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Veröffentlicht am 10.10.2025

Farbexplosion mit Herzklopfen – Paula neu entdecken

Paula Modersohn-Becker
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Wer glaubt, dass Expressionismus staubig, akademisch oder nur was für Museumsnächte mit Rotwein und Jazzquartett ist, sollte mal Paula Modersohn-Becker in die Hand nehmen – oder besser: diesen grandiosen ...

Wer glaubt, dass Expressionismus staubig, akademisch oder nur was für Museumsnächte mit Rotwein und Jazzquartett ist, sollte mal Paula Modersohn-Becker in die Hand nehmen – oder besser: diesen grandiosen Ritt durch ihr Leben, geschrieben von Boris von Brauchitsch. Der Mann schafft das Kunststück, Paula aus der goldgerahmten Vergangenheit direkt in mein Wohnzimmer zu katapultieren – wild, widersprüchlich, genial, ungebügelt. Und ehrlich: Diese Frau war ihrer Zeit so weit voraus, dass selbst Picasso wohl kurz mal ins Skizzenbuch geschielt hätte.

Zwischen Worpswede-Matsch und Pariser Bohème leuchtet hier das Leben einer Künstlerin auf, die nicht nur malte, sondern explodierte – vor Ideen, Zweifeln, Sehnsucht, Trotz. Von Brauchitsch schaut hin, wo andere romantisieren würden. Kein weichgespülter Künstlerroman, sondern ein analytisches, aber sehr lebendiges Porträt. Er schreibt mit viel Feingefühl, aber auch mit Witz und Tempo. So liest sich Kunstgeschichte, wenn sie keine Pflichtlektüre, sondern Leidenschaft ist.

Was mich besonders packte: die Szenen, in denen Paula aus der Enge Worpswedes ausbricht – auf nach Paris, zu Farbe, Form und Freiheit. Und ja, man spürt förmlich, wie sie gegen das Korsett der Konventionen kämpft – im Leben, in der Ehe, in der Kunst. Der tragisch frühe Tod? Klar, er trifft einen mitten ins Herz. Aber statt Pathos gibt’s hier kluge Perspektive: die Frage, was aus ihr geworden wäre, hätte sie länger gelebt, hallt lange nach.

Fazit: Ein Buch, das nach Terpentin riecht, nach Revolution und nach ganz viel Leben. Wer Kunst liebt – oder einfach nur starke Charaktere – sollte das lesen. Und wer danach keine Lust bekommt, mal wieder in ein Museum zu gehen, hat vermutlich auch keine Seele.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Wiener Schmäh trifft Zahlenchaos – und ich liebe es!

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Manchmal stolpert man in ein Buch und merkt nach drei Seiten: Hier wird nicht spaziert – hier wird getanzt! Und Vea Kaiser lädt mit Fabula Rasa auf den Wiener Parkettboden des Lebens ein, wo Zahlen, Zigaretten ...

Manchmal stolpert man in ein Buch und merkt nach drei Seiten: Hier wird nicht spaziert – hier wird getanzt! Und Vea Kaiser lädt mit Fabula Rasa auf den Wiener Parkettboden des Lebens ein, wo Zahlen, Zigaretten und große Gefühle durcheinanderwirbeln wie Konfetti nach einer langen Ballnacht.

Angelika Moser ist keine Heldin aus dem Lehrbuch, sondern eine Frau mit Witz, Mut und einer gewissen Buchhaltungskriminalität im Blut. Vom Gemeindebau direkt ins Grand Hotel – und dort jongliert sie nicht nur mit Rechnungen, sondern auch mit ihrem Schicksal. Und während andere an der Liebe verzweifeln, zieht sie ihr Kind groß, biegt Zahlen gerade (oder eher krumm) und bleibt dabei irgendwie hinreißend normal-chaotisch.

Vea Kaiser schreibt mit so viel Tempo, dass man fast vergisst zu blinzeln. Jeder Satz klingt, als hätte er ein Wiener Schnitzel zu viel und einen Prosecco zu wenig – charmant, dezent drüber, aber auf den Punkt serviert. Das Grand Hotel wird zur Bühne einer Gesellschaft, die zwischen Glanz und Gulasch schwankt, und Angelika ist mittendrin: wild, clever, herzlich, mit einem moralischen Kompass, der sich manchmal einfach denkt: "Ach, heut nicht."

Es ist diese Mischung aus Humor, Tragik und Schmäh, die das Buch so unwiderstehlich macht. Da wird gelogen, geliebt und gelebt – und am Ende steht man da, applaudiert und denkt: „Jawohl, das war großes Kino in Buchform!“

Wer Wien liebt, Skandale schätzt und Figuren mag, die nicht alles richtig machen (aber dafür alles geben), wird hier glänzend unterhalten. Und ganz ehrlich: Wenn Buchhaltung immer so spannend wäre, hätte ich schon längst Karriere gemacht.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Wo Schmerz zu Gnade wird – und Liebe heilt

Back Into Your Arms
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Wie still es werden kann, wenn man den Ort betritt, an dem das Herz gebrochen wurde. Diese Atmosphäre zieht sich wie ein leiser Nebel durch Back Into Your Arms – ein Roman, der mich mitten ins Herz getroffen ...

Wie still es werden kann, wenn man den Ort betritt, an dem das Herz gebrochen wurde. Diese Atmosphäre zieht sich wie ein leiser Nebel durch Back Into Your Arms – ein Roman, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Mirjam-Sophie Freigang schreibt mit einer Tiefe, die zwischen Schmerz und Hoffnung schwebt. Elle kehrt nach Jahren auf den elterlichen Hof zurück, in eine Welt aus Heu, Pferden und Erinnerungen. Und dort wartet nicht nur die Vergangenheit, sondern auch Lenny – bodenständig, warmherzig, fest im Glauben verwurzelt.

