen unaufhaltsam in die Welt von New Orleans. Maike Schmitts Schreibstil ist bemerkenswert bildgewaltig. Ich konnte die Atmosphäre der Stadt förmlich riechen und die Musik ...

Schon der erste Satz zieht einen unaufhaltsam in die Welt von New Orleans. Maike Schmitts Schreibstil ist bemerkenswert bildgewaltig. Ich konnte die Atmosphäre der Stadt förmlich riechen und die Musik in den Gassen hören. Die Kulisse des familiengeführten Hotels ist dabei mehr als nur ein Ort – sie ist ein lebendiger Teil der Handlung, der perfekt zur Geschichte passt.

Die Geschichte von Belle und Ames ist zutiefst berührend. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern eine gefühlvolle Slow-Burn-Romance. Beide Protagonisten kämpfen mit massiven Selbstzweifeln und den Schatten ihrer Vergangenheit. Ames, der blockierte Schriftsteller, und Belle, deren Zukunftsängste sie lähmen. Es war wunderbar zu verfolgen, wie sich das anfängliche, vorsichtige Knistern zu einer tiefen, echten Verbindung entwickelt. Ihre Gespräche und der Einsatz von Tarot-Karten verleihen der Handlung eine besondere Tiefe und einen Hauch von Magie, ohne überladen zu wirken. Besonders das Found-Family-Gefühl, das durch Belles Geschwister und Freunde entsteht, wärmt das Herz ungemein.

Allerdings gab es Passagen, in denen ich mir eine straffere Erzählweise gewünscht hätte, besonders bei den detaillierten Erklärungen von Nebensträngen, die im weiteren Verlauf keine Rolle spielen. Auch die anhaltende Unsicherheit von Ames war an manchen Stellen etwas langwierig. Mein größter Kritikpunkt bleibt jedoch das Ende. Es kommt überraschend und lässt viele Nebenhandlungen, die mir im Laufe des Buches wichtig geworden sind, offen.

Trotz dieser kleinen Wermutstropfen ist „Whispered Words“ ein Roman, der Mut macht. Er handelt davon, zu sich selbst zu finden und das Leben auch dann zu genießen, wenn die Seiten leer bleiben. Eine absolute Empfehlung für alle, die emotionale Geschichten mit einer einzigartigen Kulisse lieben.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

🌟 Fluch der zweiten Chance: Der Südwind und eine verletzte Prinzessin

The South Wind – Reich aus Blut und Gold (The Four Winds 3)
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✍️ Der Schreibstil: Poesie trifft Drama
Alexandria Warwicks Art zu schreiben ist zweifellos atmosphärisch und sehr bildgewaltig. Sie beherrscht es, die sengende Hitze der Wüste und die düstere Pracht der ...

✍️ Der Schreibstil: Poesie trifft Drama
Alexandria Warwicks Art zu schreiben ist zweifellos atmosphärisch und sehr bildgewaltig. Sie beherrscht es, die sengende Hitze der Wüste und die düstere Pracht der Paläste lebendig werden zu lassen. Ihre Sprache hat oft eine beinahe melodische Qualität, die gerade die emotionalen Szenen unter die Haut gehen lässt. Leider wird dieser an sich fesselnde Stil in der Erzählung manchmal dazu genutzt, Streitigkeiten und innere Konflikte über Gebühr auszudehnen. Gerade im Mittelteil verliert sich die Geschichte in langwierigen "Second Chance"-Dynamiken, bei denen die Autorin jede Auseinandersetzung zwischen Sarai und Notos bis zum Äußersten ausreizt. Dies führt dazu, dass die sonst so poetischen Worte an diesen Stellen unnötig anstrengend wirken und der Lesefluss stockt.

