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Veröffentlicht am 20.10.2025

Gut geschrieben, unbequem, bereichernd

Freiheitsaufgaben
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Marko Martin war mir ehrlich gesagt - und es ist mir peinlich, das zugeben zu müssen - bisher kein Begriff. Klar, ich hatte mitbekommen, dass da ein Festredner am 7. November 2024 Bundespräsident Steinmeier ...

Marko Martin war mir ehrlich gesagt - und es ist mir peinlich, das zugeben zu müssen - bisher kein Begriff. Klar, ich hatte mitbekommen, dass da ein Festredner am 7. November 2024 Bundespräsident Steinmeier verärgert hatte. Aber ich schenkte der Berichterstattung und dem Namen des Redners keine große Beachtung.

Dann fiel mein Blick auf das Büchlein "Freiheitsaufgaben". Mir gefielen die Mehrdeutigkeit des Titels, aber mehr noch die Inhaltsangabe - und ich wurde nicht enttäuscht.

Ausgehend von seiner Rede am 7. November 2024 (auf die Marko Martin im Vorwort ausführlich eingeht) schreibt der Autor ein Essay, das im besten Sinne unbequem ist.

Mir hat die Mischung gefallen, denn Marko Martin schreibt nicht nur rein theoretisch über Freiheit, sondern greift immer wieder auf eigene Erlebnisse zurück, auf Einflüsse durch Dissidenten und Denker, so dass die Ausführungen auch für mich sehr erlebbar waren.

Seine Ausführungen sind teilweise unangenehm zu lesen, zumindest für diejenigen LeserInnen, die sich (möglicherweise) in seinen Ausführungen wiedererkennen. Mir ging es jedenfalls teilweise so. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen empfinde ich "Freiheitsaufgaben" als Bereicherung. Denn Martins Ausführungen mögen oberflächlich betrachtet einseitig wirken, aber im Verlauf des Essays werden so viele wichtige Dinge angesprochen, so viele Mechanismen, in denen wir es uns bequem gemacht haben, aufgearbeitet, dass am Ende ein sehr vielseitiges Essay abgeliefert wurde.

Das Wichtigste ist aber: Da schreibt ein Mann, dem Freiheit im besten Sinne des Wortes wichtig ist und der aus seiner persönlichen Erfahrung ausführt, was sie wert ist und wie sie verteidigt werden kann und muss. Man muss nicht nicht allem einverstanden sein, was Martin schreibt, lohnend ist die Lektüre allemal.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Spannende und gruselige Unterhaltung

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Kristina Olsson ist eine bereits etablierte Thriller-Autorin. Nun hat sie ihren ersten Kinder- bzw. Jugendroman geschrieben. Es handelt sich dabei um eine Art Krimi-Spuk-Geschichte für Kinder ab einem ...

Kristina Olsson ist eine bereits etablierte Thriller-Autorin. Nun hat sie ihren ersten Kinder- bzw. Jugendroman geschrieben. Es handelt sich dabei um eine Art Krimi-Spuk-Geschichte für Kinder ab einem Alter von 11 Jahren.

Vorweg: Ich rate Eltern, das Buch entweder vorab oder gemeinsam mit dem Kind zu lesen, denn es ist wirklich sehr spannend und streckenweise sehr gruselig. Eltern sollten also erst einmal schauen, ob das Buch für ihr Kind geeignet ist.

Ich habe den Roman gemeinsam mit meinem elfjährigen Sohn gelesen. Es war sein erster richtiger Spannungs-Grusel-Roman. Er hat ihn super gefunden, hat aber relativ früh entschieden, dass er ihn lieber nachmittags und nicht abends kurz vor dem Schlafengehen lesen möchte. Dazu war es dann doch zu aufregend.

Meinem Sohn und mir hat sehr gefallen, dass ganz viele Themen quasi nebenbei Eingang in die Geschichte finden: Die Protagonistin Heidi ist ein Scheidungskind, die neue Freundin/Frau ihres Vaters ist schwanger, ihre Mutter ist nach Deutschland gezogen und ihre Oma ist dement.

Die Geschichte beginnt damit, dass ihre Eltern einen Untermieter namens Bill bei sich aufnehmen. Der scheint ein netter Typ zu sein. Er hat ein Riesenrad dabei, das er auf dem Campingplatz aufbaut. Heidi freut sich sehr darüber, zumal sie dort auch ein bisschen helfen und Geld verdienen darf. Allerdings trübt sich bald der gute Eindruck, denn ihre demente Großmutter spricht kryptische Warnungen bezüglich des Riesenrads auf. Außerdem ereignen sich nachts unheimlich Dinge in Heidis Zimmer.

