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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2025

Wechseljahre ohne Drama

Hot Stuff
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Anastasia Zampounidis verbindet in ihrem Buch persönliche Erfahrungen mit praktischen Tipps und über 50 Rezepten, die Frauen in den Wechseljahren unterstützen sollen. Besonders positiv ist der warme, authentische ...

Anastasia Zampounidis verbindet in ihrem Buch persönliche Erfahrungen mit praktischen Tipps und über 50 Rezepten, die Frauen in den Wechseljahren unterstützen sollen. Besonders positiv ist der warme, authentische Tonfall, durch den man sich verstanden und motiviert fühlt. Die Rezepte sind abwechslungsreich, alltagstauglich und schön präsentiert, und auch der ganzheitliche Ansatz durch Ernährung, Bewegung und Lebensstil macht das Buch sympathisch und vielseitig.

Kritisch sehe ich allerdings, dass die wissenschaftlichen Hintergründe oft nur oberflächlich dargestellt werden oder gar nicht. Manche Empfehlungen bleiben recht allgemein, etwa mehr Gemüse zu essen oder Stress zu reduzieren, ohne dass genau erklärt wird, wie und warum diese Maßnahmen im Körper wirken. Für Leser und Leserinnen, die sich eine tiefergehende, evidenzbasierte Auseinandersetzung mit Hormonen, Studien und medizinischen Zusammenhängen wünschen, bleibt das Buch daher etwas zu vage.

Fazit: Insgesamt ist "Hot Stuff" ein inspirierender und schön gestalteter Ratgeber, der Mut macht und praktische Impulse gibt. Wer vor allem Motivation, Rezepte und einen lebensfrohen Blick auf die Wechseljahre sucht, wird sicher viel Freude daran haben. Wer sich aber detaillierte wissenschaftliche Erklärungen erhofft, wird stellenweise etwas enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Herzlich, aber kulinarisch unspektakulär

Patricia Kelly´s Family-Kochbuch
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Patricia Kelly nimmt ihre Leserinnen und Leser in diesem biografischen Kochbuch mit auf eine sehr persönliche Reise durch sechs Länder, Spanien, Deutschland, Irland, Frankreich, die Niederlande und die ...

Patricia Kelly nimmt ihre Leserinnen und Leser in diesem biografischen Kochbuch mit auf eine sehr persönliche Reise durch sechs Länder, Spanien, Deutschland, Irland, Frankreich, die Niederlande und die USA. Dabei geht es nicht nur um Rezepte, sondern vor allem um die Geschichten hinter den Gerichten.

Die Rezepte selbst sind solide und bodenständig, allerdings nicht außergewöhnlich oder überraschend, eher traditionell. Für mich persönlich war nichts dabei, das ich unbedingt nachkochen möchte. Dafür sind die Anekdoten und Erinnerungen rund um die Länder umso schöner und berührend und machen den eigentlichen Reiz des Buches aus.

Insgesamt ist es weniger ein Kochbuch im klassischen Sinne, sondern vielmehr eine charmante Mischung aus Biografie, Reisetagebuch und Familienalbum. Wer spannende kulinarische Inspiration sucht, wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Wer Patricia Kellys Lebensgeschichte und ihre ganz persönliche Art zu erzählen mag, findet hier aber eine warme, unterhaltsame Lektüre.

Fazit: Durchschnittliches Kochbuch mit einfachen Rezepten, aber schönen und liebevoll erzählten Geschichten.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Nicht mein Kochbuch

Longevity
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Als ich "Longevity – Rezepte für ein möglichst langes, gesundes Leben" von Sibylle Sturm zur Hand genommen habe, war ich eigentlich sehr gespannt. Das Thema finde ich hochinteressant. Also die Frage, wie ...

