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Veröffentlicht am 02.10.2025

Diese Geschichte muss in die Welt getragen werden!

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Das Leben, das Darcy führt, könnte eigentlich perfekter nicht sein. So ist sie mit dem berühmtesten Quarterback des Landes verheiratet, was ihr ein Leben in Luxus beschert. Doch der Schein trügt, denn ...

Das Leben, das Darcy führt, könnte eigentlich perfekter nicht sein. So ist sie mit dem berühmtesten Quarterback des Landes verheiratet, was ihr ein Leben in Luxus beschert. Doch der Schein trügt, denn Jason kontrolliert Darcys Leben bis aufs Kleinste. Kontrolle, Eifersucht, Erpressung und sogar Missbrauch stehen auf der Tagesordnung. Darcy will Jason ein für alle Mal verlassen, doch das ist leider nicht so einfach, wie zunächst gedacht …

Darcy ist eine toughe und mutige Protagonistin. Ihre Gedanken und Gefühle sind stets greifbar und ich konnte mich wahnsinnig gut in sie hineinversetzen. Ich habe mit ihr gelitten, mitgefiebert, war unentschlossen, mutig, zweifelnd - habe demnach jede Emotion von Darcy hautnah nachempfinden dürfen. Ihr Ehemann Jason hat mich richtig wütend gemacht, was wohl allgemein daran liegt, dass ich keine manipulativen Menschen mag. Er ist ein Vorzeige-Narzisst und ich finde, Nikola Hotel hat diesen toxischen Einfluss, den Jason auf Darcy ausübt, authentisch dargestellt. Auch wenn das für mich als Leserin keine leichte Kost war. Puh! Gut, dass es mit Ellis auch noch positive Menschen in Darcys Leben gibt. Mit seiner einfühlsamen und humorvollen Art, ist Ellis ein wichtiger Anker für Darcy. Er gibt ihr wieder Lebensmut und unterstützt sie im schwersten Kampf ihres Lebens.

Der Schreibstil ist mitreißend, direkt und pointiert. Ich empfand die kurzen Kapitel als sehr angenehm und die fließenden Übergänge haben mich immer wieder zum Weiterlesen animiert. Die Spannung ist durchgehend präsent, ebenso wie die bedrückende und beklemmende Atmosphäre, die Hotel mit der Behandlung dieser sensiblen Themen geschaffen hat. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Und ich sag mal so, realistischer hätte es die Autorin nicht rüberbringen können. Sie beschönigt rein gar nichts, und obwohl ich aufgewühlt, schockiert und wütend war, war ich dennoch beeindruckt, mit wie viel Feingefühl Darcys Geschichte erzählt wurde. Ich hoffe, dass genau diese Geschichte ganz vielen Frauen da draußen Mut macht.

Fazit: Ein Reihenauftakt, der mir ganz schön an die Nieren ging und auf jeden Fall auch noch nachwirken wird. Hier kommen harte Themen auf den Tisch, weshalb ihr unbedingt auf die Triggerwarnung achten solltet. Dennoch muss diese Geschichte in die Welt getragen werden – für alle hilflosen Darcys da draußen!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Ein starker zweiter Teil

Nächte einer Hexe
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Sechs Monate nach den dramatischen Ereignissen aus Teil 1 kehrt die Geschichte rund um die Hexe Kosara zurück – und das mit voller Wucht. Der Zar der Monster, der Zmey, ist besiegt und in die Mauer verbannt, ...

Sechs Monate nach den dramatischen Ereignissen aus Teil 1 kehrt die Geschichte rund um die Hexe Kosara zurück – und das mit voller Wucht. Der Zar der Monster, der Zmey, ist besiegt und in die Mauer verbannt, die Chernograd von Belograd trennt. Doch der vermeintliche Frieden hält nicht lange: Plötzlich geraten die Dinge aus dem Gleichgewicht. Die Monster sind nicht länger nur einmal im Jahr eine Bedrohung, sondern dringen dauerhaft in Chernograd ein. Auch unter den Hexen gibt es erste Todesfälle zu verzeichnen.

Kosara muss sich eingestehen, dass ihre Entscheidung, den Zmey in der Mauer einzuschließen, weitreichende Konsequenzen hatte – und vielleicht nicht die richtige war. Die Stadt, die sie schützen wollte, droht nun, von innen heraus zu zerbrechen. Es liegt jetzt an ihr, den angerichteten Schaden zu beheben – auch wenn der Preis dafür hoch sein könnte.

