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Veröffentlicht am 27.10.2025

Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt.

Die Gewandnadel
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"Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt. Ignorieren hilft nicht."

Dieser Satz von Berta prägt die betagten Rotkreuzschwestern im Seniorenheim Herbstlust. Dort verbringen sie ihre letzten Tage, ...

"Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt. Ignorieren hilft nicht."

Dieser Satz von Berta prägt die betagten Rotkreuzschwestern im Seniorenheim Herbstlust. Dort verbringen sie ihre letzten Tage, schwanken zwischen Vergessen und Erinnern, könnten mit ihren Geschichten ganze Bücher füllen, doch vielen kommen die Wörter, die Sätze, die Erinnerungen nicht mehr über die Lippen und das Pflegepersonal steht oft vor immensen Problemen den alten Damen in rechter und guter Weise zu begegnen.

Die Autorin Susanne Ospelkaus nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und wir erleben anhand der Geschichte der Rotkreuzschwester Josefine, von vielen liebevoll einfach "Fine" genannt, was es heißt im Dritten Reich aufgewachsen zu sein mit einer menschenzerstörenden Ideologie, als junge Frau den Krieg erleben zu müssen und die furchtbaren Schrecken und Bilder für immer in der Seele zu haben. Josefine meldet sich als Rotkreuzschwester und findet sich in der Wüste Nordafrikas wieder mit ihrer Freundin Berta, eine Nebenfigur, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Sie macht Bekanntschaft mit Harun, einem Helfer der Armee, und es entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft. Doch der Krieg schreitet unbarmherzig voran und und Fine und Harun werden von einem Wüstensturm davongetrieben....

Nun verbringt Fine ihre letzten Tage im Seniorenheim Herbstlust und wird dort vom Pflegepersonal vermehrt als verwirrt und aggressiv wahrgenommen. Einzig allein der Pfleger Yakob schafft es einen Zugang zu der zerbrechlichen alten Dame zu finden, denn Yakob hat lybische Wurzeln und versteht den arabischen Dialekt, in dem Fine redet und der für das restliche Pflegepersonal nur verwirrtes Zeug bedeutet. Fine geht Yakob nicht mehr aus dem Kopf, was hat die wunderschön filigran gearbeitete Gewandnadel mit ihr zu tun und vor allem mit ihm? Denn Yakob kommt auch seiner Familiengeschichte mit viel Mühe auf die Spur, auch wenn seine Eltern, die in Deutschland leben, nicht sehr auskunftsfreudig sind. So fügt es sich Schritt für Schritt, die Traumata der Vergangenheit und der Generationen ans Licht der Wahrheit zu bringen, Versöhnung zu erfahren und neue Wege zu gehen.

Eine berührende Geschichte, die mal wieder klar macht, was unsere Großmütter und Großväter an Traumata zu bewältigen hatten und falls sie noch leben, immer noch haben. Der christliche Glaube kam mir in dieser Geschichte doch leider etwas zu kurz, dennoch fand ich es schön zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Der Weg zurück ins Leben

Dich im Herzen
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"Lass nicht zu, dass die Dinge, die du tun musst, das übertönen, was du liebst."

Mit diesem weisen Spruch ihrer geliebten Gran ist die junge Annie mit ihrer Familie auf einer Ahornfarm in Vermont aufgewachsen ...

"Lass nicht zu, dass die Dinge, die du tun musst, das übertönen, was du liebst."

Mit diesem weisen Spruch ihrer geliebten Gran ist die junge Annie mit ihrer Familie auf einer Ahornfarm in Vermont aufgewachsen und durch ihre Gran hat sie schon als Kind ihre Leidenschaft zum Kochen und Backen entwickeln können und den tiefen, tiefen Wunsch den Menschen diese Liebe durch eine Kochshow im Fernsehen nahe bringen zu können und dank ihres Talents, ihres Arbeitseifers und ihres Ehemanns Martin erreicht sie dieses Ziel auch, doch es entwickelt sich alles anders als gedacht. Nicht Annie steht im Rampenlicht, sondern ihr charismatischer Ehemann und Annie leitet die Produktion.

Die beiden scheinen ein Dreamteam zu sein, sie leben und arbeiten in Los Angeles und der Kontrast zu Vermont könnte nicht größer sein. Ihr Glück wird gekrönt durch eine langersehnte Schwangerschaft von Annie, doch als sie ihrem Ehemann diese wunderbare Nachricht überbringen möchte, macht sie eine Entdeckung, die keine Frau machen sollte und dann geschieht auch noch ein schrecklicher Unfall, der Annie schwerstverletzt ein Jahr ins Koma versetzt.

Nachdem Annie wieder erwacht ist und die Erinnerung in kleinen Stücken wieder zurückkommt, muss sie schmerzerfüllt erkennen, dass ihr Leben ein absoluter Scherbenhaufen ist, sie muss alles wieder ganz von vorn lernen und findet sich schließlich wieder auf der Ahornfarm ihrer Familie wieder, denn ihr ach so charismatischer Ehemann hat sie schlichtweg entsorgt. Zudem muss sie auch noch einen viel schwereren Verlust verkraften.

