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Veröffentlicht am 30.09.2025

Abenteuer zwischen Ritterburg und Geisterspuk

Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein
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Mit Die unendliche Klassenfahrt: Spuk auf Burg Hammelstein eröffnet Michael Petrowitz eine Reihe, die Abenteuerlust und Fantasie wunderbar verbindet. Eigentlich wollte die 4a an die Ostsee, doch der Bus ...

Mit Die unendliche Klassenfahrt: Spuk auf Burg Hammelstein eröffnet Michael Petrowitz eine Reihe, die Abenteuerlust und Fantasie wunderbar verbindet. Eigentlich wollte die 4a an die Ostsee, doch der Bus ROSINE hat eigene Pläne und so landen die Kinder mitten im Mittelalter. Dort warten ein Turnier, ein Lehrer im Kerker und ein unheimlicher Spuk, den es zu beenden gilt.

Die Mischung aus Humor und Spannung funktioniert gut. Während man über den chaotischen Lehrer schmunzeln kann, spürt man beim Geisterspuk durchaus ein leichtes Gruseln. Gerade diese Kombination fanden wir an dem Buch besonders gelungen. Es ist witzig genug, um locker zu bleiben, und spannend genug, damit man unbedingt weiterlesen will.

Die Illustrationen von Stefanie Klaßen machen einen großen Teil des Buches aus. Sie zeigen die Klasse vielfältig und individuell: Kinder mit Gipsbein, gefärbter Strähne, in Fußballklamotten oder mit langen Haaren. Diese Vielfalt wirkt selbstverständlich und macht die Figuren greifbar. Außerdem sind die Bilder so detailreich, dass Kinder gerne durch das ganze Buch blättern, um sie sich wieder und wieder anzusehen.

Die Sprache ist leicht zugänglich, mit großer Schrift und kurzen Sätzen. Das nimmt Leseanfängern die Angst vor dicken Büchern. Wer schon geübter liest, ist allerdings schnell durch. Dafür eignet sich die Geschichte hervorragend zum Vorlesen, gerade weil die Dialoge lebendig klingen und sich gut laut lesen lassen.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Einstieg. Er wirkt zunächst gemächlich, bis deutlich wird, welche Rolle der Bus wirklich spielt. Ab diesem Moment gewinnt die Geschichte an Tempo und hält die Spannung bis zum Schluss.

Insgesamt ist der Auftakt zur unendlichen Klassenfahrt gelungen. Es ist eine bunte Mischung aus Humor, Abenteuer und einem Hauch Grusel. Kinder werden sicher gespannt sein, wohin ROSINE die Klasse als Nächstes bringt.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Zählen macht Spaß

Zehn freche Mümmelhasen
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In diesem Buch begleiten Kinder die zehn frechen Mümmelhasen und viele weitere tierische Freunde auf eine fröhliche Zählreise. Jede Doppelseite stellt eine neue Gruppe vor: von den Zottelziegen über Ringeltauben ...

In diesem Buch begleiten Kinder die zehn frechen Mümmelhasen und viele weitere tierische Freunde auf eine fröhliche Zählreise. Jede Doppelseite stellt eine neue Gruppe vor: von den Zottelziegen über Ringeltauben zu den Wiesenkröten, von den Grizzlybären bis zu den Honigbienen. Jede Tierart hat ihren eigenen Reim, der leicht zu verstehen ist und beim Vorlesen richtig Freude macht.

Die Besonderheit liegt in den Illustrationen von Yayo Kawamura. Immer eine Figur taucht auf der nächsten Seite wieder auf, oft in kleinen Szenen im Hintergrund. Kinder entdecken beim genaueren Hinsehen, dass sich die einzelnen Geschichten auf den Bildern miteinander verknüpfen. So entsteht ein zusätzliches Mitmach-Erlebnis. Man sucht nach bekannten Tieren und verfolgt kleine, versteckte Details.

Die Reime sind locker und humorvoll gestaltet. Manchmal etwas bemüht, aber schon schön. Sie helfen nicht nur beim Zählen, sondern geben dem Vorlesen eine schöne Dynamik. Kinder werden zum Mitsprechen animiert. So entsteht eine spielerische Verbindung zwischen Zahlen, Sprache und Bildern.

Besonders auffällig sind die liebevollen Details: Eine Schnecke trägt gleich zwei kleine Häuschen, ein Bär hängt kopfüber im Zirkuszelt und Popcorn landet direkt in seinem Maul. Jede Seite lädt zum Verweilen ein, sodass Kinder immer wieder neue Szenen entdecken und ihre eigene Fantasie beim Erzählen einbringen können.

