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Veröffentlicht am 21.12.2025

Viel verschenktes Potential

Eisnebel
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Viel verschenktes Potential

Inhalt:
Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor nach Idlewood, der Winterlodge der reichen Familie Dalton, wo Connor sie seiner Familie vorstellen möchte. Doch von etlichen ...

Viel verschenktes Potential

Inhalt:
Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor nach Idlewood, der Winterlodge der reichen Familie Dalton, wo Connor sie seiner Familie vorstellen möchte. Doch von etlichen Familienmitgliedern wird Theo abgelehnt. Zudem bekommt sie anonyme Nachrichten, die sie von Idlewood verscheuchen sollen. Was dahintersteckt, erkennt Theo, als nach und nach Erinnerungen an ihre früheste Kindheit hochkommen. Doch da ist es schon fast zu spät. Als sie Idlewood Hals über Kopf verlassen will, ist die Lodge hoch oben auf dem Berg eingeschneit, und Mobilfunkempfang gibt es natürlich auch nicht …

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht einen atemberaubend spannenden Thriller. Die dabei verwendeten Beschreibungen und Zitate sind die Rosinen aus diesem Buch, die aus einem ansonsten eher mittelmäßigen Brei herausgefischt wurden.

Die Handlung kommt relativ langsam in Fahrt; Spannung sucht man anfangs vergeblich. Dann wird die Stimmung zunächst bedrückend. Es wird klar, dass nicht nur die Daltons, sondern auch Theo eine unrühmliche Vergangenheit haben. In dem Moment, wo beide sich berühren, kommt dann langsam ein wenig Spannung auf.

Es gelingt Kate Alice Marshall, die eisige Atmosphäre (sowohl was das Wetter als auch die Familie Dalton angeht) super darzustellen und mich so an die Geschichte zu fesseln. aber zu viele Wiederholungen von bereits Erzähltem lassen dann mein Interesse ganz schnell wieder abflauen.

Erst das letzte Drittel kann mich dann richtig abholen. Es wird gefährlich und die Ereignisse überschlagen sich. Ein Plot-Twist jagt den anderen, sodass man kaum hinterherkommt. Das hat mir gut gefallen. Wer hier nun wen, warum und wie … konnte ich beim besten Willen nicht vorhersehen. So wurde ich dann doch einige Male überrascht von jeder neuen Wendung.

Ich habe mir diesen „Thriller“ von Heike Warmuth als ungekürztes Hörbuch in 10 Stunden 9 Minuten vorlesen lassen. Die Sprecherin macht ihre Sache sehr gut, liest mit angenehmer Stimme deutlich und verleiht den verschiedenen Personen ihren Charakter. Das Buch erschien im November 2025 bei Osterwoldaudio. Die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch stammt von Birgit Schmitz.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 21.11.2025

Hat mich sehr enttäuscht

Knochenkälte
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Hat mich sehr enttäuscht

„Knochenkälte“ ist Band 7 der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Eher würde ich allerdings zu den ersten ...

Hat mich sehr enttäuscht

„Knochenkälte“ ist Band 7 der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Eher würde ich allerdings zu den ersten Bänden der Reihe raten, die ich wirklich geliebt habe, da ich vor allem die forensischen Aspekte sehr interessant finde, die im aktuellen Band doch etwas zu kurz kommen.

Hunter verschlägt es dieses Mal in das Dorf Edendale in den Cumbrian Mountains, wo er nur landet, weil er sich granatenmäßig verfahren hat. Natürlich wird das Dorf dann von der Umwelt abgeschnitten und es werden diverse Leichen entdeckt. Leider kein allzu neues Setting, sondern eins, das ich schon zig Mal gelesen habe, und zwar weit besser ausgeführt. Der Autor beweist hier eine enorme Vorstellungskraft und erzählt eine dermaßen unwahrscheinliche (aber doch mögliche) Geschichte. Ich halte einen Sechser im Lotto für wahrscheinlicher als diese enorme Anhäufung von Zufällen.

Auch mit den Figuren konnte Simon Beckett mich nicht überzeugen. Hunter selbst strauchelt ohne Plan durch die Handlung, seine forensischen Kenntnisse sind kaum gefragt. Auch die übrigen Personen brachten mich nicht zum Mitfiebern, weil sie einfach zu unsympathisch und plakativ gezeichnet sind.

Warum vergebe ich dann doch noch 3 Sterne? Ganz einfach: Simon Beckett hat eigentlich fast alles richtig gemacht. Der Schreibstil ist gut lesbar, mir sind keine Logikfehler aufgefallen, die Geschichte ist leidlich spannend und am Schluss sind alle Fragen geklärt. Nur mir persönlich hat es halt inhaltlich nicht gefallen.

Empfehlen mag ich dieses Werk daher nicht. Wie ich mich kenne, werde ich einem nächsten Band aber trotzdem noch mal eine Chance geben. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Die Reihe:
1. Die Chemie des Todes
2. Kalte Asche
3. Leichenblässe
4. Verwesung
5. Totenfang
6. Die ewigen Toten
7. Knochenkälte

★★★☆☆

Veröffentlicht am 12.11.2025

Zu wenig Krimi, zu viel Architektur

Weinbrenners Schatten
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Zu wenig Krimi, zu viel Architektur

Da ich aus der Karlsruher Gegend stamme, war es für mich ganz interessant, über die Stadt und vor allem das Wirken des Baumeisters Friedrich Weinbrenner zu lesen. Es ...

