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Veröffentlicht am 20.11.2025

Mütter, Töchter und Geheimnisse

Liebe kennt keine Vergangenheit
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Die mexikanisch stämmig Yesica hat es beruflich geschafft und Karriere bei einer Firma gemacht. Der plötzliche Unfalltod ihres Mannes wirft sie aus der Bahn. Sie unterdrückt sämtliche Gefühle, wird immer ...

Die mexikanisch stämmig Yesica hat es beruflich geschafft und Karriere bei einer Firma gemacht. Der plötzliche Unfalltod ihres Mannes wirft sie aus der Bahn. Sie unterdrückt sämtliche Gefühle, wird immer gereizter, bis sie in der Firma explodiert, ihr Team anschreit und das Handy durch die Gegend schmettert. Ihr Chef zwingt sie zu einer Auszeit und auch dazu, eine Trauergruppe zu besuchen. Zur gleichen Zeit ziehen ihre Mutter Ana und Großmutter bei ihr ein, weil deren Haus wegen eines Wasserschadens renoviert werden muss. Die Frauen verbindet, dass sie alle Witwen sind. Während Yesica sich widerwillig dazu entschließt, die Trauergruppe zu besuchen, brechen bei allen drei Frauen alte Krusten auf, Geheimgehaltenes wird endlich ausgesprochen und langsam heilen alte Wunden.

Es ist ein Roman der leisen Töne – der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von Yesica und ihrer Mutter Ana erzählt, sodass ich mich sehr gut in die Gefühle und Ängste der beiden hineinversetzen konnte. Nach und nach können sich Mutter und Tochter einander anvertrauen, Großmutter Melda ist die vermittelnde Person, jedoch hat auch sie ihr ganz eigenes erschütterndes Erlebnis, das sie bis in Alter verfolgt. Ganz zart kommt auch die Liebe zu Wort.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich konnte zahlreiche Gefühle nachvollziehen und habe mit den Frauen gelitten. Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle, an alle Leserinnen, die sich gern mit tiefgehenden Familiengeschichten mit historischem Hintergrund befassen. Die Geschichte rund um die Vertriebenen aus Chavez Ravine, die dem riesigen Dodgers-Stadion in Los Angeles weichen mussten, hat mich tief erschüttert.
Ein Buch, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Herzerwärmender Debütroman

Rewrite My Rules | Emotionaler Liebesroman | New Adult Romance über Angst vor Gefühlen und Mut zum Neuanfang
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Nach acht Jahren Beziehung erwischt Casey ihren Freund mit einer anderen im Bett. Sie flieht zu ihrer Cousine Ali und beginnt bei ihrer Tante Becca ein Praktikum, sehr zum Ärger ihrer Eltern. Die finden, ...

Nach acht Jahren Beziehung erwischt Casey ihren Freund mit einer anderen im Bett. Sie flieht zu ihrer Cousine Ali und beginnt bei ihrer Tante Becca ein Praktikum, sehr zum Ärger ihrer Eltern. Die finden, dass Casey nicht wegen eines Seitensprungs die Beziehung beenden hätte müssen – hauptsächlich auch, weil eine Fusion der beiden Familien angestanden hätte. In San Diego trifft Casey auf Jacob, der sich lediglich auf unverbindliche Sex-Abenteuer einlässt. Nach anfänglich schlechtem Start schließen die beiden einen interessanten Deal ...
Es ist der Debütroman einer Autorin und sie hat mich positiv überrascht mit ihrem frischen flüssigen Schreibstil, der sich weglesen lässt, wie Sahneeis. Zu Casey konnte ich gleich eine Verbindung aufbauen und lebte mit ihr mit, war sogar wütender auf die Mutter, als auf den untreuen Freund. Das Setting in San Diego passt hervorragend zur Geschichte, toll auch der neue Freundeskreis rund um ihre Cousine Ali. Mit Jacob wurde ich nicht so rasch warm, jedoch war seine Figur fesselnd und seine Hintergrundstory traurig. Die Story war gut aufgebaut, hatte einige tiefgehende Szenen, und die Liebesgeschichte der beiden ging ans Herz. Schade, dass man über Jacobs Mutter nichts mehr hört, dass sie ihren Mann verlässt, konnte ich nachvollziehen – Ehen zerbrechen – aber ihren Sohn zurückzulassen und keinen Kontakt mehr zu haben, das ist ein No go. Hier hätte ich mir Aufklärung gewünscht. Der Schluss zog sich ein wenig in die Länge – Jacob brauchte lang, um in die Gänge zu kommen, dafür brach es dann ziemlich abrupt ab.
Mein Fazit: Eine liebevolle New-Adult-Geschichte, mit minimalen Kritikpunkten, daher gebe ich 4,5 Sterne, bin aber eher geneigt auf- als abzurunden.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Innehalten und überlegen, was im Leben wichtig ist

