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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Überraschende Impulse

Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung
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Ich habe sehr darauf gehofft, dass hier nicht der "übliche Mist" wiederholt wird und erfreulicherweise ist es so!

Kleine Petitessen wie weise Worte eines asiatischen Meisters, praktische Tipps für den ...

Ich habe sehr darauf gehofft, dass hier nicht der "übliche Mist" wiederholt wird und erfreulicherweise ist es so!

Kleine Petitessen wie weise Worte eines asiatischen Meisters, praktische Tipps für den Alltag oder Listen aus verschiedenen Bereichen der Selbsterkenntnis (diese brauche ich nicht unbedingt) wechseln einander ab. Mir gefallen die immer wieder eingebauten kleinen Übungen, die tatsächlich nicht länger als eine Minute dauern müssen (aber durchaus können) - kleine Erfrischungen oder auch Entspannungen immer dann, wenn es nötig ist - das sind aus meiner Sicht richtiggehende kleine Geschenke - und zwar welche für meinen Geist!

Ich kann längst nicht alles brauchen, picke mir aber so einiges raus und genau so ist es auch gut für mich. Als bereichernd empfinde ich auch die originellen Fotos, die sowohl witzig als auch zutreffend sind!

Veröffentlicht am 22.10.2025

Eine runde Sache

Was du siehst
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Hanna und Ruth, die künftigen Mütter von Andi und Jule, begegnen sich während ihrer Schwangerschaften und werden zu Freundinnen. Ihre Kinder sind beste Freunde von Geburt an und später ein Liebespaar in ...

Hanna und Ruth, die künftigen Mütter von Andi und Jule, begegnen sich während ihrer Schwangerschaften und werden zu Freundinnen. Ihre Kinder sind beste Freunde von Geburt an und später ein Liebespaar in dem kleinen Dorf an der Elbe. Wenn auch nicht durchgehend, dazu ist Jules Leben zu kompliziert. Zunächst sucht sie nach der Bedeutung des (bzw. ihres) Lebens, dann nach einem wichtigen Familienmitglied.

Andi, Jule und ihre engste Umgebung sthen im Zentrum des Romans, alles andere, auch die DDR und deren Auflösung, passiert quasi drumherum. Was nicht bedeutet, dass die junge Autorin dies ignoriert, nein, sie deutet es geschickt an. Auch wenn man es teilweise nur bei sehr aufmerksamer Lektüre "auffangen" kann, aber diese hat das Buch verdient. Definitiv.

Laura Maaß entwickelt in ihrem Erstling bereits einen ausgesprochen individuellen Stil, zu dem ihr Sinn für Humor und Ironie sehr gut passt.

Wer Romane liebt, in denen es einen Anfang und ein Ende gibt, ist hier an genau der richtigen Adresse: die Handlung beginnt mit bzw. vor der Geburt der beiden Protagonisten Jule und Andi und endet mit... nun, lassen Sie es auf sich zukommen, es lohnt sich!


Veröffentlicht am 11.10.2025

Ein Mann geht

Wilder Honig
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... und hinterlässt eine Menge: Bücher, Erinnerungen und eine Überraschung, die für Hannah, die trauernde Witwe, nicht gerade angenehm ist. Doch sie ignoriert die dadurch entstandenen neuen Umstände nicht, ...

... und hinterlässt eine Menge: Bücher, Erinnerungen und eine Überraschung, die für Hannah, die trauernde Witwe, nicht gerade angenehm ist. Doch sie ignoriert die dadurch entstandenen neuen Umstände nicht, sondern ist bereit, sich damit auseinander zu setzen.

Im Mittelpunkt steht Johns Vermächtnis: die Bienenstöcke in Hannahs Obstgarten, die in seiner Obhut waren, zahlreiche Bücher, die er in seiner Funktion als Sprachforscher verfasst und Megan - die nun neu in das Leben von Hannah und ihrer Schwester Sadie tritt.

Der Garten und das Haus darin in einem kleinen walisischen Ort - das ist der hauptsächliche Schauplatz des Romans, in dem sich die Menschen - zu den drei Frauen kommt noch der junge Jack, der von John den Beruf des Imkers erlernt hat und nun seine Arbeit weiterführt. Sie alle haben es nicht leicht miteinander, vor allem das Reden fällt ihnen schwer, diesen knorrigen Menschen ganz im Westen des britischen Königreiches.

