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Veröffentlicht am 18.07.2026

Viel Wut und viel Wärme

Wut und Wärme
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Ich bin auf die Tekkal-Schwestern und ihr Buch „Wut und Wärme“ durch einen Onlineartikel der Tagesschau aufmerksam geworden – weil es bemerkenswert ist, wenn eine Buchveröffentlichung über dieses Medium ...

Ich bin auf die Tekkal-Schwestern und ihr Buch „Wut und Wärme“ durch einen Onlineartikel der Tagesschau aufmerksam geworden – weil es bemerkenswert ist, wenn eine Buchveröffentlichung über dieses Medium einen ganzen Artikel bekommt. Nach dem Lesen habe ich verstanden, warum.

„Wut und Wärme“ ist in vieler Hinsicht einzigartig. Wann schreiben schon 5 Frauen gemeinsam ein Buch, noch dazu Schwestern, und dann mit einem so unterschiedlichen beruflichen Hintergrund? Als Lebensberaterin in Ausbildung hat mich besonders die Dynamik der Schwestern interessiert – wie gut funktioniert das im Buch, wie beschreiben sie ihr gemeinsames Aufwachsen, ihre Rollen, (wie) scheint ihre Unterschiedlichkeit durch die Zeilen durch? Ich muss sagen, dass es gerade in den ersten Kapiteln ein Vergnügen war, dieses Buch zu lesen. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und fand es herrlich, wie unterschiedlich und schonungslos ehrlich die Schwestern ihren jeweils eigenen Weg beschrieben.

Doch „Wut und Wärme“ ist mehr als eine Familiengeschichte. Es ist ein Manifest. Es beschreibt die Kernwerte, für die die Tekkal-Schwestern stehen und kämpfen. Und wie es dazu kam, dass sie sich als Jesdinnen in Deutschland für Jesidinnen und Frauen weltweit einsetzen, jede mit ihren ganz eigenen Gaben und Talenten.

Der Titel ist wirklich gut gewählt, denn es scheint viel Wut, aber auch viel Wärme durch die Zeilen. Die Schwestern mahnen an, was sich ändern muss, damit in Deutschland Integration und Freiheit für alle wirklich gelingt – und auch weltweit. Dabei benennen sie praktische Werte und zeigen Wege auf, die sie selbst gehen und gegangen sind. Ihr Buch ist daher hochpolitisch, aber auch ein tiefer und ehrlicher Einblick in das Leben in Deutschland mit Migrationshintergrund. Sehr schön fand ich auch die vielen Fotos, die in das Buch integriert sind und persönliche Einblicke geben, sowie die wertige Aufmachung.

Nicht jedes Kapitel hat mich gleichermaßen überzeugt und manche Passagen sind hart zu lesen, weil sie darin die harte Realität im Nahen Osten beschreiben. Ich musste es von Zeit zu Zeit weglegen, bevor ich mich wieder darauf einlassen konnte. Doch mein Fazit lautet: Sehr lesenswert – und außerdem hervorragend geschrieben und lektoriert!

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Schönes Vorlesebilderbuch für Kinder zwischen 4 und 6 Jahren

Hab keine Angst, kleine Lilie
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„Seht die Lilien auf dem Feld …“ – so beginnt eines der berühmtesten Zitate von Jesus, das viele Christen mitsprechen können. Die Idee, daraus ein Bilderbuch zu machen, fand ich genial und war gespannt ...

„Seht die Lilien auf dem Feld …“ – so beginnt eines der berühmtesten Zitate von Jesus, das viele Christen mitsprechen können. Die Idee, daraus ein Bilderbuch zu machen, fand ich genial und war gespannt auf die Umsetzung. Meine Erwartungen wurden nicht hundertprozentig, aber größtenteils erfüllt.

In dem Bilderbuch „Hab keine Angst, kleine Lilie“ geht es um – Überraschung! – eine Lilie, die beginnt, sich Sorgen zu machen. Also ganz anders als die Lilien, die ihren großen Auftritt in der Bergpredigt haben. Sie hat Angst vor allen möglichen Dingen und findet eine Lösung: Sie näht sich Kleider, für jedes Wetter. Am Ende erkennt sie jedoch – durch ein paar Denkanstöße von einer alten Eiche –, dass sie all das gar nicht braucht, weil Gott für sie sorgt. Am Ende ist sie die glücklichste Lilie, die es gibt.

So weit die Geschichte. Sie ist grafisch sehr schön umgesetzt, mit ansprechenden Bildern in stimmigen, harmonischen Farben. Die Botschaft kommt auch sehr gut rüber und entspricht dem biblischen Vorbild. Die Altersempfehlung passt ebenfalls: Ab 4 Jahre halte ich für sehr angemessen – Kindergarten- und Vorschulkinder werden diese Geschichte sehr gern vorgelesen bekommen und verstehen können. Die Seiten sind allerdings nicht verstärkt, sodass es in den Händen von Erwachsenen bleiben sollte.

