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Veröffentlicht am 18.09.2025

Artus Sage mal ganz anders

The Bright Sword
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Auf einer einsamen Insel hoch im Norden von England kommt Collum zur Welt. Trotz vieler Widrigkeiten wird aus ihm im Laufe der Zeit ein junger, tapferer Ritter, dessen größter Traum es ist, ein Ritter ...

Auf einer einsamen Insel hoch im Norden von England kommt Collum zur Welt. Trotz vieler Widrigkeiten wird aus ihm im Laufe der Zeit ein junger, tapferer Ritter, dessen größter Traum es ist, ein Ritter der berühmten Tafelrunde auf Camelot zu werden. Mit gerade einmal siebzehn Jahren macht er sich auf den Weg und muss feststellen, dass der berühmte König Artus nicht mehr lebt und auch seine tapferen Ritter längst der Vergangenheit angehören. Doch es gibt sie noch, eine kleine Handvoll der Ritter, doch die edlen sind es allerdings nicht. Bevor sich Collum jedoch geschlagen geben muss und seinen Traum aufgibt, kehrt NImue zurück und mit ihr ihre Magie.
Die berühmte Sage rund um König Artus spricht mich immer wieder an und ich liebe es, Neuinterpretationen von diesen zu finden. Das Buch von Autor Lev Grossman klang also mal nach einer ganz anderen Artus Saga, was mich sofort ansprach.
Der Einstieg fiel mir tatsächlich recht leicht, denn Lev Grossman erzählt sehr bildlich und anschaulich. Das Worldbuilding ist natürlich bekannt, ich glaube von König Artus haben die meisten wohl schon einmal gehört. Allerdings macht Grossman aus seiner Geschichte keine typische Heldengeschichte, vielmehr sind es die Antihelden, die hier ihre Rolle erhalten.
Die Geschichte ist durchaus spannend erzählt, aber trotz der über 700 Seiten blieb es hier und da oberflächlich. Was mich selbst ein wenig gestört hat, sind die Zeitsprünge, die hier immer wieder vorkommen. Das unterbrach meinen Lesefluss doch so manches Mal und mir fehlte dadurch der rote Faden.
Aus Collums Sicht erleben wir die Geschichte und auch die Sicht auf die anderen Charaktere. Gerade auf diesen legt der Autor auch eher seinen Schwerpunkt. Collums Entwicklung innerhalb der Erzählung hat mir wiederum sehr gut gefallen. Er muss so seine Erfahrungen sammeln und das macht die Geschichte umso interessanter.
Ansonsten treffen wir hier zum größten Teil auf die Helden, die in diesem Epos eher im Hintergrund bleiben. Vom Sarazenenritter bis zum Hofnarr, der zum Ritter geschlagen wurde, erleben wir hier die Nebenfiguren, bekommen tiefere Einblicke in ihr Leben und verfolgen, wie sie gemeinsam versuchen, einen neuen König zu ernennen. Die Einblicke haben mir gut gefallen und vor allem den Blick des Sarazenenritters fand ich absolut gelungen, der einen kleinen Kulturschock bekam, als er an König Arthurs Hof kam.
Die wirklich berühmten Charaktere der Sage werden aber auch hin und wieder erwähnt, doch die Artus Sage hat mit diesem Werk nicht allzu viel gemein. Wer also eine Neuinterpretation des Bekannten erwartet, könnte enttäuscht werden.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir das Buch durchaus gut gefallen, auch wenn mich die Rückblicke immer wieder mal aus dem Lesen rausbrachten. Es war anders als erwartet und auch ein wenig chaotisch, aber es gab auch Parts, die mich absolut am Lesen hielten. Einfach mal anders und doch: reinlesen lohnt sich.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Toll geschrieben

Death at Morning House
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Marlowe kann ihr Glück kaum fassen, als ihre Kollegin, in die sie heimlich verliebt ist, einem Date zustimmt. Als Höhepunkt wollte Marlowe sie ins Haus der Nachbarn, das sie derzeit betreut, mitnehmen ...