Zu wenig Krimi, zu viel Architektur

Da ich aus der Karlsruher Gegend stamme, war es für mich ganz interessant, über die Stadt und vor allem das Wirken des Baumeisters Friedrich Weinbrenner zu lesen. Es wirkt sehr gut recherchiert und ich kann mir vorstellen, dass man damals wirklich so wie in diesem Roman beschrieben gelebt hat. Doch nehmen die Fakten mit all der Architektur und die Beschreibung der verschiedenen Straßen und Häuser für meinen Geschmack einen zu großen Raum ein. Der Kriminalfall bleibt dagegen fast im Hintergrund. Richtige Ermittlungen gibt es praktisch gar nicht. Mehr oder weniger zufällig führen die Spuren schließlich ans Ziel.

Ortsfremde könnten über den ein oder anderen eingestreuten Satz oder Begriff im Dialekt stolpern. Für mich war dies kein Problem; gestört hat mich nur, dass der Dialekt nicht konsequent an den entsprechenden Stellen verwendet wurde oder manchmal die Schreibweise sehr seltsam war (z.B. „Hoornoggs“).

★★★☆☆

Veröffentlicht am 05.10.2025

Wie immer recht unterhaltsam

Ungezügelt
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Wie immer recht unterhaltsam

Inhalt:
Nachdem Andrea mit Ü60 ihre Stelle verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Warum es nicht mal als Autorin probieren? Wieder Erwarten findet sich schnell ...

Wie immer recht unterhaltsam

Inhalt:
Nachdem Andrea mit Ü60 ihre Stelle verloren hat, muss sie sich beruflich neu orientieren. Warum es nicht mal als Autorin probieren? Wieder Erwarten findet sich schnell ein Verlag, der von ihrem Exposé eines Old Romance-Romans angetan ist, allerdings unter der Voraussetzung, dass Andrea ein bisschen mehr Spice einarbeitet - erotische Würze. Nebenbei steht Andrea ihrem geliebten 90-jährigen Schwiegervater Rudi zur Seite, der sich vorgenommen hat, sein Leben mit gesunder Ernährung, Sport und kalten Duschen zu verlängern. Schließlich verlangen auch die beiden Enkelsöhne nach Andreas Aufmerksamkeit. Der Umgang mit ihnen ist gar nicht so einfach, müssen doch Claudias strikte Anweisungen genau beachtet werden und Andrea und Tamara konkurrieren um den Titel „beste Oma“.

Meine Meinung:
Ich liebe diese Reihe, was sicher auch daran liegt, dass ich so ziemlich in Andreas Alter bin und mich in Vielem mit ihr identifizieren kann. Etliche ihrer Probleme habe ich selbst oder in meinem Bekanntenkreis erfahren. Und es ist doch einfach schön zu sehen, dass man damit nicht alleine steht.

Allerdings empfand ich diesen Band als etwas schwächer als manch anderen. Zum einen war mir das Gerede um den Spice zu ausufernd und oft nur mäßig witzig. Zudem empfand ich keinen wirklichen Höhepunkt in der Geschichte. Es läuft alles irgendwie nebeneinander her, hier ein Problem, da ein Problem.

Überflüssigerweise werden auch etliche Anekdoten aus den vorherigen Bänden erwähnt, was für die Handlung nicht notwendig gewesen wäre. Als treue Leserin der Reihe hat mir das natürlich nichts Neues gebracht.

Trotz allem habe ich mich wieder gut amüsiert, am meisten über den liebenswerten Rudi, der in breitestem Hessisch daherbabbelt und oft die besten Lebensweisheiten auf Lager hat.

Die Andrea Schnidt-Reihe:
1. Frisch gepresst
2. Frisch gemacht!
3. Familienpackung
4. Treuepunkte
5. Lieblingsstücke
6. Lackschaden
7. Aufgebügelt
8. Wundertüte
9. Feuerprobe
10. Verzogen
11. Abgetaucht
12. Getraut
13. Ungezügelt

★★★☆☆

Veröffentlicht am 29.09.2025

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

No Way Home
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Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

Inhalt:
Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste ...

Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

Inhalt:
Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste Nevadas, wo seine Mutter ein Haus besitzt, um die Beerdigung und alles Weitere zu regeln. In einem Café trifft er auf Bethany, die mit ihm die Nacht verbringt. Als Terrence wieder nach Los Angeles zurückkehrt, nistet Bethany sich unerlaubt im Haus ein. Terrence schafft es nicht, sich ihrer zu erwehren. Als dann auch noch Bethanys Ex-Freund Jesse auf den Plan kommt, eskaliert die Sache.

Meine Meinung:
Ich kenne bereits „Sprich mit mir“ und „Blue Skies“ von T. C. Boyle, die mich beide begeistern konnten. Daher freute ich mich sehr auf sein neues Werk, das im September 2025 im Hanser Verlag in der Übersetzung von Dirk van Gunsteren veröffentlicht wurde. Leider hat mir dieses nicht wirklich gefallen.

Sämtliche Figuren blieben für mich bis zum Schluss unnahbar. Alle sind dermaßen unsympathisch und handeln für mich kaum nachvollziehbar. Das Geschehen empfand ich oftmals als nicht authentisch. Jeder manipuliert jeden und lässt sich manipulieren. Die Beziehungen der Beteiligten sind absolut toxisch. Der Autor konnte mir aber nicht vermitteln, warum die Protagonist*innen alles Mögliche mit sich machen lassen und sich nicht zur Wehr setzen.

Mir fehlten hier einfach die Emotionen, denn erzählt wird eher sachlich-nüchtern. Allerdings ist der Schreibstil richtig toll, weswegen ich auch noch 3 Sterne gebe. Auch die im Hintergrund eingebaute Gesellschaftskritik ist ein Pluspunkt.

Der Schluss konnte mich leider auch nicht überzeugen, denn es ist eigentlich keiner. Alles ist offen; ich fühle mich als Leserin allein gelassen.

★★★☆☆

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere