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Veröffentlicht am 22.09.2025

erschütterndes Familiengeheimnis

Die Verlorene
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Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und sehr offen aber auch höchst gefühlvoll geschrieben. Besonders die Zeit in Schlesien zur Kriegszeit empfand ich höchst emotional. Es ist eine mutige Reise ...

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und sehr offen aber auch höchst gefühlvoll geschrieben. Besonders die Zeit in Schlesien zur Kriegszeit empfand ich höchst emotional. Es ist eine mutige Reise in die Vergangenheit mit einem sehr persönlichen und erschütternden Blick auf ein Familiengeheimnis.

Die Geschichte von Änna ist selbst in der heutigen Zeit bedrückend und erschreckend. Ein Leben lang muss ich in einer dunklen Dachkammer verbringen. Zwar als Schutz aber es wirkt auch als wäre es eine Erleichterung für ihre Familie. Denn Änna ist nicht einfach und sie hängt viel zu sehr an ihrer Zwillingsschwester. Als sich ihre Schwester in einen Zwangsarbeiter verliebt und sich immer mehr zu einer eigenständigen Person entwickelt tut Änna etwas unaussprechliches. Sie wird schwanger und verliert damit alles was sie eigentlich wollte. Die Bindung zu ihrer Tochter Ellen ist überhaupt nicht vorhanden und als etwas traumatisches während der Besetzung des Hauses passiert entwickelt Änna sich immer mehr zur Kämpferin. Die Bindung zu ihrer Tochter wird immer weniger und ihre Zwillingsschwester kümmert sich rührend um das kleine Mädchen. Dafür ist sie zu bewundern, ist doch das kleine Mädchen dass was sie sich von Karl erträumt hatte.

Für mich ist das Buch wie eine Zeitreise, die ich leider niemals selbst erfahren durfte. Auch ich habe familiären Bezug zu Schlesien und die damalige Flucht. Umso spannender war Die Verlorene für mich.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Traumaaufarbeitung

Eden
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Eden von Jan Costin Wagner ist ein sehr bewegender und mutiger Blick auf einen tragischen Verlust. Markus schenkt seiner Tochter Sofie Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Zusammen mit seiner ...

Eden von Jan Costin Wagner ist ein sehr bewegender und mutiger Blick auf einen tragischen Verlust. Markus schenkt seiner Tochter Sofie Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Zusammen mit seiner Schwester und deren Tochter besucht Sofie das Konzert. Es herrscht Ausgelassenheit und Stauen, doch unvermittelt als Markus die drei abholen will geschieht es! Ein Selbstmordattentäter zündet oberhalb der Rolltreppen einen Sprengsatz! Markus rast die Rolltreppe hinauf während alle anderen nach unten flüchten. Als er Sofie findet ist diese tot und nichts ist mehr so wie es war. Wo Freude und Ausgelassenheit war ist Dunkelheit und die Tiefe des unaussprechlichen Verlust. Auch für die Mitschüler von Sofie und ganz besonders für Tobis, der heimlich irgendwie in Sofie verliebt ist und es ihr nie gesagt hat, ist es eine schwere Zeit.

Wir begleiten Markus, Kerstin und Tobis durch ihre Versuche den Verlust von Sofie zu verarbeiten. Während Kerstin in Depressionen verfällt, erinnert sich Markus an Sofies Kraft und beginnt ihren Tot anders zu verarbeiten. Besonders nachdem er in einer Fernsehsendung war beginnt für ihn ein kraftzehrender Weg. Er begibt sich zu dem Bruder des Selbstmordattentäters und dessen Mutter. Er will einfach nur wissen was dies für Menschen sind und warum er diesen Anschlag verübt hat. Den Blick auf Kerstin und der Familie verliert er teilweise und flüchtet sich in seine schmerzvolle Welt. Er verfolgt einen Plan und setzt ihn um.
Tobis wird immer mehr Teil der Familie und kümmert sich rührend um Sofies Grab.

Allerdings habe ich einen Teil nicht wirklich verstanden da er für mich verbindungslos zur eigentlichen Erzählung wirkte. Der Vater von Tobias! Er ist quasi ein Corona-Leugner und Querdenken. Das Treffen mit seinen alten Freunden endet mit einem großen Streit und weiteren Folgen. Diesen Teil habe ich als unpassend empfunden, auch wenn er einen kleinen Einblick in das Familienleben von Tobias gibt.

Es gab viele Stellen an denen ich eine Lesepause benötigte und Tränen trocknen musste. Mit Eden gelingt es Jan Costin Wagner mit dem Thema umzugehen und all die Gefühle zu benennen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Freiheit und Liebe

Nightblood Prince
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Nightblood Prince von Molly X. Chang hat alles was ein Leseherz zum Schlagen und Stolpern bringt. Ein Cover welches die Illustration der Protagonisten zeigt, was nur durch die goldene Kaiserinnen Krone ...

Nightblood Prince von Molly X. Chang hat alles was ein Leseherz zum Schlagen und Stolpern bringt. Ein Cover welches die Illustration der Protagonisten zeigt, was nur durch die goldene Kaiserinnen Krone noch überstrahlt wird. Sie ist so detailreich fein gezeichnet, dass sie sofort ins Augefällt. Der Farbschnitt ist ebenso detailreich und zeigt auf der Oberseite ein Laterne und einige Häuser. Auf der Unterseite kann man durchaus der blutgetränkten Boden hinein interpretieren. Die Hauptseite des Farbschnitts zeigt Sterne und einen weißen Tiger mit blauen Streifen.

Molly X. Chang gelingt es des Leser mit den ersten Worten in eine Geschichte aus Schmerz, Tod und Leid in ein Licht aus Liebe und Mut zu führen. Sie unterscheidet dabei bei ihren Protagonisten nicht ob diese gut oder böse sind und auch nicht zwischen Haupt- und Nebenprotagonisten. Bei ihr strahlen alle mit ihren Attributen und Charakterzügen.





Darum geht es
Auf Feis Leben liegt die Weissagung einer Seherin. Dieses sah am Tag ihrer Geburt, dass sie die Kaiserin aller Kaiserinnen ist. Seit jener Prophezeiung lebt Fei nun im Kaiserpalast des mächtigsten Reich der Welt. Der gleichaltrige Thronfolger und Sohn des Kaisers wächst zusammen mit ihr auf. Siwang würde alles für Fei tun. Doch Fei möchte nur eins. Sie möchte bei ihren wahren Eltern leben und eigentlich nur ein ganz normales Leben führen. Dafür würde sie alles tun. Sie hat einen Plan, so mutig bei Erfolg und tötlich wäre wenn sie scheitern würde. Aber würde der Kaiser jemals von ihrer Gabe erfahren, wäre sie für immer gefangen.
In der Nacht vor der kaiserlichen Jagd schleicht sie sich allein aus dem Lager in die Berge. Ihr Plan ist einen Beiying-Tiger töten und das Fell dem Kaiser bringen. Denn es heißt, jeder der dem Kaiser das Fell dieses seltenen Tiger bringt bekommt einen Wunsch erfüllt.
Am Berg trifft Fei auf den verletzten Prinzen Yexue, der ebenfalls aus dem Lager geflohen ist und in sein Reich zurückkehren will. Fei rettet ihm das Leben und als sie den Tiger töten konnte rettet Yexue ihr das Leben. Dabei zeigt er ihr zwar sein verborgene Magie, aber das Geschehene macht die beiden zu Verbündeten. Als Prinz Siwang die beiden findet reagiert Fei überraschend und verschafft Yexue die Möglichkeit zu fliehen.
Zurück am Kaiserhof setzt Siwang sich für Fei ein und fordert seinen Wunsch aus den Vorjahren ein. So kein Fei den kaiserlichen Palast verlassen, aber nicht allein. Denn was sie nicht bedacht hatte war, dass auch ihre Eltern und ihre Schwester zu Verstoßenen werden.

Bald schon geschehen grausame Dinge im Reich und ein Krieg bricht aus. Um ihren Vater zu retten begibt sich Fei, getarnt als junger Mann, auf eine gefährliche Reise mitten in den Krieg der Reiche. Ein Krieg der ihretwegen begonnen wurde und nur durch sie beendet werden kann.



Nightblood Prince von Molly X. Chang hat mir sehr gefallen und ich habe jede Seite genossen. Die Art der Magien von Fei und Yexue sind interessant und doch so gefährlich, die gesamte Geschichte sehr spannend und es ist beim Leser niemals langweilig oder das Geschehen zu offensichtlich. Auf die Fortsetzung freue ich mich schon. Ich möchte wissen was weiter passiert und welche Geheimnisse werden noch gelüftet.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Irida und die Furchtlosen

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Das Cover von Irida und die Stadt der Geheimnisse zeigt ein junges Mädchen umgeben von Ästen mit Blüten und Blättern in unterschiedlichen Farben. Im Hintergrund ist eine alte Burg zu erkennen, doch das ...

