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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Weltraumabenteuer

Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn
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Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden ...

Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden haben nicht mit der jungen Astronautin Venus und ihrem Kater Mars gerechnet.

Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn ist der zweite Band aus der Albert & Einstein Reihe von Tim Collins. Die Geschichte wechselt zwischen Fließtext und Comic und gewinnt dadurch an Tempo. Außerdem wird das Buch mit über 40 Knobelaufgaben ausgeschmückt, den meisten Kindern im Alter von acht Jahren (Altersempfehlungen) dürften diese teilweise zu schwer sein. Durch einen Hinweis zu Beginn des Buches wird den Leser:innen jedoch der Druck genommen, dass alle Aufgaben gelöst werden müssen, dennoch werde einige Kinder möglicherweise den Anspruch haben und könnten dann enttäuscht sein. Dennoch machen die Aufgaben auch Spaß und geben neues Wissen mit.

Der Zeichenstil des Comics und der Illustratorin Louise Forshaw bereiten Freude und sind schön anzuschauen. Die Geschichte ist interessant und zeigt, dass man erfolgreicher ist, wenn zusammen und nicht gegeneinander arbeitet.

Veröffentlicht am 30.10.2025

Die Haghexe

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, ...

Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, sie findet keine Freunde und unter der Leiterin, die alle nur die Grimmige nennen, darf Cassie sich auch nicht in die Welt ihrer liebsten Bücher träumen, denn das Lesen solcher Bücher ist strengstens verboten.

Doch die sieben Jahre warten auf ihre Mutter sollen eine Veränderung bringen, Rose wird für tot erklärt und Cassie soll vom Internat in ein Waisenhaus umziehen. Einen Ort, der noch viel schlimmer ist als das Internat jemals sein könnte und so beschließt Cassie zu fliehen. Auf ihrer Flucht gerät sie in Gefahr und wird von einem besonderen Kater gerettet. Montague bringt Cassie zu ihrer Tante Miranda nach Hartwood Hall, einem Ort, der Cassies Leben drastisch verändern soll. Denn dort erfährt sie, dass ihre Vorfahren Hexen sind und dass das Leben voller Magie steckt. Nur lauern auch Gefahren in ihrem neuen Leben, am Rande des gefährlichen Walds dem Hag, passieren ungewöhnliche Dinge.

Der goldene Schlüssel von Skye McKenna ist der erste Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen besonderen Humor auf, ist aber auch nicht zu überspitzt dargestellt, so dass er sich ganz langsam ins Herz schleicht. Besonders gelungen fand ich jedoch auch jene Wesen, die nicht durchweg böse oder gut dargestellt wurden und dadurch einen tollen Platz in der Geschichte gefunden haben, so u.a. der Goblin Burdock.

Der Schreibstil der Autorin ist detailliert und macht den Weltenaufbau sehr leicht, an einigen Stellen wurde dadurch das Tempo jedoch auch sehr langsam und die Geschichte etwas langatmiger und erst im letzten Viertel kommt richtig Spannung auf, bis dahin ist der Fokus eher auf das Ankommen in der Welt und dem System gelegt. Dies gelingt gut, denn schnell versteht man das Weltensystem, das dem Alter der Rezipienten entsprechend auch nicht zu komplex ist. Auch die Protagonistin Cassie wird toll eingeführt, sodass man sie nicht nur sehr schnell mag, sondern auch ihre Ängste und Wünsche nachvollziehen kann und dadurch auch ihre zukünftigen Handlungen versteht. Die drei Junghexen Rue, Tabitha und Ivy sorgen für die perfekte Mischung an Spannung untereinander, die Fragen bezüglich Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufweisen.

Das Buch selbst ist ein phänomenaler Hingucker, der Erwartungen schürt, das Cover, der Farbschnitt, aber vor allem die Seitengestaltung sind unglaublich detailverliebt und passen hervorragend zur Geschichte. Ein Äußeres, das definitiv anlockt und der Inhalt hält, was das Äußere verspricht. Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel ist ein toller Start einer fantastischen Reihe für Kinder ab zehn Jahren. Eine Geschichte, die jedoch auch Erwachsene verzaubern kann, vor allem, wenn man ruhigere, atmosphärischere Einstiege bevorzugt.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Furchtlos dem Ende stellen

Der Club der kalten Hände
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Lizzy entdeckt, dass ihre Eltern nicht nur ein langweilges Unternehmen führen, dass irgendwelche Kisten verfrachtet, sondern dass sie ein Bestattungsunternehmen führen. Gemeinsam mit ihren Freunden Mo, ...

Lizzy entdeckt, dass ihre Eltern nicht nur ein langweilges Unternehmen führen, dass irgendwelche Kisten verfrachtet, sondern dass sie ein Bestattungsunternehmen führen. Gemeinsam mit ihren Freunden Mo, Cem, Olga und Fritzi erfährt sie in der folgenden Zeit mehr über den Tod und die Trauer. Neue Freundschaften mit Yuki und Ronny entstehen und zusammen werden sie Der Club der kalten Hände, der sich furchtlos sämtlichen Themen zum Ende des Menschen stellt.

Der Club der kalten Hände von Christine Pernlochner-Kügler ist in zwei Teile eingeteilt. Im ersten Teil wird eine Geschichte erzählt, die sich auf verschiedene Formen von Verlust bezieht und dementsprechend präsent ist das versterben von (unterschiedlichen) Menschen. Im zweiten Teil wird das Clubbuch der kalten Hände vorgestellt, in dem die Freunde nicht nur vorgestellt werden, wobei Yukis Steckbrief fehlerhaft ist, sondern auch viele weitere Informationen zum Tod vorstellen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass man auf unterschiedliche Trauerformen eingegangen ist und dass der Tod im Buch nicht gleichbedeutend mit ausschließlich negativen Gefühlen war, sondern dass auch das Gefühl gegeben wurde, dass Lachen danach nicht verboten ist und man weiterhin Dingen nachgehen kann, die einem Spaß machen.