Unheimlich sind die Ereignisse in der Tat. Teilweise habe sogar ich mich ganz schön gegruselt. Mein Sohn war manchmal hin und her gerissen, ob er nun weiterlesen soll oder nicht. Letztlich hat immer die Neugierde gewonnen.

Mein Sohn konnte sich gut mit den Kindern des Romans identifizieren. Er fand es super dass sie gemeinsam daran arbeiten, die Rätsel rund um Bill und das Riesenrad zu lösen. Es gab ein paar Momente, in denen er die Spannung kaum aushalten konnte, Momente der Erleichterung, aber definitiv keine Langeweile!

Alles in allem ist der Roman für ihn eine mitreißende Erfahrung gewesen. Die Kombination aus Kinder-Detektiv- und Spukgeschichte hat ihm sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ganz großes Kino!

Evermind. Sie kennt dich
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Melissa C. Hill hat mit "Evermind: Sie kennt dich" eine gelungene Dystopie für Jugendliche geschrieben. Sie ist aber - und das hat mich besonders gefreut - auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.

Im ...

Melissa C. Hill hat mit "Evermind: Sie kennt dich" eine gelungene Dystopie für Jugendliche geschrieben. Sie ist aber - und das hat mich besonders gefreut - auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.

Im Jahr 2044 wird eine KI gestartet, die das Überleben der Menschheit gewährleisten soll. Ungefähr 200 Jahre später findet das Leben der Menschen unterirdisch statt. Alles wird von der KI berechnet und geregelt. Livia - die Protagonistin und Ich-Erzählerin des Romans - ist einer dieser Menschen. Bisher hat sie die KI und deren Entscheidungen nicht infrage gestellt. Das ändert sich jedoch, als sie den von der KI vorgegebenen Job in der Krankenstation antritt und dort ihrer ehemaligen Betreuerin Mathea begegnet.

Der Roman richtet sich wie bereits erwähnt an Jugendliche. Empfohlen wird der Roman LeserInnen ab dem Altern von ca. 14 Jahren. Ich schließe mich dieser Einschätzung an.

Es gibt sehr viele Aspekte, die ich super fand: Das Worldbuilding ist meiner Meinung nach gelungen. Anfangs bekommen wir sehr viele Informationen, aber auch im weiteren Verlauf des Romans tauchen immer wieder weitere Details geliefert, die mal mehr und mal weniger subtil die unterirdische City lebendig werden lassen.

Viel wichtiger ist aber, dass die Autorin es wirklich gut schafft, ihre verschiedene Charaktere zum Leben zu erwecken. Es gibt zwar auch einige ziemlich zweidimensionale Charakter (das gilt insbesondere für die menschliche Antagonistin), es gibt aber auch sehr viele facettenreiche Menschen. Es gibt eben nicht nur gute und schlechte Menschen, sondern ganz viel dazwischen. Dass Melissa C. Hill dies in ihrem Roman so einarbeitet, trägt viel dazu bei, dass mir die verschiedenen Personen, dass Handlungsweisen meistens für mich nachvollziehbar waren. Und mir sind einige der Charaktere echt ans Herz gewachsen sind, so dass ich das Buch irgendwann nicht mehr beiseite legen konnte, weil sich so mitgefiebert habe!

Super ist die Einbindung aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse und Entwicklungen in den Roman. Ja, sie sind teilweise dramatisch überspitzt, aber dass vieles von dem, was im Roman thematisiert wird, den Kern in unserer Gegenwart hat, macht die Kaltherzigkeit der KI nur umso nachvollziehbarer und erschütternder. Vor allem aber regt "Evermind: Sie kennt dich" zum Nachdenken an.

Es gibt viel, worüber es sich nachzudenken lohnt: In was für einer Gesellschaft möchte ich leben? Ist ein komplett berechnetes Leben tatsächlich erstrebenswert? Was macht Menschen und Menschlichkeit aus? Was ist Freiheit? Was bin ich bereit zu opfern? Diese und noch viel mehr Fragen werden auf spannende und sehr unterhaltsame Art in den Roman eingewoben.

Dass es nicht für die volle Punktzahl gereicht hat, liegt an einigen wenigen Punkten, die für mich nicht nachvollziehbar waren: das Fehlen eines autarken Notstromaggregats, um nur ein Beispiel zu nennen. Ich meine, die Menschen leben unterirdisch und unter anderem auf Luftzufuhr in mindestens drei Ebenen angewiesen. Auf Backups in Form von Notstromaggregaten zu verzichten, erscheint mir fahrlässig.

