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Mirja103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Blick hinter die Fassade

9 Jahre Wahn
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Ich finde es sehr wichtig, dass psychische Erkrankungen stärker thematisiert und aus dem Tabu geholt werden. Es ist mutig, dass Eric Stehfest den Blick hinter die Fassade zulässt. Durch seine Erzählung ...

Ich finde es sehr wichtig, dass psychische Erkrankungen stärker thematisiert und aus dem Tabu geholt werden. Es ist mutig, dass Eric Stehfest den Blick hinter die Fassade zulässt. Durch seine Erzählung bekommt man einen Einblick, wie das Leben mit dem Wahn aussehen kann und wie man diesen therapieren könnte.

Verwirrend fand ich, dass er von sich in der 3. Person schreibt und die Therapiegespräche dann in direkter Rede geschrieben sind. Ich habe beim Wechsel immer eine Zeit gebraucht, mich zu orientieren. Der Schreibstil ist angenehm direkt ohne unnötige Umschreibungen und dadurch gut zu lesen.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass Eric nach ein paar Tagen und Gesprächen deutlich besser mit seiner Erkrankung umgehen und sein Leben wieder aufnehmen kann. Alle Patient*innen der Gruppe verstehen sich schnell und unterstützen sich gegenseitig. Da bin ich doch etwas skeptisch. Aus meiner Sicht hätte es zumindest ungefähre Angaben geben müssen, wie lang er in der Tagesklinik war.

Neben seiner eigenen Geschichte werden auch die Erkrankungen einiger Mitapatienten angerissen, so dass man auch Einblick in andere Erkrankungen bekommt.

Im Buch beschreibt Eric, wie wichtig die Gespräche mit der Therapeutin und die Gruppe sind. In der Danksagung am Ende werden sie aber gar nicht erwähnt. Dort dankt er vor allem sich selbst, was ich etwas irritierend fand.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Wie kann man sein Glück finden?

Das glückliche Leben
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Ich mochte den Schreibstil und den ruhigen Fluss der Geschichte. Etwas irritiert war ich, dass es relativ lang dauert, bis Éric bei Happy Life landet. Ich fand die Vorgeschichte etwas lang, hätte mir dafür ...

Ich mochte den Schreibstil und den ruhigen Fluss der Geschichte. Etwas irritiert war ich, dass es relativ lang dauert, bis Éric bei Happy Life landet. Ich fand die Vorgeschichte etwas lang, hätte mir dafür an anderen Stellen mehr Tiefe gewünscht. Nach "seiner Beerdigung" ändert Éric sein Leben, man erhält aber kaum Einblicke in seine Gedanken und Gefühle. Corona und Lockdowns verändern dann auch das Leben und die Sichtweisen der anderen Figuren. Da kamen bei mir Erinnerungen an diese Zeit hoch. Die simulierten Beerdigungen werden in Frankreich sehr gut angenommen. Leider erfährt man nicht, auf welche Weise sie danach ihr Leben verändern. Irgendwann steht dann auch Amélie vor Éric und alles steuert auf das Happy End zu.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und der Autor hat viele schöne Momente geschildert. So richtig nah bin ich den Figuren aber nicht gekommen und ihr Verhalten fand ich manchmal schwierig und nicht ganz nachvollziehbar. Die Wechsel in der Erzählperspektive bzw. in der Zeitebene kamen manchmal etwas plötzlich

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Spurensuche

Meine Mutter
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Das Buch "meine Schwester" fand ich sehr eindrücklich und berührend, deshalb war für mich klar, dass ich auch "meine Mutter" lesen muss. Aus meiner Sicht ist es nicht so berührend wie das erste Buch, aber ...

Das Buch "meine Schwester" fand ich sehr eindrücklich und berührend, deshalb war für mich klar, dass ich auch "meine Mutter" lesen muss. Aus meiner Sicht ist es nicht so berührend wie das erste Buch, aber trotzdem sehr interessant. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche und fährt an den Geburtsort ihrer Mutter. Dank der Tagebücher/ Aufzeichnungen von Familienmitgliedern kann sie tief in die Vergangenheit eintauchen. Sie schildert, wie das Leben der Familie gewesen ist und welche eindrücklichen Erlebnisse ihre Mutter in der Kindheit erlebt hat. Es sind aber nur Ausschnitte, man taucht nicht tief in die Gefühlswelt der Mutter. Sie bleibt immer ein wenig fremd und ihr Verhalten nicht komplett nachvollziehbar. Einige Szenen und Aussagen Ende des Krieges und in der Nachkriegszeit fand ich sehr erschreckend. Aber leider war das vermutlich in vielen Familien so.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Sanfte Unterhaltung

Wilder Honig
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Das Buch erzählt ganz ruhig und sanft die Geschichte über die drei Frauen. Das mochte ich. Auch die Naturbeschreibungen fand ich insgesamt schön, aber manchmal wäre etwas weniger auch ausreichend gewesen. ...

Das Buch erzählt ganz ruhig und sanft die Geschichte über die drei Frauen. Das mochte ich. Auch die Naturbeschreibungen fand ich insgesamt schön, aber manchmal wäre etwas weniger auch ausreichend gewesen. Die Vergleiche mit den Bienen fand ich irgendwann zu viel. Viele Momente haben mich berührt: alle kämpfen mit Trauer, Verlust und Ängsten. Etwas verwirrend fand ich aber, dass Megan isoliert im Wohnwagen bleibt, ohne jegliche Ablenkung und das gar kein Thema ist. Insgesamt reden die Figuren in der ersten Hälfte sehr wenig miteinander, aber das scheinen sie auch nie gelernt zu haben. Nach und nach kommen sich alle näher und bauen (wieder) eine enge Beziehung zueinander auf und alles entwickelt sich sehr schnell positiv. Ausgeklammert wird dabei ein Teil der Realität (z.B. Finanzen), aber es ist ja ein Roman. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Abschied vom Leben?

Haus zur Sonne
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Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes ...

Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes gemacht. Aus der anschließenden Depression findet er nicht mehr heraus. Er hat keine Kraft mehr, erneut neu anzufangen. Da erscheint ihm das Haus Sonne wie die perfekte Lösung: Dort soll man seine Träume ausleben und dann mühelos aus dem Leben scheiden können. Doch ist das wirklich so einfach? Nach und nach verstärken sich Zweifel beim Erzähler. Das Personal überzeugt ihn aber doch wieder, dass er den richtigen Weg gewählt habe. Wird er den Weg bis zum Ende gehen?

Der Autor vermittelt sehr gute Einblicke in die Welt eines psychisch kranken Menschen. Eindrücklich geschilderte Szenen sorgen dafür, dass man das Leben mit der Krankheit und deren Auswirkungen ansatzweise nachempfinden kann. Das hat mich sehr beeindruckt, zumal vermutlich viel Persönliches enthalten ist. Vor allem die Scham und die Schwere der Depression sind gut spürbar. Die Zweifel sind sehr gut und nachvollziehbar geschildert. Aufgrund der Beschreibungen hat man das Haus zur Sonne und die Personen gut vor Augen. Ich war gespannt, wie es am Ende ausgeht.

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