Die Vergangenheit in unseren Strassen
Tempelhof-SchönebergDie Industrialisierung führte auch in Berlin zu einem massiven Wachstum der Stadt. Um neunzehnhundert schossen die Start-up Unternehmen wie Pilze aus dem Grunewald. Den meisten von uns sind sie auch ohne ...
Die Industrialisierung führte auch in Berlin zu einem massiven Wachstum der Stadt. Um neunzehnhundert schossen die Start-up Unternehmen wie Pilze aus dem Grunewald. Den meisten von uns sind sie auch ohne Berlinbezug ein Begriff und viele spielen auch heute noch eine Marktwirtschaftliche Rolle wie Gillette oder Sarotti. Das heftartige Büchlein des L&H Verlags beschäftigt sich mit den Industriedenkmälern im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die Kapitel „Verkehr und Mobilität“, „Produktion und Versorgung“ und „Medien und Kommunikation“ ordnen sie in die entsprechenden Kategorien ein. Ich wurde sehr überrascht, denn da ich den Berliner-Südwesten gut kenne, kannte ich die Gebäude, zumindest vom Sehen. Bei vielen kannte ich jedoch weder ihre Geschichte noch ihre derzeitige Nutzung. Und hier haben sich für mich ganz spannende Geschichten aufgetan. So dachte ich eigentlich die Bezeichnung „Tempelhofer Feld“ wäre nach der Schließung des Flughafens eine neumodische Benennung. Hier wurde ich jedoch durch dieses Buch eines Besseren belehrt, denn vor dem Flughafen war es bereits das Tempelhofer Feld. Hier bauten auf Äckern die Landwirte Nahrung für die Großstädter an. Viele Bilder sowohl aktuell als auch historisch, umrahmen die Texte zu dem jeweiligen Gebäude. Besonders finde ich im Anhang des Buches die Radtourkarte. So kann man sich auf sein Rad schwingen und die einzelnen Stationen live erleben. Für alle Berlininteressierten einfach eine super Sache. So wird Geschichte erlebbar. Für mich hat so manches Straßenbild nun neues Leben bekommen. Sehr lesenswert!