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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2025

Die Sache mit der Zeit

Das Buch der verlorenen Stunden
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In "Das Buch der verlorenen Stunden" von Hayley Gelfuso stecken so großartige Ideen und Ansätze, dass ich mich riesig auf dieses Buch gefreut habe.
Lisavet Levy, ein Kind, wird von ihrem Vater, einem bekanntem ...

In "Das Buch der verlorenen Stunden" von Hayley Gelfuso stecken so großartige Ideen und Ansätze, dass ich mich riesig auf dieses Buch gefreut habe.
Lisavet Levy, ein Kind, wird von ihrem Vater, einem bekanntem Uhrmacher versteckt. In der Kristallnacht, in einer riesengroßen Bibliothek, die unabhängig von Zeit und Raum ist und nicht von jedem erreichbar. Sie ist dort zwar vor den Nazis sicher, kommt aber auch nicht zu ihrer Familie. Und so wächst sie dort auf, lebt in den Erinnerungen anderer und sammelt Erinnerungen.
Im Zeitraum lernt sie auch Ernest kennen, einen jungen Zeithüter und ihr Schicksal verknüpft sich miteinander.
Die Geschichte wird in verschiedenen Zeiten und auch unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aber man begreift die Zusammenhänge recht schnell.
Dieses Buch hat viele Facetten, es geht um die Zeit an sich, um Erinnerungen, was uns Menschen ausmacht, was Erinnerungen oder ihr Fehlen mit uns machen. Es gibt sehr schnell Personen und auch Staaten, die Vergangenes ungeschehen machen wollen, Erinnerungen löschen und man kann sich denken, was diese Macht bedeutet.
Die Sache mit der Zeit ist teils verwirrend, wird aber gut erklärt.
Lisavet ist eine gut ausgearbeitete Protagonistin, deren Entscheidungen ich später nicht mehr nachvollziehen konnte, das machte es für mich irgendwann immer unglaubwürdiger.
Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, ich habe sie sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Wichtiges Thema

Da, wo ich dich sehen kann
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"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein wichtiges Buch, ein Buch, dass in mir noch länger nachhallen wird.
Es geht um Verbrechen, ja Mord, an Frauen und die Folgen, die Opfer und was ...

"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein wichtiges Buch, ein Buch, dass in mir noch länger nachhallen wird.
Es geht um Verbrechen, ja Mord, an Frauen und die Folgen, die Opfer und was es mit ihnen macht. Es geht um Themen, bei denen öfter noch weggesehen und weggehört wird, in der Gesellschaft, aber auch in der Familie.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, neun Jahre alt. Sie ist Freundin, Tochter, Enkeltochter, Schülerin und ein verängstigtes Kind. Denn Emma, die Mutter von Maja, wurde ermordet. Ermordet von ihrem geliebten Vater.
Das ist eine schwierige Ausgangslage und wir lesen hier abwechselnd die Gedanken von wichtigen Menschen in Emmas Leben. Zu Wort kommen ihre Freundin, ihre Mutter, ihr Vater, ihre Schwiegereltern, ja auch Emma selbst.
Durch das abdrucken von amtlichen Meldungen, dem Notruf, dem Obduktionsbericht, verschiedene Anwaltsschreiben und Gerichtsbeschlüsse bekommt das Buch noch eine viel realere Note, es geht noch tiefer unter die Haut.
Natürlich ist Maja hier am meisten betroffen, sie kann das alles nicht verarbeiten, ist aus ihrem Leben gerissen, hat beide Elternteile verloren und geht an eigenen Schuldgefühlen fast zugrunde.
Es gibt auch einige "was-wäre-wenn"-Kapitel, mit denen Schuldgefühle dargelegt werden, Gedanken die Tat verhindern zu können. Gerade diese gehen noch mehr unter die Haut und man macht sich beim Lesen so seine eigenen Gedanken dazu.
Manchmal verfällt die Autorin in einige Klischees, die es gar nicht bräuchte, die Botschaft wird auch so gut rübergebracht. Wenn man darüber hinwegsieht, ist es ein gut geschriebenes Buch mit viel Einfühlungsvermögen, dass bewegt und nachdenklich macht.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 06.10.2025

Für Fans der Reihe

Die Auferstehung
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Ich habe bereits viele großartige Bücher von diesem Autor gelesen, weshalb ich unbedingt "Die Auferstehung" von Andreas Eschbach zur Hand nehmen musste.

Es ist zweifellos ein gutes Buch, spannend und ...

Ich habe bereits viele großartige Bücher von diesem Autor gelesen, weshalb ich unbedingt "Die Auferstehung" von Andreas Eschbach zur Hand nehmen musste.

Es ist zweifellos ein gutes Buch, spannend und strukturiert, aber mir fehlt ein wenig die Verbindung zu den Figuren und den Geschichten, die als Grundlage dienen.

