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Veröffentlicht am 01.10.2025

Die langweiligste Hölle in der Literaturgeschichte?

Katabasis
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Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass ...

Da ich die vorherigen Werke der Autorin zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zähle, habe ich bereits seit der Ankündigung von Katabasis darauf hingefiedert das Buch zu lesen und war mir so sicher, dass es wieder ein Highlight werden würde, doch diesmal wurde ich enttäuscht.

Die Prämisse des Buches, einen Abstieg in die Hölle zu erleben klang so spannend und auch der Start des Buches war vielversprechend, doch irgendwie hat R.F. Kuang es geschafft, die Hölle langweilig erscheinen zu lassen. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr dürftig, statt Worldbuilding liegt der Fokus des Buches eindeutig auf den zahlreichen philosophischen Theorien zur Hölle. Rebecca Kuang ist unheimlich intelligent, kann Texte exzellent interpretieren und hat vermutlich so einiges an Lektüre zur Hölle gewälzt, bevor und während sie dieses Buch geschrieben hat. All dies ist in Katabasis eingeflossen, wodurch es aus akademischer Sicht grandios ist, wer aber Handlung und Spannung erwartet ist hier eher fehl am Platz.

Die Intelligenz, die in ihre Bücher fließt habe ich bei den anderen Werken geliebt, doch hier war es mir zu viel. Die Protagonisten waren beide recht unsympathisch, die Handlung wurde immer wieder durch ausschweifende Rückblicke und philosophische Abhandlungen unterbrochen und ich konnte partout nicht in den Lesefluss finden, obwohl ich mir so gewünscht habe das Buch zu lieben.

Ich konnte mich in keinen der beiden Charaktere hineinversetzen, wodurch durchgehend eine gewisse Distanz herrschte und empfinde Katabasis als zu überladen mit akademischen Theorien.

Trotzdem ist es ein spannendes Werk, das insbesondere bei Philosophiebegeisterten Leser*innen anklang finden wird. Es scheinen viele persönliche Erfahrungen aus ihrer akademischen Laufbahn eingeflossen zu sein, der Ansatz der Hölle als Campus ist spannend und einige der Grundideen des Buches haben mir gut gefallen, doch meins war es insgesamt eider nicht. Schade…

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Etwas zu konstruiert

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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Ich bring dir das Glück von Anjana Gill und Anita Schmidt handelt vom kleinen Elefanten, den wir einen Schultag lang begleiten dürfen. Er besucht jedoch keine normale Schule, sondern eine Glücksschule ...

Ich bring dir das Glück von Anjana Gill und Anita Schmidt handelt vom kleinen Elefanten, den wir einen Schultag lang begleiten dürfen. Er besucht jedoch keine normale Schule, sondern eine Glücksschule und lernt dadurch verschiedene Wege kennen, wie Elefanten (und Menschen) glücklich werden können.

Leider konnte mich dieses Buch nicht vollständig abholen.

Die Illustrationen von Anita Schmidt sind zunächst einmal sehr niedlich und kindgerecht und passen gut zu der Geschichte.

Die neun Wege glücklich sein zu lernen werden anhand eines Schultages dargestellt, bei dem der kleine Elefant diese Methoden nach und nach kennenlernt. Zudem gibt es zu jeder Methode einen Kasten mit „Elefanten-Geheimwissen“, in dem ein Vogel die Kinder direkt anspricht und vorschlägt die jeweilige Methode doch mal selbst auszuprobieren. Da diese bereits vorher im Text anhand des Alltags vorgestellt wurde, wäre der Kasten meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Schöner wäre es gewesen; wenn stattdessen etwas mehr Handlung rund um die Lektionen aufgebaut worden wäre, um die Kinder etwas mehr zu fesseln.

Die Ideen selbst sind ganz süß, ein Danke-Stein, Streitvertreibungs-Seifenblasen oder ein Zaubersatz für den Tag, allerdings wirkte manches etwas zu konstruiert und optimistisch, ein Streit wird sich wohl nicht nur ein paar Seifenblasen auflösen. Der Grundgedanke, sich im Alltag Momente des Glücks zu nehmen ist aber ein schöner.

Insgesamt konnte uns das Bilderbuch daher leider nicht umhauen, einige schöne Ideen lassen sich jedoch daraus mitnehmen. Ein paar Methoden weniger und dafür etwas mehr Rahmenhandlung hätte ich aber schöner gefunden.

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Eher enttäuschend

Love in the Big City
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Der Roman ist eine Art Lebensgeschichte des Protagonisten Young. In vier Teilen werden verschiedene Lebensabschnitte behandelt. Der erste Abschnitt befasst sich mit seinem Partyleben und seiner Mitbewohnerin ...