Als ich "Longevity – Rezepte für ein möglichst langes, gesundes Leben" von Sibylle Sturm zur Hand genommen habe, war ich eigentlich sehr gespannt. Das Thema finde ich hochinteressant. Also die Frage, wie man durch Ernährung und kleine Alltagsentscheidungen nicht nur länger, sondern auch gesünder lebt. In diesem Buch gibt es tatsächlich eine große Bandbreite an Rezepten. Über 80 Stück, alle pflanzenbasiert, abwechslungsreich, mit Nährwertangaben versehen und darauf ausgelegt, nährstoffreich zu sein. Auch die begleitenden Kapitel mit Wissen und Inspiration rund um Proteinzufuhr, Muskelerhalt, Meal Prep oder einfache Einstiegstipps haben mir grundsätzlich gefallen, weil sie deutlich machen, man muss nicht sein ganzes Leben von heute auf morgen umkrempeln. Oft reichen kleine Veränderungen, die sich mit der Zeit summieren. Diese Botschaft fand ich sehr wertvoll.

Trotzdem habe ich gemerkt, dass mich das Kochbuch persönlich nicht anspricht. Ich kann gar nicht so richtig den Finger darauflegen, woran es liegt. Vielleicht an der optischen Gestaltung, vielleicht an der Art, wie die Rezepte präsentiert werden, vielleicht auch an der Bildsprache oder der Auswahl selbst. Jedenfalls hat es bei mir einfach nicht Klick gemacht. Während ich bei anderen Kochbüchern sofort Lust bekomme, ein Rezept auszuprobieren, blieb dieser Funke hier leider aus. Und das überrascht mich fast, weil die Herangehensweise von Sibylle Sturm eigentlich genau das ist, was ich an einer gesunden Ernährung schätze. Nicht auf Verbote setzen, keinen ständigen Verzicht predigen, sondern den Genuss in den Vordergrund stellen und einfache, machbare Umsetzungen für den Alltag vorschlagen. Gerade dieser pragmatische Ansatz ist etwas, das ich sehr unterstütze.

Fazit: Geschmäcker sind verschieden, sowohl beim Essen selbst als auch bei der Art, wie Rezepte und Ernährungsthemen vermittelt werden. Für mich war dieses Buch leider nicht das richtige. Trotzdem sehe ich den Wert, den es für andere haben kann, die sich gerade erst auf den Weg machen, ihre Ernährung schrittweise gesünder und pflanzenbasierter zu gestalten.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Nicht perfekt, aber lesenswert

Das erkaufte Glück
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Lea Nielsen wechselt vom LKA Hannover nach Ostfriesland auf das Polizeikommissariat Wittmund. Kaum angekommen, bekommt das Kommissariat es mit einem Vermisstenfall zu tun. Die 19jährige Maya van Berg ist ...

Lea Nielsen wechselt vom LKA Hannover nach Ostfriesland auf das Polizeikommissariat Wittmund. Kaum angekommen, bekommt das Kommissariat es mit einem Vermisstenfall zu tun. Die 19jährige Maya van Berg ist spurlos verschwunden. Lange ist unklar, was mit der jungen Frau passiert ist.

Dies ist der Auftakt zu Anna Johannsens neuen Krimireihe rund um die junge Hauptkommissarin Lea Nielsen.

Ich muss ehrlich sagen, der Einstieg ist mir nicht leichtgefallen. Lea war mir am Anfang überhaupt nicht sympathisch. Sie wirkt unterkühlt, distanziert und wird von ihren neuen Kollegen auch nicht gerade herzlich aufgenommen. Hinzu kommt, dass sie jedes Gespräch und jede Handlung ihrer Mitmenschen sofort kritisch hinterfragt und das nahezu ohne Pause. Das empfand ich beim Lesen teilweise anstrengend, fast nervig, weil sie dabei selbst keinerlei Selbstreflexion zeigt, sondern nur auf die Schwächen anderer schaut.