Marlowe kann ihr Glück kaum fassen, als ihre Kollegin, in die sie heimlich verliebt ist, einem Date zustimmt. Als Höhepunkt wollte Marlowe sie ins Haus der Nachbarn, das sie derzeit betreut, mitnehmen und ihr dort eine Kerze anzünden. Doch natürlich geht alles schief, die Kerze explodiert, das Haus geht in Flammen auf und Marlowe wird zum Gespött der Leute. Kein Wunder also, dass sie sofort zusagt, als ihr ein Job auf der kleinen Insel Ralston Island angeboten wird. Gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher soll Marlowe hier Touristen durch das Haus führen, in dem einst die Familie des Professor Ralston im Sommer residierte, aber nach zwei tödlichen Unfällen ihrer Kinder, dem Haus den Rücken zukehrten. Doch irgendwas scheint auch heute noch auf der Insel nicht ganz koscher zu sein.
Das Cover wirkt ein wenig gruselig und lässt ein Gefühl von Einsamkeit und Lost Place zurück. Sowas spricht mich ja immer sofort an und macht mich neugierig.
Der Einstieg fällt sehr leicht, denn Autorin Maureen Johnson schreibt anschaulich und flüssig, so dass man die Ereignisse gleich vor dem inneren Auge miterlebt.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Auf der einen Seite befinden wir uns mit Protagonistin Marlowe in der Gegenwart, auf der anderen Seite erleben wir die Familie Ralston im Jahre 1932, als sie selbst noch die Insel bewohnte. Das wirkt hier ganz besonders auf die Atmosphäre, denn man kommt durchaus ins Grübeln, was einst in dieser Familie geschah.
Ich fand das auf jeden Fall sehr spannend, auch wenn man hier durchaus beachten sollte, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, denn für mich hätte die Atmosphäre durchaus gruseliger sein dürfen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass das Setting und auch die Erzählung bei dem ein oder anderen Leser durchaus für Gänsehaut sorgen kann.
Während ein Erzähler durch die Ereignisse der Vergangenheit führt, begleiten wir Marlowe in der Gegenwart, so dass wir sie intensiv kennenlernen dürfen.
Ich mochte die leicht chaotische Marlowe vom ersten Moment an, denn sie hat ihr Herz am rechten Fleck und lässt sich nicht allzu viel sagen. Besonders gut gefallen hat mir ihr leicht sarkastischer Unterton, mit dem sie sich selbst gerne auf die Schippe nimmt.
Die Nebencharaktere in diesem Zeitstrang bleiben neben Marlowe deutlich blasser, was aber zur Geschichte passt, denn alles andere hätte hier den Rahmen gesprengt.
Die Familie Ralston in der Vergangenheit hat einige interessante Charaktere, doch die Auflösung zum Schluss hat mich noch einmal mehr sprachlos gemacht. Mit diesem Plottwist habe ich dann definitiv nicht gerechnet. Die Familie ist auf jeden Fall einfach anders und hier bekommen wir auch Gelegenheit, mitzurätseln, was einst wirklich geschah.
Mein Fazit: Ein toll geschriebenes Jugendbuch, das sich leicht und locker lesen lässt und eine leicht düstere Atmosphäre verbreitet. Gerade was diese Atmosphäre betrifft, ist es auf jeden Fall ein Jugendbuch, dass man auch jüngeren Lesern locker empfehlen kann. Aber auch als Erwachsene bekommt man hier gute Unterhaltung geboten. Lesenswert!

Veröffentlicht am 16.09.2025

Wie weit würdest du gehen für Erfolg?

Blood Academy - Der Preis des Erfolges
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Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Sally bei ihrer Großmutter. Nun ist der Schulabschluss nah und Sally hofft, dass es ihr gelingen wird, ein Stipendium zu erhalten. Genau das bekommt sie auch, doch mit dem ...