Am Ende versammelt sich alles um den kleinen Jungen, der nach all den tierischen Begegnungen ins Bett geht. So bekommt das Buch einen sanften Abschluss, der die Reise der Tiere abrundet.

Zehn freche Mümmelhasen ist ein Bilderbuch, das Kinder motiviert mitzuzählen, Details in den Illustrationen zu entdecken und eigene Geschichten zu erfinden. Es verbindet Zahlen, Sprache und Fantasie auf eine sehr ansprechende Weise und macht Vorlesen zu einem aktiven Erlebnis für Kinder ab drei Jahren.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Ein Ende mit Wucht, aber fehlender Leichtigkeit

Scarlett & Browne – Die Legendären
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Jonathan Stroud versteht es wie kaum ein anderer, Figuren in eine kaputte Welt voller Gefahren zu stellen und ihnen trotzdem Charme und Schlagfertigkeit mitzugeben. Genau das hat die ersten beiden Bände ...

Jonathan Stroud versteht es wie kaum ein anderer, Figuren in eine kaputte Welt voller Gefahren zu stellen und ihnen trotzdem Charme und Schlagfertigkeit mitzugeben. Genau das hat die ersten beiden Bände von Scarlett & Browne so besonders gemacht: Trotz düsterer Kulisse wirkte die Geschichte quicklebendig. Im Finale ist von dieser Leichtigkeit für mein Empfinden etwas weniger übriggeblieben.

Der dritte Band ist groß gedacht. Es gibt neue Gegner, unerwartete Allianzen und eine Suche, die tief in Scarletts Vergangenheit reicht. Die Abschnitte über ihren Bruder Thomas haben mir gefallen, weil sie die Handlung erweitern und einen anderen Blickwinkel eröffnen. Gleichzeitig ziehen sie die Erzählung etwas in die Länge und die eigentliche Dynamik zwischen Scarlett und Albert gerät etwas ins Hintertreffen. Stroud hat seine Figuren bewusst reifen lassen. Scarlett bleibt zwar diejenige, die schneller schießt als nachdenkt, doch ihr Blick auf den Bruder, den sie längst verloren glaubte, zeigt eine verletzliche Seite, die man bisher nur ahnen konnte. Albert wiederum ist weniger der trottelige Mitläufer, sondern gewinnt an Eigenständigkeit. Er bleibt charmant unbeholfen, aber man spürt, dass er in all den Kämpfen auch gewachsen ist.

Auch wenn die Dialoge gewohnt bissig sind und manche Szenen vor Energie nur so sprühen, wirkte der Band für mich schwerfälliger. Der Humor, der zuvor das Gegengewicht zur Härte dieser Welt bildete, ist spärlicher gesät. Stattdessen häufen sich Action und Dramatik, vor allem im Showdown.

Trotzdem bleibt es ein gelungener Abschluss. Stroud führt seine Figuren konsequent zu einem Ende, das nicht alles glattbügelt, aber den Kern der Reihe würdigt: zwei ungleiche Helden, die sich durch eine zerrüttete Welt schlagen und dabei unerschütterlich sie selbst bleiben.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Ein Fuchs sucht Begleitung

Der Fuchs geht auf die Reise
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Der kleine Fuchs hat ein Ziel, das gar nicht so ungewöhnlich ist: Er sucht jemanden, damit er nicht mehr allein ist. Dass er dafür einmal quer durch die Welt marschiert, wirkt herrlich übertrieben, und ...

Der kleine Fuchs hat ein Ziel, das gar nicht so ungewöhnlich ist: Er sucht jemanden, damit er nicht mehr allein ist. Dass er dafür einmal quer durch die Welt marschiert, wirkt herrlich übertrieben, und genau deshalb macht es Spaß, ihm zu folgen. Ob im Dschungel, auf schneebedeckten Bergen oder unter Wasser, er stolpert von einer Szene in die nächste und sammelt eine bunte Schar Reisegefährten ein.

Die Reime begleiten ihn dabei wie eine schwungvolle Erzählerstimme. Sie lassen sich flüssig lesen und haben Witz, manchmal auch eine kleine Überraschung im Versmaß, die mich beim Vorlesen grinsen ließ.

Besonders schön ist, wie sich der Fuchs unterwegs Gesellschaft zusammensammelt. Da entsteht fast eine kleine Karawane aus Tieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ich fand das sehr charmant, weil es zeigt, dass Begegnungen oft wichtiger sind als das eigentliche Ziel. Kinder merken schnell: Gemeinsam reist es sich besser.