Warum gebe ich trotzdem keine volle Punktzahl?
Ich hatte gehofft, dass Buch auch in der Begleitung von Erwachsenen oder älteren Kindern im Rahmen von Beratung und Seelsorge verwenden zu können. Doch letztlich hinkt der Vergleich von Blumen und Menschen etwas und geht in meinen Augen an der Aussage aus der Bergpredigt vorbei. Mir fehlt das „Wie viel mehr“ des Originals – wenn Gott schon die Blumen auf dem Feld so schön macht, wie viel mehr wird er sich auch um uns kümmern! Das kann man sicher beim Vorlesen noch in irgendeiner Art einbauen. Im Buch integriert ist es aber so klar nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn es eine Rahmenhandlung mit Menschen gegeben hätte, als es nur auf der Ebene der Pflanzen zu belassen.

Fazit: Ein sehr schön gestaltetes Bilderbuch, das für jüngere Kinder eine wichtige Botschaft der Bergpredigt vermittelt – Gott sorgt für die Blumen (und auch für uns Menschen).

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Leicht verständlich, kompakt, kurzweilig geschrieben - ein sehr guter Ratgeber (für gläubige Menschen) zur Stress-Prävention

Jesus aber schlief.
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„Jesus aber schlief“ von Jonathan Gutmann bietet eine gute Einführung in biblische, allgemeingültige und nachhaltige Strategien gegen Stress. Es ist ein tolles Buch zur Stress-Prävention, jedoch meinem ...

„Jesus aber schlief“ von Jonathan Gutmann bietet eine gute Einführung in biblische, allgemeingültige und nachhaltige Strategien gegen Stress. Es ist ein tolles Buch zur Stress-Prävention, jedoch meinem Empfinden nach nicht so gut für Menschen geeignet, die bereits im Burn-out oder in einer Depression stecken, oder sich schon in Therapie befinden.

Der Autor ist Fachpfleger für Psychiatrische Pflege, außerdem berät er als Stressbewältigungstrainer. Toll fand ich die schlicht gehaltene Sprache. Hier muss keiner Angst haben, die Fachwörter nicht zu verstehen, denn erstens gibt es sehr wenig davon und wenn sie vorkommen, werden sie allgemein verständlich erklärt.

Mit gerade mal 180 Seiten ist dieser Ratgeber vergleichsweise schlank. Die ersten 50 Seiten sind eine kurzweilig geschriebene Einführung in die Themen Stress, Burn-out und Resilienz. Die restlichen 130 Seiten sind praktische Tipps für Routinen, Lebenseinstellungen, Entlastungs- und Entspannungsmethoden. Während ich durch die ersten 50 Seiten nur so geflogen bin, musste ich beim Lesen der Tipps das Tempo rausnehmen. Es sind einfach sehr viele Tipps in sehr kompakter Form. Vieles kennt man, manches ist möglicherweise neu, vieles eine gute Erinnerung. Menschen, die akut im Burn-out oder einer Depression stecken, könnten sich davon leicht überfordert fühlen – daher der einschränkende Hinweis oben.

„Jesus aber schlief“ ist auch ein guter Fundus für Berater und Coaches, die ihren Ratsuchenden praktische Tipps an die Hand geben möchten. Für Menschen, die bereits in Therapie sind, ist das Buch eher nicht zu empfehlen, da es hier um Basics geht, und nicht so sehr in die Tiefe gegangen wird. Was mich etwas irritiert hat: Auf den Titel wird nicht wirklich Bezug genommen – und man kann ihn so oder so verstehen.

Insgesamt dieses Buch aber ein sehr gut und leicht verständlich geschriebener Ratgeber. Ich empfehle ihn in erster Linie für Christen, die selbst aktiv Stress vorbeugen möchten.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Sehr gutes (Jugend-)Buch für Erebos-Fans

Erebos 3
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Schick sieht er aus – der dritte Band der Erebos-Reihe in der Farbschnitt-Edition, keine Frage. Doch hält das Äußere, was es verspricht? Meinem Eindruck nach: größtenteils ja.

Wer „Erebos“ noch nicht ...

Schick sieht er aus – der dritte Band der Erebos-Reihe in der Farbschnitt-Edition, keine Frage. Doch hält das Äußere, was es verspricht? Meinem Eindruck nach: größtenteils ja.

