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Veröffentlicht am 25.10.2025

Im Sog der Tradewifes

Heimat
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Hannah Lühmann hat mit Heimat ein Werk geschaffen, welches subtil darstellt wie schnell man in eine fatale Faszination verfallen kann.

Ich habe es als Hörbuch gehört, im Nachhinein hätte ich es lieber ...

Hannah Lühmann hat mit Heimat ein Werk geschaffen, welches subtil darstellt wie schnell man in eine fatale Faszination verfallen kann.

Ich habe es als Hörbuch gehört, im Nachhinein hätte ich es lieber als physisches Buch gelesen, gedanklich mit meiner eigenen Stimme im Kopf, weil ich die Stimmlage der Sprecherin anhaltend doch etwas anstrengend fand. Ich denke es wäre für mich mehr zur Geltung gekommen, wenn ich es gelesen hätte.

Trotzdem hat mich der Inhalt dazu angehalten weiterzuhören. Jana eine Frau, ihr drittes Kind erwartend, frisch in eine ländliche Umgebung gezogen, geplagt von Gedanken um Existenz, Arbeit, Erschöpfung, lernt Caro kennen. Schnell stellt sich heraus, dass diese so ganz anders ist als Jana und das fasziniert sie. Diese Faszination zieht sie in ihren Bann. Man muss bei manchen Gedanken zugeben, dass man sie selbst gar nicht negativ findet, gar nicht anzweifelt, dass das vielleicht auch eine Möglichkeit wäre und erschreckt ein bißchen, dass eben dies zu dem führt was im Buch ganz fein, ganz leise in seinen Anfängen beschrieben wird … Gruppenzwang, Verantwortungsabgabe, Identitätsverlust. Es wird einem eindrücklich vor Augen geführt, wie es ist, wenn man aufhört zu hinterfragen, wenn man sich dem Leichten hingibt, weil es so schön scheint und vergisst hinter die Fassade zu blicken. Wie einfach es scheinbar ist sich einer Ideologie hinzugeben, welche man in ihren Grundzügen ablehnt.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Generationen-Fluch

Das Flüstern der Marsch
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Drei Frauen, drei Schicksale, ein Geheimnis das sie alle eint. So könnte man das Buch in einem Satz beschreiben. Doch es ist viel facettenreicher als das. Das Buch beginnt mit dem Verschwinden von Annemie, ...

Drei Frauen, drei Schicksale, ein Geheimnis das sie alle eint. So könnte man das Buch in einem Satz beschreiben. Doch es ist viel facettenreicher als das. Das Buch beginnt mit dem Verschwinden von Annemie, Monas Großmutter, die Geschichte selbst beginnt schon Jahrzehnte früher und ist in mehreren Zeit- und Handlungssträngen aufgebaut.

Tatsächlich haben der Titel und das Cover mein Interesse geweckt, weil es so harmonisch wirkte und durch den gelben Titel doch wieder einen Kontrast erzeugt hat, was ich sehr gelungen finde. Der Schreibstil ist schlicht, flüssig und mit Wortspielen gespickt, was ich als Leser sehr angenehm empfand.

Die Geschichte selbst finde ich sehr gut, jedoch hat mich die Art wie sie erzählt ist, nicht gänzlich abgeholt. Trotz des schönen Schreibstils, fehlten mir oft weiterführende Sätze. Wiederum wiederholten sich einige Beschreibungen, Gegebenheiten, Gedankenspiele immer wieder. Ich denke das ist von der Autorin so gewollt, um dem Hintergrund mehr Ausdruck zu verleihen, mich hat es ein wenig gestört. Auch die Beschreibungen der Marsch, ließen vor meinem inneren Auge eher ein unvollständiges Bild erscheinen.

Das Ende hat mich wiederum versöhnlich gestimmt mit dem Buch und mit einem Lächeln zurückgelassen. Deshalb würde ich das Buch trotzdem weiterempfehlen, weil ich denke, dass es Leser gibt, die eben genau das anspricht, die von der Erzählweise so abgeholt werden, wie es die Autorin beabsichtigt hat.

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