Annies Weg ist mühsam und schwer, mal wirkt sie kämpferisch und mal ganz schwach, sie kennt sich selbst nicht mehr und lernt in langsamen Schritten wieder ihrem Herzen zu vertrauen. Ihr Jugendfreund Fletcher spielt dabei keine unwichtige Rolle, doch kann nach diesen grausamen Verlust und dem schweren Betrug ihr Herz wirklich wieder heilen? Nachdem Annie beginnt sich wieder mit ihrer Leidenschaft fürs Kochen und Backen ihren Weg ins Leben zu finden, öffnet sie sich auch langsam wieder für eine Liebe, die nie wirklich erloschen ist....

Susan Wiggs hat es wieder mal geschafft auf ihre unnachahmliche Art, Schweres mit Leichtem und Schönem zu verbinden und ich habe diese Geschichte mal wieder sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Vorweihnachtlicher Ostseecharme!

Seesterntage
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Wir befinden uns in Flensburg in der Vorweihnachtszeit. Die äußerst unterschiedlichen Zwillingsschwestern Lara und Linn sind gemeinsam Besitzerinnen von einem sehr romantischen Vintage-Möbelladen, dem ...

Wir befinden uns in Flensburg in der Vorweihnachtszeit. Die äußerst unterschiedlichen Zwillingsschwestern Lara und Linn sind gemeinsam Besitzerinnen von einem sehr romantischen Vintage-Möbelladen, dem "Hygge up" und während Lara für sie ganz überraschend, denn schließlich ist sie gelernte Krankenschwester, in dem Laden aufgeht und ihr ganzes Herzblut hineinsteckt, sieht ihre Schwester Linn es eher mal entspannt und nimmt sich ohne Vorwarnung mal eine Auszeit auf unbestimmte Zeit genau bevor das Weihnachtsgeschäft boomt. Es ist nicht schwer zu erraten, bei welcher Schwester die Sympathien beim Leser liegen.

Zu allem Überfluss hat sich Linn auch spontan entschlossen, sich einen zuckersüßen kleinen Pudelwelpen namens Snorre zuzulegen, ja spontan kann sie, und den lässt sie ihrer Schwester Lara auch noch da. Falls einem das Vorweihnachtsgeschäft nicht an die Grenzen bringt, dann vielleicht die Erziehung eines Hundewelpen während dieser Zeit, besonders wenn man so gar keine Ahnung von Hunden hat. Doch Lara stellt sich auch dieser Herausforderung, während Linn sich im Süden Europas amüsiert.

Die schokoladenverzierte Lebkuchenspitze der Kirsche auf der Sahnetorte ist jedoch der Nachbar, der in das leergewordene Geschäft nebenan einzieht und ein Tattoo-Studio eröffnet. Als wäre das nicht genug, ist es auch noch ein alter Bekannter der Schwestern, Hendrik, ein sehr tätowierter und außerordentlich gut aussehender junger Mann, der ein Ex von Linn ist und laut Linn kein gutes Haar an Lara gelassen hat. Lara ist fest entschlossen das Tattoo-Studio samt attraktiven Besitzer absolut abzulehnen und richtig blöd zu finden. Jedoch fängt ihr Herz bei jeder Begegnung ziemlich an zu stolpern und Snorre findet ihn auch ganz toll. Wie es sich in einer norddeutschen Adventszeit gehört, kommt man sich bei dem einen oder anderen Fischbrötchen und Glühwein doch mal näher und es entwickeln sich Dinge, die Lara nie erwartet hätte.

Doch dann kommt ihre Schwester ganz überraschend wieder zurück und die Dinge nehmen ihren Lauf.....

Svenja Lassen hat es geschafft, den Leser mit hinein in ein wunderschön angelegtes norddeutsch angelegtes vorweihnachtliches Setting mit hinein zu nehmen und bei aller Leichtigkeit, mit der sich die Geschichte liest, doch Tiefgang zu schildern. Die Protagonisten sind wunderbar bildhaft beschrieben, es tauchen viele Personen auf, die schon in den zwei Bänden zuvor die Hauptpersonen spielten und doch kann diese Geschichte auch alleine gelesen werden. Auch Hundefans kommen mit dem süßen Snorre auf ihre Kosten. Dann mal ab nach Flensburg.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Wilder Honig

Wilder Honig
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Wir befinden uns in Wales, mitten im Nirgendwo. Hannah und Sadie sind Schwestern, die auf einem Obsthof aufgewachsen sind und sich im Laufe der Zeit und des Lebens auseinander gelebt haben. Nach dem Tod ...

Wir befinden uns in Wales, mitten im Nirgendwo. Hannah und Sadie sind Schwestern, die auf einem Obsthof aufgewachsen sind und sich im Laufe der Zeit und des Lebens auseinander gelebt haben. Nach dem Tod von Hannahs Mann John kehrt Sadie auf den elterlichen Hof zurück um ihrer Schwester auf der einen Seite beizustehen und auf der anderen Seite für sich selbst Ruhe und Frieden zu finden nach einer großen Erschütterung.