Der Roman ist eine Art Lebensgeschichte des Protagonisten Young. In vier Teilen werden verschiedene Lebensabschnitte behandelt. Der erste Abschnitt befasst sich mit seinem Partyleben und seiner Mitbewohnerin und besten Freundin Jaehee, die sich dazu entscheidet zu heiraten. Anschließend gibt es einen größeren Zeitsprung und die Beziehung zu seiner homophoben, krebskranken Mutter steht im Vordergrund, während sich die letzten beiden Abschnitte um seine Beziehungen drehen. Im Vordergrund stehen dabei seine große Liebe und eine eher toxische Beziehung zu einem Mann, der nicht zu der Beziehung stehen konnte. Durch das Buch zieht sich grundsätzlich Youngs Einsamkeit und Rastlosigkeit. Zu keinem Zeitpunkt fühlt er sich angekommen, er ist grundsätzlich unzufrieden mit seinen Beziehungen, seiner Arbeit und seinem Leben und stürzt sich dadurch immer wieder ins Dating- und Partyleben.

Ich hatte mir viel von der Story erhofft, bin jedoch nach der Lektüre eher enttäuscht. Mir fehlte ein roter Faden, die einzelnen Abschnitte springen zeitlich stark hin und her und wirken eher wie Bruchstücke, bei denen sich manches zwar gegen Ende besser zusammengefügt hat, vieles aber auch eher zusammenhangslos wirkte. Einige Facetten, wie die Beziehung zu seiner Mutter oder sein teils selbstzerstörerisches Leben waren interessant, im großen und ganzen plätscherte die Handlung aber eher vor sich hin.

Die Bewerbung als „Porträt einer Generation“ oder „Heldengeschichte von gewaltiger Zärtlichkeit und Lässigkeit“ kommen mir leider viel zu hochgestochen vor. Eine Heldengeschichte ließ sich für mich jedenfalls nicht erkennen und ob dieses Buch nun wirklich das Porträt einer Generation ist finde ich auch eher fraglich. Klar wird sich mit vielen Themen befasst, die junge Menschen (egal ob in Südkorea oder nicht) betreffen und es scheint auch in manchen Bruchstücken mal die südkoreanische Kultur durch, überzeugen konnte es mich aber dennoch nicht.

Insgesamt war es kein schlechtes Buch, es hatte durchaus lesenswerte Passagen, konnte mich jedoch weder emotional berühren noch inhaltlich vollständig überzeugen. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.08.2021

Langatmig aber mit Potenzial

Das Reich der Asche - Realm Breaker 1
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Zugegeben war ich kein Fan von Victoria Aveyards erster Reihe, da diese für mich zu jugendlich und klischeehaft war. Das Reich der Asche wurde nun damit beworben, dass es „erwachsener, düsterer und tiefgründiger“ ...

Zugegeben war ich kein Fan von Victoria Aveyards erster Reihe, da diese für mich zu jugendlich und klischeehaft war. Das Reich der Asche wurde nun damit beworben, dass es „erwachsener, düsterer und tiefgründiger“ sei, was ich definitiv bejahen kann.
An sich hat das Buch auch das Potenzial besessen mich zu begeistern. Es überzeugte direkt mit der tollen Karte, die eine große und komplexe Welt verspricht und beginnt mit einem düsteren Prolog, der mich zwar größtenteils verwirrt hat, aber auch eine gewisse Spannung erzeugen konnte. Anschließend lernen die Leserinnen nach und nach die unterschiedlichen Protagonistinnen kennen, die Perspektive springt dabei zwischen den wichtigsten Personen hin und her, wobei Corayne meist im Fokus stand. Der Wechsel zwischen so vielen Perspektiven sorgt dafür, dass ich die Beweggründe der einzelnen Charaktere besser verstehen und mich gut in die einzelnen Protagonistinnen hineinversetzen konnte, gleichzeitig dauerte es aber auch unheimlich lange bis ich in die Geschichte hineingefunden hatte. Immer neue Namen und Orte werden präsentiert und erst mit der Zeit finden die einzelnen Stränge zueinander und alles wird etwas verständlicher. Nachdem es kurzzeitig etwas spannender wurde, vieles endlich klar war und ich ein Gefühl für die Protagonistinnen bekommen habe zog sich das Buch leider wieder über hunderte Seiten in die Länge, bis der eigentliche Showdown auf knapp 30 Seiten abgehandelt wurde. Teilweise war das nachvollziehbar und lag daran, dass der Fokus auf den einzelnen Charakteren und ihrer Entwicklung lag, trotzdem sollte ein 600 Seiten langes Buch für meinen Geschmack etwas mehr Handlung mitbringen.

