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Veröffentlicht am 12.11.2025

Eher ein Snack für zwischendurch....

Where Good Girls go to Die (Good Girls 1)
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Eigene Meinung
Viel zu oft bin ich um dieses Buch herumgeschlichen – und schließlich habe ich es mir als Hörbuch angemacht.
Nach zwei Stunden und vierzig Minuten (auf doppelter Geschwindigkeit) war ich ...

Eigene Meinung
Viel zu oft bin ich um dieses Buch herumgeschlichen – und schließlich habe ich es mir als Hörbuch angemacht.
Nach zwei Stunden und vierzig Minuten (auf doppelter Geschwindigkeit) war ich auch schon durch und muss sagen: In der Kürze liegt die Würze!

Die Geschichte von Holly Renee flog ziemlich schnell an mir vorbei – und das meine ich gar nicht negativ!
Die Autorin verliert sich nicht in unendlich vielen Details oder tief ausgearbeiteten Szenen. Im Gegenteil: Kurz, bündig und trotzdem nicht schlecht.
Nach dem (Hör)Buch hatte ich das Gefühl: Jo. Alles abgehakt, solide erledigt. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

Dabei beginnt die Story eigentlich recht anders: Ich lerne Liv als Stripperin kennen, die ausgerechnet auf dem Junggesellenabschied ihrer einst großen Liebe Parker performen soll.
Blöderweise ist auch ihr Bruder dabei. Kurz darauf wird sie aus dem Stripclub „gerettet“ und landet wieder bei ihm zu Hause. Mal davon abgesehen, dass Liv darüber erstaunlich wenig Diskussion führt, musste ich am Anfang echt lachen.

Ich lese abwechselnd aus den Perspektiven von Liv und Parker. Aus Parkers Sicht bekomme ich zusätzlich einige Rückblicke, die erklären, was damals zwischen den beiden lief.
Gut gelöst – und absolut okay umgesetzt.

Die Charaktere bleiben für mich jedoch etwas blass. Ja, sie werden beschrieben, aber nie so detailliert, dass ich wirklich tief eintauchen konnte. Hin und wieder hatte ich Fragen, die aber nie wirklich beantwortet wurden. Aber auch das hat mich am Ende nicht wahnsinnig gestört – ich dachte mir eher: „Okay, dann halt nicht.“ Und so fühlte es sich leider mit dem ganzen Buch an.

Die Freundesgruppe, die Holly Renee hier aufbaut, ist eigentlich echt sympathisch, und mit den meisten Charakteren konnte ich was anfangen.
Aber so richtig der Funke ist nicht übergesprungen. Für ein Highlight hat mir der Tiefgang gefehlt – vielleicht auch etwas mehr Hintergrund zu den Figuren.
Da es mehrere Teile geben wird, hoffe ich, dass da noch mehr kommt.

Allgemein würde ich sagen: Hier und da wurde etwas Potenzial verschenkt.
Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen, aber mir fehlte der Moment, der mich richtig gecatcht hätte.



Mein abschließendes Fazit
Ein Buch, das sich super als Snack zwischendurch eignet.
Durchweg okay – nicht herausragend, aber völlig ausreichend für einen entspannten Tag auf der Couch. Mir persönlich hat es an Details gefehlt: mehr Hintergrund zu den Figuren, etwas mehr Tiefe in den Szenen. Es wirft wenig Fragen auf, wirkt rund – aber bleibt nicht lange hängen.
Ich glaube, es wird bei mir leider schnell in Vergessenheit geraten, weil es nicht prägnant genug war. Wie gesagt: Ich fand es ehrlich okay. Angenehm zu lesen, aber nicht nachhaltig beeindruckend. Vielleicht habe ich aufgrund des Titels auch einfach eine etwas andere Richtung erwartet.



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Veröffentlicht am 07.10.2025

Meine Rezension zu Little Stranger

Little Stranger
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Eigene Meinung
Ein weiteres Buch, das ich als Hörbuch gehört habe. Es stand schon länger auf meiner Liste, und ich dachte: Jetzt ist der richtige Moment. Ganz ehrlich – 19 € für 250 Seiten finde ich persönlich ...

