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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Den Tag nicht vor dem Elternabend loben

Elternabend
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53 / 100
Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht, als ich als erstes Buch von Fitzek keinen Thriller, sondern sein zweites Kein-Thriller-Buch gelesen habe. Insofern fehlt mir der Vergleich zu seinem sonstigen ...

53 / 100
Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht, als ich als erstes Buch von Fitzek keinen Thriller, sondern sein zweites Kein-Thriller-Buch gelesen habe. Insofern fehlt mir der Vergleich zu seinem sonstigen Stil; ich hoffe jedoch, dass er bei seinen weniger humorigen Romanen mehr Bodenständigkeit an den Tag (oder Abend (!)) legt.

Das ist mein Hauptkritikpunkt: Die Figuren und der Rahmen, in dem sie sich während der Geschichte bewegen, ist derart überzogen, dass der Begriff „grotesk“ eigentlich gar nicht ausreicht. Jedes Mal, wenn man denkt, nun sei der Höhepunkt der Verrücktheit erreicht, konnte man sich eigentlich schon sicher sein, dass genau das nicht der Fall ist und zwingend noch einer draufgesetzt werden muss(te). Dadurch geht ungefähr jede Nahbarkeit und jedes Mitgefühl verloren. Da hilft es auch nicht, dass zumindest ein kleiner Teil der Story auf wahren Tatsachen beruht.

Ich bin Freund von schrägem Humor und subtil verpackten ehrenhaften Botschaften, doch diese hyperbolisch-komprimierte Aneinanderreihung von Einfällen hat es mir eher verleidet.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Der Marsch am A...bend (und am Tag)

Todesmarsch
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53 / 100
Mittlerweile das 4. Buch, das ich von Stephen King gelesen habe. Sein Erstlingswerk unter dem Pseudonym Richard Bachman, „Amok“, ist in der Lesejury leider nicht gelistet, kommt für meinen Teil ...

53 / 100
Mittlerweile das 4. Buch, das ich von Stephen King gelesen habe. Sein Erstlingswerk unter dem Pseudonym Richard Bachman, „Amok“, ist in der Lesejury leider nicht gelistet, kommt für meinen Teil aber ebenfalls nur auf zweieinhalb Sterne.

Ein Problem, das sich beide Bücher teilen, ist die Absurdität der beschriebenen Charaktere. Bei beiden Romanen hatte ich erhebliche Schwierigkeiten, eine einigermaßen statthafte Nähe zu den Figuren aufzubauen (wobei eine solche in „Amok“ auch eher kritisch zu sehen wäre).

Überhaupt könnte man sich bei Todesmarsch fragen, inwieweit eine solche Idee zu einem Text dieses Umfangs aufgeblasen werden kann (dasselbe frage ich mich beim Spielfilm, den ich bisher nicht gesehen habe). Ich meine: Leute laufen durch die Gegend, bis nur noch eine Person übrig ist. That's it. Das Ganze über einen Zeitraum, der die natürlichen Grenzen nicht nur sprengt, sondern sie geradezu ins Lächerliche zieht. Ob das eine bewusste Übertreibung seitens des Autors ist – ich weiß es nicht, aber selbst wenn: Welche Bedeutung hat sie? Und hätte für diese Menge Gesellschaftskritik nicht eine Novelle ausgereicht?

Was mir inhaltlich außerdem sauer aufgestoßen ist: Die mir vorliegende Übersetzung von Nora Jensen ist substanziell wie orthografisch so gnadenlos fehlerhaft, dass ich mich frage, ob bei Heyne überhaupt jemand im Korrektorat gesessen hat (ich hoffe inständig, dass für die Neuauflage nochmal etwas Geld in die Qualitätssicherung gesteckt wurde). Erschwerend hinzu kommt, dass die Umstände, unter denen die Ereignisse im Buch stattfinden, gar nicht weiter beschrieben und in der deutschen Ausgabe allein im Klappentext kurz angesprochen werden.

