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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2025

Interessant zu verfolgen

Die Frau der Stunde
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Ich hatte erst ein bisschen Angst, ob mir dieses Buch wohl zu trocken und politisch sein würde, aber diese Sorge war absolut unbegründet. Die Politik gibt natürlich den Rahmen für die Handlung vor, ist ...

Ich hatte erst ein bisschen Angst, ob mir dieses Buch wohl zu trocken und politisch sein würde, aber diese Sorge war absolut unbegründet. Die Politik gibt natürlich den Rahmen für die Handlung vor, ist aber sehr greifbar aufbereitet. Der politische Drahtseilakt rund um die Kanzleraffäre wird gut eingeleitet, sodass es nicht trocken oder langatmig wird. Generell hatte ich das Gefühl, dass sich das Buch sehr angenehm lesen lässt, fast schon seicht und angenehm kosmopolitisch.

Das Buch ist der Inbegriff von „a Men’s world“ und das Bild, das hier von den Vertretern der Politik gezeichnet wird, ist einfach nur ernüchternd und man kann sich eigentlich echt nur schämen. Inkompetenz hinter haltloser Pöbelei verstecken und das eigene Ego zur Schau stellen- klassische, kleingeistige Männlichkeit. Die Geschichte hat mich beim Lesen oft einfach so wütend gemacht. Gleichzeitig wartet die Geschichte mit einer Art trockenem Humor auf, der mich dann wieder versöhnlich stimmt.

Catharina ist eine starke, resolute Protagonistin, die sich ihren Platz in dieser (Männer)welt einfordert. Ich finds gut, dass Catharina auf Konfrontationskurs geht, sich nicht den Mund verbieten lässt und auch mal unbequem ist, statt mit den Kollegen lieb Kind zu machen. Das hätte für mich sogar gerne noch weitergetrieben werden dürfen. Generell war ich großer Fan der Geschichte über die drei Freundinnen, mit ihren unterschiedlichen Lebenswegen. Das nimmt der Geschichte so ein bisschen die scharfen Kanten, macht sie nahbar und lockert die Passagen politischer Ränkespiele auf.

Ich finde hier werden erzählerisch geschickt Themen wie Weltgeschehen, Politik und Religion verknüpft. Aber auch ganz alltägliche Themen werden darin eingeflochten wie Schönheitsideale, Mutterrolle und Alltagskultur. Das lockert das Buch für mich auf, denn würde es rein um Politik gehen, hätte mich das Buch vielleicht verloren.

Das Ende kam mir persönlich zu abrupt, passt aber gut zum Handlungsverlauf. Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen und unterhaltsam gefunden, trotzdem bleibe ich seltsam ernüchtert zurück und weiß gar nicht recht, was genau mir eigentlich fehlt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Hat nicht so ganz meinen Geschmack getroffen

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Ich mag die Reihe um das Graphische Viertel super gern, aber dieses Buch war für mich das bisher schwächste der Reihe. Ich fand die Geschichte über weite Strecken sehr vage gehalten, als käme sie einfach ...

Ich mag die Reihe um das Graphische Viertel super gern, aber dieses Buch war für mich das bisher schwächste der Reihe. Ich fand die Geschichte über weite Strecken sehr vage gehalten, als käme sie einfach nicht so richtig auf den Punkt und als würde man eher Idee hinterherjagen als realen Personen.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt und dieses Mal habe ich mich da sehr schwer getan jedes Mal wieder umzuswitchen. Es geht viel um Misstrauen, Geheimnisse innerhalb eines Freundeskreises über den jeweiligen Verbleib und Werdegang.
Bücher selbst spielten hier gefühlt eher am Rand eine Rolle

Stattdessen geht es um Spionage, ein okkultes Werk ungewisser Bedeutung und eine Mordserie nach Kriegsende. Generell fühlte sich das für mich thematisch überladen an.

Was aber wieder hervorragend war, das war für mich der Schreibstil. Die Atmosphäre war wieder düster und geheimnisvoll, die Figuren interessant und ansprechend. Ich hab das Buch an sich also gern gelesen.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Schwierig, bin unentschlossen

Die Spur der Vertrauten
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Ich tu mich tatsächlich ziemlich schwer zu sagen, ob mir dieses buch nun eigentlich gefallen hat. Ich bin generell während der Lektüre immer wieder zwischen Begeisterung und Ernüchterung geschwankt. Die ...

Ich tu mich tatsächlich ziemlich schwer zu sagen, ob mir dieses buch nun eigentlich gefallen hat. Ich bin generell während der Lektüre immer wieder zwischen Begeisterung und Ernüchterung geschwankt. Die Geschichte hatte viel schönes7interessantes/spannendes, wo ich mich toll unterhalten gefühlt habe, aber darauf folgte meiste auch immer eine Art Flaute.

Für ein Jugendbuch ist die Geschichte unfassbar komplex und meines Empfindens nach auch einfach zu lang. Ich fand den ersten Teil rund um die vermissten Kinder super stimmig und spannend und war eigentlich sehr überrascht, dass es da schon so früh im Buch eine Auflösung gab. Darauf folgte für mein Empfinden ein ziemlich harter Cut, Claire und Goliath finden sich in ihrem neuen Leben ein und es beginnt eine Art neue Schnitzeljagd, dieses Mal allerdings irgendwie langatmiger.