Eigene Meinung
Ein weiteres Buch, das ich als Hörbuch gehört habe. Es stand schon länger auf meiner Liste, und ich dachte: Jetzt ist der richtige Moment. Ganz ehrlich – 19 € für 250 Seiten finde ich persönlich etwas happig. Aber wie hat mir das Buch gefallen? Ich erzähle es euch…

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Olivia und ihr Pflegebruder Malachi. Besonders spannend fand ich, dass Malachi nicht spricht und ausschließlich über Gebärdensprache kommuniziert – das wurde gut eingebunden und war für mich mal etwas anderes. Der Schreibstil ist flüssig und verzettelt sich selten in Belanglosigkeiten. Leider fehlt es insgesamt an Tiefe: Die Szenerien sind nur grob skizziert, und auch Olivia und Malachi bleiben eher blass. Hintergrundinformationen werden nur in kleinen Häppchen angedeutet.

Ich begleite die beiden von ihrer ersten Begegnung im Kindesalter bis ins junge Erwachsenenleben – das war solide umgesetzt. Im Fokus steht die Beziehung zwischen den beiden Pflegekindern, die mehr füreinander empfinden, als gesellschaftlich gewünscht ist. Beide wurden vom Ehepaar Vize adoptiert und haben in ihrer Kindheit Schlimmes erlebt. Was genau? Das bleibt vage – hier kommen wieder die erwähnten Brotkrumen ins Spiel. Einzelne Details tauchen auf, werden aber nicht weiter vertieft.

Olivia und Malachi fühlen sich zueinander hingezogen, und was mit einem keuschen „Geburtstagskuss“ beginnt, entwickelt sich schnell zu intimeren Szenen. Es ist eine Dark Romance – und ich habe in dem Genre schon „härteres“ gelesen. Dennoch gab es eine Szene (die mit dem Vater und der Treppe), die ich als extrem unpassend empfand. Sie hat für mich die gesamte Szene ruiniert. Danach folgt ein Zeitsprung, und ich höre aus Malachis Perspektive weiter.

Wie schon erwähnt, blieben die Charaktere für mich schwer greifbar. Es fehlte an Gefühl und Tiefe. Auch die Eltern – vor allem die Mutter – bewegen sich in moralischen Grauzonen, was aber niemanden wirklich zu stören scheint. Der Vater kündigt Konsequenzen an, doch es passiert nichts. Insgesamt fehlte mir hier einiges. Für zwischendurch ist es okay, aber ich würde die Reihe nicht weiterverfolgen.



Mein abschließendes Fazit
„Little Stranger“ erzählt die Geschichte von Olivia und Malachi, zwei Pflegegeschwistern, die vom Ehepaar Vize adoptiert wurden und sich näher zueinander hingezogen fühlen, als es unter Geschwistern üblich wäre (sie sind nicht blutsverwandt). Es handelt sich um eine Dark Romance mit entsprechender Triggerwarnung – bitte unbedingt vor dem Lesen beachten!

Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt, bleibt aber oberflächlich und detailarm. Als Hörbuch war es okay – die Vertonung war gelungen und hat einiges wettgemacht. Als Printausgabe würde ich es mir jedoch nicht kaufen.

Für weitere Rezensionen oder anderen Buch-Talk, besucht mich gern auf meinem Blog :)
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Veröffentlicht am 12.08.2025

Meine Rezension zu Indigo Ridge

Indigo Ridge | Die Edens 1 |
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Eigene Meinung
Dieses Buch hat mich einfach angelacht – und auch der Klappentext konnte mich sofort für sich gewinnen.
Ob mich die komplette Geschichte letztlich ebenfalls überzeugen konnte? Ich erzähle ...

