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Veröffentlicht am 31.10.2025

Farblos anstelle tiefer Dunkelheit

House of Rayne
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Mit einer sapphic Horrormance samt BDSM-Anteilen hat man bei mir eigentlich leichtes Spiel – aber "House of Rayne" hat es trotzdem irgendwie vergeigt. Das Buch war einfach… maximal mid.

Richtig Spannung ...

Mit einer sapphic Horrormance samt BDSM-Anteilen hat man bei mir eigentlich leichtes Spiel – aber "House of Rayne" hat es trotzdem irgendwie vergeigt. Das Buch war einfach… maximal mid.

Richtig Spannung kam nie auf, weil alles viel zu vorhersehbar war. Vielleicht lag’s natürlich auch am Verlag, der sich damit rühmt, nur Bücher mit Happy Ends zu veröffentlichen. Aber wenn man von Anfang an weiß, dass beide Hauptcharakterinnen überleben, fehlt dem Ganzen einfach der Nervenkitzel. Jedes Mal, wenn irgendwie Gefahr aufkam, war es ein "Ja, whatever, ihr überlebt sowieso" und das tut einem solchen Buch wirklich nicht gut, das von dieser Spannung gelebt hätte.
Das besagte Happy End war dann auch wirklich übertrieben happy. Inklusive einem Epilog, der sich eher wie ein Fiebertraum gelesen hat als wie der Abschluss einer Horrormance.

Auch atmosphärisch wurde viel verschenkt. Es sollte düster und gothisch sein, unter anderem mit einem alten Herrenhaus voller Geheimnisse – stattdessen blieb gerade das namensgebende "House of Rayne" erstaunlich leblos. Die Kulisse hätte so viel mehr hergegeben. Gleiches gilt für das eigentliche Monster, dem "Engel", dessen Auflösung so vorhersehbar war, dass man sich unweigerlich fragt, warum Rayne das Ganze nicht schon vor Jahren geregelt hat.

Die Liebesgeschichte konnte das leider auch nicht retten. Die Insta-Love zwischen den beiden Protagonistinnen fühlte sich überhastet an – Liebe auf den ersten Blick, sofortige Lebensopfer, null Aufbau. Oh, und die besagten BDSM-Anteile waren ähnlich vanilla wie es auch schon in "Deep End" von Ali Hazelwood der Fall gewesen ist. Bei Büchern, wo bereits auf dem Klappentext die etwas dunklere Art von Sinnlichkeit anhintet wird, erwarte ich dann aber doch deutlich mehr.

Der Schreibstil von Laroux, war wenig auffallend; weder gab es sonderlich positive, noch negative Stellen zu vermerken. Aber immerhin kann ich Pluspunkte für die glaubhafte Darstellung von Angststörungen vergeben, die sich sensibel und echt anfühlte.
(Möchte man das Buch trotz meiner eher negativen Rezension lesen, würde ich übrigens die Halloweenzeit empfehlen, da es auch genau dort gesettet ist.)

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Und dann? – Wenn happily ever after nicht reicht

A Theory of Dreaming (A Study in Drowning, Band 2)
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Ich wollte schon immer mehr von Ava Reid lesen – und nachdem mich A Study in Drowning mit seiner poetischen, fast traumgleichen Sprache zwar nicht restlos überzeugt, aber nachhaltig beeindruckt hat, war ...

Ich wollte schon immer mehr von Ava Reid lesen – und nachdem mich A Study in Drowning mit seiner poetischen, fast traumgleichen Sprache zwar nicht restlos überzeugt, aber nachhaltig beeindruckt hat, war ich neugierig, wie A Theory of Dreaming an diese Geschichte anknüpfen würde.

Der zweite Band setzt dort an, wo Effy und Preston am Ende des ersten aufgehört haben: an der Schwelle zwischen Wahrheit und Mythos, zwischen Heilung und Selbstzerstörung. Doch wo der Vorgänger noch märchenhaft, fließend und von düsterer Symbolik durchzogen war, wirkt A Theory of Dreaming deutlich erdiger. Reid schreibt diesmal weniger wie in einem verwunschenen Albtraum, sondern eher wie in einem kalten Erwachen danach.

Was mir dabei sehr gefallen hat, ist, dass sie den Mut hat, weiterzudenken, statt einfach nur zu wiederholen. Sie zeigt, dass ein „Happy End“ selten das Ende ist – und dass Liebe nicht alles auflöst, sondern manchmal erst den Blick auf das eröffnet, was wirklich gebrochen ist. Sowohl Effy als auch Preston müssen lernen, mit den Folgen ihres Wissens und ihrer Traumata zu leben, und das macht den Roman stellenweise schmerzhaft real.

Reids Sprache bleibt dabei unverkennbar: eigenwillig, lyrisch, manchmal fast zu reich, aber stets stimmungsvoll. Sie webt wie schon in A Study in Drowning Literatur, Mythologie und Psychologie zu einem faszinierenden Ganzen, auch wenn sich die Handlung diesmal langsamer entfaltet und weniger magisch anfühlt.

A Theory of Dreaming ist kein Buch, das den Glanz des ersten Teils wiederholen will – und genau das ist seine Stärke. Es liest sich wie der notwendige Nachklang einer Geschichte, die in A Study in Drowning nur angedeutet war: der Versuch, im Chaos der eigenen Gedanken wieder Boden zu finden. Ich bin gespannt, ob Ava Reid Effy und Preston hier wirklich ruhen lässt – oder ob sie uns noch ein weiteres Mal in ihre Träume hinabführt.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Mehr Lehrbuch als Roman

Katabasis
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Nach Babel (für mich ein Meisterwerk) und Yellowface (für mich maximal ein netter Zeitvertreib) war ich extrem gespannt auf Kuangs neues Werk. Katabasis hat mich am Ende allerdings in einer seltsamen Leere ...

Nach Babel (für mich ein Meisterwerk) und Yellowface (für mich maximal ein netter Zeitvertreib) war ich extrem gespannt auf Kuangs neues Werk. Katabasis hat mich am Ende allerdings in einer seltsamen Leere zurückgelassen; weder besonders gut noch besonders schlecht.

Die Idee klang fantastisch: Was, wenn alle literarischen Berichte von der Hölle tatsächlich reale Erfahrungen sind? Alice Law, Studentin der „analytischen Magie“, und ihr Gegenspieler Peter Murdoch steigen hinab in die acht Höfe der Unterwelt, um ihren Mentor zurückzuholen. Ein an sich episches Setting voller Mythologie, Religion, Mathematik und Philosophie – das hätte groß werden können.

Allerdings verliert sich die Autorin zu sehr in endlosen Referenzen an eben jene Disziplinen. Statt als Teil der Geschichte wirken diese Einschübe wie reine Demonstration akademischen Wissens, was den Lesefluss massiv hemmt. Viele Passagen fühlten sich eher wie ein Lehrbuch als wie ein Roman an. Auch die Figuren – insbesondere Alice und Peter – blieben für mich blass und schwer greifbar, was den emotionalen Zugang erschwerte.

Insgesamt also ein Werk voller Ambition, aber wenig Spannung. Atmosphärisch stark gestartet, dann aber zu überladen und distanziert. Empfehlenswert nur für Lesende, die Freude an akademischen Exkursen haben und viel Geduld mitbringen. im Gegensatz zu Babel, wo sämtliches Wissens passend eingearbeitet wurde, schlgät Katabasis nämlich mit dem Holzhammer um sich.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Viel Authentizität, aber wenig Plot

Grand Hotel Avalon
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Nachdem ich es bis heute leider noch nicht geschafft habe, die Ravenboys von Maggie Stiefvater zu lesen, war die Freude groß, als ich über NetGalley zum Hörbuch von "Grand Hotel Avalon" (im englischen ...

Nachdem ich es bis heute leider noch nicht geschafft habe, die Ravenboys von Maggie Stiefvater zu lesen, war die Freude groß, als ich über NetGalley zum Hörbuch von "Grand Hotel Avalon" (im englischen Original "The Listeners") zugelassen wurde.