Gleichzeitig gibt es aber auch eine private Seite von Lea, die sie nahbarer macht. Sie kümmert sich um ihren Vater, der an beginnender Demenz leidet. Das Verhältnis zwischen beiden ist nüchtern und gefühlskalt, was aufgrund ihrer gemeinsamen Vorgeschichte durchaus nachvollziehbar ist. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass hier noch Entwicklung möglich ist und ich hoffe, dass sich ihre Beziehung in den Folgebänden noch vertieft. Sie sind auf einem guten Weg.

Der Kriminalfall um die verschwundene Maya van Berg war durchaus interessant und wurde solide erzählt, erreicht für mich aber nicht die erhoffte Spannung. Einige Wendungen konnte ich früh erahnen, und an manchen Stellen bedient die Autorin klassische Krimiklischees. Trotzdem habe ich den Fall gerne verfolgt, auch weil er gut mit den persönlichen Themen von Lea verwoben war.

Was mir wiederum sehr gefallen hat, ist der flüssige und leicht lesbare Schreibstil. Selbst wenn ich mich durch das erste Drittel eher durchgekämpft habe, wurde die Geschichte für mich nach und nach angenehmer zu lesen. Ab der Mitte war ich richtig im Buch angekommen und konnte Lea, wenn auch langsam, besser verstehen.

Fazit: Unterm Strich ist "Das erkaufte Glück" für mich kein perfekter Reihenauftakt, aber einer, der mich neugierig genug macht, um dranzubleiben. Ich möchte unbedingt sehen, wie sich Lea Nielsen weiterentwickelt, sowohl in ihrem Job als auch im Verhältnis zu ihrem Vater und zu Jan. Der zweite Fall "Der tiefe Grund" wird im Februar 2026 erscheinen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Skurrile Geschichte

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner und teilt sich ein Haus mit seinem Vater Fritjof, der von der Berufswahl seines Sohnes nicht viel hält. Eines Tages erfährt er, dass sein Jugendfreund Patrick tot ist und geht ...

Mads Madsen ist Trauerredner und teilt sich ein Haus mit seinem Vater Fritjof, der von der Berufswahl seines Sohnes nicht viel hält. Eines Tages erfährt er, dass sein Jugendfreund Patrick tot ist und geht der Sache nach. Dabei bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr.

Dies ist der Auftakt zu der neuen Cosy-Krimireihe von Andreas Izquierdo rund um den Trauerredner Mads Madsen.

Dass ein Traueredner ermittelt, ist mal was ganz Neues und vielleicht gerade deswegen interessant. Andreas Izquierdo erzählt in "Über die Toten nur Gutes" die ungewöhnliche Geschichte von Mads und seinem Vater, die sich gemeinsam mit Hund Bobby durch eine skurrile und oft absurde Handlung schlagen.

Besonders gefallen haben mir die beiden Hauptfiguren. Vater und Sohn sind in ihrer Art sehr unterhaltsam und wirken trotz aller Eigenheiten sympathisch. Ihr trockener Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, besonders bei der Probe-Trauerfeier, die so absurd war, dass ich wirklich lachen musste. Der Schlagabtausch zwischen den beiden ist lebendig und witzig, und zusammen mit Bobby entstehen immer wieder liebevolle, skurrile Szenen, die den Roman tragen.

Spannend fand ich auch den Einblick in den ungewöhnlichen Beruf des Trauerredners. Die Gedankengänge, die dabei geschildert werden, sowie die Herangehensweisen an diese Aufgabe, waren für mich ein interessanter Aspekt des Buches. Allerdings hatte die Geschichte für meinen Geschmack auch ihre Schwächen. Das erste Drittel empfand ich als recht zäh. Man muss sich erst durchkämpfen, bis Schwung in die Handlung kommt. Insgesamt wirkte die Erzählung stellenweise zu realitätsfern, langatmig und manchmal zu sehr ins Skurrile abdriftend.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman mit humorvollen Dialogen, liebenswert-schrägen Figuren und einigen wirklich witzigen Momenten. Wer trockenen Humor und skurrile Familiengeschichten mag, könnte hier Freude haben, man sollte jedoch etwas Geduld mitbringen.

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