John war Hannahs große Liebe und er hatte ein großes Geheimnis, dass er bis zum Ende seines Lebens für sich behielt. Dieses Geheimnis lüftet sich, nachdem die junge Megan auf dem Hof erscheint, auch sie steht an einem Wendepunkt ihres Lebens.

Der wunderschön und stimmungsvoll beschriebene Obstgarten, voll mit alten Apfelbäumen wird nicht nur für Hannah ein Zufluchtsort, er hilft ihr auch einen Neuanfang in all der Trauer und Enttäuschung zu finden. Gemeinsam mit Sadie und Megan beginnen die drei Frauen, kräftig unterstützt von Jack, einem jungen Mann, der auch auf seine Art und Weise den Weg seines Lebens sucht, den alten Apfelgarten wieder zum Leben zu erwecken.

Dazu kommen noch elf Briefe, die John Hannah hinterlassen hat und in denen er mit teilweise poetischen Worten ihr seine Liebe beschreibt. Johns Leidenschaft waren die Bienen, die in mehreren Bienenstöcken im Apfelgarten wohnen und anhand der feinen Beschreibungen des Lebens der Bienen öffnet sich nicht nur für Hannah, sondern auch für den Leser eine ganz neue Welt und wir dürfen an den zaghaften Versuchen der drei Frauen wieder ins Leben zurückzufinden teilhaben.

Caryl Lewis ist ein sehr stimmungsvoller und melancholischer Roman gelungen über Tod, Trauer, Verzeihen und Neuanfang gelungen, den ich besonders in den wunderschönen Naturbeschreibungen genossen habe. Eine Geschichte, die das stetige und langsame Wachsen und Gedeihen in der Natur beschreibt, vor allem die Beschreibungen zu den Bienen hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Dunkle Geheimnisse auf Borkum

Der Sommer am Ende der Welt
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Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Im August macht sich die junge und alleinerziehende Journalistin Hanna mit ihrer Tochter Katie auf eine Reise nach Borkum. Hanna plant eine Recherchereise und möchte die ...


Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Im August macht sich die junge und alleinerziehende Journalistin Hanna mit ihrer Tochter Katie auf eine Reise nach Borkum. Hanna plant eine Recherchereise und möchte die freien Tage nutzen um entspannte Zeit mit ihrer Teenagertochter zu verbringen, zwei Vorhaben, die jede für sich es in sich haben. Die Recherchereise bezieht sich auf die Erlebnisse der vielen Verschickungskinder im damaligen Nachkriegsdeutschland, meist aus ärmeren Familien, die damals in großer Zahl in Kurheime in ganz Deutschland verschickt wurden um wieder aufgepäppelt zu werden. Auch Hannas Mutter war ein solches Verschickungskind und nachdem sie nach langer Zeit ihr Schweigen gebrochen und Hanna von ihren Erlebnissen erzählt hatte, war Hannas journalistischer Spürsinn geweckt und sie plant einen Artikel über die teilweise fürchterlichen und traumatischen Erfahrungen, die die Kinder in den 1960er-Jahren machen mussten. Hanna nimmt mit weiteren Betroffenen Kontakt auf und es öffnet sich ein wahrer Schlund an, was sich in diesen Heimen abgespielt hat, die nicht von allen Betreibern zum Wohle der Kinder eröffnet wurden.

Auf Borkum angekommen macht Hanna sogleich Bekanntschaft mit dem attraktiven Inselarzt Ole, der sich wie schon sein Vater und sein Großvater dem gesundheitlichen Wohl der Insulaner und der Besucher der Insel verschrieben hat und es beginnt eine romantische Liebesgeschichte, die jedoch getrübt wird, als Hanna herausfindet, dass Oles Familie tief in den Fall verstrickt war.

Auch in dem neugebauten Fünf-Sterne-Hotel, in dem Hanna und Katie untergebracht sind, gehen merkwürdige Dinge vor. Hanna wird ein geheimes Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin zugespielt, die jedoch unauffindbar zu sein scheint und dass Katie sich in den Sohn der abgekühlt scheinenden Hotelbesitzerin verliebt hat, trägt auch nicht gerade zur Klarheit und Entspannung bei. Je mehr sich sowohl Hanna als auch Katie auf die Suche nach der Wahrheit begeben, umso mehr begeben sie sich in Gefahr.....

Eva Völler ist eine gute Mischung aus Historie, Krimi und Liebesgeschichte gelungen, die ein wirklich dunkles Kapitel aus Deutschlands Nachkriegsgeschichte beleuchten. Kinder wurden von ihren Eltern im guten Glauben in eine Erholungskur geschickt und wurden dort teilweise für ihr Leben traumatisiert. Da die Wurzeln der Betreiber sich teilweise bis ins Dritte Reich ausstreckten, kann man sich ungefähr vorstellen, was die Kinder dort erleben mussten. Meine Mutter wurde auch verschickt und hat Gott sei Dank nur schöne Erfahrungen gemacht, doch für die Kinder, die dieses Glück nicht hatten, tut es mir wirklich sehr leid und ich hoffe, sie können diese schrecklichen Ereignisse für sich verarbeiten und hinter sich lassen.

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