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Sally bei ihrer Großmutter. Nun ist der Schulabschluss nah und Sally hofft, dass es ihr gelingen wird, ein Stipendium zu erhalten. Genau das bekommt sie auch, doch mit dem College, das sie quasi ausgewählt hat, hätte sie niemals gerechnet. Die School of Honor and Success nimmt nur die Besten der Besten Schüler auf und das ausgerechnet sie hier studieren soll, ist für Sally ein Wunder. Doch die Academy birgt Geheimnisse und Gefahren und außerdem auch noch zwei junge Männer, Jason und Lorne, die auf ihre Art eine Faszination auf Sally wirken, mit der sie nicht gerechnet hat.
Wieder einmal ist dieses Buch außergewöhnlich schön gestaltet und weckt somit umgehend Aufmerksamkeit und auch der Einstieg in die Handlung fällt leicht. Autorin Dagmar Winter erzählt sehr leicht und flüssig und schnell gerät man hier in den Bann der Story. Zwar dauert es dann eine Weile, bis diese richtig in Schwung kommt, doch spätestens mit dem Eintritt in die Academy wird es immer spannender und fesselnder.
Das Setting, die Academy, ist typisch für Dark Academia, trotzdem gelingt es Dagmar Winter hier eine ganz besondere Atmosphäre heraufzubeschwören. Düster, etwas dramatisch und intensiv beschrieben, so dass man sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt.
Die Spannung steigt mit fortlaufen der Geschichte, es wird düster und blutig und es gibt einige unvorhersehbare Momente.
Protagonistin Sally, aus deren Sicht wir die Handlung erleben, ist gleich vom ersten Moment an sympathisch. Sie hat es nicht wirklich einfach gehabt, seit dem Tod der Eltern und war vor der Academy eine Außenseiterin. Doch an der Academy warten neue Herausforderungen und sie steht vor der Frage, wie weit man gehen würde für Rache und Erfolg.
Die beiden jungen Männer Lorne und Jason verbindet mehr miteinander, als man annimmt, doch was der freundlich wirkt, wirkt der andere düster und geheimnisvoll. Doch wem kann man oder besser Sally, vertrauen?
Mein Fazit: Ein auf den ersten Blick recht typisches Buch seines Genres, doch je mehr man in der Geschichte versinkt, desto mehr nimmt sie einen gefangen. Sehr atmosphärisch und tolle Charaktere, dazu Spannung und ein wenig was fürs Herz, runden die Geschichte ab. Tolles Buch, für das es eine Leseempfehlung gibt.

Veröffentlicht am 15.09.2025

Vorhersehbar und doch gut unterhaltend

Eine von uns
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Nach einem Brand in ihrem Haus kommen Gina, ihr Mann Matt und ihre beiden Kinder bei Ginas besten Freundin Annie im Haus unter, da diese gerade verreist ist. Kaum bei Annie angekommen, klingelt es, vor ...

Nach einem Brand in ihrem Haus kommen Gina, ihr Mann Matt und ihre beiden Kinder bei Ginas besten Freundin Annie im Haus unter, da diese gerade verreist ist. Kaum bei Annie angekommen, klingelt es, vor der Tür steht Mary, die behauptet, Annies Hausmädchen zu sein. Zunächst ist Gina unsicher, doch als Annie ihr per WhattsApp bestätigt, dass Mary zuverlässig ist, lässt Gina sie ins Haus. Doch eins kommt aufs andere, Mary zieht mit ihrem Sohn mit ins Haus ein und es geschehen merkwürdige Dinge. Alles deutet auf die Vergangenheit, als Gina und ihre drei besten Freundinnen ein unschlagbares Team waren, bis eine von ihnen spurlos verschwand.
Das Cover ist herrlich düster und macht sofort neugierig und da der Klappentext ebenfalls spannend klingt, war ich dabei.
Der Einstieg zieht sich zwar ein klein wenig, gelingt aber durchaus mühelos, denn Autorin Samantha Hayes hat einen klaren und völlig unkomplizierten Schreibstil, der den Leser in den Bann zieht.
Die Story ist, trotz gewisser Vorahnungen und Vorhersehbarkeiten, sehr spannend und fesselnd und ich habe die Geschichte durchaus in kurzer Zeit verschlungen. Mein großes Manko allerdings war das Ende, denn das war für mich, zumindest teilweise, doch arg konstruiert. Das fand ich dann doch ein wenig schade, denn davor kam die Story sehr glaubhaft rüber.
Abwechselnd in der Gegenwart aus der Sicht von Gina und Mary, in der Vergangenheit aus weiteren Perspektiven, erleben wir die Geschichte. Der Fall der Vergangenheit, der Cold Case um die verschwundene Freundin Sara, fand ich sehr fesselnd und auch traurig.
Ganz besonders gelungen habe ich in diesem Thriller die Charaktere empfunden. Auch wenn mir zunächst so gar keiner richtig sympathisch war, waren sie doch so spannend, dass man wissen wollte, was hinter ihrem Auftreten steckt. Gina, zum zweiten Mal Mutter geworden, kam mir unheimlich naiv und leichtgläubig vor, so manches Mal musste ich den Kopf schütteln. Doch innerhalb der Geschichte entwickelt sie sich definitiv weiter. Mary wirkt natürlich von Beginn an geheimnisvoll und alles andere als glaubwürdig und alle meine Vermutungen haben sich durchaus bewahrheitet, zumindest zum großen Teil.
Daneben gibt es natürlich diverse Nebencharaktere, die teilweise düster und erschreckend wirken oder einfach undurchsichtig scheinen. Im Großen und Ganzen bleiben sie aber einfach nebensächlich und nehmen nur relativ wenig Raum in der Handlung ein.
Mein Fazit: Trotz kleiner Kritikpunkte hat mir dieses Buch doch gut gefallen und brachte mir unterhaltsame Lesestunden, bei denen ich vor allem neugierig war, ob und wie oft ich richtig liege. Wie erwähnt, fand ich das Ende nicht ganz so gelungen, aber insgesamt ist das Buch perfekt für einen Lesenachmittag auf dem Sofa.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Ruhig und atmosphärisch