Zitat S. 191:
"Als sie den Zmey in die Mauer gesperrt hatte, war sie sich sicher gewesen, das Richtige zu tun. So war die Mauer ursprünglich gedacht gewesen. Sie hatte sie repariert. Und damit den Menschen in Chernograd die Möglichkeit gegeben, die Stadt zu verlassen – wonach sie sich jahrelang gesehnt hatten.“

Der Folgeband knüpft atmosphärisch und inhaltlich nahtlos an Teil 1 an. Man ist sofort wieder mitten in der düsteren Welt von Chernograd, die durch ihren düsteren, urban-fantastischen Ton erneut überzeugt. Der Schreibstil bleibt flüssig und fesselnd, bekannte Charaktere kehren zurück und entwickeln sich weiter. Neue Wendungen und Hintergrundinformationen sorgen für zusätzliche Tiefe. Besonders gelungen ist, wie die offenen Fragen und Geheimnisse aus dem ersten Teil aufgegriffen und teilweise aufgelöst werden.

Fazit: Ein starker zweiter Teil, der die Geschichte logisch fortführt und die Welt von "Tage einer Hexe" erweitert. Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch dicht – mit einem melancholischen Unterton, der nachwirkt. Man darf gespannt sein, ob es noch einen dritten Band geben wird. Ich würde mich jedenfalls darüber freuen!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Eiskalter Pageturner!

Ein unerwarteter Gast
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Eigentlich ist es meine absolute Traumvorstellung: ein schönes Farmhäuschen, mitten in der Natur und die nächsten Nachbarn so weit entfernt, dass man sie in ihrem Häuschen mit bloßem Auge nicht sehen kann. ...

Eigentlich ist es meine absolute Traumvorstellung: ein schönes Farmhäuschen, mitten in der Natur und die nächsten Nachbarn so weit entfernt, dass man sie in ihrem Häuschen mit bloßem Auge nicht sehen kann. Wäre da nicht dieser unnötige Schneesturm, der nicht nur sämtliche Verbindungen zur Außenwelt kappt, sondern auch noch fremde Menschen anweht, die ihrer Umwelt nicht wohlgesonnen sind und finstere Geheimnisse mit sich herum tragen.

Heather Gudenknauf versteht es, kurzweilig zu erzählen und ihre Leser mit jeder Seite mehr zu fesseln. „Ein unerwarteter Gast“ ist spannungsgeladen ab Seite eins! Dank ständiger Szenenwechsel erschafft Gudenknauf drei Welten. Vergangenheit und Gegenwart stehen sich stets gegenüber. Zeitgleich setzt sie auf eine dritte Erzählebene, die ich lange nicht einordnen konnte. Weder ist klar, wann dieser Handlungsstrang spielt, noch, wer die Figuren überhaupt sind und wie sie sich in das Gesamtbild einfügen sollen.

Nur langsam ergeben sich nach und nach alle Puzzleteile zu einem schlüssigen Gesamtbild, das zu keiner Zeit (über)konstruiert wirkt. Mir war zwar relativ schnell klar, wer die „unbekannten“ Personen sein könnten, nichtsdestotrotz lag ich bis zum Schluss bei der wichtigsten aller Fragen, wer nämlich hier die Waffen schwingt, vollkommen falsch. Und genau so soll doch purer Nervenkitzel funktionieren, oder?

Auch ihre handelnden Personen zeichnet Gudenknauf wunderbar realistisch und glaubwürdig. Wylie war mir ab dem ersten Moment sympathisch. Mit ihrer leicht unterkühlten Art, die aber genauso zur herzensguten Löwin mutieren kann, war es ein Leichtes, mit Wylie zu fühlen. Aber auch die meisten anderen Charaktere haben ihren Charme und überzeugen voll und ganz.

Alles in allem hat Heather Gudenkauf auf ganzer Linie abgeliefert. „Ein unerwarteter Gast“ ist ein wahrer Pageturner, der mit großartigen Twists bis zum Schluss überzeugen kann.

Fazit: Dieser Thriller hält, was er verspricht. Ohne großen Budenzauber und mit eiskalter Präzision hat mich Heather Gudenkauf restlos begeistert. Wer nach einem neuen Pageturner sucht, findet ihn hier. Perfekt für knackige Wintertage!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Spicy, tiefgründig, cool geplottet

Wicked Mind
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Sienna schreibt heimlich anonyme spicy Romane über eine Affäre mit dem besten Freund ihres Vaters Nikolai Hale. Dieser ist zwanzig Jahre älter, Milliardär und unglaublich attraktiv. Als Sienna sich einer ...

Sienna schreibt heimlich anonyme spicy Romane über eine Affäre mit dem besten Freund ihres Vaters Nikolai Hale. Dieser ist zwanzig Jahre älter, Milliardär und unglaublich attraktiv. Als Sienna sich einer Reise anschließt, bei der auch Nikolai anwesend ist, kommen sich die beiden das erste Mal näher. Zuerst sind es nur Blicke, dann zufällige Berührungen und letztendlich wird Siennas Roman wahr. Es funkt gewaltig zwischen den beiden und sie geben sich ihrer Gefühle hin, obwohl sie wissen, dass diese Liebe strikt tabu ist. Wird es dennoch ein Happy End geben?