Was mich besonders berührt hat, war die leise, glaubensvolle Note, die sich nicht aufdrängt, sondern trägt. Diese Geschichte spricht nicht laut, sondern echt. Sie erzählt vom Scheitern, vom Mut, wieder aufzustehen, und davon, wie Gott manchmal genau dort wartet, wo wir ihn am wenigsten erwarten. Zwischen all dem Landleben, der Sehnsucht und den stillen Gebeten spürt man dieses tiefe Aufatmen: Vergebung ist möglich.

Der Schreibstil ist zart und intensiv zugleich, wie Sonnenlicht auf regennassem Gras. Jede Seite duftet nach Neuanfang. Ich habe mit Elle gelitten, gehofft, gebetet – und am Ende geweint, weil sich alles so rund und versöhnt anfühlte. Back Into Your Arms ist kein Buch, das man einfach liest. Es ist eines, das man erlebt – und das einen daran erinnert, dass Heilung und Liebe immer Hand in Hand gehen dürfen.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein Buch wie ein Zeitsprung – und ich mittendrin!

Englische Renaissance
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Kaum aufgeschlagen, und schon hat mich dieses Buch in einen Strudel aus Tinte, Intrigen und Genie gezogen. Manfred Pfister hat kein Buch geschrieben – er hat ein Zeitportal gebaut. Einmal reingesogen, ...

Kaum aufgeschlagen, und schon hat mich dieses Buch in einen Strudel aus Tinte, Intrigen und Genie gezogen. Manfred Pfister hat kein Buch geschrieben – er hat ein Zeitportal gebaut. Einmal reingesogen, hänge ich zwischen Shakespeare, höfischer Dichtung, schmutzigen Tavernen, Königinnen mit Schreibfeder und Alchemisten mit Größenwahn. Und ehrlich: Ich hab mich VERLOVED!

Pfister kuratiert hier nicht einfach Texte – er serviert ein königliches Renaissance-Buffet, bei dem sich jede Seite wie ein eigener Gang anfühlt: von Thomas Morus’ „Utopia“ bis zu Ben Jonsons Theater-Revolten, von Jane Sharp, der Hebamme mit mehr Aufklärung als halb Europa, bis zu John Greene, der Kartentricks und Kleingaunerei zum literarischen Feuilleton erhebt. Das ist kein Lesebuch, das ist ein Festbankett für Hirn, Herz und Humor.

Man spürt, dass Pfister ein Kenner ist – aber einer mit Augenzwinkern. Wo andere Wissenschaft wälzen, tanzt er mit den Quellen. Zwischen prachtvollen Zitaten, Kommentaren und Anekdoten entfaltet sich ein wildes, chaotisches, geniales England, das sich gerade selbst erfindet. Kapitalismus, Kunst, Kirche, Chaos – alles explodiert gleichzeitig, und ich sitze da mit offenem Mund und denke: Genau hier fängt unsere moderne Welt an.

Und das Ganze noch in einer Ausstattung, die jedem Sammler Tränen in die Augen treibt: zweifarbig gedruckt, bebildert, mit Vignetten und Schmuckleisten – ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern bestaunt werden will.
Wer wissen will, warum ausgerechnet diese kleine, regenverhangene Insel das Denken, Dichten und Forschen der Neuzeit befeuert hat – hier ist die Antwort.
Pfister hat die Renaissance neu zum Leben erweckt – wild, klug und einfach wunderschön. Ein Meisterwerk.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Wenn Glaube Elternschaft lebendig macht

Empower
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Manchmal braucht es genau dieses eine Buch, das mitten ins Herz trifft und neue Perspektiven schenkt. Empower hat mich an die Hand genommen und mir gezeigt, dass Erziehung keine perfekte Checkliste ist, ...

Manchmal braucht es genau dieses eine Buch, das mitten ins Herz trifft und neue Perspektiven schenkt. Empower hat mich an die Hand genommen und mir gezeigt, dass Erziehung keine perfekte Checkliste ist, sondern eine Reise – eine, die wir mit Gott an unserer Seite gehen dürfen. Tobias Teichen schreibt mit einer Wärme und Klarheit, die sofort Vertrauen schenkt. Kein erhobener Zeigefinger, kein Druck, besser zu sein, sondern ehrliche Ermutigung, echt, tief und liebevoll.

Besonders bewegt haben mich die Kapitel über Vertrauen, Identität und die Kraft der Beziehung. Ich habe mich in so vielen Situationen wiedergefunden – zwischen Zweifel, Müdigkeit und der Sehnsucht, es einfach gut zu machen. Dieses Buch hat mir nicht nur Werkzeuge an die Hand gegeben, sondern auch mein Herz berührt. Es erinnert daran, dass Erziehung weniger mit Kontrolle, sondern mehr mit Liebe zu tun hat.

Die Mischung aus biblischen Prinzipien, psychologischen Erkenntnissen und authentischen Erfahrungsberichten ist inspirierend. Auch schwierige Themen wie Medien, Mobbing oder Finanzen werden ehrlich, aber hoffnungsvoll beleuchtet. Empower ist kein theoretisches Lehrbuch, sondern ein Wegbegleiter – voller Glauben, Mut und praktischer Impulse. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich als Mutter so tief ermutigt hat, mein Kind im Vertrauen auf Gott zu prägen. Ein Schatz für jede Familie, die ihr Zuhause zu einem Ort der Liebe und Stärke machen will.

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