Drei Tage im Schnee
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Hannah geht es wie vielen Menschen: sie ist im Hamsterrad gefangen und vergisst zwischen Arbeit und Rücksicht auf andere Leute nehmen, sich selbst. Was möchte sie wirklich vom Leben? Kann das alles gewesen ...

Hannah geht es wie vielen Menschen: sie ist im Hamsterrad gefangen und vergisst zwischen Arbeit und Rücksicht auf andere Leute nehmen, sich selbst. Was möchte sie wirklich vom Leben? Kann das alles gewesen sein? Die 33-Jährige nimmt sich eine Auszeit und mietet eine Hütte in der Einsamkeit. Hier begegnet sie Sophie und das kleine Mädchen hält ihr vor Augen, was sie alles im Leben verpasst.

Von Anfang an konnte ich mich sehr gut in die Gedanken der Protagonistin hineinversersetzen. Sie hatte viele Träume, die alle auf der Strecke geblieben sind. Hannah arbeitet viel, bürdet sich zusätzlich Lasten auf, weil sie nicht Nein sagen kann und stresst sich auch noch in der Freizeit. Weil sie beispielsweise auf Werbung hört und vermeintlich Schnäppchen kauft. »Du kannst Geld sparen, indem du Geld ausgibst?«, fragt Sophie. Was für eine tolle Frage, ich glaube, an dieser Stelle muss jeder nachdenken. Und auch Hannah fragt sich, ob sie wirklich so viel Kleidung, Taschen und Schuhe braucht. Nein, tut sie nicht. Ich konnte den Spaß fühlen, den Hannah zum ersten Mal wieder hatte, während sie mit Sophie ein »Schneinhorn« und ein Iglu gebaut hat. Und sie denkt an ihre Freundin, mit der sie sich aus nichtigen Gründen zerstritten und den Kontakt abgebrochen hat.
Da ich bereits zu den älteren Semestern gehöre, waren viele der Gedanken zum Leben für mich nicht neu. Auch die Metapher mit dem Glas, in das man Steine, Kieselstein und Sand hineingibt, war mir bekannt, allerdings kann man sie immer wieder hören. Ich fand es großartig, wie die Autorin Gedanken über das Leben in eine kleine Geschichte verpackt hat. Besonders berührend war für mich Hannahs Briefe an den (Baby)Sohn ihrer Freundin Julia und an diese selbst. Ich empfehle dieses Büchlein uneingeschränkt weiter, es ist zum Nachdenken, Wohlfühlen, Innehalten und vielleicht das eigene Leben zu überdenken. Es ist nie zu spät, sich auf das wirklich Wichtige zu besinnen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Gefährlicher Literaturwettbewerb

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Liv ist überglücklich, als sie bei einem Preisausschreiben einer Limonadenfirma die Teilnahme bei einem Literaturwettbewerb gewinnt. Als Kreatorin von Webtoons ist bis zu diesem Zeitpunkt der Erfolg ausgeblieben, ...

Liv ist überglücklich, als sie bei einem Preisausschreiben einer Limonadenfirma die Teilnahme bei einem Literaturwettbewerb gewinnt. Als Kreatorin von Webtoons ist bis zu diesem Zeitpunkt der Erfolg ausgeblieben, sodass sie hofft, während des von Presse und Fernsehen begleiteten Wettbewerbs möglichst viel Werbung für ihre Arbeit machen zu können. Bereits am Flughafen stößt sie auf den geheimnisvollen Flame, einen weiteren Teilnehmer, bei dem sie mehrmals ins Fettnäpfchen tritt, ihm jedoch auch über seine Flugangst hinweghilft. Gleich nach der Ankunft im Schloss Achilleion lernt sie andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen. Viel Zeit zum Kennenlernen bleibt nicht, denn es wartet bereits die erste Aufgabe. Nach und nach kommt sie dahinter, dass es der Wettbewerb in sich hat. Plötzlich ist nicht länger der Sieg oberste Priorität, sondern zu überleben ...