So bleibt mir von dieser Story ebenfalls wieder nur ein sanftes Kopfschütteln, das sich auch mit dem Finale nicht löst.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Dystopischer Versuch einer Dystopie

Finnisches Feuer
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51 / 100
Eigentlich, so könnte man meinen, braucht diese Welt keine fiktiven Dystopien mehr. Trotzdem scheint es einen Markt dafür zu geben und die Autorin Johanna Sinisalo versucht mit diesem Buch eine ...

51 / 100
Eigentlich, so könnte man meinen, braucht diese Welt keine fiktiven Dystopien mehr. Trotzdem scheint es einen Markt dafür zu geben und die Autorin Johanna Sinisalo versucht mit diesem Buch eine solche zu illustrieren.

Allein, sie illustriert ihre Welt an meinem Verständnis vorbei. Die Story wirkt bei aller globalen Brisanz derart willkürlich und unstrukturiert, dass ich mehrfach überlegt habe, ob ich die Geschichte wirklich bis zum Schluss lesen will. Ich habe es getan, weil ich doch ein Interesse an der Auflösung der Ausgangssituation hatte – am Ende bekam ich jedoch nur eine schnelle psychotische Abhandlung, die gefühlt alle Fragen offen und den Lesenden eine große Interpretationspflicht übrig lässt.

Auch der Stil im „ersten Teil“ hat mich schon nach kurzer Zeit fast wahnsinnig gemacht, weil das Stilmittel der Textformänderung schon nach fünfzig Seiten derart abgenutzt ist, dass mich jede neue Seite mit kursivem Text ein Stück weiter demotiviert hat.

Die Idee mag gut und auch ein wenig ausgefallen sein, die Umsetzung gefällt mir persönlich allerdings überhaupt nicht. Glück im Unglück: Ich hatte nur ein Leihexemplar.

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Veröffentlicht am 24.05.2024

Die letzten beiden Seiten zerstören alles

Tagebuch einer Katze
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54 / 100
seichte Unterhaltung aus der Sicht einer Katze, die oft sehr oberflächlich und zusammenhangslos bleibt, bis – natürlich hin oder her – die völlig deplatzierte Fortpflanzung auf den letzten zwei ...

54 / 100
seichte Unterhaltung aus der Sicht einer Katze, die oft sehr oberflächlich und zusammenhangslos bleibt, bis – natürlich hin oder her – die völlig deplatzierte Fortpflanzung auf den letzten zwei Seiten alles kaputtmacht – vor allem (!) im Kontext der Vermenschlichung der Erzählung der Katze

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Keine Liebe, kein Hass, nur Abneigung

Like / Hate
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48 / 100
Thriller steht drauf, Thriller ist nicht drin.
Instagram steht halb drauf, Instagram ist drin.
Wohlstandsverwahrlosung steht nicht drauf, Wohlstandsverwahrlosung ist drin.

Es ist ein leidiges ...

48 / 100
Thriller steht drauf, Thriller ist nicht drin.
Instagram steht halb drauf, Instagram ist drin.
Wohlstandsverwahrlosung steht nicht drauf, Wohlstandsverwahrlosung ist drin.

Es ist ein leidiges Problem mit Stories, die irgendwie dem Zeitgeist entsprechen und zugleich doch den einen oder anderen althergebrachten und bisweilen konservativen Wert subtil vermitteln sollen – das funktioniert meist eher schlecht als recht. Hass im Internet, (freiwillige) Verletzung der Privatsphäre, ungeprüfte Ratschläge von Fremden bei Social Media übernehmen und dann wundern, dass was passiert – mag alles stimmen und geschehen, mag alles schlimm sein, doch die Vermischung dieser Inhalte in einem Buch gelingt nicht.

Überhaupt wirken die meisten Aspekte geradezu lachhaft irrational, etwa: Wir verdienen Tausende mit dem Gesicht unserer Tochter – irgendwas Absehbares passiert – omg jemand macht was fieses wir müssen sofort damit aufhören – aber die Einnahmen!!

Bescheuert ist, wer Bescheuertes macht – das gilt für fast alle Figuren in diesem Roman. Auch die Entwicklung des Klimax’ ist so hanebüchen… pff, ach nee, lest was Spannenderes.

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