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Kriminalinspektorin Maya Topelius möchte eine Auszeit im Ressort ihrer Freundin Emily nehmen. Doch mit der Erholung auf der abgelegenen Schäreninsel ist es vorbei, als es zu einem Streit kommt und später ...

Kriminalinspektorin Maya Topelius möchte eine Auszeit im Ressort ihrer Freundin Emily nehmen. Doch mit der Erholung auf der abgelegenen Schäreninsel ist es vorbei, als es zu einem Streit kommt und später ein Toter gefunden wird. Als dann auch noch ein Sturm aufzieht und die Schäreninsel Svartlöga isoliert, bleibt Maya nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln.
Mit Still ist die Nacht erschien der zweite Schwedenkrimi aus der Feder von Sandra Aslund rund um die Ermittlerin Maya Topelius.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht und die Insel atmosphärisch und gut vorstellbar gezeichnet. Ich mag ja diese Grundstimmung skandinavischer Krimis total und gerade diese Atmosphäre ist ein absoluter Pluspunkt des Buches, doch leider verrennt sich die Autorin Sandra Aslund hier ein wenig in den esoterischen Beschreibungen des Ressorts, das hier einfach zu viel Raum einnimmt.
Der Prolog machte den Einstieg unheimlich spannend, allerdings kommt es im Mittelteil dann doch zu Längen, die auch ein wenig auf das Privatleben der Ermittlerin zurückzuführen ist, das hier mit einfließt. Interessant wurde die Dynamik unter den Gästen, klar, sie sind abgeschirmt und dadurch beginnen dann auch die Verdächtigungen. Trotzdem konnte ich hier einiges vorausahnen.
Maya Topelius ist unheimlich sympathisch und man begleitet sie gerne bei ihren Ermittlungen. In diesem Buch steht sie nicht nur vor den Ermittlungen, sondern auch vor persönlichen Schwierigkeiten mit ihrer Freundin Emily, die ich aber nicht immer nachvollziehen konnte und etwas nervig fand. Ihr Kollege Pär bleibt in diesem Band deutlich im Hintergrund, was ich schade, aber verständlich fand.
Die Nebencharaktere sind vielschichtig und bieten Abwechslung, allerdings sind sie doch äußerst vielzählig, was hin und wieder für Verwirrung sorgt.
Mein Fazit: Still ist die Nacht ist ein ruhig erzählter Krimi, der mit viel Atmosphäre daherkommt. Wer gut ausgearbeitete Charaktere mit Tiefe mag und einen sich langsam entfaltenden Spannungsbogen, wird hier auf seine Kosten kommen. Wer aber viel Tempo und Action mag, würde hier enttäuscht werden. Ich mag vor allem die Ermittlerin und bin gespannt auf weitere Fälle.