Eigene Meinung
Dieses Buch hat mich einfach angelacht – und auch der Klappentext konnte mich sofort für sich gewinnen.
Ob mich die komplette Geschichte letztlich ebenfalls überzeugen konnte? Ich erzähle es euch …

Zu Beginn lese ich aus der Sicht von Willow, einer der beiden Protagonisten. Sie kehrt in das kleine Örtchen Quincy zurück, um dort ihren neuen Posten als Polizeichefin anzutreten. Abwechselnd wird die Geschichte aus ihrer Ich-Perspektive erzählt, später kommt auch Griffin zu Wort.
Der Ort wird von Autorin Devney Perry sehr detailliert dargestellt. Es entsteht schnell das typische Kleinstadt-Feeling mit dem bekannten „jeder kennt jeden“. Besonders die Familie Eden – also Griffin und Co. – ist in Quincy sehr präsent.

Was mir direkt aufgefallen ist: Die Dialoge sind relativ kurz gehalten. Das sorgt für einen flüssigen Lesefluss, allerdings wirkten manche Gespräche auf mich etwas zu knapp und „detaillos“ – vor allem im Kontrast zu den liebevoll beschriebenen Orten und Emotionen.

„Indigo Ridge“ plätschert zunächst etwas vor sich hin, bis wirklich etwas passiert. Bis dahin werden mir jedoch wichtige Schauplätze und Charaktere nähergebracht, die vermutlich in den Folgebänden noch eine Rolle spielen werden. Besonders gut fand ich dargestellt, wie sehr Willow sich bemüht, in dem Ort Fuß zu fassen – auch wenn ihr das von einigen Bewohnern alles andere als leicht gemacht wird.
Dass sie immer wieder auf Griffin trifft und es dabei gehörig knistert, macht das Ganze natürlich nicht einfacher.
Als dann eine Leiche gefunden wird – ausgerechnet auf Indigo Ridge, dem Land von Griffin – wird es zunehmend schwer, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Trotzdem steht für mich eindeutig die Liebesgeschichte im Vordergrund.

Die zahlreichen Charaktere wirken durchweg sauber ausgearbeitet. Für meinen Geschmack gab es etwas zu viel Drama und Hin und Her zwischen Willow und Griffin – nur um am Ende dann doch recht schnell zusammenzufinden.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich fand die beiden als Protagonisten wirklich gut gewählt! Nur fällt es mir generell schwer, mit anzusehen, wie erwachsene Menschen so lange umeinander herumtänzeln und sich dabei selbst belügen.
Leider gerät der Mordfall um die tote junge Frau immer wieder aus dem Fokus – zugunsten der Liebesgeschichte. Die Spannung wird zwar immer mal wieder eingestreut, aber selten konstant gehalten.
Auch wenn es für meinen Geschmack etwas spät kam, war der Plot insgesamt dennoch interessant.



Mein abschließendes Fazit
Für alle Liebhaber von Smalltown Romance mit einer Prise Spannung und Thrill bietet „Indigo Ridge“ genau das richtige Leseerlebnis.
Ich persönlich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht – vielleicht sogar einen Twist, der mich wirklich überrascht. Dafür gibt es reichlich Romantik, allerdings ohne übertriebene Spicy-Szenen.
Die detaillierten Ortsbeschreibungen sind malerisch, die Charaktere vielleicht nicht besonders tiefgründig, aber stimmig – und insgesamt liefert das Buch ein solides Allround-Paket.
Der „Mythic“-Anteil konnte mich nicht so richtig packen, wird aber im Buch immer wieder eingeflochten – auch wenn er nie im Zentrum steht.

Wenn dir diese Rezension gefallen hat, besuche mich gern auf meinem Buch-Blogg um mehr über Buchige Themen zu erfahren :)
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Veröffentlicht am 25.06.2025

Meine Rezension zu Hunting Souls 2

Hunting Souls (Romantasy-Dilogie, Bd. 2)
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Eigene Meinung
Ich habe mich persönlich sehr auf den zweiten Teil der Reihe gefreut. Als er dann endlich erschienen war, habe ich ihn direkt gekauft – und nun auch endlich gelesen. Ob er mich genauso begeistern ...