Anfangs war ich sehr gespannt, doch leider musste ich das Buch bei ziemlich genau der Hälfte abbrechen. Der Grund: Es gibt keinen wirklichen Plot. Stattdessen fühlt es sich mehr wie Slice of Life an – ein Blick in den Alltag eines Hotels zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, das für die Diplomaten und Diplomatinnen der Achsenmächte zweckentfremdet wird. Das klingt auf dem Papier spannend, entwickelt sich aber nicht wirklich weiter und blieb für mich dadurch einfach zu langatmig. Es war kein Graus zu lesen (bzw hören), aber mein Stapel ungelesener Bücher ist hoch und meine Zeit somit zu begrenzt, um sie einem Buch zu widmen, das keine wirklichen Gefühle in mir auslöst.

Trotzdem vergebe ich drei Sterne. Denn Stiefvaters Schreibstil ist ohne Frage flüssig und atmosphärisch, und gerade im Hörbuchformat konnte ich das sehr genießen. Was mich allerdings wirklich gestört hat, war die Übersetzung: Es wird mehrfach erwähnt, dass die Protagonistin einen bäuerlichen Dialekt spricht – im Deutschen wurde dieser Aspekt jedoch gar nicht übertragen, wodurch ein wichtiges Charakterdetail verloren geht. Die ständige Erwähnung ihrer eigenen Art zu sprechen wirkte dadurch nervig und fehl am Platz.

Ein Pluspunkt: die Darstellung des autistischen Mädchens. Ihre Innenwelt ist sehr authentisch beschrieben und bietet nachvollziehbare Einblicke in ihre Wahrnehmung. Besonders hängengeblieben ist mir die Formulierung: „Das Essen schmeckte laut und die Kleidung sang auf ihrer Haut.“ Das war für mich bisher der stärkste Moment des Buches.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Emotional an allen Stellen unzureichend

Crash Test
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Pitched als Red, White & Royal Blue trifft F1? Ja, bitte – dachte ich zumindest. In der Umsetzung war das Ganze dann aber eher ein Crash Test im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Problem: Wir verbringen quasi ...

Pitched als Red, White & Royal Blue trifft F1? Ja, bitte – dachte ich zumindest. In der Umsetzung war das Ganze dann aber eher ein Crash Test im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Problem: Wir verbringen quasi keine Zeit damit, Travis und Jacob beim Verlieben zuzusehen. Stattdessen liegt Jacob die halbe Handlung im Koma, während Travis in Rückblenden über ihre Beziehung nachdenkt. Als Jacob dann endlich aufwacht, sind die beiden entweder die meiste Zeit getrennt oder es gibt es kaum emotionale Tiefe, sondern ein „ach ja, wir lieben uns wohl immer noch“.

Strukturell war das Buch ebenfalls ein ziemliches Chaos: drei Sektoren (immerhin ein F1-Wortspiel), komplett unterschiedliche POV-Aufteilungen, null Flow. Das meiste wurde in Rückschauen erzählt statt gezeigt – und so blieb die Beziehung leer und spannungslos.
Jacob selbst war für mich eine wandelnde Redflag: homophobe Eltern, keine klare Entschuldigung, null echte Reue. Travis wirkte zwar sympathischer, hatte aber auch wenig Biss und ließ sich alles gefallen. Emotionaler Payoff? Fehlanzeige.

Positiv hervorheben möchte ich immerhin die Grundidee: ein queeres, geheimes Verhältnis in der Welt des Motorsports hätte richtig spannend werden können. Die ersten Krankenhaus-Szenen hatten auch tatsächlich Gewicht.
Das Hörbuch war ordentlich eingesprochen, aber da hörte es dann leider auch schon wieder auf. Der Sprecher von Travis ist leider vieles, nur nicht gut darin, Emotionen rüber zu bringen. Bereits zu Beginn hatte ich mich über die Wahl der beiden Sprecher gewundert, die afaik beide noch keiner Romance ihre Stimme geliehen hatten - und das merkt man leider auch. Schade, denn oft genug können gute Sprecher:innen einen mittelmäßigen Plot ausgleichen.

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