Insgesamt ist Melissa C. Hill eine großartige, spannende und teilweise herzzerreißende Dystopie gelungen, die die Grausamkeit eines Systems, das ausschließlich auf Berechnungen und Effizienz beruht, toll herausgearbeitet hat. "Evermind: Sie kennt dich" ist ein absolut empfehlenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Informativ und inspirierend!

Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt
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Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen ...

Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen sind die Menschen, die neue Technologien und Verfahren testen und verifizieren, die für Flüge in den Weltraum benötigt werden. Sie testen also zum Beispiel Raumanzüge, neue Geräte wie Drohnen oder (Mars-)Rover, aber auch medizinische Geräte und noch vieles (!) mehr (was alles, erfährt man im Buch).

Anika Mehlis erzählt zunächst einmal ein bisschen über sich selbst und darüber, wie sie durch Zufall auf eine Anzeige stieß, die sie dazu veranlasste, sich um eine Position als Analog-Astronautin zu bewerben, in diesem Zuge erfahren wir auch ein bisschen über den Bewerbungsprozess. Ich fand diesen Teil einerseits interessant. Andererseits fand ich es schade, dass wir nicht etwas tiefer in den Bewerbungsprozess eindringen konnten, es wirkte auf mich oberflächlich. Informativ war dieser Teil natürlich trotzdem.

Im weiteren Verlauf erzählt Frau Mehlis ein bisschen über die Ausbildung - auch hier hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem ist es natürlich spannend gewesen, überhaupt etwas über die Grundausbildung zu erfahren.

Am interessantesten und detailliertesten sind erfreulicherweise die Missionen selbst beschrieben. Anika Mehlis hat sich die Zeit genommen, zwei Missionen zu beschreiben - eine in Israel und eine in Armenien. Es ist toll, dass wir viele Einzelheiten dazu erfahren, was genau alles getestet wird und warum. Es ist ein sehr umfangreiches Programm, das absolviert wird und es war unglaublich zu lesen, wie viel Zeit die Arbeit in Anspruch nimmt. Unfassbar, was da geleistet wird!

Gut gefallen hat mir auch, dass Anika Mehlis nicht nur auf die technischen Abläufe, sondern auch auf die zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte eingegangen ist. Auch dass sie uns LeserInnen die körperlichen Anstrengungen nahebringt, fand ich super. Das sind Aspekte, die sonst oft zur Nebensächlichkeit geraten, wenn wir an Raumfahrt denken oder wenn in Medien über Raumfahrt berichtet wird.

Es gibt ein paar wirklich schöne Erkenntnisse, die wir als LeserInnen mitnehmen können: Zum einen, dass wir gemeinsam unglaublich viel erreichen können (gerade auch, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten, können sie sich im besten Fall wunderbar ergänzen). Zum anderen, dass wir Fehler nicht immer zwanghaft vermeiden müssen, sondern sie gezielt nutzen können, um daraus Erkenntnisse gewinnen und Verbesserungen resultieren lassen zu können. Auch, neugierig zu bleiben und Neues zu lernen und mitzunehmen, ist ein wunderbarer Ansatz. Klar, solche Dinge liest man immer wieder, aber ich fand das im Kontext der beiden Missionen toll herausgearbeitet und viel, viel eindringlicher als in irgendwelchen Wohlfühl-Sprüche-Sammlungen. Das sind nur drei Beispiele, aber das Buch ist wirklich in vielerlei Hinsicht nicht nur informativ, sondern auch inspirierend.

Alles in allem habe ich "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" als ein sehr interessantes Buch empfunden. Ja, es gab Passagen, bei denen ich mir mehr Details zu den Abläufen gewünscht hätte, aber das hätte vielleicht auch zu weit geführt (und andere LeserInnen sehen das womöglich ganz anders als ich 😉). Wir LeserInnen erfahren nämlich trotzdem eine ganze Menge, und ich habe das Buch insgesamt als eine echte Bereicherung empfunden.

Ich habe das E-Book gelesen. Dort befindet sich am Ende noch ein Bildteil (in Farbe) mit Bildbeschreibungen. Auch das fand ich sehr toll, denn die Bilder ergänzen den Text sehr gut. Abschließend gibt's noch eine Übersicht der Abkürzungen (die aber auch schon im laufenden Text erläutert werden) zum Nachschauen sowie Quellennachweise.