Eigene Meinung
Ich habe mich persönlich sehr auf den zweiten Teil der Reihe gefreut. Als er dann endlich erschienen war, habe ich ihn direkt gekauft – und nun auch endlich gelesen. Ob er mich genauso begeistern konnte wie Band eins oder eher nicht, erfährst du in dieser Rezension …

Wie bereits im ersten Band wird abwechselnd aus den Perspektiven von Katrina und Tate erzählt. Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig und leicht lesbar. Es gibt weiterhin witzige Schlagabtäusche zwischen den Charakteren, aber zunehmend merkt man, dass sich die Stimmung verdichtet und ernster wird. Tina Köpke versteht es, die Spannung langsam aufzubauen – unter anderem durch kryptische Aussagen einer Wahrsagerin oder des Todes selbst, was ziemlich gut funktioniert.

Tate und Katrina sind durch einen missglückten Seelenzauber aneinander gebunden und müssen nicht nur aufeinander Acht geben, sondern dürfen sich auch nicht zu weit voneinander entfernen. Doch dieser Seelenzauber scheint fast noch das geringere Übel zu sein – denn in New Arcadia versucht offenbar jemand, eine Armee von Untoten aufzustellen. Zum ersten Mal seit langer Zeit müssen Jäger und Übernatürliche zusammenarbeiten – ein fast unmögliches Unterfangen.

Was mich dabei gestört hat, war der Umgang der Erwachsenen mit den beiden Protagonisten. Es wirkte so, als würden Katrina und Tate von den Älteren nicht ernst genommen – alles wurde belächelt oder heruntergespielt. Und plötzlich, als es zu gefährlich wird, ziehen die Erwachsenen die beiden aus dem Geschehen heraus und übernehmen selbst. Das ließ die Protagonisten deutlich jünger wirken, als sie eigentlich sind – und wirkte für mich unausgeglichen.

Zudem lag der Fokus deutlich stärker auf der Beziehung zwischen Tate und Katrina. Das ist zwar nicht völlig überraschend, wirkte aber etwas unausgewogen: Katrina ist eher zurückhaltend, während Tate emotionaler agiert – das fühlte sich stellenweise wie ein ungleiches Ping-Pong-Spiel an.

Auch emotional blieb mir der zweite Band hinter den Erwartungen zurück. Zwar gab es traurige und schockierende Momente, aber sie wirkten für mich zu kurz und dadurch weniger intensiv. Manches fühlte sich eher wie das Abhaken einer Liste an, statt wie emotional mitreißende Szenen. Dabei hat Hunting Souls das zuvor sehr gut gemacht. Hier konnte ich die Gefühle leider nicht ganz so mitfühlen.

Das Ende wiederum hat mich versöhnt. Die wichtigsten Fragen wurden geklärt, und nur einige – vermutlich eher nebensächliche – Dinge blieben offen.



Mein abschließendes Fazit
Ein Abschluss, der zu einer Dilogie gehört, die für mich stark begonnen hat, aber im zweiten Teil etwas nachgelassen hat. Das Ende war passend und stimmig, aber der Weg dorthin wirkte für mich stellenweise zu zäh. Es war schade, dass Tate und Katrina plötzlich so jung wirkten – vor allem, weil sie bis dahin so viel Verantwortung getragen hatten und dann doch an die Erwachsenen abgegeben haben. Auch der stärker in den Vordergrund gerückte Beziehungsaspekt wirkte auf mich etwas unausgewogen.

Der Showdown hingegen war spannend und emotional, auch wenn er nicht ganz die Tiefe der Vorgeschichte erreicht hat. Trotzdem mochte ich das Ende – es war rund, nachvollziehbar und ein würdiger Abschluss, auch wenn ein paar Fragen für mich offen blieben.

Wenn dich weitere Rezensionen von mir interessieren, besuche mich doch gern auf meinem Buch-Blogg :)
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Veröffentlicht am 18.06.2025

Meine Rezension zu "Vom Ende der Einsamkeit"

Vom Ende der Einsamkeit
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Eigene Meinung
Zugegeben: Ich habe mich ein wenig vor diesem Buch gedrückt. Ob das die richtige Entscheidung war – oder ob ich mir nun doch wünsche, es früher gelesen zu haben – erfahrt ihr wie immer in ...