Auch die Zeichnungen von Valerie Tiefenbacher haben der Geschichte etwas passendes mitgegeben. Auf den ersten Seiten war ich noch etwas skeptisch, da der Zeichenstil doch außergewöhnlich ist, aber am Ende hat genau diese Außergewöhnlichkeit perfekt zu diesem Thema gepasst, das hier ganz viele Facetten anspricht.

Schade finde ich, dass Abschiednehmen am Ende beinahe damit gleichgesetzt wird, dass man die verstorbene Person nochmal sieht, wenn sie tot ist. Das hätte ich gerne etwas differenzierter gesehen, weil nicht jedes Kind diesen Schritt gehen kann und es dementsprechend auch nicht das Gefühl kriegen sollte, dass es das machen muss oder noch schlimmer, dass es dies hätte machen sollen und nun nicht mehr nachholen kann. Außerdem gibt es einige Fälle, in denen ein solcher Abschied gar nicht möglich ist, dafür hätte ich mir gerne eine Alternative gewünscht, damit auch ein solches Abschiednehmen als solches gesehen wird.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Streuner in der Schule

3 Streuner und der sprechende Berg
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Die drei Streuner King Kerl, Big Ben und Flirty fühlen sich bei Joy mittlerweile heimisch, doch nun ist in Joys Schule Wohlfühlwoche angesagt und King Kerl soll Joy begleiten. In die Schule? Für die drei ...

Die drei Streuner King Kerl, Big Ben und Flirty fühlen sich bei Joy mittlerweile heimisch, doch nun ist in Joys Schule Wohlfühlwoche angesagt und King Kerl soll Joy begleiten. In die Schule? Für die drei Streuner eine absolute Katastrophe und dann auch noch ohne seine beiden besten Kumpel. Doch die Drei sind untrennbar und daher finden Flirty und Big Ben ihren ganz eigenen Weg, um dabei zu sein und das Geheimnis um Pepes Verhalten gegenüber Joy zu klären.

3 Streuner und der sprechende Berg von Anja Fröhlich ist ein Kinderbuch für Kinder ab acht Jahren, das eine Menge Spaß für die kleinen Leser:innen verspricht. Die Geschichte wird aus der Perspektive King Kerls erzählt, dadurch werden die Erlebnisse des Trios in kinngerechter Sprache übermittelt und für die Kinder die Welt aus der Sicht des Hundes dargestellt, der vielleicht auch das eigene Denken und Verhalten gegenüber Hunden prägen kann.

Das Abenteuer der drei Hunde ist super lustig erzählt und hat die Kinder einige Male zum Lachen gebracht, vor allem die unverblümte Sprache, die zu den Streunern passt und zu einer Situationskomik führt, konnte besonders überzeugen. Durch tolle schwarz-weiß Zeichnungen von Pe Grigio gab es zwischendurch auch immer etwas zum Anschauen und auch Schildkröte Schildegard gibt wieder ein paar ihrer Weisheiten mit auf den Weg. Sie überzeugte jedoch vor allem mit ihrer Aktion auf dem Rasenmäher. Die drei Streuner zeigen außerdem, was Freundschaft und Loyalität ausmacht!

Was ich etwas unnötig empfand, war die Darstellung der vermeintlichen Veganerin, die dann doch keine war. Ich finde, der Szene hätte es keinen Abbruch getan, wenn das Essverhalt unbenannt oder sie als Vegetarierin vorgestellt worden wäre.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Tassenmagie!

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Durch den magischen Tee Thea Magica lassen sich die magischen Kräfte erwecken, doch nicht alle Kräfte sind gesellschaftlich anerkannt. Für Robin Fluff ist das Leben gerade eine Vollkatastrophe, sie muss ...

Durch den magischen Tee Thea Magica lassen sich die magischen Kräfte erwecken, doch nicht alle Kräfte sind gesellschaftlich anerkannt. Für Robin Fluff ist das Leben gerade eine Vollkatastrophe, sie muss nicht nur den Umzug nach Port Mint und damit die Trennung von ihrer besten Freundin Milly verkraften, sondern auch die Erkenntnis, dass sie die magische Kraft ihres verschwundenen Vaters geerbt hat. Im Gegensatz zu den Erzählungen ihrer Mutter handelt es sich dabei nicht um ‚besser hören‘, sondern ums Gedankenlesen und das ist eine strengstens verbotene Kraft. Keiner darf davon erfahren, auch nicht ihre neuen Freunde Cornelius und Mailin.

Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab 10 Jahren. Die Magiewelt wirkt einzigartig, Tee der die magischen Kräfte erwecken kann und Magie, die von den Eltern (und manchmal Großeltern) vererbt wird. Das hat Charme und auch die Welt konnte eine schöne Atmosphäre aufbauen, in der man sich gerne befindet. Außerdem sorgen der leichte Schreibstil und die kurzen Kapitel für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Die Protagonistin Robin Fluff wirkt authentisch und sympathisch, ihre Gefühlswelt wird gut transportiert, weswegen man sich auch in sie hineinversetzen kann. Mailin konnte sich auch schnell ins Herz spielen, wohingegen es etwas Zeit benötigte um mit Cornelius warm zu werden, aber auch das hat sich im Laufe der Geschichte verändert.

Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint ist ein magisches Abenteuer für Klein und Groß, das ruhig beginnt, sich durch seinen ganz eigenen Charme dann aber doch zu einer tollen Lektüre entwickelt.