Fazit: Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" ist ein informatives, interessantes Buch über die Arbeit von Analog-AstronautInnen. Ich habe es als Bereicherung empfunden und empfehle es gerne weiter.

(Anmerkung: Es gibt reichlich popkulturelle Referenzen - die habe ich natürlich geliebt!)

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Informativ und inspirierend

Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt
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Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen ...

Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen sind die Menschen, die neue Technologien und Verfahren testen und verifizieren, die für Flüge in den Weltraum benötigt werden. Sie testen also zum Beispiel Raumanzüge, neue Geräte wie Drohnen oder (Mars-)Rover, aber auch medizinische Geräte und noch vieles (!) mehr (was alles, erfährt man im Buch).

Anika Mehlis erzählt zunächst einmal ein bisschen über sich selbst und darüber, wie sie durch Zufall auf eine Anzeige stieß, die sie dazu veranlasste, sich um eine Position als Analog-Astronautin zu bewerben, in diesem Zuge erfahren wir auch ein bisschen über den Bewerbungsprozess. Ich fand diesen Teil einerseits interessant. Andererseits fand ich es schade, dass wir nicht etwas tiefer in den Bewerbungsprozess eindringen konnten, es wirkte auf mich oberflächlich. Informativ war dieser Teil natürlich trotzdem.

Im weiteren Verlauf erzählt Frau Mehlis ein bisschen über die Ausbildung - auch hier hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem ist es natürlich spannend gewesen, überhaupt etwas über die Grundausbildung zu erfahren.

Am interessantesten und detailliertesten sind erfreulicherweise die Missionen selbst beschrieben. Anika Mehlis hat sich die Zeit genommen, zwei Missionen zu beschreiben - eine in Israel und eine in Armenien. Es ist toll, dass wir viele Einzelheiten dazu erfahren, was genau alles getestet wird und warum. Es ist ein sehr umfangreiches Programm, das absolviert wird und es war unglaublich zu lesen, wie viel Zeit die Arbeit in Anspruch nimmt. Unfassbar, was da geleistet wird!

Gut gefallen hat mir auch, dass Anika Mehlis nicht nur auf die technischen Abläufe, sondern auch auf die zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte eingegangen ist. Auch dass sie uns LeserInnen die körperlichen Anstrengungen nahebringt, fand ich super. Das sind Aspekte, die sonst oft zur Nebensächlichkeit geraten, wenn wir an Raumfahrt denken oder wenn in Medien über Raumfahrt berichtet wird.

Es gibt ein paar wirklich schöne Erkenntnisse, die wir als LeserInnen mitnehmen können: Zum einen, dass wir gemeinsam unglaublich viel erreichen können (gerade auch, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten, können sie sich im besten Fall wunderbar ergänzen). Zum anderen, dass wir Fehler nicht immer zwanghaft vermeiden müssen, sondern sie gezielt nutzen können, um daraus Erkenntnisse gewinnen und Verbesserungen resultieren lassen zu können. Auch, neugierig zu bleiben und Neues zu lernen und mitzunehmen, ist ein wunderbarer Ansatz. Klar, solche Dinge liest man immer wieder, aber ich fand das im Kontext der beiden Missionen toll herausgearbeitet und viel, viel eindringlicher als in irgendwelchen Wohlfühl-Sprüche-Sammlungen. Das sind nur drei Beispiele, aber das Buch ist wirklich in vielerlei Hinsicht nicht nur informativ, sondern auch inspirierend.

Alles in allem habe ich "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" als ein sehr interessantes Buch empfunden. Ja, es gab Passagen, bei denen ich mir mehr Details zu den Abläufen gewünscht hätte, aber das hätte vielleicht auch zu weit geführt (und andere LeserInnen sehen das womöglich ganz anders als ich 😉). Wir LeserInnen erfahren nämlich trotzdem eine ganze Menge, und ich habe das Buch insgesamt als eine echte Bereicherung empfunden.

Ich habe das E-Book gelesen. Dort befindet sich am Ende noch ein Bildteil (in Farbe) mit Bildbeschreibungen. Auch das fand ich sehr toll, denn die Bilder ergänzen den Text sehr gut. Abschließend gibt's noch eine Übersicht der Abkürzungen (die aber auch schon im laufenden Text erläutert werden) zum Nachschauen sowie Quellennachweise.

Fazit: Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" ist ein informatives, interessantes Buch über die Arbeit von Analog-AstronautInnen. Ich habe es als Bereicherung empfunden und empfehle es gerne weiter.

(Anmerkung: Es gibt reichlich popkulturelle Referenzen - die habe ich natürlich geliebt!)

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