Zwischendurch droht die gesamte Handlung zu verstummen, um sich dann in einem runden Abschluss, in dem Menschen auf unterschiedliche Art miteinander kommunizieren, wiederzufinden. Ein aus meiner Sicht lohnenswerter Roman, in den man sich zunächst einfinden muss!

Veröffentlicht am 29.09.2025

Die Kaiserin schreibt über die Königin

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Endlich! Der neue Roman von Vea Kaiser liegt vor und es gibt nicht viele Autor:innen, deren Werke ich so ungeduldig erwarte wie die ihrigen. Diesmal war die Wartezeit besonders lang - die Autorin ...

Endlich! Der neue Roman von Vea Kaiser liegt vor und es gibt nicht viele Autor:innen, deren Werke ich so ungeduldig erwarte wie die ihrigen. Diesmal war die Wartezeit besonders lang - die Autorin ist nämlich Mutter geworden und dieses Schicksal "blüht" auch ihrer Protagonistin, allerdings nicht sofort.

Wir begegnen Angelika Moser zunächst als junger Frau, die sich vom Leben nimmt, was ihr Vergnügen bereitet. Und das sind nicht nur die durchtanzten Nächte, sondern auch ein guter Job, nämlich der der Buchhalterin im Hotel Frohner, dem ersten Hotel am Platz. Darin ist sie nicht nur gut, sie ist brillant und das weiß der Hotelier alsbald zu schätzen.

Als sie nach einigen Jahren Mutter wird, wartet nach der Elternzeit schon die nächste Stufe auf sie - so sollte es zumindest sein. Doch auch bei der Moserin geht nicht alles nach Plan - der Kindsvater geht ihr flöten, die Rückkehr in den Beruf soll deutlich schneller vollzogen werden als besprochen.

Wie sie sich mit all dem arrangiert, das ist ein wahrhaft kaiserliche Variante von "leben und leben lassen".

Einmal mehr kommt bei Vea Kaiser weder der Humor noch das Wienerische zu kurz und ich habe mich in dem Roman, der mir nicht ganz so gut wie die beiden Vorgänger gefallen hat, gemütlich eingerichtet. Diese Abstufung ist aber eine auf höchstem Niveau und könnte auch der langen Wartezeit geschuldet sein, vielleicht hat diese mich einfach etwas ungnädig werden lassen. Wie es auch fast alle Charaktere in diesem ausgesprochen lesenswerten Roman mitunter sind!

Veröffentlicht am 29.09.2025

Auf der Spur des Großvaters

Das Polarlichtcafé
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Die junge Töpferin und Bloggerin Jule aus Thüringen hat ihren Großvater nicht mehr kennengelernt, findet aber beim Ausräumen des großelterlichen Haushalts zusammen mit ihrem Vater versteckte Notizen zu ...

Die junge Töpferin und Bloggerin Jule aus Thüringen hat ihren Großvater nicht mehr kennengelernt, findet aber beim Ausräumen des großelterlichen Haushalts zusammen mit ihrem Vater versteckte Notizen zu einer Reise nach Norwegen 1961, von der weder sie noch ihr Vater etwas wussten. Sie begibt sich auf dessen Spuren auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird.

Parallel dazu wird der Lesende von Beginn an in eine Parallelhandlung in Norwegen im Jahre 1961 eingeführt, wo es um Janne geht, deren Wunsch es ist, auf Kreuzfahrtschiffen zu arbeiten, die statt dessen aber das Café ihrer Eltern am nördlichen Polarkreis bewirtschaften muss. Dort begegnet sie dem Journalisten Andreas aus Ostberlin, der mit einem Kollegen eine Reisereportage zu Norwegen vorbereitet. Eine schicksalhafte Begegnung mit Folgen.

Beide Handlungsstränge entwickeln sich zunächst individuell, wobei der historische Teil mich deutlich stärker berührt hat. Jule ist mir mit ihrer ständigen Bloggerei auf dem Weg in den hohen Norden doch sehr auf den Geist gegangen. Erst ganz zum Schluss werden die Geschichten von Jule und Janne zusammengeführt - auf ergreifende und überzeugende Art und Weise. Eine insgesamt sehr lohnenswerte Lektüre, während der doch sehr viel Geduld mit der jungen Jule und ihren Prioritäten haben musste.