Die Hauptcharaktere aus „Die drei ? ? ? " sind inzwischen nicht nur erwachsen geworden, sondern nähern sich sogar bereits dem Seniorenalter. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews haben sich nicht nur auseinandergelebt, sie wurden durch einen tragischen Unfall auch voneinander getrennt, was ihre Freundschaft für immer verändert hat.

Die Erzählung darüber, was damals vorgefallen ist und wie die drei wieder zueinander finden, fand ich fast fesselnder als den Kriminalfall selbst.

In der Handlung kehrt eine Frau nach sieben Jahren aus dem brasilianischen Regenwald zurück und behauptet, sie sei von den Toten auferstanden. Sie kommt aus reichem Haus und ihr Vater ist überglücklich. Doch nicht alles wirkt nachvollziehbar, und nicht jeder ist bereit, ihr zu glauben, was Zweifel und Fragen aufwirft.

Zunächst ermitteln unsere drei Helden unabhängig voneinander, jeder aus eigenen Beweggründen, bevor sie sich schließlich gemeinsam auf die Suche nach Lösungen begeben.

Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist ein angenehmer Krimi, der allerdings meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Zäher Einstieg

Die Schrecken der anderen
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In „Die Schrecken der Anderen“ von der Autorin Martina Clavadetscher folgen wir mehreren Erzählsträngen in der Gegenwart. Zunächst entsteht der Eindruck, als würde man als Leser eine Vielzahl völlig unterschiedlicher ...

In „Die Schrecken der Anderen“ von der Autorin Martina Clavadetscher folgen wir mehreren Erzählsträngen in der Gegenwart. Zunächst entsteht der Eindruck, als würde man als Leser eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Geschichten verfolgen, jedoch eröffnet sich nach und nach eine zusammenhängende Erzählung, die auf unerwartete Weise packt und dem Leser einen spannenden Kriminalroman offeriert.
Mir wurde zwar schon relativ früh klar, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird, jedoch war der Weg dahin außerordentlich gut geschrieben.
Die Charaktere sind überzeugend und realistisch dargestellt, jedoch finde ich, dass ihnen an einigen Stellen die nötige Tiefe fehlt. Das ist wirklich bedauerlich, da der Roman ansonsten durch seine Bildsprache ein faszinierendes Gesamtbild erzeugt.
Die Auseinandersetzung mit einer dunklen Geschichte, die nicht nur fiktiv daherkommt, ist der Autorin besonders gut gelungen. Dieser Roman ist eine gelungene Mischung aus Belletristik, Kriminalroman und Geschichtsbuch.
Sprachlich lässt „Die Schrecken der Anderen“ die Fähigkeiten der Autorin deutlich erkennen. Gerade deshalb ist es ein wahrer Genuss, diesen Roman zu lesen.
Die Autorin möchte aufzeigen, dass alle Handlungen miteinander verknüpft sind und man sich nicht so einfach seiner familiären Vergangenheit entziehen kann. Sie verdeutlicht auch, dass jede noch so kleine Handlung Konsequenzen hat, egal ob gut oder schlecht.
Ich finde, dass jeder diesem Roman eine Chance geben sollte. Ich weiß, dass nicht jeder Leser von Anfang an begeistert sein wird, aber das Dranbleiben lohnt sich in jedem Fall. Die Geschichte bleibt mir noch lange im Gedächtnis.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Rache als Beruf

Hustle
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"Hustle" von Julia Bähr ist ein Roman, den ich mit viel Vergnügen gelesen habe.
Leonie is eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt. Nach einer sehr ...

"Hustle" von Julia Bähr ist ein Roman, den ich mit viel Vergnügen gelesen habe.
Leonie is eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt. Nach einer sehr kreativen Racheaktion bei ihrem Chef findet sie keinen Job mehr in ihrer Branche und entwickelt aus der Not ihre eigene Geschäftsidee, mit genau dieser Grundlage, Rache, kleine Streiche, aber schnell auch mal größere Aktionen.
Sie findet neue Freundinnen und gerade die Aktionen und Gespräche in dieser Gruppe zu verfolgen, hat mir sehr gefallen. Das ist mit sehr viel Humor geschrieben. Auch die Formen, die ein Leben annehmen kann, was es kostet, Spaß zu haben, alles das ist hier gut verpackt, mit Sarkasmus und Augenzwinkern.
Sehr schnell werden die Aktionen nicht nur illegal sondern wirklich kriminell und Leonie kommt ins Grübeln.
An vielen Stellen hätte das Buch für mich noch tiefer gehen können, gerade auch an den gesellschaftspolitischen. Vieles wird angesprochen und bleibt dann trotzdem sehr oberflächlich.
Auch die Protagonistinnen bleiben, bis auf Leonie, leider etwas lass und fremd. Leonie, mit ihren ungewöhnlichen Mitbewohnern, ist mir im Laufe der Geschichte aber ans Herz gewachsen.

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