👑 Die Geschichte: Wut, Fluch und ein Gott im Hintergrund
Der Fokus dieses dritten Bandes liegt auf Prinzessin Sarai und Notos, dem Südwind. Sarai ist von ihrer verletzten Wut über Notos’ Verrat getrieben, was sie über weite Strecken als Hauptfigur schwer zugänglich macht. Ihre "Prinzessin"-Mentalität und die ständige Fixierung auf den Schmerz machen sie zeitweise fast unsympathisch. Der eigentliche Plot – der Fluch, die Bedrohung des Königreichs und das sagenumwobene Labyrinth – tritt dabei stark in den Hintergrund.

Wir begleiten Sarai, wie sie den Konflikt mit ihrem Vater bis zur letzten Seite zelebriert, während die eigentlich tickende Zeitbombe ihres Fluches beinahe vergessen wird. Hauptschauplätze wie das Labyrinth oder der eigentliche Gegenspieler, Prinz Balior, tauchen erst auf den letzten hundert Seiten wirklich prominent auf. Balior bleibt dabei erschreckend blass und eindimensional, was die Bedrohung weniger spürbar macht.

Notos, der Südwind, ist zwar als der bisher besonnenste der Götter dargestellt, wird aber durch seine intensive, fast schon problematische Fixierung auf Sarai und unnötige Eifersuchtsschübe etwas entwertet. Logiklöcher und unpassende Szenen – wie eine explizite Szene inmitten höchster Gefahr im Labyrinth – wirken erzwungen und reißen aus der ansonsten oft so magischen Welt heraus.

Trotz dieser Schwächen gibt es emotionale Lichtblicke: Die Darstellung von Sarais Auseinandersetzung mit ihrem inneren Kind ist sehr berührend und gelungen.

Fazit
"The South Wind" ist ein in sich abgeschlossener Band, der jedoch leider der schwächste der Reihe ist. Obwohl die Grundthemen (Wüste, Götter, Fluch) fesseln, liegt der Fokus zu stark auf dem Second-Chance-Beziehungsdrama, was den Plot und die Charaktere leider verflachen lässt.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Magie, Romantik und ein Hauch von Kürbis

Spookily Yours
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"Spookily Yours" von Jennifer Chipman entführt einen in die perfekte Herbstwelt von Pleasant Grove, wo die Luft nach Gewürzen und die Stimmung nach Halloween duftet. Das Buch beginnt mit einer wundervoll ...

"Spookily Yours" von Jennifer Chipman entführt einen in die perfekte Herbstwelt von Pleasant Grove, wo die Luft nach Gewürzen und die Stimmung nach Halloween duftet. Das Buch beginnt mit einer wundervoll gemütlichen Atmosphäre und Willow, einer Hexe, deren Leben sich vorwiegend um ihr Café dreht. Die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf, als der sprechende Kater Damien auftaucht, der in Wirklichkeit ein Dämon ist. Diese Dynamik zwischen Willow und Damien ist der Kern des Buches und funktioniert hervorragend. Die Chemie ist spürbar, und die sich entwickelnde Romanze fühlt sich authentisch und aufregend an, besonders als er seine menschliche Gestalt annimmt.

Der Schreibstil ist charmant und lässt sich flüssig lesen, was das Eintauchen in die Geschichte leicht macht. Humorvolle Dialoge, romantische Augenblicke und ein leichtes Spannungsgefühl wechseln sich ab. Die Autorin schafft es, die Geschichte durchweg interessant zu gestalten, ohne dass sie sich gestreckt anfühlt. Besonders gefiel mir, dass die Romantik mit einer Prise Geheimnis gewürzt ist – Damiens wahre Absichten sind lange unklar und sorgen für eine zusätzliche Ebene der Spannung.

Obwohl das Buch in der "Cozy"-Kategorie beginnt, entwickelt es sich zu einer leidenschaftlichen Romantasy-Geschichte, die mit einer gewissen „Spice“ überzeugt. Diese Szenen sind jedoch gut in die Handlung integriert und dienen dazu, die tiefe Verbindung zwischen den Charakteren zu unterstreichen. Wer auf der Suche nach einer kurzweiligen, magischen Liebesgeschichte mit starker Atmosphäre ist, wird mit diesem Buch eine gute Zeit haben. Es ist die ideale Lektüre für alle, die sich an einem kalten Herbsttag einkuscheln möchten.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Hauch von Zimt und Herbstzauber

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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Stefanie Neebs „Copenhagen Cinnamon 1. Delicate“ ist wie ein gemütlicher Herbsttag in Buchform. Der Schreibstil ist fließend und angenehm, er lässt die Seiten wie von selbst umblättern. Man taucht sofort ...

