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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2025

Macht Lust auf Wein ohne Stress

Simply Wine
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Der Wein-Ratgeber Simply Wine macht Lust, sich mit dem Thema Wein, aber auch Weinbau, Kulinarik, Terroir und und und zu beschäftigen. In kurzweiligen Kapiteln beantwortet der Autor Fragen rund um die Traube ...

Der Wein-Ratgeber Simply Wine macht Lust, sich mit dem Thema Wein, aber auch Weinbau, Kulinarik, Terroir und und und zu beschäftigen. In kurzweiligen Kapiteln beantwortet der Autor Fragen rund um die Traube und den Wein. Dabei richtet er sich vor allem an Einsteiger, gibt Tipps zur Weinbegleitung von Speisen und zum Weinkauf. Auch das Thema Weinbestellen im Restaurant kommt nicht zu kurz. Mit Vorurteilen wird aufgeräumt, scheu und Stress abgebaut. Der lockere Schreibstil auf Augenhöhe sorgt für eine angenehme Nähe und wirkt nie belehrend. Dennoch hält das Buch viel Lehrreiches bereit. Wer sich für Weinregionen der Welt und die wichtigsten Rebsorten interessiert, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Ein wirklich gelungener Ratgeber zum schönen und kurzweiligen Thema Wein. Sicher nichts für Fortgeschrittene, aber für die, die ohne Stress ins Thema einsteigen wollen.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Erschütternd

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Ein Buch, das mich aufwühlt und erschüttert. Packend geschrieben, interessante Figuren und ein Fall, der eine Lawine an Emotionen und Krisen auslöst. Ein Mädchen ist verschwunden. Was wie ein scheinbarer ...

Ein Buch, das mich aufwühlt und erschüttert. Packend geschrieben, interessante Figuren und ein Fall, der eine Lawine an Emotionen und Krisen auslöst. Ein Mädchen ist verschwunden. Was wie ein scheinbarer Routinefall aussieht, wird zum Albtraum für die Familie, Ermittler und Gesellschaft. Durch ein Video in den sozialen Medien wird die Stimmung angeheizt und es braucht nicht lange bis sie kippt. Unruhen, Selbstjustiz und weitere Verbrechen sind die Folge. Im Zentrum steht bald die Ermittlerin selbst. Seite um Seite nimmt die Spannung zu. Die Geschichte und die Rahmenbedingungen sind so real, dass es mich schaudert. Es reicht ein Funke, um einen Brand zu entfachen. Was ist Wahrheit und wem oder was können wir vertrauen? Ich wünsche mir beim Lesen, dass dies alles Sciencefiction ist, doch erschreckenderweise ist es ganz nah an der Realität. Am Ende bleiben einige Fäden offen, aber das passt zum Charakter des Buches. Ein verstörender, aufwühlender Roman.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Bewegende Geschichte

Ich bleibe hier
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Dieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen ...

Dieses kleine Buch hat mich sehr berührt. Wenn man im kleinen Ort Reschen oder auch Graun steht und auf die versunkene Kirche schaut, wird das Surreale spürbar. Wie tiefgreifend und gravierend die Veränderungen für die Menschen vor Ort waren, wird aber erst bei der Lektüre wirklich klar. Erst als Deutsch sprechende Gemeinschaft von der italienischen Regierung ausgegrenzt, ohne Arbeit, ohne Zukunftsaussichten. Das Leben wir zur Hölle. Verfolgung und Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Mit dem Krieg keimt zunächst etwas Hoffnung auf, doch auch diese weicht bald Ernüchterung und Angst. Trina und ihr Mann fliehen in die Berge der Umgebung. Dort schlagen sie sich mehr schlecht als recht durch, immer auf der Flucht, immer in Todesangst. Nach dem Krieg dann wieder etwas Hoffnung, doch die Bauarbeiten am Staudamm, der ihr Leben für immer verändern soll, gehen gnadenlos weiter. Für die meisten Familien heißt es das Land zu verlassen oder umgesiedelt zu werden. Der Autor schreibt sachlich und voller Dringlichkeit. Dennoch bleibt mir die Hauptfigur etwas fremd, sie wirkt oft abweisend. Ihr Schicksal und der Verlust der Tochter sind aber sehr bewegend erzählt. Ein wirklich wichtiges Stück Geschichte in einem kleinen Ort vor toller Landschaft, das leider zu oft zum Fotomotiv geworden ist. Auf jeden Fall sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Das Meer spielt hier die Hauptrolle

Rückkehr nach St. Malo
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Dieser feine, leise Roman erzählt von Geheimnissen, Macht, Familie, Liebe und von der Kraft des Meeres. Das Meer in all seinen Facetten, Farben und Strömungen spielt dabei definitiv die Hauptrolle und ...