Eigene Meinung
Zugegeben: Ich habe mich ein wenig vor diesem Buch gedrückt. Ob das die richtige Entscheidung war – oder ob ich mir nun doch wünsche, es früher gelesen zu haben – erfahrt ihr wie immer in dieser Rezension.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jules – dem jüngsten von drei Geschwistern –, dessen Welt bis zu einem bestimmten Ereignis nahezu perfekt war.
Benedict Wells bringt die Emotionen und Handlungen der Kinder, später Jugendlichen und schließlich Erwachsenen sehr authentisch rüber. Vom Ende der Einsamkeit zielt dabei nicht auf Spannung, sondern auf Trauerbewältigung – und vielleicht auch ein Stück weit auf die Frage: “Was wäre, wenn?”
Gleichzeitig geht es um Selbstverwirklichung, Erfahrungen, die man macht oder machen muss. Das Buch ist in neun Kapitel unterteilt und begleitet Jules durch den Großteil seines Lebens.

Dabei kommt es an manchen Stellen zu kleinen Längen. Manchmal hatte ich das Gefühl, nicht recht voranzukommen – weil sich auch Jules gerne verliert: in Gedanken, in Beziehungen, in seiner Trauer, in Erinnerungen.
Immer wieder im Zentrum stehen auch seine Schwester Liz und sein Bruder Marty. Die Geschwisterdynamik empfand ich dabei teilweise als befremdlich und schwierig.
Liz ist oft das schwarze Schaf, Marty eher der große Unbekannte – und Jules? Jules hängt irgendwie dazwischen.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das sogenannte „Nullsummenspiel“, das von der Figur Alva erwähnt wird. Die Idee, dass man das Hoffen irgendwann leid ist, weil die eigene Vergangenheit so viele negative Erfahrungen bereithielt, hat mich stark berührt.

Jules, der Protagonist, ist zugleich Erzähler – und damit das emotionale Zentrum dieses Buches.
Ich begleite ihn vom Kind bis ins Erwachsenenalter. Werde Zeugin seiner Schicksalsschläge, inneren Konflikte, Entscheidungen.
Er wirkte auf mich stets unruhig – ein Mensch, der nie ganz zur Ruhe kommt und sich sofort wieder eine neue Aufgabe sucht, wenn doch.

Seine Geschwister bleiben dagegen weniger tief beleuchtet. Zwar erfährt man einiges über Liz und Marty, doch vor allem Jules scheint im Zentrum aller Ereignisse zu stehen. Seine Kritik an den beiden fällt dabei mal laut, mal still aus.
Manchmal hatte ich das Gefühl, als sei er in Gedanken der Einzige, der wirklich „leidet“, während seine Geschwister wohl besser durchs Leben kommen – was nicht der Fall war.
Vor allem gegenüber Liz wird viel Kritik laut – dabei habe ich sie persönlich fast besser verstanden als ihre Brüder.



Mein abschließendes Fazit
Ich verstehe, warum dieses Buch so viele Leser begeistert hat – und doch konnte es mich nicht auf ganzer Linie überzeugen.
Es gab viele berührende, ehrliche und tiefgründige Momente. Die Geschichte ist stellenweise hart, aber dadurch auch sehr menschlich.
Gleichzeitig hatte ich mit den Wiederholungen und den vielen emotionalen Stillständen zu kämpfen.

Jules als Erzähler trägt das Buch – und obwohl ich ihn in seiner Zerrissenheit gut nachvollziehen konnte, fehlte mir manchmal die Balance im Blick auf seine Geschwister.
Jeder von ihnen kämpft mit eigenen Dämonen – doch Liz und Marty werden oft kritisiert, während Jules noch vergleichsweise gut wegkommt.

Ein emotionales, nachdenkliches Buch über Trauer, Einsamkeit und das Erwachsenwerden. Stark geschrieben – aber mit Luft nach oben in der erzählerischen Dynamik.

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