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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2025

Bissig

Kälter
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Wie Andreas Pflüger schreibt, ist einmalig. Man braucht hier gar nicht anzufangen, Beispiele anzufügen, weil man dann nicht mehr aufhören könnte. Voller Sprachwitz, voller Sprachbilder. Mit teils bösen ...

Wie Andreas Pflüger schreibt, ist einmalig. Man braucht hier gar nicht anzufangen, Beispiele anzufügen, weil man dann nicht mehr aufhören könnte. Voller Sprachwitz, voller Sprachbilder. Mit teils bösen Alliterationen. Voll von beißender Ironie. Eine heftige Geschichte zur Zeit kurz vor und nach der Wende. Angefüllt mit aberwitzigen Geheimdienst Aktionen, in der alle, ob Führungskraft oder Feldarbeiter, mehrfach falsch spielen. Demzufolge dreht sich die Geschichte ständig, bis keiner mehr durchblickt. Im Mittelpunkt Luzy, die nach einem traumatischen Ereignis auf Amrum gestrandet ist und seit acht Jahren ein Schattendasein führt, bis die Hölle dort selbst losbricht und sie in ein früheres Dasein zurück katapultiert. Ab da werden die Leser hineinkatapultiert in eine Entwicklung, die geprägt ist von unglaublicher Gewalt, in der zwei Protagonisten zu Tötungsmaschinen mutieren, die jeden noch so übermächtigen Angriffen gewachsen sind und diese überleben und gleichzeitig unvorstellbar viele Tötungsdelikte selbst begehen. Sehr trickreich dargestellt, die möglichen Strategien, Vorgehensweisen und Vernebelungen der Geheimdienste um diese Zeit. Wobei man den Winkelzügen kaum folgen kann. Aber absolut unglaubwürdig diese übermenschliche Kraft, Intuition und Überlegenheit der Protagonisten. Wer solche James Bond angelegten Aktion mag, der ist hier richtig. Wer literarische Anmutung, die oben erwähnte sprachliche Umsetzung mag, auch. Beides geht möglicherweisw aber nicht zusammen. Die fragliche moralische Dimension mal dahingestellt.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Heftig

Der Schmerzflüsterer (Ein Lukas-Sontheim-Thriller 3)
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Die Leser werden vorab gewarnt, dass diese Reihe hart, brutal und definitiv nichts für schwache Nerven sei. Wie wahr. Aber sehr flott und wendungsreich geschrieben. Spannungsgeladen und heftig. Die Taten ...

Die Leser werden vorab gewarnt, dass diese Reihe hart, brutal und definitiv nichts für schwache Nerven sei. Wie wahr. Aber sehr flott und wendungsreich geschrieben. Spannungsgeladen und heftig. Die Taten nur schwer erträglich. Sowas muss man sich erst einmal ausdenken. Lukas Sontheim, der sein Leben gerade erst wieder in den Griff bekommen hat, scheint im Mittelpunkt dieser bestialischen Morde zu stehen, denn die erste Tote, die mit schweren Verstümmelungen aufgefunden wird, war kurz zuvor fast vor Sontheims Wagen gelaufen. Als er ihr helfen will, wird er niedergeschlagen und das Opfer ist zunächst verschwunden. Und daher glaubt ihm keiner die Geschichte. Als weitere Leichen auftauchen, gerät Lukas selbst unter Verdacht. Zwar als Ex-Kommissar nicht mehr zuständig, mischt er sich fleißig ein. Sehr zum Verdruss seines Ex-Kollegen und dessen Partner. Schließlich gerät er selbst in höchste Gefahr und versteht in dem Moment, warum diese Serie ihm „gewidmet“ war.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Feine Krimikost

Tegernsee-Verhängnis
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Da hat er was zu lösen, der Sherlock Holmes vom Tegernsee. Zwei ertrunkene Taucher. Unfall, erweiterter Suizid, Mord? Die Sache scheint sich sehr schnell zu klären, sehr zum Unmut von Markus Kling, der ...