Stefanie Neebs „Copenhagen Cinnamon 1. Delicate“ ist wie ein gemütlicher Herbsttag in Buchform. Der Schreibstil ist fließend und angenehm, er lässt die Seiten wie von selbst umblättern. Man taucht sofort in die Atmosphäre des kleinen Kopenhagener Cafés ein, riecht den Kaffee und die Zimtschnecken förmlich. Es ist eine Geschichte, die sich anfühlt, als würde man in einen warmen Pullover schlüpfen.

Besonders gut gefallen hat mir, wie die Autorin die Charaktere Jonna und Mads gestaltet hat. Beide haben ihre Päckchen zu tragen, und die Entwicklung ihrer Beziehung wirkt deshalb so echt und unaufgeregt. Man verfolgt ihre Annäherung, die nicht nur von zärtlichen Momenten, sondern auch von einer unterliegenden Spannung geprägt ist. Gerade die Wechsel zwischen ihren Perspektiven bringen eine schöne Dynamik in die Geschichte, die stets neugierig macht, wie es weitergeht.

Was die Handlung angeht, ist es mehr als eine einfache Liebesgeschichte. Die dunkle Vergangenheit der beiden Protagonisten sorgt für eine unerwartete Tiefe, die dem Buch einen gewissen Ernst verleiht. Das Gefühl, dass mehr hinter der Fassade steckt, zieht sich durch die gesamte Erzählung und macht das Ende umso glaubwürdiger. Es ist genau diese Mischung aus Wohlfühl-Atmosphäre und emotionaler Tiefe, die das Buch ausmacht. Wer einen Roman sucht, der herzerwärmend ist, aber auch mit Ecken und Kanten überzeugt, ist hier genau richtig. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Das Erbe des Nils: Ein faszinierendes Finale

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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„Where the Library Hides“, der zweite und finale Band der „Geheimnisse des Nil“-Dilogie von Isabel Ibañez, ist ein würdiger Abschluss, der nahtlos an den Vorgänger anknüpft. Schon allein deshalb sollte ...

„Where the Library Hides“, der zweite und finale Band der „Geheimnisse des Nil“-Dilogie von Isabel Ibañez, ist ein würdiger Abschluss, der nahtlos an den Vorgänger anknüpft. Schon allein deshalb sollte man Band 1 unbedingt vorher gelesen haben, um die Geschichte vollends genießen zu können.

Die Autorin entführt uns erneut in die aufregende Welt des späten 19. Jahrhunderts in Ägypten. Ihr Schreibstil ist lebendig und atmosphärisch, sodass man das Gefühl hat, selbst durch die staubigen Ausgrabungsstätten und belebten Straßen Kairos zu wandern. Besonders gut hat mir die Entwicklung der Figuren gefallen. Inez wächst in diesem Band über sich hinaus und wird mutiger, während Whitford Hayes nicht nur seine verletzliche Seite zeigt, sondern auch seine Vergangenheit, die ihn zu dem geheimnisvollen Mann gemacht hat, der er ist.

Nach einem etwas langsameren Start, der sich hauptsächlich auf die Beziehung zwischen Inez und Whit konzentriert, nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf. Die Suche nach Kleopatras Grab wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, gespickt mit unvorhersehbaren Wendungen und spannenden Enthüllungen, die selbst eingefleischte Leser überraschen dürften. Es ist eine mitreißende Mischung aus Abenteuer, Romantik und einem Hauch von Magie. Isabel Ibañez schafft es, diese Elemente zu einem fesselnden Ganzen zu verweben, das einen bis zur letzten Seite in Atem hält. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich in eine magische und spannende Geschichte am Nil entführen lassen wollen.

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