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Veröffentlicht am 02.10.2025

Ein Blick in den Sternenhimmel mit Licht und Schatten

Die Seele der Planeten
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Zwischen den Seiten entfaltet sich eine bunte Mischung aus bekannten astrologischen Konzepten und spannenden neuen Blickwinkeln. Besonders die Einbindung von Chiron, Lilith und den Mondknoten hat mich ...

Zwischen den Seiten entfaltet sich eine bunte Mischung aus bekannten astrologischen Konzepten und spannenden neuen Blickwinkeln. Besonders die Einbindung von Chiron, Lilith und den Mondknoten hat mich neugierig gemacht. Manche Passagen haben mich inspiriert und zum Nachdenken gebracht, fast so, als würden die Planeten leise Geschichten über meine eigenen Wunden und Sehnsüchte erzählen. Es war ein Gefühl, als könnte ich eine Art verborgene Landkarte in meinen Händen halten, die mein Leben ein Stück weit entschlüsselt.

Doch je weiter ich las, desto mehr fehlte mir die Tiefe. Es blieb oft an der Oberfläche, fast wie ein Sternenhimmel, der zwar funkelt, aber die Geheimnisse dahinter nicht preisgibt. Gerade die „Big Three“ – Sonne, Mond und Aszendent – hätten für mich ausführlicher und greifbarer erklärt werden dürfen. Manche Begriffe wurden angeschnitten, aber nicht so entfaltet, dass ich sie wirklich in meinem Alltag nutzen konnte.

Das Buch hat eine schöne Energie und vermittelt den Zauber, den Astrologie haben kann. Gleichzeitig wirkte es stellenweise wie ein bunter Blumenstrauß, bei dem ich nicht wusste, welche Blüte ich zuerst greifen soll. Ein Werk, das sicher Lust auf mehr macht, aber für mich eher ein Einstieg als ein tiefes Eintauchen in die Seele der Planeten geblieben ist.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Mit Blasen an den Füßen durchs ganze Königreich

Küstenpfade
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Zwischen Gummibärchen, schmerzenden Füßen und fragwürdigen Zeltaufbauten stolpert Elise Downing also einmal um ganz Großbritannien herum. Klingt verrückt? Ist es auch. Achttausend Kilometer, ohne ernsthafte ...

Zwischen Gummibärchen, schmerzenden Füßen und fragwürdigen Zeltaufbauten stolpert Elise Downing also einmal um ganz Großbritannien herum. Klingt verrückt? Ist es auch. Achttausend Kilometer, ohne ernsthafte Vorbereitung, dafür mit einer ordentlichen Portion Selbstironie – Respekt, so viel Leichtsinn muss man erstmal aufbringen. Das Buch erzählt, wie aus einem chaotischen Fluchtversuch eine Selbstfindungsreise wird, und das macht es durchaus sympathisch.

Aber hier kommt der Haken: Nach den ersten Kapiteln läuft vieles im Kreis. Ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Erzählungen wiederholen sich, mal geht es um Blasen, mal um Regen, mal um das nächste Sandwich. Klar, so eine Strecke bietet viel Raum für Reflexion, aber ich hatte mir mehr Tiefe, Abwechslung und weniger Wiederholungen gewünscht. Ein paar der Begegnungen sind witzig und berührend, andere rauschen einfach so vorbei wie die Küstenlinie auf einer stürmischen Busfahrt.

Humor ist definitiv da – manchmal trocken, manchmal herrlich britisch. Aber oft hat man das Gefühl, dass die Autorin sich selbst überlisten musste, um den Leser bei Laune zu halten. Zwischendrin dachte ich, das Ganze könnte auch locker in der Hälfte der Seiten erzählt werden. Trotzdem, man nimmt was mit: Mut, einfach loszulaufen, auch wenn man weder Kompass noch Plan hat. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass man mit einer ordentlichen Portion Dickköpfigkeit ziemlich weit kommt – wortwörtlich.

Unterm Strich ein solides Buch für zwischendurch, das inspiriert, aber nicht völlig vom Hocker haut. Für alle, die auf Reiseberichte mit Chaos, Selbstironie und britischem Schmuddelwetter stehen – hier gibt’s das Komplettpaket.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Drachenauge im Nebel der Worte

Navola
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Prunkvolle Paläste, dekadente Feste, tödliche Intrigen – Navola hat alles, was ein Fantasyherz eigentlich höherschlagen lässt. Die Kulisse schreit förmlich nach Intrigen im Stile von Venedig, durchzogen ...

Prunkvolle Paläste, dekadente Feste, tödliche Intrigen – Navola hat alles, was ein Fantasyherz eigentlich höherschlagen lässt. Die Kulisse schreit förmlich nach Intrigen im Stile von Venedig, durchzogen von Machtspielen, scharfen Klingen und einer dicken Prise Gift. Genau das bekommt man auch – allerdings in einer epischen Länge, die eher wie ein nie endender Maskenball wirkt: schillernd, aber irgendwann sehnt man sich nach frischer Luft.

Davico di Regulai als Thronfolger einer Bankdynastie hat eigentlich Potenzial für Drama ohne Ende. Verrat in der Familie, Machtspiele zwischen Kaufleuten und das mysteriöse Drachenauge als Symbol – klingt nach einem Festschmaus für Fans von Martin und Sapkowski. Doch zwischen all den detailreichen Beschreibungen von Handelsverträgen, Verhandlungen und den sehr ausufernden Innenmonologen verliert sich die Spannung leider immer wieder. Wer sich gerne in endlosen Dialogen und barocken Beschreibungen suhlt, kommt hier voll auf seine Kosten. Wer Action oder zumindest flotten Erzählfluss erwartet, muss viel Geduld mitbringen.

Nicht falsch verstehen: Die Welt ist reich ausgestattet, voller Düfte, Farben und Intrigen – fast schon so opulent, dass man beim Lesen selbst ins Schwitzen kommt. Aber die Figuren bleiben über weite Strecken distanziert. Da zündet der Funke nur selten, und wenn er mal aufflammt, löscht die nächste Seite voller Handelsdebatten ihn gleich wieder.

Am Ende bleibt ein Roman, der sich wie eine kunstvoll bestickte Robe anfühlt: beeindruckend, schwer und schön anzusehen, aber unbequem zu tragen. Wer epische Fantasy mit Renaissance-Feeling liebt und die Geduld für ausschweifendes Erzählen mitbringt, darf sich hier ins blutrote Bad fallen lassen. Für mich persönlich war es ein bisschen zu viel Ausschweifung, zu wenig Biss – daher solide drei Sterne.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Glitzer statt Funkenflug – meine Reise mit Briony & Toven

Rose in Chains
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Magische Auktionen, goldenes Blut und ein Feind mit weißen Haaren – klingt nach einer explosiven Mischung, oder? Leider blieb das Ganze für mich eher ein kleiner Funken als ein richtiges Feuerwerk. Enemies ...

Magische Auktionen, goldenes Blut und ein Feind mit weißen Haaren – klingt nach einer explosiven Mischung, oder? Leider blieb das Ganze für mich eher ein kleiner Funken als ein richtiges Feuerwerk. Enemies to Lovers? Joa, eher so ein leicht verkrampftes Zähneknirschen mit anschließendem Stirnrunzeln. Der große Hass, die brodelnde Feindschaft, die Funken, die gefährlich zwischen den Seiten hätten sprühen müssen – die habe ich vergeblich gesucht. Stattdessen gab’s viel Slow Burn, das sich teilweise mehr nach Slow Motion angefühlt hat.

Briony, unsere goldblütige Prinzessin, ist zwar sympathisch, aber oft so brav, dass man ihr am liebsten einen Espresso in die Hand drücken würde. Toven – geheimnisvoll, düster, silbrighaarig – hat Potenzial, aber die Schurken-Vibes sind für meinen Geschmack zu schnell in seichte Romantik verpufft. Wo ist der gefährliche Kerl geblieben, den man gleichzeitig hassen und anziehend finden soll? Genau: hat sich im Plot irgendwo verheddert.

Nicht falsch verstehen: Das Buch ist unterhaltsam, es hat Drama, Fantasy-Flair und jede Menge Szenen, die Fans von verbotener Liebe und dunkler Romantik abholen dürften. Man kann sich darin verlieren, wenn man Lust auf eine Portion Romantasy-Schnulze im Kostüm einer düsteren Fantasywelt hat. Aber wenn man mit der Erwartung reingeht, dass es knallhart „Enemies to Lovers“ liefert – wird man ein bisschen enttäuscht wieder auftauchen.

Unterm Strich: Lesbar, mit schönen Ideen und einem Setting, das durchaus Stimmung erzeugt. Aber für mich kein Gamechanger. Drei Sterne – mit leichtem Glitzerstaub und einem großen „Da wäre mehr drin gewesen“-Gefühl.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Mit Kräutern top, mit dem Mond hab ich’s nicht so

Die Mond-Apotheke
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Ganz ehrlich, die Idee hat was: den Mond als Apothekermeister, der mit jedem Viertel neue Rezepte raushaut. Klingt erstmal nach einem geheimen Club, zu dem man unbedingt dazugehören möchte. Zwischen Badeölen, ...

Ganz ehrlich, die Idee hat was: den Mond als Apothekermeister, der mit jedem Viertel neue Rezepte raushaut. Klingt erstmal nach einem geheimen Club, zu dem man unbedingt dazugehören möchte. Zwischen Badeölen, Teemischungen und selbstgemachten Lotionen fühlt man sich fast wie der Gandalf des Badezimmers. Die Rezepte sind wirklich gelungen, leicht verständlich erklärt und machen auch optisch einiges her. Kräuter wie Rosmarin, Sonnenhut oder Goldnessel werden hier nicht einfach nur aufgezählt, sondern richtig schön in Szene gesetzt – fast so, als würden sie gleich vom Papier springen.

Und jetzt das große Aber: Der ganze spirituelle Überbau hat mich eher ratlos zurückgelassen. Es fühlt sich zu überladen an, Neumondritual hier, Tierkreiszeichen dort, Supermond-Beschwörungen und Energieharmonien – puh. Klar, wer auf Astrologie, Tarotkarten und esoterischen Zauber steht, der wird sich fühlen wie im siebten Mondhimmel. Ich hingegen hab mich dabei ertappt, wie ich nach zwei Seiten überfordert war. Da hilft auch die schön mystische Aufmachung nicht viel.

Unterm Strich: Als Rezeptbuch ist „Die Mond-Apotheke“ echt stark, gerade für Leute, die gerne mit Kräutern experimentieren und natürliche Mittelchen ausprobieren wollen. Der Rest fühlt sich für mich eher nach einer Mondlandung ins Reich der Feenstaub-Fraktion an. Nicht schlecht, aber eben nicht mein Ding. Drei Sterne, weil die Rezepte wirklich klasse sind – die spirituelle Aufmachung hingegen hat mir eher die Stirn runzeln lassen.

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