Da hat er was zu lösen, der Sherlock Holmes vom Tegernsee. Zwei ertrunkene Taucher. Unfall, erweiterter Suizid, Mord? Die Sache scheint sich sehr schnell zu klären, sehr zum Unmut von Markus Kling, der auf eine neue Herausforderung hofft. Bei dem Abklären des Umfeldes der toten Taucher stößt Markus auf einen Privatdetektiv, der ihn mit vermeintlichem Hintergrundwissen zu den Toten lockt und ihm dann ein Jobangebot unterbreitet. Markus, erst vor den Kopf gestoßen, dann jedoch interessiert, kommt nicht mehr zu einem vereinbarten Treffen mit diesem Detektiv, denn der wird erschossen. Von da ab überschlagen sich die Theorien zum möglichen Täter: Rache aus der Reihe von Fällen, die der Detektiv bearbeitet hatte? Ein Auftragsmord? Zusammenhänge mit einem Deal um einen Fußballprofi bei dem es um Bestechungsgelder und unlautere Vorgehensweisen gehen sollte? Schließlich hilft nur noch ein Traum, die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu rücken. Kurzweilig, flüssig, spannend und auch humorvoll geschrieben. Eine feine Krimikost.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Treffender Titel

Nach dem Leben
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Eine verwirrende Geschichte um einen mittels Insulinspritze zu Tode gebrachten 75-jährigen, der ein äußerst einsames, zurückgezogenes Leben lebte. Es scheint keine Motivlage zu geben. Die wenigen Bekannten ...

Eine verwirrende Geschichte um einen mittels Insulinspritze zu Tode gebrachten 75-jährigen, der ein äußerst einsames, zurückgezogenes Leben lebte. Es scheint keine Motivlage zu geben. Die wenigen Bekannten des Toten können sich keinen Reim auf dessen Tod machen und können sich nicht vorstellen, dass er Feinde gehabt haben könnte. Fest steht aber, das sämtliche Ersparnisse des Opfers verschwunden sind. Er hat sie selbst in größeren Abständen nach und nach vom Konto abgehoben. Wohin aber ist das Geld entschwunden? In mühseliger Kleinarbeit muss man weit in die Vergangenheit des Toten und dessen Umfeld zurückrecherchieren. Es scheint da eine Nazi-Vergangenheit des Großvaters zu geben. Aber sollte das das Motiv sein? Neben der mühseligen Ermittlungsarbeit müssen Kriminalpsychologe Jan de Bruyn und Hauptkommissarin Hanna Will auch mit ihrer neuen Beziehung umgehen. Ruhig erzählt, aus wechselnder Sicht von Hanna und Jan geschildert, entwickelt sich eine tragische Geschichte um das Opfer und auch die Täterseite. Sympathische Ermittler, ein schöner Schreibstil, eine gut konstruierte und spannend vermittelte Geschichte bereiten Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Gemütlicher Regio-Krimi

Mordssingsang
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Der Opa sagt es, dieses Mordssingsang will man sich nicht entgehen lassen. Da ist mordsmäßig viel los im Dorf, in dem Mary „herumschnüffelt“, wie die Ex-Kommissarin selbst behauptet. Und es gibt ja auch ...

Der Opa sagt es, dieses Mordssingsang will man sich nicht entgehen lassen. Da ist mordsmäßig viel los im Dorf, in dem Mary „herumschnüffelt“, wie die Ex-Kommissarin selbst behauptet. Und es gibt ja auch reichlich zu schnüffeln, ist doch die neue Solosängerin des örtlichen Chors von der Empore der Kirche gestürzt. Unfall? Mord? Was machte sie mitten in der Nacht in der Kirche? Fragen über Fragen, denen Mary durchs Dorf walkend nachgeht. Trifft dabei auf äußerst unangenehme Zeitgenossen und noch eine Tote. Und zahlreiche Überraschungen, die die Familie zu bieten hat. Gemütlich erzählt, obgleich es um die sehr ernste Thematik der häuslichen Gewalt geht. Eine gelungene Fortsetzung der beliebten Reihe um Mary Weidinger. Man fühlt sich recht wohl mit den Essingern. Und ist gespannt, wie es nach all den Änderungen weitergehen wird. Für Liebhaber von Regio-Krimis, die auch den örtlichen Dialekt zu schätzen wissen.

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