Statt Antworten werden weitere Fragen und Themen aufgeworfen und mir hat zwischenzeitlich der Kopf geraucht bei all den Figuren, Elementen und Momenten, die man irgendwie versucht in Zusammenhang zu bringen. Es passiert mir selten, dass mich ein Buch derartig in eine Leseunlust wirft, wie es hier quasi im zweiten Teil der Geschichte passiert ist.

Dabei fand ich den Beginn, das Worldbuilding und alles rund um die Instinkte zu Beginn richtig faszinierend und interessant. Aber die Geschichte gleitet ziemlich ab und ich war irgendwann schlichtweg verwirrt. Das hier ist definitiv kein Buch was man mal eben nebenbei lesen kann. Ich musste mich richtig konzentrieren und hatte trotzdem permanent das Gefühl etwas verpasst oder nicht verstanden zu haben.

Die Grundidee war auf jeden Fall mitreißend gestaltet, hat mich aber zwischendurch immer mal wieder verloren. Vllt hätte man das Buch besser in zwei Teile aufgeteilt, ich weiß es nicht. Das Ende ging mir dann alles ein bisschen zu schnell und bin mir auch hier nicht 100% sicher, ob ich es richtig verstanden habe.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

wie füllt man die Leere?

Die Ausweichschule
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Ich fand das Thema brisant und interessant zugleich. Und die voyeuristische Perspektive fand ich aus True Crime Wicht eigentlich auch ganz spannend. Ich habe hier aber tatsächlich mit der Aufbereitung ...

Ich fand das Thema brisant und interessant zugleich. Und die voyeuristische Perspektive fand ich aus True Crime Wicht eigentlich auch ganz spannend. Ich habe hier aber tatsächlich mit der Aufbereitung und dem Erzählstil gehadert.

Die Erzählung wirkt sprunghaft, unfokussiert und gleichzeitig effektheischerisch. Der Protagonist gibt ja selbst immer wieder zu seine Erinnerungen gezielt verfälscht zu haben, unsicher zu sein, was er wirklich sah und erlebt hat. Und diese Unschärfe bestimmt gefühlt auch den Text. Und zwischen dem was zählt und bewegt immer wieder Nichtigkeiten.

Ich hatte wirklich eine harte Zeit mit diesem Buch und bin mir auch jetzt am Ende unschlüssig, ob ich wirklich Zugang zum Text gefunden habe. Was mir aber gut gefallen hat, das waren die vielen verschiedenen Blickwinkel, die auf die Tat selbst und den Täter geworfen wurden.

Hätte für meinen Geschmack noch pointierter und dichter erzählt werden können, mich haben die Unterbrechungen und unzusammenhängenden Alltagsbanalitäten immer etwas aus dem Tunnel rausgerissen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Fands amüsant, aber auch irgendwie cringe

Sweeter Than Pumpkin Spice
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Der Herbst ist einfach die ideale Jahreszeit für solche Cosy Reads, wobei ich hier klar sagen möchte, dass das für mich zu viel Spice war, um noch als cosy durchzugehen. Ich hätte das nicht gebraucht und ...

Der Herbst ist einfach die ideale Jahreszeit für solche Cosy Reads, wobei ich hier klar sagen möchte, dass das für mich zu viel Spice war, um noch als cosy durchzugehen. Ich hätte das nicht gebraucht und hatte das tatsächlich auch nicht erwartet. Also wer süße Feelgood-Romance sucht, ist hier vielleicht eher falsch.

Was mir hier besonders gut gefallen hat war, dass wir hier Grumpy vs. Sunshine mal mit vertauschten Rollen bekommen. Sonst ist der Mann doch immer der unnahbare, mysteriöse Typ, der zu selten lächelt. Aber dieses Buch beweist, auch Frauen können und dürfen grumpy sein. Das war ja mal herrlich erfrischend und ich finde Sadie einfach so cool. Und dieses Tech-Milliardär spielt Bauer/Cowboy ist zwar irgendwie sehr random, hat mir eigentlich auch ganz gut gefallen. Ist irgendwie cringe den beiden bei ihrer Annäherung zuzusehen, aber auch irgendwie süß. Ganz seltsamer Vibe, der aber insgesamt innerhalb dieser Storyline funktioniert.

Ich liebe Sadies direkte Art, das Fluchen und dass sie generell kein Blatt vor den Mund nimmt. Und ich liebe diesen Gegensatz zu Joshs eher unbeholfener Art. Dieser Welpe/Katze-Vergleich, der im Buch gezogen wird, spiegelt einfach perfekt den Vibe der Geschichte wieder. Gefällt mir richtig gut, dass Sadie die Kontrolle hat, den erfahrenen Part übernimmt, das gibt es im Romance-Bereich ja irgendwie eher selten.

Die Rahmenhandlung rund um den Kürbiswettbewerb und die Familienverhältnisse der beiden Protagonisten fand ich als Bühne für die Lovestory eigentlich völlig ausreichend, man sollte hier einfach nicht zu viel erwarten. Die Story ist schon eher flach und oberflächlich gehalten. Ein bisschen gestört hat mich vielleicht, wie oft Sadies Äußeres eben doch Thema ist, es wurde schon ziemlich auf ihrer "Andersartigkeit" herumgeritten, was für mich immer so ein bisschen ein kleiner Stimmungskiller war. Warum kann sie nicht einfach ne coole Badass-Queen sein, ohne dass ihre Tattoos oder ihr üppiger Hintern Thema sind?! Auch der Spitzname von ihrem Vater war in meinen Augen mehr als grenzwertig, wird aber auch null thematisiert.

Hab minimal was anderes erwartet, hat mir aber mit kleinen Abstrichen unerwartet gut gefallen.

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