Die grundsätzliche Story beruht auf der klassischen Fantasyromanhandlung bei der eine Auserwählte das Ende der Welt verhindern muss. Corayne selbst blieb meiner Meinung nach jedoch die meiste Zeit eher im unscheinbar, obwohl ihr so viel Fläche eingeräumt wurde. Ihre Begleiterinnen konnten davor umso mehr hervorstechen und durch ihre interessanten Hintergründe oder ihre gelungenen Persönlichkeiten glänzen. Hier hätte ich mir bei einigen gewünscht mehr über sie und ihre Beweggründe zu erfahren, aber das kann natürlich in den Fortsetzungen noch passieren. Die Truppe aus der Piratentochter Corayne, einem Unsterblichen, einer Meuchelmörderin, einem Knappen und einigen weiteren Wegbegleitern war jedenfalls das Beste an dem Buch und hat einiges herausgeholt.

Der Schreibstil des Buches war um einiges anspruchsvoller als bei Aveyards erster Reihe, es gibt viele detaillierte Beschreibungen, ein ausgearbeitetes Worldbuilding und eine komplexere Handlung. Allerdings waren die Beschreibungen teilweise fast zu detailliert und insbesondere Dinge, die nicht wirklich relevant waren, wurden hervorgehoben, während es mir bei den Umgebungsbeschreibungen oft an Bildhaftigkeit fehlte. Trotzdem konnte man eine Entwicklung bei der Autorin sehen, was mir gut gefallen hat.

Für einen flüssigen Einstieg in die Reihe gab es leider zu viele Perspektiven und zu wenig Handlung für meinen Geschmack. Einige Protagonist
innen und die grundsätzliche Handlung bieten viel Potenzial für die Fortsetzungen, allerdings hoffe ich, dass das Erzähltempo in diesen angezogen wird. Fans von „die rote Königin“ würde ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen, da die beiden Reihen nicht viel gemeinsam haben und „das Reich der Asche“ wesentlich stärker an High Fantasy orientiert ist als die Vorgängerreihe. Insgesamt gebe ich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Schwächer als Band 1

A History of Us − Erst auf den zweiten Blick
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Band 1 hat mir durch das unübliche Setting auf einem Mittelalterfestival wirklich gut gefallen, sodass ich mich schon auf Band 2 gefreut habe.

Dieser setzt wenige Tage nach Ende des ersten Bandes ein ...

Band 1 hat mir durch das unübliche Setting auf einem Mittelalterfestival wirklich gut gefallen, sodass ich mich schon auf Band 2 gefreut habe.

Dieser setzt wenige Tage nach Ende des ersten Bandes ein und handelt von Stacey, die bereits in Band 1 als Tavernendirne „Beatrice“ und gleichzeitig bester Freundin von Emily eine präsente Rolle spielt. Anders als Band 1 beginnt die Geschichte jedoch sehr langsam. Die Leser*innen erfahren zunächst viel über Stacey, insbesondere darüber, warum sie bei ihren Eltern in Willow Creek lebt und die Handlung dreht sich lange kaum um das Mittelalterfestival, da dieses erst in etwa einem Jahr wieder stattfindet.

Eines Abends beschließt die betrunkene Stacey ihrer Festivalaffäre Dex zu schreiben, wodurch eine einjährige E-Mail und SMS-Beziehung entsteht. Fast täglich schreiben sich die beiden und erfahren dabei immer mehr übereinander. Die Nachrichten wurden in das Buch mit eingebunden was ich sehr passend fand, allerdings fand ich die ersten 200 Seiten dadurch sehr schleppend, da es wenig Handlung gab und auch die Nachrichten eher oberflächlich blieben.

Gegen Mitte des Buches folgte dann ein Plottwist, der für mich aber bereits sehr früh absehbar war. Die Art und Weise, wie dieser dann thematisiert, beziehungsweise nicht thematisiert wird, fand ich allerdings schade, denn ich habe es als kein Thema empfunden, dass nach einem kurzen Gespräch wieder geklärt ist.

Das Mittelalterfestival bleibt bis zum letzten Drittel eher im Hintergrund und ist auch dann nicht so präsent wie in Band 1, sodass die Atmosphäre diesmal bei mir nicht so stark angekommen ist. Wieder gut gemacht wurde dies durch die Nebencharaktere, die Großteils bereits aus Band 1 bekannt sind und den familiären Charme des Festivals auf ihre Weise ausmachen.

Stacey als Protagonistin konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich fand es schön, dass sie nicht nur ein ruhiger und familiärer Charakter ist, der ihre eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anstellt, sondern auch, dass sie bereits Ende 20 und Plus-Size ist, was ich sehr erfrischend fand und nie zum Problem in ihrem Liebesleben gemacht wurde, sondern lediglich in Form einiger Selbstzweifel von Stacey zum Thema wurde.

Insgesamt war Band 2 leider schwächer als Band 1, es fehlte die tolle Atmosphäre und auch die Handlung an sich konnte mich nicht ganz so sehr überzeugen und hat sich teilweise gezogen. Daher gibt es von mir 3 Sterne.

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