Wer „Erebos“ noch nicht kennt, sollte nicht mit diesem Buch starten. Man braucht etwas Vorwissen, weil nicht mehr alles erklärt wird, was das Spiel „Erebos“ ausmacht, das in allen Büchern die unbestreitbare Hauptrolle spielt. Obwohl Band 1 bereits 2010 erschienen ist, habe ich ihn erst vor ca. zwei Jahren gelesen, Band 2 übersprungen und nun direkt bei Band 3 weitergelesen. Mein Fazit: kein Problem. Die Handlung ist in sich abgeschlossen, man erfährt ein wenig davon, was in Band 2 passiert ist, aber letztlich ist es für Band 3 nicht so relevant.

Keine Frage: „Erebos 3“ ist spannend, sehr gut geschrieben und ein wirklich, wirklich gutes Jugendbuch. Man leidet, hofft, bangt und rätstelt mit der menschlichen Hauptfigur Nick Dunmore mit und das Finale verdient seinen Namen. Ein Stück kluge Gesellschaftskritik schwingt auch mit, aber nur am Rande. Mir hat außerdem gefallen, dass in diesem Jugendbuch Sex oder sexuelle Orientierung mal keine Rolle spielen – meiner Meinung nach braucht man keine spicy Szenen oder eine queere Nebenfigur, um ein gutes Buch zu schreiben.

Ursula Poznanski ist zurecht Bestsellerautorin und hat mit „Erebos 1“ einen modernen Jugendklassiker geschaffen. Doch was „Erebos 3“ in meinen Augen fehlt, ist der Wow-Effekt, das Neue, Bahnbrechende von Teil 1. Das neue Buch einer Autorin muss sich auch immer mit dem messen, was sie vorher geschrieben hat. Deshalb ist „Erebos 3“ meinem Empfinden nach letztlich ein sehr gutes Jugendbuch, das sich würdig in die Reihe einfügt, aber nicht mehr als ein Buch für Erebos-Fans.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Lohnt sich - viel mehr als Zahlen und Statistiken!

Wie Deutschland tickt
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Was kommt dabei heraus, wenn der Leiter eines renommierten Meinungsforschungsinsituts darüber schreibt „Wie Deutschland tickt“? Meinem Eindruck nach ein Buch, das viel mehr enthält als nur Zahlen und Statistiken, ...

Was kommt dabei heraus, wenn der Leiter eines renommierten Meinungsforschungsinsituts darüber schreibt „Wie Deutschland tickt“? Meinem Eindruck nach ein Buch, das viel mehr enthält als nur Zahlen und Statistiken, und sich wirklich zu lesen lohnt.

„Wie Deutschland tickt“ ist gegliedert in 3 Teile: Meinungsforschung, Meinungsbildung und Meinungsfreiheit. Eingerahmt wird dieser Hauptteil von einem Vorwort und einem Nachwort bzw. Plädoyer mit dem Titel „Mehr Mut zum Meinungsstreit“. Das Cover ist ein echter Hingucker – ein kräftiges Gelb, mit einem ausgestanzten Deutschland auf dem Titel und auf der Seite dahinter eine weiße Uhr auf schwarzem Grund. Catchy, genauso, wie es sein muss.

Darüber hinaus enthält das Buch viele bunte Grafiken, die die vielen Zahlen und Gegenüberstellungen verdeutlichen und den Text auflockern. Das ist auch wirklich nötig, denn das Kapitel 1.4 „Wie die Deutschen ticken“ erstreckt sich über mehr als 130 Seiten und ist bisweilen etwas trocken, obwohl darauf geachtet wurde, abwechslungsreiche Formulierungen zu verwenden. Doch es lohnt sich, durchzuhalten, denn die Einordnung der Zahlen ist das eigentlich Spannende. Mir hat sehr gut gefallen, wie viele Entwicklungen und Prägungen der deutschen Gesellschaft geschichtlich eingeordnet werden, ohne dabei in eine Bewertung zu gehen.

Überhaupt: Seine eigene Meinung bringt Hermann Binkert meinem Empfinden nach sehr dosiert in das Buch ein, bekennt sich dabei aber klar zu seinem christlichen Glauben und einem eher konservativen Profil. „Nach meiner festen Überzeugung ist Meinungsbildung noch wichtiger als Meinungsforschung“, sagt der Autor an einer Stelle, und das nimmt man ihm nach dem Lesen dieses Buches ab. Sehr gut gefallen hat mir, wie Binkert den Bereich „Wissenschaft“ und „die Kirchen“ für die Meinungsbildung einordnet. Und auch sein Plädoyer am Ende des Buches empfand ich als sehr wertvoll, denn er macht zum einen Mut zur eigenen Meinung und gleichzeitig auch zum Kontakt mit Andersdenkenden.

Mir wurde durch „Wie Deutschland tickt“ die Wichtigkeit und der Wert von Umfragen unter den Wahlberechtigten neu deutlich und bewusst. Es ist ein Buch für politisch interessierte Menschen, für politisch Aktive und auch für Entscheidungsträger im Allgemeinen. Ich wünsche ihm weite Verbreitung.

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