Sienna ist eine wundervolle und herzensgute Protagonistin. Sie sehnt sich nach Liebe und Anerkennung von ihrem Vater und flüchtet sich in ihre Fantasiewelt. In ihren Romanen kann sie die Liebe erfahren, die ihr in Wahrheit so sehr fehlt. Deshalb habe ich ihr das mit Nikolai auch von Herzen gegönnt. Dieser wirkt anfangs etwas kühl, aber im Laufe der Story erfahren wir, warum er nur schwer jemanden an sich ranlässt und welche Geheimnisse er tatsächlich verbirgt. Die knisternde Spannung zwischen Sienna und Nikolai war durchweg greifbar und sie haben perfekt miteinander harmoniert. Da ist Herzklopfen vorprogrammiert!

Mov punktet mit einem flüssigen und bildhaften Schreibstil. Das Setting Barcelonas hat sie wunderbar ausgewählt und die gefühlvolle Atmosphäre gekonnt aufgegriffen. Der versprochene Spice war definitiv da, perfekt umgesetzt und dabei erfrischend realistisch, ohne irgendwelche Übertreibungen.

Die Plottwists haben mich gekillt! Mov scheint eine Meisterin darin zu sein, ihre Leser in die Irre zu führen und dann wieder neu zu überraschen. Mich hat sie damit auf jeden Fall voll abgeholt. Bitte mehr davon!

Fazit: Ein starker Auftakt dieser Trilogie. Ich mochte die tiefgründige Story, die Schärfe zwischendurch und die Entwicklung der Charaktere sehr. Auf die Fortsetzungen freue ich mich jetzt schon und kann euch dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Opfer müssen ernst genommen und geschützt werden!

Opfer Nummer 11
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Hannah Allen war erst vierzehn Jahre alt und noch Schülerin, als sie von „The Ghost“, dem Serienmörder Peter Harris, entführt wurde. Sie war sein elftes Opfer und er hat ihr diese Zahl auf ihren Bauch ...

Hannah Allen war erst vierzehn Jahre alt und noch Schülerin, als sie von „The Ghost“, dem Serienmörder Peter Harris, entführt wurde. Sie war sein elftes Opfer und er hat ihr diese Zahl auf ihren Bauch tätowiert. Wie durch ein Wunder hat Hannah überlebt und sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, um ihre Qualen zu verarbeiten. An ihrem letzten Abend in der Therapiegruppe erscheint DI Conrad Wallace bei Hannah. Conrad hat ihren Fall vor zehn Jahren bearbeitet. Er erzählt ihr, dass eine vermisst gemeldete Schülerin tot aufgefunden wurde. Es gibt eindeutige Parallelen zu den Peter-Harris-Morden und das Opfer trug ebenfalls ein Brandzeichen, die Nummer 13. Doch was ist mit Opfer Nummer 12 passiert? Klar ist, es muss einen Nachahmungstäter geben, denn Peter Harris sitzt noch immer im Gefängnis ...

Ich mochte Hannah auf Anhieb, da sie eine starke und selbstbewusste Frau ist. Was sie erlebt hat, ist schwer zu verarbeiten und es war schön zu sehen, welchen Erfolg sie mit der Selbsthilfegruppe feiern konnte. Die Mädels dort haben Ähnliches erlebt und ich finde, Kitching hat die Gewalt, die Angst und die vielen anderen Emotionen, die Frauen weltweit täglich erleben, hervorragend und vor allem authentisch dargestellt. Sie geht zudem auf die Hasskommentare in den sozialen Medien ein, die abscheulich und opferbeschämender nicht sein könnten. Viel zu oft wird den Opfern die Schuld an der Tat gegeben, denn vielleicht war der Rock zu kurz oder man ist selbst schuld, da man nachts einfach nicht allein nach Hause hätte gehen sollen.

Jess Kitchings sensibler Schreibstil ist hier wirklich außergewöhnlich. Sie erzählt offen, dass dies ihr bisher persönlichstes Buch ist, da es sich intensiv mit den Folgen von Gewalt und sexuellen Übergriffen für die Opfer und der in unserer Gesellschaft weit verbreiteten Schuldzuweisung an die Opfer auseinandersetzt. Das drückt sie auch mit ihrer Sprache aus und hat eine herzzerreißende Geschichte geschrieben, die ein ganz dickes Lob verdient. Alle Opfer sind lebenslang Opfer. Sie erleben das Trauma jeden Tag neu, und Selbsthilfegruppen und Freundschaften sind ihre Lebensgrundlage. Dieses Buch unterstreicht die gute Arbeit, die sie leisten, und zeigt, dass sie dringend gebraucht werden.

Fazit: Eine Geschichte, die mir unter die Haut ging und mich nachdenklich machte. Am Ende war ich dankbar, dass es sich hier nur um eine fiktive Story handelte, doch die Botschaft von Kitching ist klar und deutlich: Opfer müssen ernst genommen und geschützt werden!

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