Der unheimlich humorvoll spritzige Anfang machte es mir leicht gleich tief in die Story einzutauchen. Liv, eine Art schwarzes Schaf der Familie, die sich mehr oder weniger ungeschickt durchs Leben hangelt, hatte sofort meine gesamten Sympathien. Und dann Flame, hinter dessen Geheimnisse ich unbedingt kommen wollte. Das Setting im alten Schloss mit Bezug zur griechischen Mythologie hat mir ebenfalls gut gefallen. Lediglich anfangs war ich durch die zahlreichen Personen ein wenig erschlagen. Doch die Autorin versteht es, sie mit prägnanten Eigenschaften zu versehen, wie »Fitnesscenter-Ken« Maid oder Gruppennamen wie »die Antihelden« oder »Aktionäre«, sodass ich schon relativ bald den Überblick hatte. Neben Flame und Liv sind natürlich Sawyer und seine Frau Shelly eine tolle Ergänzung.
Die verschiedenen Prüfungen sind spannend, das oberste Gebot: »Sich zu verlieben ist nicht erlaubt« – schreit förmlich danach umgangen zu werden. Zudem mischt auch noch die Muse der Liebe, Erato, ordentlich mit. Überhaupt fand ich die Idee mit den neun Musen unglaublich kreativ.
Der Autorin ist wiederum gelungen, eine Mischung aus Fantasy, Spannung, Liebe, Krimi und gut recherchierter Mythologie zu finden. Der Schreibstil ist wunderbar fließen und mit Humor gewürzt, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.
Am Ende steht ein Cliffhanger, daher bin ich gespannt, was in Teil 2 noch alles passieren wird. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Fans von fantasievoller Spannung.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine junge Frau setzt sich durch

Das mutige Mädchen
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Elsa ist begeisterte Schneiderin und fabriziert auch eigene Kleider. Als ihr der alte Schneider Leopold anbietet, sein Geschäft in Innsbruck zu übernehmen, ist sie Feuer und Flamme. Doch für eine alleinstehende ...

Elsa ist begeisterte Schneiderin und fabriziert auch eigene Kleider. Als ihr der alte Schneider Leopold anbietet, sein Geschäft in Innsbruck zu übernehmen, ist sie Feuer und Flamme. Doch für eine alleinstehende Frau ist dies nicht einfach, vor allem, da der Stiefvater bereits einen Bräutigam für sie ausgesucht hat und die Mutter zu schwach scheint, sich gegen ihren Mann durchzusetzen. Hilfe bekommt Elsa vom Tuchhändler Clemens, mit dessen Schwester sie befreundet ist und der auch privat Gefühle für sie hegt. Doch Elsas Herz ist schon lange vergeben ...

Auf diesen zweiten Band der »Töchter aus Innsbruck«-Reihe habe ich sehnsüchtig gewartet und Lotte Römer hat wieder einmal alle meine Erwartungen erfüllt. Mit Elsa hat sie eine selbstbewusste junge Frau geschaffen, die für ihre Wünsche und ihr Talent einsteht. Am meisten beeindruckt hat mich die Wandlung der Mutter, die sich Schritt für Schritt in ein neues Leben, unabhängig von ihrem dominanten Ehemann erkämpft. Es gibt auch ein Wiedersehen mit der älteren Schwester Fannerl, es hat mich sehr gefreut, zu erfahren, wie es ihr weiter ergangen ist. Doch man kann diesen zweiten Band auch ohne Vorkenntnisse der ersten lesen.
Der Schreibstil ist wieder gut zu lesen, auch die Nebenfiguren bilden einen perfekten Rahmen für die Story – ein Buch, das ich von Herzen weiterempfehlen kann.

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