Die Illustrationen sind kräftig und voller Details. Ich habe oft länger auf den Seiten verweilt, um Kleinigkeiten zu entdecken. Gerade im Dschungelbild gibt es so viel zu sehen, dass man beinahe vergisst, den Text weiterzulesen. Die Schreibschrift als Schriftart fand ich interessant – sie passt optisch sehr gut, allerdings könnte sie für jüngere Kinder, die schon selbst lesen möchten, eine kleine Hürde sein. Das ist für mich der einzige Punkt, den ich ein wenig unpraktisch fand.

Das Ende ist fast schon ein kleiner Witz: Die gesuchte Füchsin lebt die ganze Zeit nebenan. Erwachsene schmunzeln, Kinder sind erst erstaunt, dann zufrieden. Die Botschaft liegt auf der Hand, ohne dass sie mit erhobenem Zeigefinger serviert wird: Manchmal liegt das Gute direkt vor der Tür, aber ohne Umwege und Abenteuer wüsste man es vielleicht gar nicht zu schätzen.

Insgesamt ist „Der Fuchs geht auf die Reise“ ein Bilderbuch, das Lust auf Unterwegssein macht, gleichzeitig aber deutlich zeigt, wie wertvoll Freundschaften sind. Mir hat die Mischung aus humorvollen Reimen, abenteuerlichen Stationen und der leisen Weisheit am Schluss gut gefallen. Ein Buch, das man gern mehrmals anschaut, weil jede Reiseetappe etwas Neues bereithält.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Ein Baum für alle

Wir alle geMEINSam!
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Herr Rot ist ein kleines Eichhörnchen mit großen Ansprüchen. Der Baum, den er entdeckt hat, soll bitte nur ihm gehören – Stamm, Äste, Blätter, alles seins. Dass andere Tiere den selben Baum besetzen, passt ...

Herr Rot ist ein kleines Eichhörnchen mit großen Ansprüchen. Der Baum, den er entdeckt hat, soll bitte nur ihm gehören – Stamm, Äste, Blätter, alles seins. Dass andere Tiere den selben Baum besetzen, passt ihm überhaupt nicht. Erst schimpft er, dann schmollt er und schließlich zieht er los, um einen anderen, besseren Baum ganz für sich allein zu finden. Doch ausgerechnet die Begegnung mit Frau Leopard bringt ihn ins Grübeln und ziemlich in Not. Plötzlich merkt Herr Rot, dass es sich doch viel angenehmer und sicherer lebt, wenn man nicht allein ist, sondern Teil einer Gemeinschaft, die im entscheidenden Moment an seiner Seite steht.

Die Geschichte erzählt eine klassische Lektion über Teilen und Zusammenhalt, allerdings so charmant, dass sie nicht belehrend wirkt. Herr Rot ist eigensinnig, trotzig und dadurch nah an der kindlichen Lebenswelt. Viele Kinder kennen das Alles-meine-Gefühl nur zu gut. Genau deshalb ist die Erzählung ein guter Gesprächsanlass: Warum teilen? Warum Rücksicht nehmen? Und wie fühlt es sich an, wenn man merkt, dass man alleine nicht weiterkommt?

Der Text ist gradlinig erzählt, ohne Schnörkel, dafür mit feinem Humor. Man spürt die leise Ironie, wenn Herr Rot immer finsterer dreinschaut, während sich immer mehr Tiere auf seinem Baum niederlassen. Schön ist auch die Figur des alten Baums, der mit ruhiger Stimme daran erinnert, dass in seinen Ästen Platz für viele ist. Das bringt eine wohltuende Gelassenheit in die Geschichte.

Die Illustrationen sind der große Schatz dieses Buches. Jessica Meserve arbeitet mit weichen, aquarellartigen Farben, die Wärme und Leichtigkeit ausstrahlen. Die Mimik von Herr Rot ist köstlich, von beleidigt bis erleichtert ist alles dabei, und Kinder erkennen sofort, in welcher Stimmung er steckt. Auch die Details rund um die anderen Tiere laden zum längeren Betrachten ein. Die Bilder erzählen fast noch mehr als der Text und verleihen dem Buch eine stimmungsvolle Tiefe.

Obwohl die Botschaft recht deutlich ist, bleibt die Erzählung verspielt und leicht. Das ist wichtig, denn so liest sich das Thema Teilen nicht als Moralpredigt, sondern als positives Erlebnis. Dass die Erkenntnis ausgerechnet in einer brenzligen Situation kommt, macht die Wendung glaubwürdig und bringt Spannung hinein.

Wir alle geMEINSam! zeigt, wie schön es ist, Dinge miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Die Geschichte macht deutlich, dass man mit anderen zusammen nicht nur stärker ist, sondern auch viel mehr Freude erlebt.

Ein liebes Dankeschön an den Penguin Junior Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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