Dieser feine, leise Roman erzählt von Geheimnissen, Macht, Familie, Liebe und von der Kraft des Meeres. Das Meer in all seinen Facetten, Farben und Strömungen spielt dabei definitiv die Hauptrolle und trägt mich durch die elegant erzählte Geschichte der Reederfamilie Kérambrun. Vom Aufstieg des jungen Octave, der ein Familienimperium aufbaut. Von der Liebe zu seiner Frau Julia, die nach dem Tod der gemeinsamen Tochter von Schatten geprägt ist. Aber auch von Lügen, Betrug und Verbrechen. Dabei begibt sich der Leser auf die Spuren von Yann, der in akribischer Kleinstarbeit die Geschichte der Familie rekonstruiert. In Rückblicken taucht man aber auch direkt in die Jahre zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Dabei wird auch immer wieder aus der Sicht von neutralen, familienfremden Menschen berichtet, die Zeit auf der Insel Cézembre verbracht haben. Dem Mönch, dem Soldaten, dem Häftling. Das bietet eine ganz neue Perspektive und bereichert das Gelesene enorm. Mit Yann selber werde ich nicht so richtig warm, aber das stört nicht. Ich erfreue mich an den Schilderungen über das Meer, die Luft, die Kraft der Region. Das ist alles sehr bildlich und greifbar beschrieben, so dass die Region direkt vor meinem geistigen Auge erscheint. Das ist für mich das eigentlich Faszinierende an diesem Roman. Selten habe ich eine so schöne Schilderung des Meeres gelesen.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein forderndes Buch

Gesellschaftsspiel
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Dieses Buch fordert den Leser. Das meine ich keinesfalls negativ sondern im positiven Sinne. Ein Tech-Milliardär, eine Stadt im Osten Deutschlands, ein neues Modell des Zusammenlebens. Alles kinderleicht ...

Dieses Buch fordert den Leser. Das meine ich keinesfalls negativ sondern im positiven Sinne. Ein Tech-Milliardär, eine Stadt im Osten Deutschlands, ein neues Modell des Zusammenlebens. Alles kinderleicht per App. Mitbestimmung auf Knopfdruck. Klingt verrückt, scheint in Weimar aber Wirklichkeit zu werden. Vor diesem großen Plan, die Gesellschaft zu verändern, Zusammenleben neu zu denken, gerät sogar der Tod zur Nebensache. Gabi, die Mutter von Isabelle und Annika liegt nach einem Schlaganfall im Sterben. Doch das Abschiednehmen wird verdrängt vom Coup des Jahrhunderts. Ein reicher Amerikaner möchte eine neue Stadt, eine neue Gesellschaft gründen. Jeder ist Teil der Idee, darf mitgestalten, mitbestimmen. Für Isabelle, Lehrerin, wird die kritische Auseinandersetzung mit der Idee zur Passion. Gemeinsam mit ihren Schülern diskutiert sie, bringt sich ein. Ganz anders ihre Schwester Annika, die zum Abschiednehmen aus den USA gekommen ist. Sie steht der Idee zunächst recht emotionslos gegenüber. Ihr Freund ist sofort Feuer und Flamme. Durch die verschiedenen Perspektiven wird die Geschichte, die Idee, facettenreich beleuchtet. Dabei gefällt mir besonders Dagmar, die Tante. Gebildet, aber auch ein bisschen einsam, setzt sie sich besonders intensiv mit der Idee auseinander. Über die Trauer, aber auch die Diskussion über eine neue Gesellschaft, kommt sich die Familie näher. Das liest sich sehr kurzweilig. Die Passagen, die Chatverläufe oder auch Podcast-Diskussionen behandeln, sind etwas schwieriger zu lesen. Die Posts fremder Menschen, Normalos, Fanatiker, Schwurbler lockern auf, machen den Lesefluss aber auch nicht einfacher. Daher ist die Lektüre nichts was sich in einem Rutsch weglesen lässt. Der Leser ist gefordert, sich mit den verschiedenen Formen der Diskussion, der Kanäle, aber auch mit dem Inhalt kritisch auseinanderzusetzen. Dabei gibt es keine schnelle Meinung. Was ist richtig, was falsch? Der Roman greift nicht nur mit dem Thema sondern auch mit dem Schreibstil unsere Zeit und den Ton, der Kommunikation und Diskussionskultur sehr treffend auf.

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