Das Cover von Irida und die Stadt der Geheimnisse zeigt ein junges Mädchen umgeben von Ästen mit Blüten und Blättern in unterschiedlichen Farben. Im Hintergrund ist eine alte Burg zu erkennen, doch das Mädchen blickt mit einem Schulterblick den Leser an. Unten auf dem Cover sind vier Schatten in einer Höhle zu sehen. Kurz gesagt der Illustrator Max Meinzold hat wundervolle Arbeit geleistet. Aber das Buch hat auch einen Farbschnitt der in schwarz gehalten ist und mit zart gelben Blüten und Ästen verziert ist. Er bildet den perfekten Abschluss des Äußeren.





Darum geht es
Markus Heitz nimmt die Leser mit in die Kleinstadt Hohenburg, denn dort ist jede Menge los. Um Hohenburg und die sich dort befindlichen Höhlen, alten Burgen und Ruinen ranken sich zahlreiche Sagen, Mythen und Geschichten. Dort lebt Irida und ihre Freunde drei Freunde Cedric, Jeremy und Jinjin. Sie sind durch ihre Art die Außenseiter von Hohenburg und nennen sich Die Furchtlosen, denn sie lassen sich nichts gefallen und halten fest zusammen. In Hohenburg läuft auch ein herrenloses Häschen mit einem Glöckchen um den Hals durch alle Häuser und birgt ein Geheimnis. Allerdings verbirgt nicht nur das Häschen ein Geheimnis sondern auch einige Bewohner der Kleinstadt. Dies wird besonders deutlich als nachts Raubgräber etwas auf einem Maisfeld ausgraben und danach getötet werden. Alle sind neugierig auf den Tatort und es stellt sich heraus, dass die speziell von Iridas Onkel hergestellt Sonde etwas damit zu tun hat. Denn diese wurde gestohlen und verfügt über die Möglichkeit auch magische Gegenstände damit zu finden. Ganz klar also das dieser Fall auch Die Furchtlosen interessiert und noch Fahrt aufnimmt als sie ein Bruchstück eines goldenen Schlüssels finden. Und es gilt auch noch die Frage zu klären, warum und wohin manchmal Besucher einer Höhle mit einem Thronsaal und einer Frau in Weiß im Nebel verschwinden und dann plötzlich nach Tagen wieder auftauchen.

Irida und die Stadt der Geheimnisse von Markus Heitz hat also jede Menge Potenzial an Fantasy, Magie und Geheimnissen um ein tolle und spannende Jugendbuch-Reihe zu werden. Der erste Teil hat uns auf jeden Fall schon einmal gut unterhalten, uns ein wenig Gänsehaut gezaubert und begeistert. Die Fortsetzung wollen wir auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

wie ein erfrischender, klärender Sommerregen

Der Garten der kleinen Wunder
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Der Garten der kleinen Wunder von Patricia Koelle-Wolken ist die perfekte und leichte Art den Sommer zu genießen. Eine bezaubernde Geschichte über das für Sich richtig sein, Freundschaft und einem fast ...

Der Garten der kleinen Wunder von Patricia Koelle-Wolken ist die perfekte und leichte Art den Sommer zu genießen. Eine bezaubernde Geschichte über das für Sich richtig sein, Freundschaft und einem fast magischen Garten, der mit seinen Farben, Formen und Düften eine Oase der Ruhe und individuellen Freiheit schafft.

Ein so schönes Buch mit so bildlichen und gefühlvollen Begegnungen. Die Beschreibung des Gartens mit allem was dazu gehört ist einfach eine Oase des Wohlfühlens und dem Wunsch dort einfach nur Zeit verbringen zu wollen.
Die Gemeinsamkeiten zwischen den Familien, Leben und Gefühlen ist ergreifend beschrieben und erwecken ein Gefühl von Vertrautheit und dem Wunsch zusammen mit ihnen Zeit zu verbringen.
Die Geschichte von Toja und Vica hat genauso wie der Garten eine ganz eigene Magie. Für mich kommt diese besonders zur Geltung als Vic Florian mit der Idee ihres Gartens begeistert. Es ist ein riesiger Schritt auf einander zu.
Irgendwie verleitet das Buch mich dazu im Herbst meinen Garten auch etwas anders und irgendwie offener zu gestalten. Denn die Beschreibung der Pflanzen und dieses damit verbundene Gefühl und die kleinen aber doch auch so riesigen Weisheiten ergeben so ein schönes Bild eines Sommers. Ein Bild, dass konserviert gehört.
Das Ende des Buches ist so liebevoll. Vic, Toja, Bär und Florian trauen sich einen Schritt weiter zu gehen und lassen dabei so viel mehr Nähe zu. Ein sehr würdiges Ende eines Gartenjahres der Wunder.

Kurz gesagt Zeit mit Der Garten der kleinen Wunder zu verbringen, ist wie ein erfrischender, klärender Sommerregen mit all seinen geheimnisvollen Düften eines verzauberten Gartens.

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